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Am Samstag Vormittag in Zwickau angekommen, erkundeten wir kurz die historische Innenstadt und bauten dort dann auch gleich unseren Aktionsstand auf. Das Sammeln von Bunten Handabdrücken war für uns inzwischen schon so was wie Routine.
Unterstützung kam diesmal von Lars von der Grünen Jugend Zwickau, sowie von Martin der aus Leipzig mit dem Zug gekommen war.
An einem günstigen Standpunkt, direkt an einer belebten Fußgängerampel wurden wir schnell viele Infomaterialien los und sammelten zahlreiche Hände. Auch besuchten mehrere WahlkampfhelferInnen der Linken, die ebenfalls noch am letzten Tag vor der Wahl noch mal auf Stimmenfang ging, unseren Stand (siehe Foto).
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Außerdem sichteten wir eine Vertreterin der, Gerüchten zu Folge für Zwickau typischen, Emo-Nazis, die sich durch die Kombination von Emo-Style (Pünktchen, Rosa Totenköpfe ect.) und Nazimarken (z.B. Thor Steinar) auszeichen.
Nachdem unsere Leinwand mit Abdrücken voll war, bauten wir unseren Stand ab und brachten mit Matthias einen aus der Tour-Stammbesetzung zum Bahnhof. Terry, Ferdi und Martin fuhren noch gemeinsam nach Leipzig, wo wir an der Grünen Geschäftsstelle noch einiges an Wahlkampfmaterial ausluden. Wir schossen noch ein kurzes Abschiedsfoto bevor sich unsere Tour endgültig auflöste und Terry unseren Bus zurück nach Berlin brachte.
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Sieben spannende Tage auf Tour gingen damit zu Ende. Das Ergebnis der Landtagswahl am Tag darauf war für die Grünen erfreulich (6,4% und damit zukünftig 3 Abgeordnete mehr), allgemein aber eher ernüchternd – die NPD bleibt im Parlament, in dem zukünftig schwarz-gelb die Mehrheit haben wird. Genügend Grund also, weiter für mehr Grün im Land zu kämpfen – Auf die nächste Tour in fünf Jahren!

Freitag Mittag erreichten wir Plauen, die „Stadt der Spitze“, so genannt wegen der langen Tradition der örtlichen Textilindustrie.
Fix bauten wir unseren bewährten Aktionsstand „Deine Hand gegen Nazis“ auf – auch heute hatte sich mal wieder die NPD mit ihrem Wahlkampftross vor Ort angemeldet. Unterstützung erhielten wir diesmal von der Grünen Jugend Oberfranken, die extra über die nahe bayrische Grenze angereist war.
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Schon bald kündigte lautes Geplärre vom nahegelegenen Klostermarkt an, dass die NPD angekommen war. Wir beschlossen, unseren Wahlkampfstand abzubrechen und uns auf zur Gegenkundgebung aufzumachen. Die fiel in Plauen mit ungefähr 20 Leuten (ein paar Punks, Jusos und wir) eher bescheiden aus. Im Gegensatz zu Bautzen ein paar Tage vorher hatten es alle demokratischen vor Ort vorgezogen, nichts zu tun und die Nasen machen zu lassen, um ihnen „keine zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen“. Unser Versuch, möglichst nah an die NPD-Veranstaltung heranzukommen, endete in einem kurzen Gerangel mit deren Ordnerdienst, danach wurden wir von einem Polizeigroßaufgebot auf Distanz gehalten. Die Nasen führten ihr uns inzwischen wohlbekanntes Programm, inkl. nationalem Liedermacher Frank Rennicke, durch und zogen nach gut zwei Stunden relativ ungestört ab. Derweil kreiste ein NPD-Wahlkampfflugzeug über der Stadt.
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Wir verabschiedeten uns danach von unsern FreundInnen von der GJ Oberfranken, sowie von Maike, die zurück nach Dresden fuhr. Für die drei verbliebenen Tourmitglieder gings weiter in die ca. 10 Kilometer entfernte Kleinstadt Oelsnitz, wo sich bei einem Wahlforum für Jugendliche VertreterInnen aller Parteien vorstellen sollten. Als wir, – wegen der Anti-Nazi Aktion in Plauen – verspätet ankamen, war gerade schon eine Podiumsdiskussion mit den lokalen BundestagsdirektkandidatInnen im Gange. Nicht bei allen Oelsnitzer Jugendlichen kam diese besonders gut an, nach und nach verließen die meisten die Vogtlandsporthalle. Wir versorgten eine Gruppe Skater (Skaterinnen waren leider keine zu sehen) mit Flyern und Give-Aways, besonders Feuerzeuge und Zigarettenfilter kamen gut an.
Nach der Podiumsdiskussion packen die anderen Parteien und Parteijugendorganisationen ihre Stände bald zusammen, wir beschlossen aber noch mit unserm Infomaterial die angekündigte „Wahlparty“, inkl. einem Konzert mit lokalen Bands, abzuwarten. Während auf der Bühne der Soundcheck vonstatten ging, verkürzten wir uns die Wartezeit mit kostengünstigen Getränken von der Bar. Leider blieben KonzertbesucherInnen, auch nachdem die erste Band angefangen hatte zu spielen, aus und wir beschlossen zurück nach Plauen zu fahren. Dort kamen wir noch rechtzeitig an, um uns im Capitol-Kino die Spätvorstellung von „Inglourious Basterds“ anzusehen. Erst um zwei Uhr erreichten wir dann schließlich unser Nachtlager, die Wohnung von Michael, der für die Grünen vor Ort im Stadtrat sitzt. Es sollte eine kurze Nacht werden, denn schließlich wurden wir ja schon am nächsten Vormittag in Zwickau, der letzen Station unserer Reise erwartet.

Donnerstag früh verließen wir nach fünf Nächten unser Dresdner Basislager in Maikes WG. Wir verabschiedeten uns von ihrem Freund Alex und Chinchilla Hupsischnups, Maike selbst kam mit zum nächsten Ort unserer Tour, Freiberg. Die Stadt ist v.a. bekannt durch ihre lange Bergbautradition und die gleichnamige Biermarke, die von der allseits beliebten Popgruppe „Die Prinzen“ beworben wird.
In Freiberg starteten wir, auf dem Obermarkt angekommen, zu ersten Mal unsere Aktion zum Thema Datenschutz mit der eigens dafür gebauten überdimensionierten Kamera. Die Leute reagierten zum Teil irritiert, aber meist freundlich. Dennoch wirkten mehr FreibergerInnen politikverdrossener als die Menschen in den Städten die wir die Tagen davor besucht hatten. Vielleicht lags an dem Info-Überangebot – am selben Tag wollte noch Angie Merkel kommen, und Konkurrenz verdirbt bekanntlich das Geschäft.
Im Anschluss gabs Mittagessen im traditionsreichsten Cafe am Platz, wo wir althergebrachte Bergmanns/fraus-mahlzeiten (z.B Gemüse-Quiche) zu uns nahmen.
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Weiter gings ins nahe gelegene Chemnitz um dort in der WG von Jan unser Nachtlager aufzuschlagen. Nach dem Abendessen – es gab die Pasta diesmal zur Abwechslung mit Käsesauce – beschlossen wir noch ein bisschen in der Innenstadt Flyer und Zeitungen zu verteilen. Leider waren die Chemnitzer Partymeilen an diesem Abend wie ausgestorben, nur ein Junggesellenabschied kam des Weges. Dafür nutzten wir die Gelegenheit, die örtlichen Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen, allen voran das berühmte Karl-Marx-Monument, den Nischel. Die Gelegenheit für ein Foto zu posieren, ließen wir uns natürlich nicht entgehen.
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Kurz vor der polnischen Grenze bogen wir mittwochs ab, um nach Görlitz zu kommen. Mit Antje und Julia aus Dresden im Gepäck und Hilfe von Stephan von der GJ Ostsachsen vor Ort bauten wir am Marienplatz unsere bewährte „Deine Hand gegen Nazis“-Aktion auf.
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Die GörlitzerInnen – sowie zahlreiche TouristInnen aus NRW und BaWü – begegneten unserem Stand wohlwollend und wir hatten Mühe alle mit Farbe, Abwaschmaterialen und Infos zu versorgen.
Besonders auffällig war die große Altersspanne des Publikums in Görlitz. Viele RentnerInnen kamen an unseren Stand und erklärten ihre politischen Ansichten, z.B.: „die Leute hier sind so blöd und wählen immer CDU“, „bei so schönen Frauen wie Ihnen wähl ich vielleicht auch die Grünen“, „sie sind ja alle vor der Wende geboren, sie müssen noch viel lernen“. Aber auch viele StandbesucherInnen unter 10 waren mit dabei, gern parkten einige Eltern sie zwischen zwei Einkäufen auch kurz bei uns. Dabei stellten wir fest, dass wir durchaus auch das Zeug zu unserer eigenen Grüne-Jugend-Kita hätten.
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Gegen 17 Uhr begann sich der Oberlausitzer Himmel langsam zu verdunkeln, es begann zu regnen und auch der Besucherstrom an unserem Stand ebbte etwas ab. Wir verabschiedeten uns daraufhin von Stephan und begannen die Rückreise nach Dresden.
Dort sollte abends im am Elbufer gelegenen Tanzclub „Saloppe“ noch eine Grüne Wahlkampfparty steigen. Leider waren, als wir gegen zehn ankamen, die meisten Gäste schon wieder fort und der Wirt spielte nur noch Rausschmeisser. Ein paar Kickerspiele und Gespräche mit den verbliebenen Leuten von der GJ Dresden sowie ein bis zwei Radeberger pro Nase später gings zurück zu Maike und bald drauf ins Bett.

Dienstag morgens gings los nach Bautzen, dem sorbischen Budysin. Vor Ort begrüßte uns mit Domenico vom lokalen Altgrün-KV auch gleich ein waschechter Sorbe.
Unser Gastgeber hatte den Tagesablauf bereits gut geplant, für den Nachmittag hatte sich die NPD auf dem Marktplatz angekündigt, aber zunächst verteilten wir erst mal Wahlkampfzeitungen in den Briefkästen der Umgebung. Julia aus Dresden, die heute das erste Mal mit auf der Tour war, wurde dabei von einem älteren Herren mit der Briefträgerin verwechselt, was sich aber schnell aufklärte. Außerdem entdeckten wir überrascht, dass sich in Bautzen das Prinzip des Drogenfachgeschäfts offenbar schon durchgesetzt hat (siehe Foto).
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Nachdem alle Zeitungen eingeworfen waren, machten wir erst mal Mittagspause im Jugendzentrum Steinhaus, wo wir beim Anstehen zur VoKü – übrigens sehr lecker! -unverhofft auf Büti trafen. Ein ausführlicher Austausch mit dem Ex-Vorsitzenden unserer Mutterpartei blieb allerdings aus, zu knapp war die Zeit auf allen Seiten bemessen.
Gestärkt begaben wir uns in die Bautzner Innenstadt und bauten unseren Stand, mitsamt der Aktion „Deine Hand gegen Nazis“, auf. Fröhlich tauchten daraufhin die BautznerInnen ihre Hände in Fingerfarbe und klatschten diese danach auf die von uns bereitgestellte Leinwand. Unterstützt dabei wurden wir dabei neben Domenico auch von Julian, der in Bautzen zur Schule geht und gerade dabei ist, eine lokale Grüne Jugend Basisgruppe zu gründen. Zwei weitere MitstreiterInnen hat er schon, an unserem Stand kamen noch mehrer weitere InteressentInnen dazu.
Um fünfzehn Uhr wollte die NPD auf dem Markt ihre Sachsen-Tour fortsetzen, angekündigt wurden sie durch das Auftauchen einer Gruppe von 30 Nasen in der FußgängerInnenzone, von denen einer gleich begann, fleißig unseren Stand zu fotografieren. Gleichzeitig bildete sich um uns herum eine Gruppe von NazigegnerInnen, bestehend aus weiteren Grünen, Linken, GewerkschafterInnen und extrem heiß aussehenden Antifas. Bald darauf kam auch schon das bekannte „Flagschiff D“ mit Holger Apfel drin angerollt, die schon versammelten Nasen folgten ihm auf dem Marktplatz. Auch die Anti-Gruppe begann auf dem Platz vorzurücken und so standen wir uns plötzlich Aug in Aug mit dem schlecht gekleideten, aber meist muskelbepackten Feind (und ein paar Feindinnen) gegenüber.
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Die Szene erinnerte ein wenig Herr der Ringe, vor der Schlacht. Schlimmeres verhinderten die Herren von der Bautzner Polizei, die sich zwischen den Lagern aufstellten. Die NPD begann danach mit Abspielen ihrer Lieblingssongs- und Parolen vom Band, irgendwann kam auch Holger wieder zu Wort und verbreitete seinen Quark. Nebenan im Lager der Guten, welches das Gegenüber in der Zahl deutlich übertraf, stieg die Stimmung und Lautstärke derweil dank zahlreich mitgebrachte Trillerpfeifen und Trommeln. Irgendwann hatten die Braunen keine Lust mehr, zogen ab – verfolgt von einigen immer noch tanz- und trommelwütigen AntifaschistInnen – und die BautznerInnen hatten ihren Markplatz wieder für sich.
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Wir machten daraufhin mit unserem Stadtführer Christoph noch eine Tour durch die wirklich seeeehr sehenswerte Altstadt. Am besten gefiel uns der Osterweg genannte Knutschtreff.

Bautzen war nach allgemeinem Konsens der TourteilnehmerInnen der bisherige Höhepunkt der Tour, das Engagement der Leute vor Ort hat uns beeindruckt. Wir wünschen der im Entstehen begriffenen Grüne Jugend Basisgruppe für die Zukunft alles Gute und können allen Auswärtigen nur empfehlen, mal ihren (Liebes-)Urlaub hier zu verbringen.

Torgau, Stadt an der Elbe, bekannt v.a. durch den 25.April 1945. An diesem Tag trafen sich hier im 2.Weltkrieg erstmals us-amerikanische und sowjetische Truppen auf deutschem Boden. Um an dieses bedeutende Ereignis zu erinnern besuchten wir, nachdem wir nach Anreise aus Dresden angekommen waren, erst mal die Gedenktafel an der ehemaligen Elbbrücke und fotografierten uns bei starkem Wind, der unseren Frisuren aber nur wenig anhaben konnte, an historischer Stätte.
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Danach gings weiter zum Beruflichen Schulzentrum Torgau, wo wir uns mit Tom und Barbara von den lokalen nordsächsischen Grünen trafen. Zunächst ließ sich kaum eine/ein SchülerIn blicken, dann war aber Pause und zu unserem Glück bestand auf dem Pausenhof absolutes Rauchverbot, was die Jugendlichen vor die Schultore, und damit auf für Parteienwerbung erreichbares Gebiet – also zu uns, trieb. Kulis, Feuerzeuge und Tütchen mit Nutzhanf kamen gut an, Tom wurde auf seinen Wahlflyern (er ist junger, grüner Direktkandidat im Wahlkreis Torgau-Oschatz) durchgehend als attraktiv bis sehr attraktiv eingeordnet. Nicht auf alle Forderungen der SchülerInnen (z.B. „Hitzefrei“) konnten wir eingehen, trotzdem war die Resonanz seitens der jungen TorgauerInnen bei fast allen positiv. Während wir auf die zweite Pause warteten beflyerte ein Teil von uns noch ein örtliches Einkaufszentrum, nachdem wir die nächste Runde SchülerInnen mit Infos und Give-aways versorgt hatten machten wir uns auf nach Leipzig, unserer zweiten Station an diesem Tag.
Wir nahmen Tom, der in die selbe Richtung musste noch ein Stück mit, in der Messestadt angekommen relaxten wir erst mal in Ferdis WG im Ökoviertel Schleußig und gingen dann einkaufen. Wir stellten fest, dass banale Sachen wie Nudeln mit Tomatensauce auf Tour doppelt so gut schmecken wie im normalen Leben, mensch freut sich einfach über jedes warme Essen. Nachdem wir uns ausreichend erholt hatten, bestückten wir unsere mitgebrachten Bauchläden mit Flyern, Wahlkampfzeitungen und allerlei anderem Grünen Schnickschnack und begaben uns in den nahegelegenem Clara-Zetkin-Park. Dieser war bei guten Wetter mit noch am frühen abend um die 25 Grad ordentlich mit jungen Menschen gefüllt und unserer Material wurde gerne angenommen. Zweimal bekamen wir auch das Angebot, was mitzukiffen, aber wir mussten ja noch fahren. Das taten wir dann auch, und zwar zurück nach Dresden in Maikes WG, die uns wie den Tagen zuvor wieder herzlich aufnahm.
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