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Die schwarz-gelbe Bundesregierung streitet sich seit ihrem Regierungsbeginn über alle möglichen Politikfelder und Koalitionsvereinbarungen. Nur auf einem Gebiet scheint ein fester Konsens zu bestehen : im Kampf gegen den Extremismus. Allen voran Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (ehemals Köhler) hat es sich scheinbar zur Lebensaufgabe gemacht alle Organisationen und Akteure zu bekämpfen, die links oder rechts von ihr stehen.
In Sachsen zeigt sich jetzt, wie der Kampf gegen den “Extremismus” denn aussehen soll. Dort hat die CDU in Limbach-Oberfrohna ein Bürgerbündnis für “Demokratie und gegen Extremismus” gegründet – und die rechte NPD direkt mit ins Boot geholt. Der NPD-Stadtrat Thorsten Schneider soll an der Ausarbeitung der konkreten Ziele des Bündnisses beteiligt werden.
Der Marschweg der Union ist klar: mit Programmen gegen “Extremismus” soll vor allem die Arbeit antifaschistischer und anderer linksradikaler Gruppierungen verboten oder behindert werden. Kein Wunder, dass Ministerin Schröder alle Projekte gegen Rechts durch den Verfassungsschutz durchleuchten lassen will. Es könnten sich ja “böse” Linke hinter diesen Projekten verbergen.
Die Gleichsetzung von “links” und “rechts” relativiert die bundesdeutsche Realität. Über 170 Menschen wurden durch Nazi-Gewalt seit 1990 getötet. Viele Menschen müssen täglich Angst durch Nazis angegriffen zu werden. Eine derartige Bedrohungslage ist von “links” nicht auszumachen. Zudem liegt bereits in dem Konstrukt des Extremismus ein Fehler vor. Kristina Schröder und Co. verorten sich gerne als PolitikerInnen der demokratischen Mitte. Nur hat die Mitte selbst bestimmt was die Mitte ist. Mit einer rechten Hardlinerin wie Kristina Schröder im Bundeskabinett müssen demnächst wohl auch harmlose Bürgerbündnisse von Onkel Werner und Tante Frieda aufgehalten werden.
Der Wahlkampf in Thüringen hat jetzt das unterste Niveau erreicht. Die NPD Thüringen hatte ja bereits in den letzten Wochen gegen den Schwarzen CDUler Zeca Schall gehetzt und diesen als “CDU-Quotenneger” diffamiert. Aber jetzt hat die NPD sogar, eine Woche vor der Landtagswahl, ein Plakat mit Zeca Schall herausgegeben. Dieses ist der JU-Kampagne gegen Bodo Ramelow angelehnt. Es zeigt auf der linken Seite eine Thüringer Bratwurst mit dem Spruch “Echter Thüringer” und auf der rechten Seite ein Foto von Schall, mit dem Spruch “Falscher Thüringer”. Aber seht selbst:


(Foto: dpa; Auf dem Bild: SpitzenpolitikerInnen rechtsextremer Parteien aus ganz Europa, u.a. Dewinter aus Belgien und Strache aus Österreich)
Am 07. Juni sind Europawahlen. Im Zeichen der Wirtschafts- und Finanzkrise bereiten sich gerade überall in Europa rechtsextreme Parteien auf ihren Sprung bzw. Wiedereinzug ins Parlament vor. Ihr Ziel: eine europaweite Dachpartei für Rechtextreme und Nationalisten zu gründen. Ein Bericht von Maximilian Pichl
„Modernism is the essential strategy of the parasite“. († William Pierce, Gründer der rechtsextremen National Alliance )
Im September 2008 lud die Bürgerbewegung „pro Köln“ zu ihrem Anti-Islamisierungskongress ein. Die Veranstaltung wurde dank vieler GegendemonstrantInnen zu einem Fiasko für „pro Köln“ und wurde in den Medien größtenteils belächelt. Aber der eigentliche Erfolg der antifaschistischen Demonstrationen an diesem Tag verschleiert den strategischen Erfolg der Rechtsnationalisten. Denn auf dem Kongress waren nicht nur lokale RednerInnen eingeladen, fast die gesamte europäische Prominenz der Rechten hatte sich angekündigt. Markus Beisicht, der Vorsitzende von „pro Köln“, sprach von der „Schaffung einer gemeinsamen europäischen Rechtspartei“. Europa und rechter Nationalismus? Das scheint auf den ersten Blick nicht zusammen zu passen. Dabei sind von den 732 EU-Abgeordneten knapp 100 Mitglieder von rechts-nationalistischen Parteien. Die Rechte formiert sich in Europa- und plant eine Renationalisierung der europäischen Idee.










