Artikel-Schlagworte: „Israel“
Ich erhebe mit diesem und den folgenden Texten keinen Anspruch auf Objektivität. Alles was ich schreibe, ist durch meine Prägung gefiltert.
Es ist 5.18Uhr am 19. März 2011
Hanna, Gwenda, Ozan, Fritz und ich sitzen in der S13 vom Kölner Hauptbahnhof in Richtung Flughafen Köln/Bonn.
In zwei Stunden werden wir in Richtung Israel abheben. In ein Land in dem seit Jahrzehnten alle möglichen Abstufungen zwischen latentem Hass und quasi Krieg herrschten. In ein Land in dem der Ministerpräsident eines konservativen Regierungskabinett in der letzten Woche wieder einmal 500 neue Häuser im besetzten Gebiet des Westjordanland genehmigt hat. In ein Land indem dies kurze Zeit später durch einen Familienmord an einer israelische durch Palästinenser als weiteren Schritt im Teufelskreis der Gewalt beantwortet wurde (1).
Und trotzdem werden wir in ein Land fliegen, indem die Gastfreundschaft groß geschrieben wird und es immer mehr Friedensinitiativen gestartet werden.
Ich bin gespannt auf was wir stoßen werden und versuche meine Erwartungen möglichst gering zu halten, obwohl ich merke, dass das nicht so ganz funktioniert…
1: (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,750935,00.html)
Ein Debattenbeitrag zur Grünen Nahostkonferenz am 28. Februar 2010 in Berlin von Christoph Müller, Jan Philipp Albrecht und Sven-Christian Kindler.

Foto by Jan Philipp Albrecht, cc-by-nc-2.0
Als junge Grüne verstehen wir uns als UnterstützerInnen sowohl des Staates Israels als auch des Rechts der palästinensischen Bevölkerung auf einen eigenen palästinensischen Staat. Unsere Nahost-Politik steht im Zeichen unseres allgemeinen politischen Einsatzes für Menschenrechte und Selbstbestimmung sowie gegen Antisemitismus und Rassismus. Wir stehen nicht an der Seite eines Volkes, einer Religion oder einer Konfliktpartei, sondern an der Seite all jener, die für diese Ziele gleichermaßen kämpfen. Dabei können und wollen wir unsere besondere Verantwortung und Motivation für eine Lösung dieses Konflikts auf Grund der deutschen und europäischen Geschichte nicht leugnen. Für uns ist das Existenzrecht Israels nicht verhandelbar. Wir ergreifen nicht einseitig Partei, sondern arbeiten mit israelischen und palästinensischen Kräften und Organisationen zusammen, die sich für eine friedliche Lösung einsetzen. Es gibt nicht den Konflikt – es gibt viele Konflikte und viele unterschiedliche Perspektiven. Aus unserer Perspektive dürfen das Selbstbestimmungsrecht der PalästinenserInnen und das Existenzrecht Israels nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beides kann nur zusammen verwirklicht werden. Der Weg dahin und die Probleme, die wir auf diesem Weg sehen, wollen wir auf den folgenden Seiten beschreiben. Hierbei kann es sich nicht um eine umfassende Analyse des Nahost-Konflikts in all seinen Facetten handeln. Wir wollen stattdessen die aus unserer Sicht zentralen Punkte beleuchten und vor allem Wege und Zeitfenster zur Lösung aufzeigen
Diesen Beitrag weiterlesen »
Die letzten Stunden der Israel Reise!
In etwa vier Stunden geht der Flieger zurück nach Deutschland. Wir sind gerade am Flughafen angekommen und hoffen, dass wir hier ohne längere Kontrollen durch kommen…
Den letzten Abend haben wir am Strand verbracht. Ein letztes Mal den Sonnenuntergang ansehen, ein letztes Mal das Meer angucken, ein letztes Mal den Mond sehen, der uns anlächelt, ein letztes Mal die ganze Gruppe zusammen…noch immer unreal, dass wir schon in neun Stunden wieder in Deutschland sind, dass schon morgen die Welt jenseits von Israel auch für uns wieder Realität sein wird und wir real an ihr teilhaben, nicht nur via Twitter, Blog oder Facebook. Vielleicht etwas ermotional der Einstieg in den Blogartikel, aber es ist auch wirklich schwer hier nicht emotional involviert zu sein…
Was nehmen wir mit? Treffend ist wohl die Aussage, dass wir unsere pazifistische Naivität hier lassen werden. Zu komplex ist Israel, zu Komplex ist Palästina, zu komplex ist der Konflikt, das Land, die Religionen, die Kulturen, die Menschen, wir selbst womöglich. Wir haben soviel gesehen, soviel erfahren, soviel gehört, soviel erlebt…was wird hängen bleiben? Gerade ist es noch zu nah, noch viel zu viel, viele schöne, viele krasse Erinnerungen werden uns bleiben und uns begleiten. Die krasse Militarisierung des Landes und die überall präsenten Waffen und im Kontrast die Soldatinnen heute abend am Strand, die so gar nicht nach Krieg ausschauten. Die Gastfreundschaft auf der einen Seite und die Radikalität im Bezug auf den Konflikt auf der anderen Seite. Die wahnsinninge Landschaft, das Tote Meer, im Gegensarz zu der großen Wasserproblematik in Israel…und soviel mehr.
Euer Blog-Team
PS: Es ist 23.45 Ortszeit, wir sind durch die Kontrollen und warten nur noch auf zwei Leute. Immerhin in zwei Stunden alles hinter uns gebracht. Die Stimmung ist grad schwer zu greifen. Der Flughafen ist ebenso wie Tel Aviv und Israel noch mal eine eigene Welt und soweit weg von Deutschland…

