Artikel-Schlagworte: „Finanzkrise“
Wirtschaftskrise, Klimakrise, Hungerkrise – die globalen Herausforderungen sind enorm und die Erkenntnis wächst, dass die neoliberale kapitalistische Globalisierung nicht die Antwort auf diese Krisen sein kann. Wie aber sieht unsere Idee von “Grüner Ökonomie” aus? Weist uns diese “Grüne Ökonomie” einen Ausweg aus Verarmung und Umweltzerstörung? Diese und andere Fragen standen im Zentrum des Workshops vom Fachforum Wirtschaft & Soziales.
Zunächst machte Sven-Christian Kindler, Bundestagskandidat und Sprecher der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, in seinem Inputreferat deutlich, mit welchen Ansätzen der “Green New Deal” den drei Krisen begegnet: massive öffentliche Investitionen in Umwelt, Bildung und Soziales. Darüber hinaus warf Sven die Frage auf, ob wir nicht grundsätzlich die These von der Notwendigkeit des ständigen Wirtschaftswachstums in Frage stellen sollten und lieber “besser leben”, statt “mehr konsumieren” sollten. Wolfgang Kessler, Chefredakteur des “Publik-Forum” und ehemaliger Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds, skizzierte kurz und knapp aber sehr anschaulich die Entwicklung der Globalisierung seit Beginn der 1990er Jahre und verdeutlichte dabei, wie es zu den aktuellen Krisen kommen konnte.
Im Anschluss an die Inputreferate blieben rund 45 Minuten Zeit für Diskussionen in Kleingruppen. Wenig Zeit, um Lösungskonzepte für ausgereifte Konzepte zu entwickeln, aber genug Zeit, um Fragen aufzuwerfen. Reichen politische Korrekturen im bestehenden System aus oder braucht es einen radikalen Wandel? Müssen wir uns von der Idee des ständigen Wachstums verabschieden oder kann es grünes Wachstum geben? Müssen wir Banken retten oder sollten wir diese Geld lieber sinnvoller investieren?

(Illustration von: Dorothèe Zombronner)
Don’t fight the players – fight the game! Demonstrieren gegen die
Krisen!
Wir erleben derzeit die schlimmste Finanzkrise seit 1929.
Die Folgen verschieben die politischen Ideologien von einst: die größten
Verfechter der Marktwirtschaft schreien nach Enteignungen, der Staat
rettet mit riesigen Finanzpaketen die ruinösen Banken – und die
Investitionen in Bildung, Entwicklung und Klimaschutz fallen der Rettung
des Marktes zum Opfer. Aber eigentlich bleibt doch wieder alles gleich:
die Gewinne werden privatisiert, die Schulden verstaatlicht. Die GRÜNE
JUGEND ist Teil der jungen Generation und sieht in den derzeitigen
politischen Antworten kurzsichtige Angsthandlungen der politischen
Akteure, von nachhaltiger Politik ist nichts zu sehen. Deshalb rufen wir
am 28. März zu den zentralen Demonstrationen in Frankfurt und Berlin
auf.
Die Krise zeigt eines ganz deutlich: das Modell des Neoliberalismus ist
gescheitert. Jahrzehnte lang wollte man uns glauben machen, dass die
unsichtbare Hand des Marktes schon alles richten werde. Uns wurde der
gesellschaftliche Wohlstand versprochen, wenn der Staat sich nur
gepflegt aus der Wirtschaft raushalten würde. Das Resultat sehen wir.
Aber verantwortlich für die Krise sind nicht einzelne Akteure aus der
Wirtschaft. Wir machen nicht mit bei den einseitigen Schuldzuschiebungen
und der verkürzten Debatte in den Medien über „raffgiere Manager“ und
„geldgeile Zocker“. Die liberale Marktwirtschaft hat versagt und die
Marktwirtschaft ist ein gesamtgesellschaftliches System. Wir müssen das
System solidarisch gestalten und endlich eine nachhaltige und am
Menschen orientierte Politik vorantreiben. Die alten Antworten bringen
uns nicht weiter!
Wenn wir auf der Straße stehen, dann tagt parallel der Welt-Finanzgipfel
der G20. Von diesem Treffen erhoffen wir uns keine Rettung. Immer wieder
haben die Industriemächte gezeigt, dass sie lieber ihren
nationalstaatlichen Egoismus gegenseitig ausspielen wollen, anstatt
globale Lösungen zu suchen. Überlasst denen, die die Krise
mitverantworten nicht das politische Feld. Wir wollen am 28. März auch
zeigen: wir sind viele, wir sind laut! Und wir haben auf eure Politik
keine Lust mehr!
Lasst uns mit den internationalen Demonstrationen die Protestwelle von
Heiligendamm wieder aufnehmen und ein starkes Gegengewicht zu der
neoliberalen Politik sein. Wir brauchen effektiven Klimaschutz, eine
solidarische Entwicklungspolitik, Investitionen in die
Zukunftstechnologien und gut ausgestattete, demokratische Schulen um der
Krise zu begegnen. Es soll nicht vergessen werden, dass es neben der
Finanzkrise auch weiterhin eine Hungerkrise, Armutskrise und Klimakrise
gibt. Aber: das alles ist Politik! Und das alles können wir verändern!
Bestimmt nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber
unsere Ideen sterben nicht aus. Fight the Game!
Treffpunkte der Demonstrationen:
Frankfurt am Main
Termin: 28. März 2009
Beginn: 12 Uhr, Hauptbahnhof & Bockenheimer Warte
Abschlusskundgebung: 15 Uhr, Römerberg
Berlin
Termin: 28. März 2009
Beginn: 12 Uhr, Rotes Rathaus
Abschlusskundgebung: 15 Uhr, Gendarmenmarkt
Mehr Infos: www.28maerz.de
