Archiv für April 2009
Ein Beitrag vom 1. BuKo-Slam.
Der Wums!
Wer Unter Menschen Seine
Wahre, Unverstellte Meinung Sagt
Wird Unumstößlich Mehrmals Sehen
Wie Umstände Mittelmaß Säen
Wider Unseren Mächtigen Slogan
Werden Umsonst MännerInnen Streiten
“Wehe Uns”, Meinte Selbst
Weise Urgesteine Mit Säuerlichkeiten
W U M S
Wirtschaftskrise, Klimakrise, Hungerkrise – die globalen Herausforderungen sind enorm und die Erkenntnis wächst, dass die neoliberale kapitalistische Globalisierung nicht die Antwort auf diese Krisen sein kann. Wie aber sieht unsere Idee von “Grüner Ökonomie” aus? Weist uns diese “Grüne Ökonomie” einen Ausweg aus Verarmung und Umweltzerstörung? Diese und andere Fragen standen im Zentrum des Workshops vom Fachforum Wirtschaft & Soziales.
Zunächst machte Sven-Christian Kindler, Bundestagskandidat und Sprecher der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen, in seinem Inputreferat deutlich, mit welchen Ansätzen der “Green New Deal” den drei Krisen begegnet: massive öffentliche Investitionen in Umwelt, Bildung und Soziales. Darüber hinaus warf Sven die Frage auf, ob wir nicht grundsätzlich die These von der Notwendigkeit des ständigen Wirtschaftswachstums in Frage stellen sollten und lieber “besser leben”, statt “mehr konsumieren” sollten. Wolfgang Kessler, Chefredakteur des “Publik-Forum” und ehemaliger Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds, skizzierte kurz und knapp aber sehr anschaulich die Entwicklung der Globalisierung seit Beginn der 1990er Jahre und verdeutlichte dabei, wie es zu den aktuellen Krisen kommen konnte.
Im Anschluss an die Inputreferate blieben rund 45 Minuten Zeit für Diskussionen in Kleingruppen. Wenig Zeit, um Lösungskonzepte für ausgereifte Konzepte zu entwickeln, aber genug Zeit, um Fragen aufzuwerfen. Reichen politische Korrekturen im bestehenden System aus oder braucht es einen radikalen Wandel? Müssen wir uns von der Idee des ständigen Wachstums verabschieden oder kann es grünes Wachstum geben? Müssen wir Banken retten oder sollten wir diese Geld lieber sinnvoller investieren?
Der 2. Bundeskongress in BaWü beginnt mit den organisatorischen Dingen und der Bestätigung der Zählkommission und des Präsidiums.
Soeben werden der vegane Koch vorgestellt und die Essensbesonderheiten erläutert.
Der #BuKo ’09 ist damit offiziell eröffnet und wird ab heute Abend auch fleißig über Twitter nach außen getragen.
Anfang April ist eine (leider kleine) Gruppe Aktivist*innen der Grünen Jugend nach Straßburg gereist. Ziel war, dort friedlich an den Demonstrationen und Blockaden gegen den NATO-Gipfel teilzunehmen. Doch leider war friedlicher Protest nicht möglich. Als wir beim Demo-Versammlungspunkt ankamen, waren neben vielen friedlichen Menschen auch jede Menge Autonome. Eine Gruppe von Autonomen hatte bereits mehrere Gebäude zerstört. Unter anderem hatten sie die ehemalige Zollstation und ein Hotel, in dem sich noch Menschen befanden, in Brand gesetzt. Die Polizei schritt aber nicht gegen die Randalierer*innen ein, sie hatte offenbar den auf einer Insel liegenden Stadtteil aufgegeben. Da stellt sich eine zynische Frage: ist die Polizei deswegen nicht eingeschritten, weil es sich um den ärmsten Stadtteil von Straßburg handelt?
In dem ganzen Chaos formierte sich dann doch noch der geplante Demonstrationszug – nicht ohne dass die französische Polizei davor eine Tränengasgranate auf den Platz der Kundgebung geschossen hatte. Tausende Menschen zogen friedlich los, ein Meer von bunten, blauen, roten und nur sehr wenigen grünen Fahnen. Aber bereits nach ein bis zwei Kilometern wurde die Demonstration gestoppt. Die vorgesehene Demonstrationsroute sollte von der Insel über eine Brücke in die Straßburger Innenstadt in die Nähe des Tagungsortes der Regierungschef*innen führen. Aber die Polizei hatte die Brücke dichtgemacht, ganz nach Sarkozys Motto, er wolle keinen einzigen Demonstranten zu Gesicht bekommen. Neben vielen Polizeitransportern standen dort auch etwa zehn Wasserwerfer (davon alle bis auf einer aus Deutschland!). Nach einer Verhandlungspause durfte der Demozug zwar nicht über die Brücke, dafür aber weiter auf der Insel demonstrieren – also fernab von allem Geschehen. So zogen wir also weiter, wieder zurück ins Zentrum der Insel. Aber bereits nach einem Kilometer war schon wieder Schluss: Der Demozug hätte einen Bahndamm eine Unterführung durchqueren müssen, aber am Bahndamm stand die Polizei. Wieder gab es eine Verhandlungspause. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Demo absolut friedlich. Bunte Fahnen wurden geschwenkt, viele Menschen trugen phantasievolle Kostüme. Doch jetzt war die Stimmung am Kippen: während der Pause drängten immer mehr schwarz vermummte Menschen nach vorne. Dann kam von den Organisator*innen, die sich wirklich um jegliche erdenkbare Deeskalationsstrategie bemühten, die Durchsage, dass sich die Polizei ein gutes Stück zurückziehen würde und wir in fünf Minuten weiterziehen dürften. In diesem Moment stürmte Teile des Schwarzen Blocks den Bahndamm und die Polizei antwortete sofort mit Tränengas. Bisher hatten wir uns ganz am Anfang des Demozuges gehalten, nun zog sich unsere kleine GJ-Gruppe (zu dem Zeitpunkt waren wir nur noch zu viert) in die Mitte des Zuges zurück. Aber auch von hinten waren Tränengaswolken zu sehen, die Polizei hatte die Demo gespalten und war gerade dabei, die Demonstration von hinten einzukesseln. Gleichzeitig plünderten die Vermummten ein Lagerhaus und errichteten aus dort gefundenen Paletten eine mehrere Meter hohe Barrikade. Es war klar, dass die Frage nicht mehr war ob, die Situation eskalieren würde, sondern nur noch wann. Daher haben wir uns entschlossen, durch die gerade noch verbliebene Lücke in der Blockade die Demonstration zu verlassen. Eine demütigende Situation: anstatt frei unsere Meinung zu äußern, mussten wir dankbar sein, dass die Polizei uns noch vorbeiließ. Die eingekesselten Anti-Atom-Omis und Pax-Christi-Menschen hinter uns bekamen die volle Wucht des Tränengases ab. Die Strategie der französischen Polizei war aufgegangen: mit ihrer massiven Präsenz, ihrer mangelnden Kooperation, dem Blockieren der Demo-Route und dem ständigen Tränengaseinsatz hatten sie die Gewaltbereiten unter uns provoziert. Auch wenn das aggressive Verhalten und die Zerstörungswut mancher NATO-Gegner*innen unendschludbar bleibt: mit einer Deeskalationsstrategie, Anti-Konflikt-Teams und Kooperation im Vorfeld seitens der Verwaltung wäre es nie soweit gekommen. Die politische Verantwortung ist bei Sarkozy zu suchen: am Samstag, den 4. April hat er unsere Grundrechte außer Kraft gesetzt.
Für uns bleiben eine Menge unbeantworteter Fragen: Wie können Menschen gegen das Militär sein und sich dabei selbst so militant verhalten? Wie kann mensch ein Gebäude anzünden, in dem sich Menschen befinden? Und das ganze unter den Symbolen des Friedens??? Und was für ein Demokratieverständnis muss jemand haben, der die Meinung der Menschen, die er vertreten sollte, gezielt unterdrückt?
Im März 2009 fand der 11-tägige deutsch-israelische Jugendaustausch der GRÜNEN JUGEND Bundesverband statt. Aus Israel haben wir bereits hier, hier, hier und da berichtet. Nun gibt es – extra für den Buko noch in Druck gegeben – den iSPUNK #1! Download (PDF, 3,2 MB)
* Verboten: iSPUNK darf nicht wie Salzlakritz heißen.
Liebe Flüchtlinge und Papierlose, liebe für Flüchtlingsschutz und Kinderrechte Aktive, liebe Wählerinnen und Wähler, liebe Kinder, liebe Jugendliche,
Wir möchten euch dazu aufrufen, euch an der Online-Unterschriftenaktion für Flüchtlingsschutz und Kinderrechte zu beteiligen.
Online unterschreiben unter http://www.ipetitions.com/petition/STIMMEN09
Und weitersagen!
(Es entstehen keine Kosten, Datenschutzerklärung unter http://www.ipetitions.com/privacy.html !)
Die Unterschriftenaktion ist Teil der Kampagne “STIMMEN! für Flüchtlingsschutz und Kinderrechte“, die im Vorfeld von Europa- und Bundestagwahl 2009 stattfindet: http://www.stimmen09.de
Wir fordern alle KandidatInnen dazu auf, die “Koalitionsaussage für Flüchtlingsschutz und Kinderrechte“ zu unterschreiben und entsprechende Politik umzusetzen. Die Unterschriftenaktion soll zeigen, dass hinter den Forderungen eine Vielzahl von Menschen und darunter auch Wählerinnen und Wählern steht.
Das Sterben an de EU-Außengrenzen muss ein Ende haben, Flüchtlingen muss die gefahrlose Einreise in die EU ermöglicht werden und sie müssen in dem Land ihrer Wahl einen Antrag auf Asyl stellen können. Die Lebensbedingungen von Flüchtlingen und Papierlosen müssen auch und vor allem in der BRD dringend und umfassend verbessert werden. Auch ihnen steht ein selbstbestimmes Leben in Würde zu, nicht Duldung, Lagerunterbringung, Arbeitsverbote und Residenzpflicht. Die Vorbehaltserklärung der BRD im Bezug auf die UN-Kinderrechtskonvention muss aufgehoben werden, sodass Kinderrechte in Deutschland nicht mehr nur für deutsche, sondern für alle Kinder gelten.
Beteiligt euch zahlreich!
Eine Aktion vom Aktionsbündnis Hier Geblieben!
Jugendliche ohne Grenzen
GEW
Flüchtlingsrat Berlin
PRO ASYL
GRIPS Theater
Und vielen unterstützenden Gruppen
als Teil des Kampagnenbündnisses STIMMEN! für Flüchtlingsschutz und Kinderrechte
http://www.stimmen09.de
Antworten an: info@stimmen09.de

