Archiv für März 2009
Verwunderlich, aber wahr: Das europäische Parlament ist vollgepackt mit Grünen aus ganz Europa. Auf einmal sitze ich hier auf den Abgeordnetensitzen, auf die ich sonst nur von der Besuchertribüne herabschaute.
Die Transformation des Europäischen Parlaments in einen Grünen Kongresssaal illustriert in amüsanter Weise das EGP-Kampagnen-Motto: „Think big, vote green!“. Im Moment gibt’s hier die „fette“ Show, auf die dann die grünen Wählerstimmen folgen sollen.
Großer grüner Vorhang, die Symbole aller Mitgliedsparteien an den Wänden, Light-Show, emotionale Hintergrundmusik und bewegende Videos: Eine ungewöhnliche Atmosphäre in einem Raum, in dem es manchmal auch manch obskure Szene gibt, der aber wohl bis jetzt noch nicht solch ein Politik-Schauspiel erlebt hat.
Bei der Präsentation der Spitzenkandidat/innen der jeweiligen Parteien wird noch einmal eins drauf gelegt. Ein paar Helfer/innen drehen auf der Bühne fleißig große Schilder hin und her, auf das abwechselnd die zwei Teile des Wahlslogans der EGP zu lesen sind: Think big, vote green. Parallel erklingt die Melodie von „We will rock you!“. Die Delegierten folgen nur zögerlich dem Aufruf nun im Takt den Slogan zu schmettern.
Die Obama-Masche lässt sich dann doch nicht auf alles übertragen. Und dennoch grassiert auch hier diese Sehnsucht nach einer begeisterten Masse, die die Parole der Kampagne mit Leidenschaft in die Welt hinausruft.
Es zeigt sich all zu gut, dass dieser Kongress vor allem ein eindrucksvolles Medienereignis sein will. Es sollen die nötigen Bilder für die erhoffte mediale Aufmerksamkeit geschaffen werden. Ob dies gelungen ist, wird sich zeigen. Laut Graham, Pressebeauftragter der EGP, waren bis jetzt ca. 60 Leute von verschiedenen Medieneinrichtungen da.
Dennoch ist in der deutschen Online-Presse bis jetzt noch nichts über den Kongress zu lesen. Ironischer Weise auf sz-online ausgerechnet ein Artikel über die mangelnde Wirtschaftskompetenz bei den Grünen.
Der Green New Deal ist schon eine ziemlich vielschichtige Idee, da er all die Ideen zu einem sozialen und ökologischen Umbau unserer Industriegesellschaft in sich versucht zusammenzufassen. Doch dass er wirtschaftliche Inkompetenz widerspiegelt, kann ich nicht bestätigen.
Haben uns ja ein paar Tage nicht gemeldet…nun ja. War einfach zu viel, was wir gemacht haben. Vielleicht schreiben wir unten noch ein paar kurze Stichpunkte…vielleicht ist es aber auch gleich schon wieder zu hektisch und das muss ausfallen.
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Die GRÜNE JUGEND gab zu der kürzlichen Äußerung des Papstes über Kondome zu Bekämpfung von AIDS folgende PM raus. Daraufhin schrieb Andreas Deutinger, Vorsitzender der Katholischen Landjugendbewegung in der Erzdiözese München und Freising einen offenen Brief. Dieser wurde von uns nun auch wieder beantwortet. Nun erwarten wir den nächsten Brief der aus der Erzdiözese. Im Münchner Merkur wurde der Brief der Katholischen Landjungendbewegung behandelt.
PM der GRÜNEN JUGEND:
„Der Papst ist irre!“
18.03.2009: Zu den Äußerungen von Papst Benedikt erklärt Kathrin Henneberger, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND:
„Die Äußerungen von Papst Benedikt, Kondome würden nicht gegen AIDS helfen, sind empörend und zeigen erneut: Der Papst lebt nicht in der realen Welt! Es ist unverantwortlich, wie er mit seiner falschen Propaganda das Leben von vielen Menschen aufs Spiel setzt. Allein im Jahr 2007 starben 2,1 Millionen Menschen an AIDS, drei Viertel davon in Afrika. Wir fordern den Papst auf, seine Äußerungen zurückzunehmen und sich mit seiner Ideologie des letzten Jahrhunderts aus der aktuellen Politik herauszuhalten.
Der Brief der Katholischen Landjugendbewegung:
Offener Brief zu „Der Papst ist irre!“ vom 18.03.2009
Sehr geehrte Frau Henneberger,
mit großer Aufmerksamkeit habe ich Ihren Beitrag „Der Papst ist irre!“ auf der Homepage der Grünen Jugend vom 18. März 2009 gelesen. Zu diesem Beitrag hätte ich jedoch noch ein paar Rückfragen. Könnten Sie mir beispielsweise bitte genauer erläutern, wie der Papst „mit seiner falschen Propaganda das Leben von vielen Menschen aufs Spiel setzt“?
Richtig ist, dass Papst Benedikt XVI. am Dienstag den 17. März, auf dem Flug von Rom nach Yaoundé eine Journalistenfrage zur AIDS-Problematik in Afrika beantwortet. Der Journalist führte aus, die Position der katholischen Kirche hierzu werde oft als unrealistisch und unwirksam betrachtet. Papst Benedikt XVI. antwortete darauf: „Ich würde das Gegenteil behaupten: Ich denke, dass die wirksamste und an der Front des Kampfes gegen AIDS präsenteste Wirklichkeit gerade die katholische Kirche ist, mit ihren Bewegungen, mit ihren unterschiedlichen Wirklichkeiten.“
Er erläutert auch den dahinter stehenden Gedanken: „den Menschen von innen her zu erneuern, geistliche und menschliche Kraft für ein rechtes Verhalten gegenüber dem eigenen Leib und dem des anderen zu geben, und diese Fähigkeit, mit dem Leidenden mit zu leiden, in den Situationen der Prüfung da zu sein.“
Der Papst spricht sich für eine „Humanisierung der Sexualität“ aus und meint damit eine menschliche und geistliche Erneuerung. Dies schließt ein zum verantwortungsbewussten Umgang mit der eigenen Sexualität zu erziehen.
Zweitens ist ihm eine menschliche und geistliche Begleitung der AIDS-Kranken wichtig. Das geht über rein medizinische Versorgung hinaus und fordert auch menschliche Nähe und Zuwendung durch Präsenz vor Ort zu vermitteln.
Drittens setzt die Kirche auf eine Intensivierung der Forschung und fordert, dass wirksame Formen der Behandlung auch möglichst vielen Erkrankten zugänglich sein müssen.
In diesem Zusammenhang erklärte Papst Benedikt XVI.: „Ich würde sagen, dass dieses Problem der AIDS-Krankheit nicht allein mit Werbeslogans gelöst werden kann. Wenn da keine Seele ist, wenn den Afrikanern nicht geholfen wird, kann das Übel nicht mit der Verteilung von Kondomen gelöst werden. Im Gegenteil, es besteht die Gefahr, das Problem zu vergrößern.“
Könnten Sie mir nun erklären, was genau Sie unverantwortlich und falsch an der Aussage des Papstes finden?
Leider vermisse ich in Ihrem Beitrag eine Aussage dazu, welches wirksame Konzept zur Bekämpfung von AIDS in Afrika denn die Grüne Jugend vorschlägt. Sie fordern den Papst auf, seine Äußerungen zurückzunehmen und sich mit seiner Ideologie des letzten Jahrhunderts aus der aktuellen Politik herauszuhalten. Daraus wäre zu schließen, dass Sie einen Widerspruch zwischen christlicher Ethik und aktueller Politik sehen. Hier stellt sich mir doch die Frage, wie Sie zu dieser Einsicht kommen.
Zudem ist anzuerkennen, dass hier der Papst hier nicht nur als Theologe spricht, sondern als Oberhaupt der katholischen Kirche – einer weltweiten, die nicht nur vielen Menschen in ihrer Seelsorge Halt und Orientierung gibt, sondern auch mit ihren Hilfswerken wie Misereor oder Verbänden wie der Caritas oder dem Kolpingwerk sich aktiv in sozialen karitativem Engagement hervortut.
Den Papst als „irre“ zu bezeichnen finde ich für jemanden, der sich nach eigener Aussage aktiv für mehr Toleranz und mehr soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft einsetzen möchte, etwas im Tonfall vergriffen.
Angesicht solch sachlich fundierter Beiträge in die öffentliche Debatte, bin ich fast geneigt, eher zu der Schlussfolgerung zu kommen: Wenn man nicht in der Lage ist ernstzunehmende Diskussionsbeiträge abzugeben und nicht über die intellektuellen Kompetenzen oder über die Muße verfügt, Äußerungen zu komplexen Zusammenhängen vollends zu erfassen, und dennoch meint dazu Stellung beziehen zu müssen, sollte man vielleicht selbst seine Äußerungen zurückzunehmen und sich aus der aktuellen Politik heraushalten.
Ich lasse mich doch gerne eines besseren belehren und warte gespannt auf einen sachlichen Beitrag der Grünen Jugend zur Diskussion.
Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Deutinger
Vorsitzender der Katholischen Landjugendbewegung in der Erzdiözese München und Freising
Und hier nun unsere Antwort:
Sehr geehrter Andreas Deutinger
Ich finde es sehr ernüchtern, dass sie die Äußerungen ihres Kirchenoberhauptes
nicht kritisch betrachten können.
Wie Sie bestimmt selber wissen hat der Papst eine hohe Verantwortung
in seiner Wortwahl, da viele Menschen an ihn und die Katholische
Kirche glauben und seinen Worten folgen.
„Ich würde sagen, dass dieses Problem der
AIDS-Krankheit nicht allein mit Werbeslogans gelöst werden kann. Wenn
da keine Seele ist, wenn den Afrikanern nicht geholfen wird, kann das
Übel nicht mit der Verteilung von Kondomen gelöst werden. Im
Gegenteil, es besteht die Gefahr, das Problem zu vergrößern.“
Mit diesen Worten reduziert der Papst zum einen die sehr wertvollen Aufklärungskampagnen
über AIDS zu bloßen Werbeslogans.
Zum zweiten geht aus seinem Zitat deutlich hervor, dass er der Meinung
ist, dass mit dem Verteilen von Kondomen die AIDS-Problematik
verschärft werden könnten. Diese Aussage ist höchst gefährlich, denn
sie untergräbt die Bildungskampagnen, welche dazu aufrufen, Kondome verantwortungsbewusst zu
benutzen. So gibt die Bundesregierung pro Jahr etwa 10 Millionen Euro für
die Bereitstellung von Kondomen in Ländern der Dritten Welt aus. Würde
sie dies tun, wenn Kondome das Problem der AIDS-Verbreitung verschlimmern würden?
Um AIDS zu bekämpfen brauchen wir keine Predigten über Treue und
Enthaltsamkeit. Wir brauchen Aufklärung und eine offene Diskussion
über Sexualität.
Mit freundlichen Grüßen,
Kathrin Henneberger
Juhuu, die Sonne scheint wieder und die Bewölkung, falls es eine gibt, kann ich von meinem Platz hier im Esszimmer nicht sehen. An sich hatten wir ja angenommen, dass es nicht mehr regnen würde in Jerusalem und Umgebung. Aber da hatten wir uns ein bisschen vertan. Jedenfalls waren wir gestern allesamt völlig durchnässt. Mehrmals. Nun ja, jetzt sind wir wieder da und trocken (außer meine Schuhe, trotz Heizung). Und by the way: Wir haben gestern auch noch unsere Fußbodenheizung schätzen gelerntJ
Gerade sind wir schon neun Leute im Esszimmer. Wir bereiten uns vor auf die Tour nach Yad Vashem, der Holocaust-Erinnerungsstätte. Ich glaub, wir hatten in den letzten Tagen schon soviel Input, dass ich noch gar nicht weiß, ob wir das alles aufnehmen können, was wir heute sehen werden… aber man wird sehen.
Oh, es sind schon elf Leute. Dann fehlen nur noch die, die eh nie frühstücken. Es könnte also sein, dass wir heute so wegkommen, wie wir vorhaben. Man muss hier immer ein bisschen anders kalkulieren. Es gibt halt keine Busfahrpläne und dann steht man eben eine kürzere oder längere Weile an der Haltestelle rum und wartet. Und manchmal stellt man fest, dass man an der falschen Haltestelle steht. Dann hat man vielleicht das Glück, dass jemand da ist, die oder den man fragen kann. Manchmal begleitet der/die RetterIn einen sogar zur richtigen Haltestelle.
Ich muss jetzt mal in der Küche ein bisschen helfen. Aber wir melden uns wieder, wenn Ruhe und Zeit ist. Gestern und Vorgestern war es einfach zu viel.
Bis dann, euer Blog-Team
PS: Jetzt sind es dreizehn beim Frühstück. Der Tisch wird schon abgeräumt, denn gleich geht es los.
Huuuunger. Ist ja auch schon spät: die letzte Mahlzeit gab es heute Mittag zwischen zwei Vorträgen. Ist also mal an der Zeit nicht mehr den Kopf, sondern mal den Bauch mit Input zu füllen. Ario steht auch schon in der Küche – kann also nicht mehr so lange dauern.
Derweil sind so knapp über fünzig Prozent von uns im Internet, am Computer oder anderweitig ans web2.0 angebunden. Immer diese Süchte… einige reden noch ohne diese technischen Hilfsmittel – face-to-face. Immerhin.
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