Archiv für August 2007

Da reist frau nichtsahnend in einen der abgelegensten Winkel der Welt: nach Georgien in den Kaukasus, in ein Dorf an der Grenze zu Russland an der alten georgischen Heerstrasse gelegen, von wilden boesen Bergen umgeben….und wen treffe ich in einem Haus unter einem riesigen Stalin-Portraet? Jemanden von der Gruenen Jugend Leipzig! Es ist wirklich manchmal unheimlich. Gruene Jugend is everywhere.

Die Konferenz in Istanbul geht heute Vormittag, nachdem wir gestern einen Tag Pause gemacht haben, um eine Insel anzuschauen, auf der es keine Autos gibt, mit vielen offiziellen Reden weiter. Und waehrend die verschiedenen Bezirksbuergermeister, eine Dekanin der Universitaet und sonstige Offizielle hier kurze Reden halten, in denen sie den Bogen vom Klimawandel bis zu den lokalen Verkehsproblemen in Istanbul, einer Stadt mit ueber 10.000.000 Einwohnern und fast 4.500.000 Autos, spannen und dabei nicht viel sagen, nutze ich die Gelegenheit, etwas ueber die Konferenz und die Organisationen, die hier vertreten sind, zu schreiben.

Organisiert hat die Konferenz die Tuerkische Gesellschaft fuer Verkehrssicherheit
zusammen mit der Fakultaet fuer Stadt- und Regionalplanung der Mimar Sinan Fine Arts University. Wir tagen in Raeumlichkeiten des Planungs- und Designzentrums der Stadt Istanbul, mitten in der Stadt im Viertel Beyoglu. Wir haben Security am Eingang und Simultanuebersetzung mit Funkkopfhoerern fuer die Reden der Buergermeister, die kein Englisch sprechen.

Die meisten der TeilnehmerInnen sind AktivistInnen, aber es sind auch WissenschaftlerInnen hier und Leute, die in Verwaltungs- und Planungsorganisationen arbeiten. Da sind zuerst mal die ueblichen Verdaechtigen: Greenpeace und Friends of the Earth (BUND und BN sind Teil der Friends of the Earth). Ich gebe euch jetzt keine Links dazu, die kennt ihr selber. Dazu kommen anarchistische Fahrradfahrer aus Brasilien und die Yugo Fahrrad Kampagne mit Sitz in Belgrad. Den Standpunkt der Fussgaenger bring Dr. Ole Thorson aus Daenemark ein, der Praesident der International Federation of Pedestrians, die die Weltfussgaengerkongresse organisiert. Dazu kommt ein Wissenschaftler aus Portugal, Mitglieder der Young Reseachers of Serbia und ein Angestellter des franzoesischen Ministeriums fuer Entwicklung und Umweltschutz. Ein Mitglied der Gruenen Partei der Vereinigten Staaten ist auch da.
Aus Deutschland sind neben uns noch Autofrei Wohnen vertreten und Green City, ein Verein, der in Muenchen die Blade Night und das Streetlife Festival organisiert.

Und das sind jetzt nur die Organisationen der Leute, mit denen ich mich in den letzten beiden Tagen besonders viel unterhalten habe. Insgesamt haben sich fast 200 Leute bei dieser Konferenz angemeldet.
Am ersten Tag haben wir Abends noch einen Videoabend gemacht, mit vielen interessanten und noch mehr lustigen Videos rund ums Thema Verkehr. Und weil sich das meiste davon auch auf Youtube findet, kann ich jetzt in meine Blogeintraege immer mal wieder etwas davon einbinden. Das folgende Video, das AktivistInnen von REBAR in San Francisco gemacht haben, stellt eine legale Aktion vor, mit der man fuer mehr oeffentlich nutzbaren Raum und mehr Gruen in der Stadt demonstrieren kann.

Heute Nachmittag lerne ich, wie man einen Fahrradanhaenger baut. Dann schreibe ich heute Abend noch etwas ueber Fahrraeder und die Insel, auf der wir gestern waren.

Mit dieser Frage konfrontierten Aktivisten der GRÜNEN JUGEND Nürnberg heute die PassantInnen Nürnbergs. Heute nacht um 5 Uhr kam es uns: Die Menschheit braucht mehr Offenheit und Herzlichkeit im gegenseitigen Umgang. Spontan standen daher in Anlehnung an die Free Hugs Campaign heute ab 13:30 Uhr 5 AktivistInnen der GRÜNEN JUGEND Nürnberg vor der Lorenzkirche zentral in der Innenstadt und hielten Schilder mit den Aufschriften “Kostenlose Umarmungen” und “Free Hugs” über sich. Wir wollten dabei den NürnbergerInnen – und natürlich auch allen anderen Leuten, die wir antrafen – ein Stück Herzlichkeit vermitteln und sie mit einer Umarmung ein bisschen glücklicher machen.

Schnell hatten sich auch die ersten PassantInnen gefunden, die um eine Umarmung froh waren und mit offenen Armen zu uns kamen. Die Reaktionen waren dabei von verschiedenster Natur: Einige PassantInnen wollten sich nur nach unseren Hintergedanken der Aktion erkundigen und gingen wieder, andere ließen sich danach umarmen – und wieder andere sprangen regelrecht schon aus 20 Metern Entfernung auf uns zu, um uns in die Arme zu fallen – durchaus sehr positive Erlebnisse, von grundauf offene Menschen zu treffen. Mit zu unseren Besuchern zählte aber auch eine Grundschulklasse, die sich erst 5 Minuten zankte, wer uns denn nun umarmen soll, bis sie wieder weiterzogen – ohne dass jemand uns umarmt hatte. Ein anderer kleiner Junge konnte aber, nachdem er sich zu einer ersten Umarmung überwunden hatte, garnichtmehr genug kriegen und umarmte uns insgesamt gut 10 Minuten.

Die Sprüche, die wir heute mitnehmen durften, sind auch unterschiedlichster Natur. So mutmaßten viele PassantInnen, wir hätten eine Wette verloren, andere dachten gar, wir würden aus der Pro7-Sendung “Das Modell und der Freak” stammen – von einem älteren Herrn wurden wir gar für eine Sekte gehalten.

Doch wiegen die positiven Zitate auch die negativen – über die wir eigentlich auch nur schmunzeln können – lange wieder auf: So bedankte sich eine Passantin mit den Worten, dass sie eine Umarmung seit langem malwieder nötig hatte und von einigen hörten wir sogar den Wunsch auf die öftere Durchführung der Aktion. Eine Besucherin aus Ingolstadt versprach uns auch, bei sich das gleiche auch machen zu wollen.

Solltet ihr das gleiche auch bei euch durchführen wollen, hier noch einige Tipps zur Durchführung:

  1. Tretet nicht als GRÜNE JUGEND oder sonstiger Verband auf, sondern tretet als unabhängige Gruppe von Menschen auf.
  2. Verteilt kein zusätzliches Material oder ähnliches. Konzentriert euch alleine auf die Umarmungen und erklärt den Menschen wenn dann nur, um was es geht.
  3. Tauscht keine Adressen oder ähnliches aus, wenn es nicht unbedingt sein muss. Einige Gruppen haben damit schon schlechte Erfahrungen gemacht.

Insgesamt dienen die Regeln einem Zweck: Die Aktion soll dem Zweck dienen, dass die Menschen zu euch kommen, aufgeschlossen sind und euch umarmen. Wollt ihr ihnen noch Infomaterial andrehen oder tretet ihr offiziell als GRÜNE JUGEND auf, ist viel eher Misstrauen da und ihr widersprecht dem eigentlichen Aktionsziel, Anderen zu vermitteln, dass es offene, aufgeschlossene Leute gibt, die sie ernstnehmen und wollen, dass sie glücklich sind.

In diesem Sinne: Vielleicht hören wir ja bald von euch und euren Aktionen in der Richtung und freuen uns auf Rückmeldungen, andere Erfahrungen und Berichte.

klo.jpg
So weit ist es also schon: Schäuble überwacht Bundesvorstand und Bundesgeschäftsstelle der GRÜNEN JUGEND beim Klogang! Nachdem der Verfassungsschutz eine Auskunft verweigerte, ließ die Geschäftsstelle des Innenministeriums nun verlauten, es gäbe keinen Grund zur Panik: Gespeichert würden lediglich Name, Alter und Arschbeharung des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin sowie Anfangs- und Endzeitpunkt des “Geschäfts” – sein Inhalt bliebe auch weiterhin völlig privat. Uns reichts:

Auf zur Großdemo gegen die Überwachungsgesetze “Freiheit statt Angst” am 22.9.2007 in Berlin!

autowechsel.jpgVorweg: auf dem Weg zur LMV und wieder zurück mussten wir mit großen Erstaunen feststellen, das die KfrK-Gruppe hier bereits ihr Unwesen treibt. Auch hier wird, wie in Köln die Bevölkerung tyrannisiert, indem ihre Kultur, ihr Statussymbol, ihre Existenzgrundlage auf übelste Weise geschändet, bzw. mit Stickerchen beklebt wird.

An der LMV, die sich mit „Konsum“ auseinander setzte nahmen über 70 GRÜNE JUGEND Menschen (Frauenanteil 44%) teil. Wir versammelten uns in Mönchengladbach, in der im Wald gelegenen Bio-Jugendherberge.

Samstag gab es neben einer tollen Party, Geisterwaldwanderungen und leckeren Grillgemüsespießchen auch verschiedene spannende Workshops zu Fair Trade und Ökolivestyl. 30 Leute hatten sogar das Glück mit dem Fahrrad einen Bio-Bauernhof zu besuchen. Der Bioland-Bauer zeigte uns seinen Hof und ließ sich kritisch über die Tierhaltung ausfragen.

Sonntags bekam die GRÜNE JUGEND NRW ein Frauenstatut. Eine tolle lebhafte Diskussion entbrannte bei einer Konsumverzichtsdebatte. Darf der Mensch nur so konsumieren, dass er dabei keinem anderen Menschen (und der Umwelt) schadet?

Sehr spannend wurde dann auch über den Afghanistanantrag diskutiert. Hier ein Ausschnitt aus dem mit großer Mehrheit abgestimmten Antrag, indem es darum ging, wie die Bundestagsfraktion sich unserer Meinung nach Verhalten sollte, wenn die Bundesregierung ISAF und Tornados als Doppelback zusammen abstimmen lässt:

„Daher empfehlen wir der Bundestagsfraktion, dem Antrag der Bundesregierung nicht zuzustimmen. Dieses Abstimmungsverhalten wäre kein Nein zum deutschen Engagement in Afghanistan und keine Absage an unsere Verantwortung für die Menschen vor Ort. Wir sehen aber keine andere Möglichkeit mehr, unsere dringende Sorge zum Ausdruck zu bringen, dass die Bundesregierung das nur noch knappe Zeitfenster für einen erfolgreichen Strategiewechsel offenbar ungenutzt verstreichen lassen will.“

Der ganze Antrag, sowie die anderen tollen Anträge gibt es (bald) auf www.gruene-jugend-nrw.de

Schöne Grüsse aus İstanbul!

Ich bin gerade auf der Konferenz des World Carfree Netwerk angekommen und habe als erstes das Mittagessen mitgenommenç Der erste Eındruck ist sehr gut. Ganz anders als ich erwartet hatte: Es sind kaum Leute hier, denen man ansieht, dass sie Freaks sind. Junge, meist weibliche Einheimische begrüssen mich an der Anmeldung, jedeR bekommt ein T-Shirt und eine Tasche mit Informationen. Es sind viele junge Leute hier, ein paar ganz alte. Die Veranstaltung ist barrierefrei und es sind auch Menschen mit Rollies da. Leute aus Europa, Asien und Nord- und Südamerika.

(Langsam schreibe ich mit der ungewohnten Tastatur etwas schneller.)

Um zwei geht’s weiter mit zwei Podiumsdiskussionen. Ich werde zu einer über Kultur im öffentlichen Raum gehen. Heute Abend gibt es eıne Stadtführung und morgen schauen wir uns eine Autofreie Insel an. Am Mittwoch und Donnerstag noch mehr Workshops, ect. Am Freıtag die MV des Netzwerkç Auf dem Programm steht unter anderem die Anerkennung der Grünen Jugend als Mitgliedsorganisation.

Ich berichte wieder, wenn ich mal wieder an einen Computer darf.