Archive for April, 2007

Apr
25

Sprüche für’s Transpi

Geschrieben von (Arndt) in Grüne Wiese am 25. April 2007

G8-Protest in Gleneagles
Demo gegen den G8-Gipfel in Gleneagles – Quelle: Grüne Jugend

Ich bin mir sicher: viele unserer Blog-LeserInnen werden am 2. Juni auch bei der Großdemo in Heiligendamm dabei sein. Dabei soll natürlich auch das ein oder andere Transparent oder Schild hochgehalten werden.

Auf dem Vorbereitungseminar in Lüneburg (20. bis 22. April) hat sich die illustre Runde der aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten TeilnehmerInnen in einer wilden Brainstorming-Runde deshalb auch flotte Sprüche für Transparante ausgedacht.

Hier sind sie:

  • Sind die Grünen nicht mehr an der Macht, sind sie wieder gegen die G8!* (*Ausnahmen bestätigen die Regel)
  • Heiligendamm fluten
  • Keine Macht der G8 (im Stil von “Keine Macht den Drogen”)
  • Macht kaputt, was euch kaputt macht
  • G8 + 5 ist auch keine Lösung
  • Kapitalismus ist uncool / auch keine Lösung
  • Hinter der G8 steht das Kapital, unser Widerstand ist international / antinational
  • Wir haben die Erde von unseren Kinder nur geborgt
  • Alle reden über’s Klima – wir auch.
  • Spaß?
  • leeres Schild (Sehr subversiv ;-), Anm. d. Verf.)
  • Hinter dem Zaun liegt der Strand
  • Hier könnte ihre Werbung stehen (Transpi)
  • Tag für Tag stirbt ein Stück Natur – G8 macht Kasse!
  • Kiffen statt G8!
  • Make love, not G8 (Transpi)
  • Kniet nieder ihr BäuerInnen, hier kommt die Elite.
  • Friede den DemonstrantInnen, krieg dem Gipfel.
  • G8 kills / schadet der Demokratie und den Menschen in ihrer Umgebung. (Stil, Warnhinweis auf Zigaretten) (für Plakat)
  • G8 – wir können alles außer Gerechtigkeit
  • G8 007 – Casino Capitalism
  • G8 – die Welt geht unter
  • Klimawandel in den Köpfen statt in der Natur!
  • Heiligendamm flutet sich selber
  • Der Zaun muss weg
  • Sinneswandel gegen Klimawandel! (Transpi)

Beim Seminar haben wir uns dafür entschieden “Sinneswandel gegen Klimawandel!”, “Hier könnte ihe Werbung stehen.” und “Make love, not G8″ auf Transpis zu schreiben.

Liebe TeilnehmerInnen, sollte ich einen Spruch vergessen haben, ergänzt ihn doch bitte in den Kommentaren. Weitere Vorschläge sind natürlich willkommen.

[Ergänzung, 25.05.2007 12:16 Uhr, d. Verf.]

Es tut mir leid. Gerade den großartigsten der Sprüche habe ich vergessen (Danke an Daniel für den Hinweis):

“Hinter dem Zaun liegt der Strand.”

und:

G8 =
geldgeil
gemein
grotesk
gierig
(un-)gerecht
grässlich
gesundheitsgefährdend
+ Russland

Apr
14

Atomenergie – brauchen wir nie!

Geschrieben von (Cybergreen) in Grüne Wiese am 14. April 2007

Alle Menschen reden vom Klimawandeln,
was die Welt wird wohl demnächst verschandeln,
jedoch gibt es da welche, die meinen Atom,
sei der Ausweg aus dem CO2-Emmissionsstrom
da ist vergessen Tschernobyl,
wer so denkt, hat da nicht gelernt viel,
gibt Zwischenfälle doch echt genug,
wer die verdrängt begeht Betrug,
die Strahlung ist echt gefährlich,
und das sagen nicht alle ehrlich,
die warten auf den SUPER-GAU,
und dann sagt auch kein Hund mehr WAU,
schon das Strahlenrisiko reicht zu Ablehnung,
doch das Thema bedarf anscheinend noch etwas Ausdehnung,
sonst wäre die Atomkraft schon dahin,
denn die macht aus folgenden Gründen auch keinen Sinn:
führt zu Zentralisierung von Energie,
Oligopole wollen wir nie,
kostet nen Haufen Geld und Investitionen,
die sich nachhaltig nie werden lohnen,
gar nicht zu sprechen von staatlichem Geld,
ohne das wird kein Atomkraftwerk bestellt,
dazu kommt noch das Wasser in den Flüssen,
was es wohl damit auf sich haben wird müssen?
Die AKWs brauchen zur Kühlung kaltes Wasser,
im Sommer wirds bloß manchmal nicht nasser,
wenn die Sonne so brüllend heiß’ lacht,
werden die AKWs demnächst im Sommer alle ausgemacht,
denn sonst sind alle Fische tot,
und dann gibts noch ne größere Not,
aber wenn die Sonne so richtig scheint,
und sich die Menschheit auf Photovoltaik vereint,
dann brauchen wir die AKWs nicht,
und trotzdem brennt an der Energiesparglühbirne Licht,
mit Windenergie, Geothermie und Biomasse,
wird der Energiemix einfach klasse,
und wer jetzt noch meint es braucht Atomenergie,
dem antworte brav: Ich glaube dir nie!

Autor: Stephan Clemens

Vielleicht mag es ja wer für nen Flyer oder seine/ihre/eure Homepage verwenden…Tschernobyl-Aktionen sind ja in Vorbereitung. Gebe hiermit meine Erlaubnis dazu!

Apr
13

Blut auf meiner Tastatur

Geschrieben von (Michael Kömm) in Grüne Wiese am 13. April 2007

Boah, ist das nicht krass, alles was man irgendwie verwendet ist einfach nur ausbeuterisch produziert worden. Jetzt legt uns der globalisierungskritische Think-Tank WEED sogar noch den Finger in unsere PC-Wunde und hat ein Projekt gestartet, das die sozialen und ökologischen Probleme der Computer-Branche behandelt.

Das Projekt heißt “PC Global” und das Ziel ist es, “die Arbeitsteilung in den globalen Wertschöpfungsketten im Bezug auf Arbeitsbedingungen, Ökologie und ökonomische Entwicklungsperspektiven zu kritisieren. In diesem Kontext sehen wir die Solidarisierung entlang der Wertschöpfungskette, ein bewusstes Konsumentenverhalten und zivilgesellschaftliche Kontrolle von Unternehmen als Anknüpfungspunkte für eine Veränderung der globalen PC-Produktion.” Dazu wird ein Dokumentarfilm gedreht, Arbeitspapiere geschrieben und eine CD für Hintergrund-/Zusatzmaterial produziert (die ist bestimmt auch unter scheiß ökolog. Bedingungen hergestellt worden). Es gibt auch einen Newsletter. Und Veranstaltungen: die nächste am 23.04.2007, 10.30-16.30 Uhr in der Jugendherberge Köln-Riehl; ein Werkstattgespräch.

Besonders bitter für uns junggrüne: unser heiß geliebte Firma Apple ist auch nicht besser.

Apr
12

Auf der Suche nach der Diskussion

Geschrieben von (Administrator) in Grüne Wiese am 12. April 2007

Eigentlich hätte es ein spannender grüner Landesparteirat werden können, am 5.11. in Essen. Über sozialen Wohnungsbau sollte diskutiert werden, über Haushalts- und Gesundheitspolitik. Aber irgendwie wollte niemand. Grüner Einheitsbrei? Ein Artikel aus der aktuellen Krass.

Was sich an diesem Sonntagnachmittag in Essen abspielte, kann man nun wahrlich nicht als Paradebeispiel lebhafter Debattenkultur bezeichnen. Geredet haben nur die üblichen Verdächtigen: Der Landesvorstand stellte den Antrag vor, danach meldete sich der oder die thematisch Verantwortliche aus der Landtagsfraktion zu Wort. Allerhöchstens noch ein oder zwei Redebeiträge aus der “Basis”, dann wurde abgestimmt und zwar einstimmig!

Kein einziger der sieben Anträge erhielt eine Gegenstimme. Die Grünen, so einig wie noch nie! Oder?

Es wäre voreilig, jetzt den Schluss zu ziehen, bei den Grünen gäbe es keine Diskussion mehr. Denn damit verfiele man genau in dieselben Klischees, die viele JournalistInnen in den letzten Jahren so gerne über die Grünen verbreiten. Natürlich sind die Grünen nicht mehr das, was sie in den 80er Jahren noch waren. In Fraktionssitzungen werden Abstimmungen nicht mehr durch Tränenausbrüche erreicht und auch der Bundesparteitag wird nicht mehr alle drei Monate veranstaltet. So wirklich will heute auch wohl niemand mehr dahin zurück.

Anträge, denen jedeR zustimmen kann – aber Interessantes steht nicht mehr drin

Die Grünen haben einen notwendigen Wandel vollzogen. Der ewige (öffentliche) Streit hat nicht nur die Arbeit behindert, sondern auch dem Bild der Grünen in der Öffentlichkeit geschadet. Daraus hat man gelernt. Zu eifrig vielleicht. Denn aus Angst vor öffentlichen Auseinandersetzungen, wird nun zu häufig versucht, jede Kontroverse im Vorfeld zu klären. Das Ergebnis sind Anträge, denen wirklich jedeR zustimmen kann – doch leider steht nichts Interessantes mehr drin. Das ist schade, denn das Bedürfnis nach Debatten, nach Kontroversen und Auseinandersetzungen besteht weiterhin – es findet nur viel seltener ein öffentliches Forum. Macht man sich die Mühe, einfach mal ein bisschen herum zu reisen in NRW, dann kann man die Diskussionen durchaus noch finden:

In den Orts- und Kreisverbänden, in den Landesarbeitsgemeinschaften und auch innerhalb einzelner Gremien. Diese Debatten, das muss gerade die Führungsebene lernen, müssen auch auf größerer Bühne wieder zugelassen werden. Vielleicht braucht sie dazu ein bisschen mehr Mut. Denn nicht jede verlorene Abstimmung über einen Antrag ist eine persönliche Niederlage für den Antragsteller. Und nicht jede inhaltliche Debatte ein Barometer über den parteiinternen Einfluss einer Person.

Im Gegenteil: Kontroverse Debatten tragen dazu bei, dass die Grünen sich programmatisch weiterentwickeln und neue Positionen für die Zukunft finden. Es sind gerade diese Debatten, die Bündnis 90/ Die Grünen zu dem machen, was sie sind: Eine Partei, die spannender, innovativer und zukunftsfähiger ist als der Rest der deutschen Parteienlandschaft. Ein bisschen, könnte man meinen, haben die Grünen dies in letzter Zeit verstanden. Bundesweit wurden Zukunftskongresse veranstaltet, bei denen Mitglieder mit Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft diskutieren konnten. Es wurden Foren eingerichtet und Kommissionen gegründet und über Mailinglisten diskutiert.

“Vielleicht sind wir Jüngeren mal an der Reihe”

Doch wirklich viel geändert hat sich bislang nicht. Noch sind es “gezähmte Diskussionen”- inhaltlich kontrovers, aber irgendwie doch ziemlich brav. Dies ist vor allem ein Problem der grünen Basis. Viele machen schon seit Anfang der 80er Jahre grüne Politik – und gerade in ländlichen Regionen ist man viel mehr damit beschäftigt, Strukturen aufrecht zu erhalten als damit, die großen Themen zu denken. Die Grünen sind ein bisschen müde geworden. Aber vielleicht sollte man nicht nur an den “Alten” herumnörgeln. Vielleicht muss man, wenn man sich auf die Suche nach der Diskussion begibt, einfach bei sich selbst beginnen. Vielleicht sind wir es – als jüngere Mitglieder dieser Partei -, die einfach mal an der Reihe sind, die Diskussionen für uns neu zu entdecken.

Katharina Dröge ist 22 und koordiniert das Fachforum Wirtschaft & Soziales der GRÜNEN JUGEND.

Apr
07

Für Aufregung sorgte in den letzten Tagen die Nichtunterzeichnung des G8-Demoaufrufs durch Claudia Roth. Auch wir als GRÜNE JUGEND wurden von verschiedenen Seiten angefragt, was wir denn davon halten. Ein Interview mit mir über G8 und Tornados gibt es in der jungen Welt.

Apr
01

Ich verstehe nur Bahnhof

Geschrieben von (Cybergreen) in Grüne Wiese am 1. April 2007

Nachdem ich mich schon etwas aufgeregt hatte, dass ab 1. April der Ticketverkauf in den Zügen eingestellt wird, musste ich mich heute auch noch über die dumme Informationskampagne ärgern. Menschen, die im Vorfeld davon nichts mitbekommen hatten, mussten heute im Zug Angst haben, dass sie grundlos ihre Personalien angeben sollten
Wir komme ich zu meiner Behauptung?
Den Beleg liefert die Bahn selbst. Ich bin heute mit dem Zug gefahren und dabei hatten die netten KundenbetreuerInnen einen kleinen Zettel auf jeden zweiten Platz gelagt, um mich auf die Neuerung hinzuweisen. Der eine nette Kundenbetreuer, der mir nun eigentlich immer, wenn ich ein Ticket im Zug kaufen will, den doppelten Fahrpreis abknöpfen muss (jedoch mindestens 40 Euro)…oder doch nur den “regulären Fahrpreis”? (kann mir wer weiterhelfen), meinte auf meine Frage hin, ob es ein Aprilscherz sei und was denn jetzt passieren würde, wenn ich kein Ticket hätte: “Dann hatten wir jetzt großen Scheiß” (ist das die neue KundInnenoffensive für mehr Beratung? und wieso wollen die meine Personalien kontrollieren?)
bahnfahren.jpg
Wenn die Personalien von allen KundInnen aufgenommen werden müssen, dann ist für Ticketverkauf im Zug natürlich keine Zeit mehr…:-)