Lara Haasper fordert die Ernährungs-Revolution: Unser Essen der Zukunft muss gesund, umweltschonend und selbstverständlich ohne Leid für Tiere produziert werden. Im Klartext: Keine Tiere mehr domestizieren und nur noch auf pflanzliche Ernährung setzen. Eine Streitschrift.
Umfangreiche Rechte könnten Tieren in Zukunft ein wirklich artgerechtes Leben in der Wildnis ermöglichen – vollkommen frei von Eingriffen des Menschen. Jegliche Tiere, die noch in einem natürlichen Ökosystem überlebensfähig sind, sollten nach und nach in geschützten Gebieten ausgewildert werden. Viele überzüchtete Rassen können das nicht mehr. Sie haben mit der Natur nicht mehr viel zu tun. Sie sind in ihrer Betreuung anspruchsvoll wie Hochleistungssportler und rein profitorientierte Erfindungen des Menschen. Um ihr Leid zu verhindern, sollte man sie nicht weiter züchten. Der Ausbeutungsstop würde sich auch auf Haus-, Zirkus- und Zootiere beziehen.
Zuchttiere: Profitorientierte Erfindungen des Menschen
Der Mensch sollte in dieses Ökosystem nur eingreifen, wenn es nicht mehr in der Lage ist, sich selber zu regulieren. Das Verhältnis von Mensch und Tier darf in Zukunft also nicht wie bisher aus einem einseitigen Macht- und Ausbeutungsverhältnis bestehen, sondern beiden Seiten den größtmöglichen Nutzen bringen, ohne einen von beiden zu benachteiligen. Eine vegane Gesellschaft hat nichts mit übertriebener Tierliebe zu tun. Man muss keine Spezies lieben, um ihre Rechte zu achten.
Eine vegane Landwirtschaft käme mit 1/3 ihrer Anbaufläche hin. Mensch könnte vermehrt auf ökologischen Anbau und Produkte aus der eigenen Region setzen. Die umweltschädigenden und pestizidverseuchten Futtermittelimporte aus Ländern, in denen selber gehungert wird, würden schlagartig überflüssig werden. Grundwasserverschmutzung, Methanemissionen und Waldsterben durch Ammoniak nähmen ab. Ebenso Wohlstandkrankheiten wie Übergewicht und Herzinfarkte. Ersatzprodukte wie Sojamilch sind in der Produktion günstiger als Kuhmilch. So könnte Mensch seinen/ ihren Lebenstandard halten ohne mehr zu bezahlen. Eher im Gegenteil.
Mein Wunsch: Die Ernährung der Zukunft passt sich möglichst gut an die Natur an, wird gerecht erwirtschaftet, beutet nicht aus und ist mit einem gewaltlosen Gesellschaftsmodel vereinbar:
Das heißt für mich Veganismus!
Lara Haasper ist 18 und Mitglied im Landesvorstand der Grünen Jugend NRW.