Archiv für Januar 2007
Wir freuen uns, dass du nun auch erkannt hast, dass die Menschen auch manchmal eine Auswahl braucht um sich entscheiden zu können.
Bei einem einzigen Kandidaten (sorry, Frauen gibt’s ja auf Landesebene in Spitzen-Parteiämtern kaum), da fällt ja vielen CSU-Menschen die Wahl erstaunlicherweise leicht. Werte unter 90% sind ja schon eine Schlappe. Dabei ist es eigentlich komisch, wenn alle mit einer Person vollkommen zufrieden und einverstanden sind, das geht eigentlich nur, wenn sich viele enthalten, weil sie die Person nicht kennen und die die sie kennen mit „Ja“ stimmen, weil sie ihn kennen.
Bei einem Ergebnis von über 90%, da kommt mensch gar nicht auf die Idee, dass mensch irgendwann nicht mehr gewollt ist.
Können sich die alle geirrt haben??? Fragst du dich auch Edmund, oder??? Kann dich verstehen…wer konnte das denn ahnen, dass da wer gegen dich ist??? Aber hast du nicht auch mal „Ja“ zu Berlin gesagt und es dann nicht so gemeint? Tja, so kanns gehen.
Und dass da eine Frau aus dem Landkreis Fürth offen über die Nachfolge von dir nachdenkt, war ja auch unter aller Würde. Wer hätte denn gedacht, dass du irgendwann mal aufhören würdest???
Aber du hattest ja auch noch nicht ganz verstanden, dass der Ministerpräsident nicht vom Volk gewählt wird, sondern vom Parlament. Zwar sieht die bayerische Verfassung zur Abberufung des Ministerpräsidenten auch das Volksbegehren und Volksentscheid vor, aber die Wahl eines neuen obliegt dann doch dem Parlament. Soviel zu dem Ausspruch von dir: „Wenn das Volk jemanden anderen haben will, dann wird es jemand anderen wählen.“
Aber wieso du erst in 9 Monaten als Ministerpräsident zurücktritts, weiß’ ich leider nicht, weil du eigentlich der bayerischen Verfassung verpflichtet, zurücktreten musst. Da heißt es nämlich in Artikel 44, Absatz 3: “Der Ministerpräsident kann jederzeit von seinem Amt zurücktreten. Er muss zurücktreten, wenn die politischen Verhältnisse ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten zwischen ihm und dem Landtag unmöglich machen.”
Wo ist denn das Vertrauen im Landtag, wenn klar ist, dass die Opposition Neuwahlen will und deine Leute dich auch am liebsten stürzen wollten.
Da ja nun wohl neben der Wahl eines neuen Ministerpräsidenten auch eine Neuwahl des Parteichefs oder Parteichefin ansteht, will ich mal einen Vorschlag machen, wie vielleicht doch noch die beiden oder gar mehrere KandidatInnen sich in guter CSU-Manier noch mit vielen Prozentanteilen aus der Affäre? ziehen können.
Ich empfehle Zustimmungswahlrecht !!!
Dabei ist es auch möglich für alle KandidatInnen zu stimmen, wenn alle nach der Meinung der WählerInnen gut sind. Da wäre auch folgendes Ergebnis möglich Person A (Huber?): 93,4% und Person B (Seehofer?) 91,7% – ich will hier auch niemanden bevorzugen, es kann auch selbstverständlich so ausgehen: Person A (Seehofer?) 93,4% und Person B (Huber?): 91,7% oder mit anderen Prozentanteilen…nicht, dass nachher die Staatskanzlei bei meinen FreundInnen anruft, wenn ich richtig getippt habe. Bei dem Ergebnis muss dann auch keineR weinen, wenn sie/er es nicht geschafft hat, aber sieht halt für CSU-Verhältnisse netter aus als ein 52:48 oder so oder gar ein 35:33:32. Wie sieht das denn aus, wenns unter 90% sind???
Schade, dass sie nicht bei den GRÜNEN sind, da freuen sich die Menschen auch über Ergebnisse von knapp 60% ohne GegenkandidatIn.
Falls sie, liebe CSU-Mitglieder, noch weitere Nachhilfe in Sachen Demokratie brauchen, dann holen sie sich mal kompetente Hilfe, vielleicht kennt sich ja doch ein Mitglied in ihrem Umfeld mit „Wie erkenne ich, was die Basis denkt?“ und „Wer kann ich die Basis zum reden bringen, wenn ich bisher bestimmt habe, was gedacht wird?“ aus oder aber „Wie merke ich, dass mich keineR mehr will?“. Da gibt’s ja auch ein paar ältere Leute, die das vielleicht schon durchlebt haben. Nehmen sie doch mal den kompetenten Rat an und lernen sie dazu.
Hören sie ja nicht auf die radikale JU, die womöglich einen Generationenwechsel fordert und einen jüngeren Ministerpräsidenten als Beckstein haben will (wobei jung in Bayern ja mindestens 40 Jahre alt sein muss, da auch das in der tollen bayerischen Verfassung steht)…aber für einen Generationenwechsel ist ja nun wirklich mehr als Zeit genug und da verlassen wir uns doch lieber auf jemanden der wirklich gute Ideen hat:
- Ein Verbot von Computer-Spielen, die schon verboten sind – sehr gute Idee, da kann mensch sich dann auch gut an den Erfolgen messen lassen.
- Armee vor die Stadien bei der Fußball-WM…sah ja auch voll daneben aus, wie die Leute alle wie wild gefeiert haben und Spaß haben konnten. Da hätten die SoldatInnen von der Bundeswehr dazwischen doch gut ausgesehen, nicht?
- Schleierfahndung – die dir ja leider vom bayerischen Verfassungsgericht eingeschränkt wurde.
- Dass wir nun demnächst unsere Reisepässe gleich teilweise zerstören müssen, um den RFID-Chip unbrauchbar zu machen, dafür hast du gesorgt.
- Übrigens wollte ich noch mal sagen, dass die meisten Straftaten in Bayern von KatholikInnen gemacht werden
- Gemeingefährliche Landespolitik wird auch überwiegend von KatholikInnen gemacht und der Politik wird auch kein Riegel vorgeschoben
Gut finden wir aber, dass sich die CSU mit Beckstein nun auch nach außen öffnet. Mit einem evangelischen Franken zeigt damit auch endlich die CSU, dass sie weltoffen ist und auch solche Menschen toleriert und eben nicht benachteiligt. Hoffentlich wird keine Mauer zwischen Bayern und dem übrigen Deutschland errichtet. Aber vielleicht gibt’s ja noch andere Ideen in „deiner“ Partei…Herzlichen Glückwunsch liebe CSU !!!
Lieber Günther, erlaube mir noch mal eine persönliche Anmerkung. Wenn du auch als Mittelfranke in gewohnter Ministerpräsidenten-Manier dann weiter Oberfranken vergisst, dann versau’ es dir ja nicht mit deinen Mittelfranken indem du die Flughäfen in Oberfranken ausbaust – da können die dann womöglich sauer werden. Damit würdest du dann mal durch Nichtstun was sinnvolles machen.
Viele Grüße
Stephan
GJ Oberfranken
Man glaubt es kaum, aber mittlerweile haben auch die dafür verantwortlichen Stellen eingesehen, dass das alte Parteilogo besser als gar keins und momentan das einzig offizielle ist. Nach langen Tagen einer logolosen Internetpräsenz und der Vermutung, dass nun auf ewig eine Lücke an exponierter Stelle bleiben würde prangt das einzige und wahre Logo wieder auf den Seiten der Bundespartei.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser späten Einsicht!

Eben sind Paula und ich von unserem Kurztrip an die Kueste zurueck nach Nairobi gekommen und am Ort der bevorstehenden Gruendung der Global Young Greens von jungen Gruenen aus Australien empfangen worden. Das Internetcafe hier liegt etwas abseits davon in einem der Slumgebiete von Nairobi und mensch wundert sich etwas, dass das Internet auch hierhin reicht. Eines der deutlichsten Zeichen einer globalisierten Welt; noch vor wenigen Jahren war die Kommunikation mit Sicherheit nur per Fernsprecher moeglich. Den Flair dieser Zeit haben wir auf unserer Rueckfahrt von Mombasa in einem Nachtzug erlebt, der uns mit einigen Pannen 18 Stunden lang durch die Savanne gebracht hat.
Was Umweltfragen angeht, erscheint es hier in Kenia noch sehr unverbreitet, sich darum zu scheren. Es wird eine spannende Frage, wie die Diskussion mit afrikanischen jungen Gruenen diesbezueglich (aber auch bei anderen Wertfragen) verlaufen werden. Wir halten euch auf dem Laufenden. Angesichts der vielen Muellberge, die sich insbesondere hier in den Slums tuermen (und oftmals vergraben oder verbrannt werden) besteht allerdings dringender Handlungsbedarf. Es gilt festzuhalten: Die Global Young Greens gruenden sich zur richtigen Zeit! Mehr als zurvor brauchen wir eine globale Jugendbewegung, die unseren Kindern und EnkelInnen eine Welt sichert, wie wir und viele Generationen vor uns sie noch erleben konnten. Es steht eines auf dem Spiel, warten wir nicht lang – fangen wir an! In diesem Sinne,
euer Jan
PS: Das Bild zeigt den Muell in einem Slumviertel von Nairobi.
PPS: Ich habe im Zug von der Kueste einen Mueckenstich bekommen und befuerchte, das mein Malariamittel nicht wirkt. Georg koennte seiner Wunschposition schlagartig naeher kommen… aber Paula meint, ich simuliere nur. Ich glaube sie hat recht.
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Tja, nun sind Paula und ich irgendwo in der Pampa am Indischen Ozean und hinterlassen eine fuehrungslose Gruene Jugend im weit entfernten Deutschland. Doch nicht umsonst … aeh naja, zumindest nicht vergebens! Denn waehrend wir hier im wahrsten Sinne des Wortes mit Kokosnussmilch am Strand unter Palmen liegen, koennen wir uns eingehend mit den EinwohnerInnen Afrikas austauschen und einiges an revolutionaerer Erfahrung an sie weitergeben. Denn fairer Handel braucht auch selbstbewusste ZuckerrohrbaeuerInnen, die fuer Mindestloehne und soziale Sicherung kaempfen. Hm, naja, also wir bemuehen uns wirklich!
Ansonsten waren wir gestern im Buero der Heinrich-Boell-Stiftung in Nairobi, wo wir uns mit dem Bueroleiter Axel ueber die Sicherheitslage in der Region haben aufklaeren lassen und wo wir auch morgen wieder mit dem Nachtzug durch Steppe und Savanne hinfahren wollen. Hoffentlich auch wieder mit allerlei Safari-Athmosphaere aber etwas entspannter als die Hinfahrt mit dem Bus von Nairobi nach Mombasa, die eine neunstuendige Huckelpistenrally war. Mit diesem etwas saloppen Blog-Beitrag (es kommen ja noch inhaltsreichere .. und: Auch SprecherInnen brauchen mal Urlaub!) verabschiedet sich in diesem Sinne,
 euer Jan
PS: Das Bild zeigt Diani Beach bei Ukunda bei Mombasa, wo wir so direkt daneben logieren
PPS: Nein Sven, ich hab noch keinen Partner gefunden.
Jetzt habe ich ein weiteres Blog gestartet: In dem Magazin “Remix Generation� schreiben die unterschiedlichsten AutorInnen zu grünen Themen. Wichtig ist vor allem die Vielfalt. Wenn Ihr Euch auf remix-generation.de zu grünen Debatten einmischen wollt, meldet Euch bei mir.
Jan und ich werden morgen nach Nairobi, Kenia zur Gründungskonferenz der Global Young Greens fliegen. Sofern es die Internetverfügbarkeit zulässt, könnt ihr in meinem Blog in den nächsten Tagen mehr dazu lesen.
