Archiv für Dezember 2006
Brüssel, eine Stadt wie jede andere? – Denkste! Dies durften um die 50 grünpolitikinteressierte Jugendliche auf Einladung des Europaparlamentariers Frithjof Schmidt feststellen. Und so hieß es für die meisten 2 Tage Brüssel – statt zwei Tage Schule.
Die europäische Odyssee begann Montag um 10:45 am Duisburger Hauptbahnhof. Langsam fanden sich die TeilnehmerInnen am Bus ein – dies geschah aufgrund des pfiffigen organisatorischen Geschäftsführers der GJ NRW, Reiner Neumann. In weiser Voraussicht hatte er die tatsächliche Abfahrtszeit mit unserem Busfahrer Harald (Name von der Redaktion geändert) für 15 Minuten später vereinbart. Dieser wusste auch über unsere Fahrt schon gut bescheid. „Ja, wir fahren ja nach Brüssel, und vorher halten wir noch in … Düsseldorf oder so?“ – „Ja, Köln“ (Daniel), und da nahmen wir auch noch einige weitere MitfahrerInnen auf. Harald unterhielt uns auch weiterhin auf der Fahrt mit interessanten Anekdoten.
Pflichtschuldig informierte er uns über Verhaltensmaßregeln während der Fahrt. Auf seiner letzen Tour musste er ein Knöllchen von sage und schreibe 35€ (in Worten fünfunddreißig Euro) bezahlen, weil Personen auf dem Mittelgang standen. Um eine solchen Bußgeldzahlung zu vermeiden, bat er uns während der ganzen Fahrt sitzen zu bleiben („Auf Klo gehen ist nicht mehr“), ansonsten drohte er rechts ran zufahren und die nötigen Maßnahmen in die Wege zu leiten.
Schon auf der Fahrt zur Jugendherberge quer durch Brussels/Bruxelles/Brüssel (so stand es auf den Straßenschildern) konnten wir uns davon überzeugen, dass es offensichtlich keinen Bebauungsplan gab. Schließlich in der „Génération Europe“ angekommen, galt es sich auf die Zimmer aufzuteilen, an denen sich an farbwütiger Maler-Azubi oder Azubine ausgelassen hatte. Zudem stand ein Dunch (Kombination aus Dinner und Lunch) gegen 17 Uhr auf der Tagesordnung. Die Küche der Jugendherberge war offenbar nicht auf einen Ansturm notorischer VegetarierInnen vorbereitet. Der Küchengehilfe fragte jedeN „Fîsssh?“ und schien jedes mal enttäuschter, wenn er ein „Non, merci“ als Antwort erhielt. So gestärkt konnte der inhaltliche Teil beginnen. Dazu verzogen wir uns in die fensterlosen Kellergewölbe der Jugendherberge („Führerbunker“). Es begann mit einem spannenden Vortrag von Malte Woydt, einem alternativen Stadtführer, der uns einen Einblick in Geschichte, Gesellschaft, Politik und Kultur Belgiens und insbesondere Brüssels vermittelte. So gibt es einige Kuriositäten Belgiens, die wir der/dem werten LeserIn nicht vorenthalten wollen: Diesen Beitrag weiterlesen »
Wieder einmal sind viele junge grüne im Europäischen Parlament: Eine spanische Gruppe ist zu Besuch bei David Hammerstein und beschäftigt sich mit Genderpolitik, eine andere iaus NRW trifft Frithjof Schmidt und Cem Özdemir.
Anna und ich sind bei der spanischen Gruppe eingeladen jeweils einen Vortrag über die Gendergruppe von FYEG (Anna) und Womensempowerment (Silke) zu halten. Immerhin spricht Anna Spanisch, mein Vortrag wurde konsekutiv auf Spanisch übersetzt. Ich habe immer nur raten können, ob die Übersetzung a) richtig ist und b) wann ich wieder auf Englisch weiter reden durfte…
Aber diese Kommunikationsschwierigkeiten sind ja auch das, was Europa so liebenswürdig machen. Und das tolle ist, dass wir uns trotz allem Nichtverstehen wiedertreffen werden. Einige Leute aus der spanischen Gruppe kannte ich noch vom Wintercamp von FYEG, einige werden zum GA von FYEG fahren und so bleibt ein Abschied unter dem Motto “See you soon, one day in Europe”…
Und lustig war vor allem die Leute aus der GRÜNEN JUGEND NRW im Besucherrestaurant wiederzusehen (erst neulich in Bonn beim FaFoseminar getroffen)… Hallo nochmal an Kalle, Daniel, Sophia, Verena, Benedikt und alle anderen! Wie klein doch Europa eigentlich ist…
Wieder zuhause – die Fotos gesichtet – und noch mal vom GJ-Bayern-Webmaster welche bekommen, kann ich nur die Aufklärung über die Hasen betreiben.
Bei uns dürften die Hasen frei herumlaufen und wurden nicht eingezwängt !!! Freiheit für die Tiere. Sie machten auch eifrig davon Gebrauch und hoppelten duch das oberpfälzische Cham. AutofahrerInnen konnten ihren Augen nicht trauen, dass sie zur Weihnachtszeit am Straßenrand Hasen treffen würden. Und es gibt sie noch die AutofahrerInnen, die auch bei der Anwesenheit von Tieren am Straßenrand bremsen. Dies war aber wahrscheinlich weniger aus Rücksicht, sondern vielmehr aus Überraschung und Verwunderung über die Verkleidung.
Es handelte sich nämlich um “Grüne Jugend-Antifa-Hasen”!!!
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Und manchmal müssen sich auch Hasen dem Kapitalismus beugen…leider waren zu dieser Uhrzeit keine Schalter mehr geöffnet, sonst hätte hase sich das Abheben sparen können und hätte vielleicht die Bank gestürmt?!?
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Ein LJK mit viel Diskussionen ist wieder einmal zuende…will hoffen, dass das nächste “Familientreffen” in der Summe wieder so toll wird, wie dieses ;-)
Aktuell: Sonntag, 17.12., 2.32 Uhr
Motto: Du bist LeitantragschreiberIn
Sie sitzen in Gruppen zu meist ca. 6-8 Personen und diskutieren eifrig und hitzig über Inhalte – Warum? Der Leitantrag soll geschrieben und fertig werden! Hmmmm im Moment haben wir noch nicht mal angefangen die unterschiedlichen Teile zusammenzuschreiben, sondern es existieren auf diversen Laptops noch die literarischen Ergüsse der einzelnen Personen oder Gruppen.
Wie kam es dazu?
Bei der GRÜNEN JUGEND Bayern wurde auf dem LJK im letzten Jahr mal eine neue Form des Leitantragschreibens ausprobiert. Die anwesenden Mitglieder schreiben den Leitantrag gemeinsam und können so ihr in den Workshops erarbeitetes Wissen mit einfließen lassen. Der Leitantrag wird also nich vom LaVo vorgelegt, sondern entsteht erst vor Ort.
Wer jetzt denkt, dass alle Menschen jetzt völlig allein vor ihren Laptops sitzen, und nur wenige Lust verspüren sich zu beteiligen, irrt. Insgesamt sind über 25 Menschen noch dabei ihre Ideen und Schwerpunkte einzubringen!!!
Über den Samstag wurde in zwei Workshopblöcken folgende Themen behandelt:
- Fleischproduktion
- Jagd in Bayern
- Schuhbeck und die Schweinshaxen – geht’s auch Grün?
- Haustiere verbieten?
- Tierrechte
So, da ich jetzt mal wieder nachschauen will, wie der aktuelle Stand ist…endet der Beitrag hier schon.
Vielleicht gibts demnächst noch Fotos von den Hasen, die passend zur Weihnachtszeit ebenfalls beim LJK sind ;-)
Jetzt aktuell: 2.44 Uhr ;-)
Das Jahr 2007 wird heiß. Nein, gemeint ist diesmal nicht der Klimawandel, sondern Deutschland kommt vielmehr die Aufgabe zu, dem Klüngelclub der reichen Staaten, der G8 vorzustehen. Und weil das nicht genug ist, darf Frau Merkel auch noch EU-Ratspräsidentin im ersten Halbjahr spielen.
Da das Fachforum Europa und Internationales und der Arbeitskreis Europa, Frieden und Internationales der GRÜNEN JUGEND NRW Angela nicht den ganzen Spaß überlassen und selbst mitspielen wollten, fand vom 8.12. bis zum 10.12 in Bonn ein Basisseminar mit 20 Teilnehmern zu den beiden Themen in Bonn statt.
Zunächst galt es mit den üblichen Problemen umzugehen. So hatte sich die Bahn diesmal die Ausrede der „durch Sturmböen verursachten Stromausfälle“ bereitgelegt. Bis alle da waren hatten wir noch Gelegenheit, den Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Bonn kennen zu lernen, der nebenan seine Weihnachtsfeier mit alkoholfreiem Glühwein verbrachte („wir müssen ja noch Fahrrad fahren“). Eine Stunde später als geplant konnte es dann allerdings doch mit fast allen TeilnehmerInnen losgehen, wobei zunächst das Lichten des Begriffdschungels der internationalen Politik auf der Tagesordnung stand. So warfen wir wichtige Begriffe, immer von „Herrn Kömm“ geleitet an die Tafel:
UN, UNICEF, UNAIDS, G20, WTO, Europarat, TRIPS, MEA, GUS, Phantom, OECD, ASEAN, Pariser Club, IWF, Weltbank, GBS, OPEC, Arabische Liga, NAFTA, EU, AU und Commonwealth sind nur einige aus der langen Liste. Bald stellten wir fest, dass all diese Internationalen Organisationen, Verträge, und Abkommen wohl zusammen ähnlich chaotisch funktionieren müssen wie die Grüne Jugend.
Was ein Glück, dass Florian Butollo der globalisierungskritischen Organisation Weed uns noch am selben Abend eine tiefer gehende Einführung über die Entstehung der G8 und die dazu führenden Umstände gab, um uns somit nicht vollkommen verwirrt mit unseren Begriffen zurückzulassen. Nach so viel Arbeit ließen wir den Tag noch in einer Kneipe ausklingen, bevor wir uns alle zu unseren drei Übernachtungsmöglichkeiten begaben. Alle konnten direkt schlafen? Nein, eine Gruppe durfte noch einen Nachzügler, der kein Handy hatte, vom Bahnhof abholen, wobei wir uns auch noch um eine Stunde mit dem Termin vertan hatten. Doch welch ein Glück, bei unsere Verspätung konnte die Bahn locker miteifern, und so schaffte sie es mal wieder auch dieses Problem zu beheben. Wir waren also quasi pünktlich.
Am nächsten Tag teilten wir uns dann also in zwei Gruppen, die sich jeweils schwerpunktmäßig mit einem der beiden Themen zu beschäftigten. Die G8 Projektgruppe entwickelte ob des großen Inputs ein Art Größenwahn und entwickelte ein völlig neues Gesellschaftssystem, das es am Abend vor den anderen zu verteidigen hieß.
Natürlich wollten wir an diesem Tag auch nicht hungern, und so unterbrachen wir unsere Arbeit mit einem Ausflug zu einem Supermarkt, der Michis Konto plünderte. Wir hatten dafür im Gegenzug den Supermarkt geplündert.
Am Abend verbanden wir zwei Dinge miteinander: so gingen wir auf eine Amnesty International Party und konnten guten Gewissens laut dem Motto für die Menschenrechte tanzen.
Dies hatte natürlich Auswirkungen auf unsere Aufnahmefähigkeit am nächsten morgen. Mit zahllosen Kaffees schafften wir es jedoch auch noch mit Michael Schmitt (Mitarbeiter von Frithjof Schmidt im Europaparlament) ins Gespräch zu kommen und über Europas Rolle und Sicht in der Welt zu diskutieren.
Wenn man also am Ende des Seminars eines sagen kann, so darf sich Angela Merkel während „ihrer“ Ratspräsidentschaft und dem G8 Vorsitz auf die GRÜNE JUGEND als engagierten Mitspieler freuen.

Am vergangenen Wochenende fand in Berlin nicht nur der 3. BA (Bundesausschuss) 2006 statt, sondern auch eine Aktion vor der russischen Botschaft, bei der wir mit dem Bundesvorstand der GRÜNEN für die Menschenrechte in Russland demonstriert haben. Grund war der internationale Tag der Menschenrechte am 10.12. und die zunehmenden Menschenrechtsverletzungen in Russland.
Auf dem BA wurde ein Antrag zur EU-RatspräsidentInnenschaft und zu Frauen und Globalisierung diskutiert. Außerdem gab es einen Bericht der Genderkommission der GRÜNEN JUGEND und verschiedene weitere Anträge, die vom Bundeskongress auf den BA vertagt wurden.
Eine Fotogalerie zum BA gibt es hier und da den Bericht aus der Tagesschau über unsere Aktion.



