Archive for Dezember, 2006

Dez
20

Brüssel, eine Stadt wie jede andere?

Geschrieben von (Daniel) in Auf Achse, Grüne Wiese, Internationales am 20. Dezember 2006

Brüssel, eine Stadt wie jede andere? – Denkste! Dies durften um die 50 grünpolitikinteressierte Jugendliche auf Einladung des Europaparlamentariers Frithjof Schmidt feststellen. Und so hieß es für die meisten 2 Tage Brüssel – statt zwei Tage Schule.

Die europäische Odyssee begann Montag um 10:45 am Duisburger Hauptbahnhof. Langsam fanden sich die TeilnehmerInnen am Bus ein – dies geschah aufgrund des pfiffigen organisatorischen Geschäftsführers der GJ NRW, Reiner Neumann. In weiser Voraussicht hatte er die tatsächliche Abfahrtszeit mit unserem Busfahrer Harald (Name von der Redaktion geändert) für 15 Minuten später vereinbart. Dieser wusste auch über unsere Fahrt schon gut bescheid. „Ja, wir fahren ja nach Brüssel, und vorher halten wir noch in … Düsseldorf oder so?“ – „Ja, Köln“ (Daniel), und da nahmen wir auch noch einige weitere MitfahrerInnen auf. Harald unterhielt uns auch weiterhin auf der Fahrt mit interessanten Anekdoten.

Pflichtschuldig informierte er uns über Verhaltensmaßregeln während der Fahrt. Auf seiner letzen Tour musste er ein Knöllchen von sage und schreibe 35€ (in Worten fünfunddreißig Euro) bezahlen, weil Personen auf dem Mittelgang standen. Um eine solchen Bußgeldzahlung zu vermeiden, bat er uns während der ganzen Fahrt sitzen zu bleiben („Auf Klo gehen ist nicht mehr“), ansonsten drohte er rechts ran zufahren und die nötigen Maßnahmen in die Wege zu leiten.

Schon auf der Fahrt zur Jugendherberge quer durch Brussels/Bruxelles/Brüssel (so stand es auf den Straßenschildern) konnten wir uns davon überzeugen, dass es offensichtlich keinen Bebauungsplan gab. Schließlich in der „Génération Europe“ angekommen, galt es sich auf die Zimmer aufzuteilen, an denen sich an farbwütiger Maler-Azubi oder Azubine ausgelassen hatte. Zudem stand ein Dunch (Kombination aus Dinner und Lunch) gegen 17 Uhr auf der Tagesordnung. Die Küche der Jugendherberge war offenbar nicht auf einen Ansturm notorischer VegetarierInnen vorbereitet. Der Küchengehilfe fragte jedeN „Fîsssh?“ und schien jedes mal enttäuschter, wenn er ein „Non, merci“ als Antwort erhielt. So gestärkt konnte der inhaltliche Teil beginnen. Dazu verzogen wir uns in die fensterlosen Kellergewölbe der Jugendherberge („Führerbunker“). Es begann mit einem spannenden Vortrag von Malte Woydt, einem alternativen Stadtführer, der uns einen Einblick in Geschichte, Gesellschaft, Politik und Kultur Belgiens und insbesondere Brüssels vermittelte. So gibt es einige Kuriositäten Belgiens, die wir der/dem werten LeserIn nicht vorenthalten wollen: Read the rest of this entry »

Dez
19

BuVo BLOG in BRÜSSEL Episode 8

Geschrieben von (Silke Gebel) in Bundesvorstand, Internationales am 19. Dezember 2006

Wieder einmal sind viele junge grüne im Europäischen Parlament: Eine spanische Gruppe ist zu Besuch bei David Hammerstein und beschäftigt sich mit Genderpolitik, eine andere iaus NRW trifft Frithjof Schmidt und Cem Özdemir.
Anna und ich sind bei der spanischen Gruppe eingeladen jeweils einen Vortrag über die Gendergruppe von FYEG (Anna) und Womensempowerment (Silke) zu halten. Immerhin spricht Anna Spanisch, mein Vortrag wurde konsekutiv auf Spanisch übersetzt. Ich habe immer nur raten können, ob die Übersetzung a) richtig ist und b) wann ich wieder auf Englisch weiter reden durfte…
Aber diese Kommunikationsschwierigkeiten sind ja auch das, was Europa so liebenswürdig machen. Und das tolle ist, dass wir uns trotz allem Nichtverstehen wiedertreffen werden. Einige Leute aus der spanischen Gruppe kannte ich noch vom Wintercamp von FYEG, einige werden zum GA von FYEG fahren und so bleibt ein Abschied unter dem Motto “See you soon, one day in Europe”…
Und lustig war vor allem die Leute aus der GRÜNEN JUGEND NRW im Besucherrestaurant wiederzusehen (erst neulich in Bonn beim FaFoseminar getroffen)… Hallo nochmal an Kalle, Daniel, Sophia, Verena, Benedikt und alle anderen! Wie klein doch Europa eigentlich ist…

Dez
19

LJK in Bayern (2)

Geschrieben von (Cybergreen) in Grüne Wiese am 19. Dezember 2006

Wieder zuhause – die Fotos gesichtet – und noch mal vom GJ-Bayern-Webmaster welche bekommen, kann ich nur die Aufklärung über die Hasen betreiben.
Bei uns dürften die Hasen frei herumlaufen und wurden nicht eingezwängt !!! Freiheit für die Tiere. Sie machten auch eifrig davon Gebrauch und hoppelten duch das oberpfälzische Cham. AutofahrerInnen konnten ihren Augen nicht trauen, dass sie zur Weihnachtszeit am Straßenrand Hasen treffen würden. Und es gibt sie noch die AutofahrerInnen, die auch bei der Anwesenheit von Tieren am Straßenrand bremsen. Dies war aber wahrscheinlich weniger aus Rücksicht, sondern vielmehr aus Überraschung und Verwunderung über die Verkleidung.
Es handelte sich nämlich um “Grüne Jugend-Antifa-Hasen”!!!

antifa-hase_500.jpg

Und manchmal müssen sich auch Hasen dem Kapitalismus beugen…leider waren zu dieser Uhrzeit keine Schalter mehr geöffnet, sonst hätte hase sich das Abheben sparen können und hätte vielleicht die Bank gestürmt?!?

kapitalismus-hase_500.jpg

Ein LJK mit viel Diskussionen ist wieder einmal zuende…will hoffen, dass das nächste “Familientreffen” in der Summe wieder so toll wird, wie dieses ;-)

Dez
17

LJK in Bayern (1)

Geschrieben von (Cybergreen) in Grüne Wiese am 17. Dezember 2006

Aktuell: Sonntag, 17.12., 2.32 Uhr
Motto: Du bist LeitantragschreiberIn

Sie sitzen in Gruppen zu meist ca. 6-8 Personen und diskutieren eifrig und hitzig über Inhalte – Warum? Der Leitantrag soll geschrieben und fertig werden! Hmmmm im Moment haben wir noch nicht mal angefangen die unterschiedlichen Teile zusammenzuschreiben, sondern es existieren auf diversen Laptops noch die literarischen Ergüsse der einzelnen Personen oder Gruppen.

Wie kam es dazu?
Bei der GRÜNEN JUGEND Bayern wurde auf dem LJK im letzten Jahr mal eine neue Form des Leitantragschreibens ausprobiert. Die anwesenden Mitglieder schreiben den Leitantrag gemeinsam und können so ihr in den Workshops erarbeitetes Wissen mit einfließen lassen. Der Leitantrag wird also nich vom LaVo vorgelegt, sondern entsteht erst vor Ort.
Wer jetzt denkt, dass alle Menschen jetzt völlig allein vor ihren Laptops sitzen, und nur wenige Lust verspüren sich zu beteiligen, irrt. Insgesamt sind über 25 Menschen noch dabei ihre Ideen und Schwerpunkte einzubringen!!!

Über den Samstag wurde in zwei Workshopblöcken folgende Themen behandelt:
- Fleischproduktion
- Jagd in Bayern
- Schuhbeck und die Schweinshaxen – geht’s auch Grün?
- Haustiere verbieten?
- Tierrechte

So, da ich jetzt mal wieder nachschauen will, wie der aktuelle Stand ist…endet der Beitrag hier schon.
Vielleicht gibts demnächst noch Fotos von den Hasen, die passend zur Weihnachtszeit ebenfalls beim LJK sind ;-)
Jetzt aktuell: 2.44 Uhr ;-)

Dez
14

G8 und Ratspräsidentschaft? Wir spielen mit!

Geschrieben von (Daniel) in Grüne Wiese, Internationales am 14. Dezember 2006

Das Jahr 2007 wird heiß. Nein, gemeint ist diesmal nicht der Klimawandel, sondern Deutschland kommt vielmehr die Aufgabe zu, dem Klüngelclub der reichen Staaten, der G8 vorzustehen. Und weil das nicht genug ist, darf Frau Merkel auch noch EU-Ratspräsidentin im ersten Halbjahr spielen.

Da das Fachforum Europa und Internationales und der Arbeitskreis Europa, Frieden und Internationales der GRÜNEN JUGEND NRW Angela nicht den ganzen Spaß überlassen und selbst mitspielen wollten, fand vom 8.12. bis zum 10.12 in Bonn ein Basisseminar mit 20 Teilnehmern zu den beiden Themen in Bonn statt.

Zunächst galt es mit den üblichen Problemen umzugehen. So hatte sich die Bahn diesmal die Ausrede der „durch Sturmböen verursachten Stromausfälle“ bereitgelegt. Bis alle da waren hatten wir noch Gelegenheit, den Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Bonn kennen zu lernen, der nebenan seine Weihnachtsfeier mit alkoholfreiem Glühwein verbrachte („wir müssen ja noch Fahrrad fahren“). Eine Stunde später als geplant konnte es dann allerdings doch mit fast allen TeilnehmerInnen losgehen, wobei zunächst das Lichten des Begriffdschungels der internationalen Politik auf der Tagesordnung stand. So warfen wir wichtige Begriffe, immer von „Herrn Kömm“ geleitet an die Tafel:


Begriffsdschungel

UN, UNICEF, UNAIDS, G20, WTO, Europarat, TRIPS, MEA, GUS, Phantom, OECD, ASEAN, Pariser Club, IWF, Weltbank, GBS, OPEC, Arabische Liga, NAFTA, EU, AU und Commonwealth sind nur einige aus der langen Liste. Bald stellten wir fest, dass all diese Internationalen Organisationen, Verträge, und Abkommen wohl zusammen ähnlich chaotisch funktionieren müssen wie die Grüne Jugend.

Was ein Glück, dass Florian Butollo der globalisierungskritischen Organisation Weed uns noch am selben Abend eine tiefer gehende Einführung über die Entstehung der G8 und die dazu führenden Umstände gab, um uns somit nicht vollkommen verwirrt mit unseren Begriffen zurückzulassen. Nach so viel Arbeit ließen wir den Tag noch in einer Kneipe ausklingen, bevor wir uns alle zu unseren drei Übernachtungsmöglichkeiten begaben. Alle konnten direkt schlafen? Nein, eine Gruppe durfte noch einen Nachzügler, der kein Handy hatte, vom Bahnhof abholen, wobei wir uns auch noch um eine Stunde mit dem Termin vertan hatten. Doch welch ein Glück, bei unsere Verspätung konnte die Bahn locker miteifern, und so schaffte sie es mal wieder auch dieses Problem zu beheben. Wir waren also quasi pünktlich.

Am nächsten Tag teilten wir uns dann also in zwei Gruppen, die sich jeweils schwerpunktmäßig mit einem der beiden Themen zu beschäftigten. Die G8 Projektgruppe entwickelte ob des großen Inputs ein Art Größenwahn und entwickelte ein völlig neues Gesellschaftssystem, das es am Abend vor den anderen zu verteidigen hieß.


Schockierter Michi

Natürlich wollten wir an diesem Tag auch nicht hungern, und so unterbrachen wir unsere Arbeit mit einem Ausflug zu einem Supermarkt, der Michis Konto plünderte. Wir hatten dafür im Gegenzug den Supermarkt geplündert.

Am Abend verbanden wir zwei Dinge miteinander: so gingen wir auf eine Amnesty International Party und konnten guten Gewissens laut dem Motto für die Menschenrechte tanzen.

Dies hatte natürlich Auswirkungen auf unsere Aufnahmefähigkeit am nächsten morgen. Mit zahllosen Kaffees schafften wir es jedoch auch noch mit Michael Schmitt (Mitarbeiter von Frithjof Schmidt im Europaparlament) ins Gespräch zu kommen und über Europas Rolle und Sicht in der Welt zu diskutieren.

Wenn man also am Ende des Seminars eines sagen kann, so darf sich Angela Merkel während „ihrer“ Ratspräsidentschaft und dem G8 Vorsitz auf die GRÜNE JUGEND als engagierten Mitspieler freuen.

Dez
12

BA mit Aktion vor der russischen Botschaft

Geschrieben von (Sebastian Brux) in Grüne Wiese am 12. Dezember 2006

Aktion vor der russischen Botschaft
Am vergangenen Wochenende fand in Berlin nicht nur der 3. BA (Bundesausschuss) 2006 statt, sondern auch eine Aktion vor der russischen Botschaft, bei der wir mit dem Bundesvorstand der GRÜNEN für die Menschenrechte in Russland demonstriert haben. Grund war der internationale Tag der Menschenrechte am 10.12. und die zunehmenden Menschenrechtsverletzungen in Russland.

Auf dem BA wurde ein Antrag zur EU-RatspräsidentInnenschaft und zu Frauen und Globalisierung diskutiert. Außerdem gab es einen Bericht der Genderkommission der GRÜNEN JUGEND und verschiedene weitere Anträge, die vom Bundeskongress auf den BA vertagt wurden.

Eine Fotogalerie zum BA gibt es hier und da den Bericht aus der Tagesschau über unsere Aktion.

Dez
09

RUF-UNS-AN!

Geschrieben von (Sebastian Brux) in Bundesvorstand, Grüne Wiese am 9. Dezember 2006

ruf an
[Cartoon aus dem taz-Zeichenblog]

Euer Bundesvorstand hat eine Telephonsprechstunde jeden Mittwoch von 14.00 bis 16.00 Uhr. Wenn ihr irgendetwas braucht, Fragen habt oder uns sagen wollt, solltet ihr uns anrufen. Wir sind für euch da, egal ob ihr praktische oder politische Fragen habt, Kontakte braucht, Lob, Kommentare oder Kritik äußern wollt.

Die Nummer ist: 030 275 940 95

Dez
07

Lieber geheimnisvoller eMail-Pöbler…

Geschrieben von (Hans) in Grüne Wiese am 7. Dezember 2006

Lieber anonymer Pöbler…

In relativ regelmäßigen Abständen werden wir über das Kontakt-Formular unserer Homepage von Prominenten angepöbelt.

Heike Makatsch etwa schrieb uns: “Beendet die freiwillige Zuzahlung auf Flugtickets. Stoppt die grüne Lügenpolitik. Lieber ehrlich die Umwelt vernichten, als diese Verlogenheit.�

Hugo Egon Balder schrieb: “Nur tote Grüne sind umweltbewusste Grüne. Den Lackschuh und Nadelstreifenanzug bestückten Grünen soll maximal ein oneway ticket ausgestellt werden. Nieder mit den grünen Vielfliegern.�

Und Lisa Simpson meint: “Die freiwillige Zuzahlung auf Flugtickets soll die Grüne Vielfliegerei legitimieren. Das ist doch der grösste Beschiss und die schlimmste Verarschung, die man sich überhaupt vorstellen kann. Die Grüne Umweltlügenpartei gehört dem Erdboden gleich gemacht.�

Irgendwo in Deutschland wohnt also ein Mensch, der Spaß daran hat, uns pausenlos anonyme Beleidigungen zu schicken. Die Adressen, die er angibt, sind immer falsch, wir sollen also gar nicht die Chance haben, zu antworten oder mit ihm zu diskutieren. Aber, lieber Pöbler, wird das dann nicht irgendwann langweilig?

Hmm, ich frage mich, lieber Pöbler, was du wohl für ein Mensch bist… Warum bist du so zornig, geheimnisvoller Pöbler? Wohnst du vielleicht in einer Einflugschneise? Und warum machst du gerade uns Grüne für den wachsenden Flugverkehr verantwortlich? Wurdest du vielleicht irgendwann mal von irgendwelchen Grünen geärgert? Tja, du anonymer Pöbler, das werden wir wohl nie erfahren, denn du versteckst dich ja feige hinter anderer Leute Namen…

Wenn du, lieber Pöbler, dich zu erkennen gäbest, könnten wir dir ja vielleicht mal sagen, dass wir auch nicht sonderlich glücklich darüber sind, dass die Grünen in ihrer Regierungszeit so wenig gegen den boomenden Flugverkehr ausrichten konnten…. Aber da du dich lieber nicht zeigen möchtest, lieber Pöbler, und uns lieber töten und “dem Erdboden gleichâ€? machen möchtest, haben wir auch keine Lust mehr, mit dir zu diskutieren.

Die Wahrheit mag vielleicht bitter sein für dich, lieber Pöbler, aber so ist es nunmal: du bist uns leider herzlich egal.

Dez
06

Ein Zitat macht Medienkarriere

Geschrieben von (Webredakteur) in Grüne Wiese am 6. Dezember 2006

Stephan Löwenstein von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat sich umgehört, bevor er seinen Text schrieb, der am Montag erschien. Hat mehrere Stimmen gesammelt über die Wahl von Julia Seeliger in den Parteirat der Grünen:

“Ich fand sie gut: jung, belebend”, sagt eine Delegierte, eine Grüne der ersten Stunde. “Gekannt habe ich sie nicht.” Ein anderer aus Baden-Württemberg: “Jung, frech, witzig, hübsch: das war für mich kein Grund.” Die sie gekannt hätten, ließen sich abzählen, witzelt ein dritter, der selbst angibt, die ehemalige Schatzmeisterin der Grünen Jugend zu kennen: Das seien die, die gegen sie gestimmt hätten.

Am Tag darauf erscheint in der Süddeutschen Zeitung ein Portrait über Julia Seeliger. Darin diese Stelle:

„Die, die Seeliger gekannt haben, lassen sich abzählen�, witzelte einer. Das seien die, die gegen sie gestimmt hätten.

Daraufhin schreibt auch Robert Leicht im Online-Ableger der Zeit über Julia Seeliger. In seinem Text kommt diese Stelle vor:

Kaum ein Delegierter kannte Julia Seeliger zuvor; und die, die sie kannten, sagen die wenigen Experten, hätten sie keineswegs gewählt.

Es springen gleich zwei Unterschiede ins Auge: Aus der einen Person, die dies sagte, wurden mehrere Experten. Und es fehlt der Hinweis darauf, dass die Aussage dahingewitzelt war – es erscheint als ernst gemeinte Stellungnahme (dies unterstrichen auch dadurch, dass sie von Experten kommt).

Die Frage ist: Wie kam diese Stelle in den Text von Robert Leicht? Nun, es gibt da mehrere Möglichkeiten. Wer daran glaubt, dass die Zeit eine seriöse Zeitung ist, die sich an die journalistischen Standards hält, der wird überzeugt davon sein, dass Robert Leicht (immerhin Chefredakteur der Zeit von 1992 bis 1997) für seinen Text selbst mit mehreren Experten gesprochen hat, die ihm dann diese Einschätzung über Julia Seeliger übermittelt haben. Die andere Möglichkeit ist, dass Leicht einfach von den anderen Zeitungen abgeschrieben und das Zitat dabei verfälscht hat.

Dez
06

Schutzzone

Geschrieben von (Webredakteur) in Grüne Wiese am 6. Dezember 2006

Warum ist der Bundesvorstand der Grünen am Wochenende mit seinem Logo-Vorstoß gescheitert? Für mich ist die Sache ganz klar – er hat sich selbst nicht an den eigenen “verbindlichen Leitfaden zum Corporate Design von Bündnis 90/Die Grünen” gehalten. Auf Seite 19 des Leitfadens heißt es:

Das neue Logo braucht etwas Abstand. Dieser Abstand gehört sogar zu dem neuen Logo dazu. Ohne diesen Schutzraum kommt es einfach nicht richtig zur Geltung. Und vor allem jetzt in der Einführungszeit wäre das das schlimmste, was ihm passieren könnte. [...] Dazu gibt es eine einfache Formel, mindestens wieviel Weißraum bei welcher Logogröße: Obere Kante von „Bündnis 90“ bis untere Kante von „Die Grünen“ = Mindestabstand von allem zum Logo. Auf allen Seiten.

Damit es auch alle verstehen ist daneben im Leitfaden dieses Bild abgedruckt:

schutzzone

In Wahlkämpfen, in denen der Leitfaden mehr Freiheiten erlaubt, darf man mit dem Logo etwas herumspielen – mit einer Ausnahme:

Solange ihr ihm genug Aufmerksamkeit garantiert. Das heißt: Den Schutzraum bitte erhalten. Also – um das Logo herrscht kreative Ruhe.

Jetzt ist aber kein Wahlkampf, der ist erst 2009 wieder. Und dafür gilt laut Leitfaden:

Denn außerhalb von Wahlkämpfen ist oben rechts die Stelle wo das Logo hingehört. Und zwar zusammen mit seinem Schutzraum – aber den habt ihr wahrscheinlich eh schon liebgewonnen und werdet ihn achten und ehren. Oder?

Nein – der Bundesvorstand setzte alles daran, seine innere Verachtung des Logos zum Ausdruck zu bringen. Das Begann bereits bei der Vorstellung des Logos ein paar Tage vor dem Parteitag durch die Vorsitzenden:

schutzzone

Mit rot ist hier der Bereich eingezeichnet, in dem die Schutzzone hätte zur Geltung kommen müssen. Doch was präsentierte der Bundesvorstand der Presse: Claudia Roth statt die verlangte “kreative Ruhe”! Genauso auch auf dem Parteitag: Beim riesengroßen Logo hinter dem Rednerpult fehlte die Schutzzone. Genauso bei den Visitenkarten, die die Delegierten vor Ort bestellen konnten. Kein Wunder, dass die Delegierten das Logo nicht achten und ehren wollten – wenn der Bundesvorstand es selbst nicht tut.