Archive for September, 2006

Sep
29

Vorbestraft wegen durchgestrichenem Hakenkreuz?

Geschrieben von (Sebastian Brux) in Grüne Wiese, Rechtsextremismus am 29. September 2006

Heute fiel die Entscheidung am Stuttgarter Landgericht: Wer ein antifaschistisches Symbol, wie ein durchgestrichenes Hakenkreuz, am Revers trägt macht sich der Verwendung verfassungswidriger Symbole (§ 86a StGB) strafbar. Die GRÜNE JUGEND Baden-Württemberg war mit einer Aktion vor Ort (siehe Tagesschau oder ZDF), Henning Schürig bloggte sogar von vor Ort und ich mache mich mit meinem Weblog selbst strafbar. Wir dürfen uns unser Dagegensein nicht verbieten lassen!

Sep
28

Fragebogen für Politiker

Geschrieben von (Hans) in Grüne Wiese am 28. September 2006

(sehr frei nach Max Frisch)

1. Wenn deine Partei bei einer Wahl 100 Prozent der Stimmen erhält – würdest du dich dann wundern oder würdest du deine Mitbürger dann zum ersten Mal richtig gut verstehen können?

2. Stell dir vor, du bist Bundeskanzler und deine Partei regiert alleine. Wie lange würde deine Regierung brauchen, um die Arbeitslosigkeit um ein Viertel zu senken?

3. Die Partei eines Politikers, der das Parlament abschaffen und diktatorisch regieren möchte, bekommt bei der Bundestagswahl 51 Prozent. Du könntest diese Partei verbieten lassen. Würdest du es tun?

4. Du forderst eine gleichmäßige Verteilung des Wohlstandes auf der Welt – müssen die Reichen dafür abgeben oder müssen die Armen schneller reicher werden als die Reichen, um diese irgendwann einholen zu können?

5. Wenn die große Koalition erfolgreiche Politik in deinem Sinne machen würde, würdest du sie dann gut finden oder würdest du sie trotzdem ablehnen, weil ihre Politiker eine andere Grundeinstellung/Ideologie haben als du?

6. Wenn du einen politischen Akt (bspw. ein Gesetz) beurteilst, welches Kriterium ist bei dir entscheidender – die Ideologie (z.B. ob etwas links oder rechts oder sozial oder neoliberal ist) oder die handwerkliche Ausgestaltung (z.B. ob eine Regelung leicht umsetzbar, verständlich und praktizierbar ist) ?

7. Wenn deine Regierung Gesetze, die du für richtig und absolut notwendig hältst, in Kraft setzen könnte (zum Beispiel sofortiger Atomausstieg, richtige Ehen für Homosexuelle, höheres ALGII), obwohl es im Parlament keine Mehrheit dafür gibt – würdest du es tun?

8. Jede Regierung will die Arbeitslosigkeit senken, einen Haushalt ohne Schulden vorlegen und die Armut verringern. Den drei letzten Bundesregierungen ist das nicht gelungen. Würde es deine Regierung schaffen?

9. Darf man undemokratisch handeln, um die Demokratie zu retten? Wenn ja, in welchen Fällen?

10. Was würde deine Regierung über ihre Pläne sagen?
a) „Wir werden alles anders und alles besser machen.“
b) „Wir wollen nicht alles anders, aber vieles besser machen.“
c) „Wir hoffen, einiges besser machen zu können.“

11. In der deutschen Politik läuft vieles falsch. Nenne kurz drei Dinge, die deiner Meinung nach am falschesten laufen.

12. Ab wann macht für dich eine Regierungsbeteiligung deiner Partei Sinn?
a) Schon dann, wenn die Politik der Regierung nur ein wenig besser ist als die der alten bzw. der Regierung, die ohne meine Partei gebildet worden wäre.
b) Dann, wenn ich in der Regierung gegen meine Koalitionspartner ungefähr soviel durchsetzen kann, dass es die Größenverhältnisse unserer Parlamentsfraktionen ungefähr widerspiegelt.
c) Erst dann, wenn ich mich bei mehr Punkten gegen meine Partner durchsetzen kann als es dem Größenverhältnis unserer Parlamentsfraktionen entspräche.
d) Dann, wenn es mir möglich erscheint, zu allen wichtigen Fragen einen Kompromiss zu finden, mit dem alle Koalitionspartner gut leben können.
e) Erst dann, wenn die Regierung ausschließlich solche Politik macht, die meinen Überzeugungen entspricht.

13. Welche Partei käme deiner Meinung nach als Koalitionspartner deiner Partei grundsätzlich nicht in Frage? Sollte eine demokratische Partei mit allen anderen demokratischen Parteien koalieren können?

14. Sollten kleine Parteien in einer Regierung im Verhältnis zum größeren Partner mehr Ministerposten bekommen als ihnen – mathematisch gesehen – eigentlich zustehen?

15. Glaubst du, dass es ein perfektes politisches System gibt, das irgendwann erreicht sein könnte? Das heißt, hat politisches Handeln, Streben und Gestalten ein festes Ziel? Oder wird es immer etwas geben, was man besser machen könnte?

16. Vorausgesetzt, es gibt tatsächlich eine Staatsform, die besser ist als alle anderen. Wie würde man merken, dass man sie erreicht hat?

17. Wenn die Frauen irgendwann die Männerherrschaft auf der Welt brechen können und dann deutlich mehr Frauen als Männer arbeiten gehen und Regierungen und große Konzerne führen – glaubst du, dass Frauen dann auch mit der Zeit im Durchschnitt größer und kräftiger sein werden als Männer?

18. Über Bürgerkriege in Afrika oder Südamerika wird in unseren Medien kaum berichtet – sind daran die Medien schuld, die bei dem Thema wenig Interesse vermuten, oder die Leser/Hörer/Zuschauer, die wenig Interesse daran haben? Sind Medien also Dienstleister, die die Wünsche der Zuschauer/Leser/Hörer erfüllen sollen, oder sind sie Instanzen mit Bildungsauftrag, die den Leuten sagen sollen, was wichtig ist und was sie interessieren sollte?

19. Ist es richtig, dass über ein Unglück mit 100 Toten in China bei uns weniger berichtet wird als über ein Unglück mit zehn Toten in Deutschland?

20. Hat deine Partei seit ihrer Gründung während ihrer Oppositionszeit mehr Veränderungen herbeiführen können als während der Zeit ihrer Regierungsbeteiligung?

Mir ist etwas aufgefallen: Über die Innenpolitik anderer Länder erfährt man nur etwas, wenn dort komische Menschen regieren. Seit in Polen die Kaczinsky-Twins an der Macht sind und pünktlich jeden Mittag dummes Zeug von sich geben, wird Polens Politik von den deutschen Medien sehr aufmerksam beäugt. Was zur Folge hat, dass ich die Fraktionen im polnischen Parlament, einige Minister und die wichtigsten Zeitungen im Land aufzählen kann. Über Irland kann ich das nicht behaupten – ich glaube, ich kenne keinen einzigen irischen Politiker. Genauso geht es mir bei Finnland. Als Pim Fortuyn noch lebte, wusste ich gut Bescheid über die Sorgen der niederländischen Rentner und die Situation in Rotterdams Problemvierteln. Seit er tot ist, weiß ich nicht einmal, ob Holland links oder rechts regiert wird. Und weiß zufällig jemand, was Romano Prodis Regierung in Italien gerade macht? Nein? Als Silvio I. dort herrschte, war das anders. Damals wusste ich, was Italien so umtreibt. Marode Eisenbahn, korrupte Justiz und eine nicht wirklich unabhängige Presselandschaft. Ob sich daran was geändert hat – keine Ahnung… Heute regieren in Italien relativ linke, relativ seriöse und relativ vertrauenserweckende Personen leise und sachlich vor sich hin – und wir kriegen nichts mit. Wenn in unseren Nachbarländern mal keine Rassisten, Kriminelle oder Antisemiten an der Macht sind, erfährt man so gut wie nichts darüber. Ich muss sagen: Mir sind alle Länder, über die ich mich inzwischen auskenne, erst näher gekommen, als dort irgendwelche Gauner regierten. Irgendwie schade, aber so funktionieren die Massenmedien nun mal. Wo kein Skandal ist, ist auch keine Meldung. Aber eigentlich bin ich auch selber schuld – die irische und finnische Innenpolitik interessiert mich jetzt in diesem Moment – ganz ehrlich gesagt – herzlich wenig. Den Wahlkampf der FPÖ in Österreich verfolge ich dagegen höchst interessiert. Hoffentlich schaffen es diese elenden Faschos dort nicht wieder ins Parlament!

Sep
16

Gratulation zum Sieg

Geschrieben von (Cybergreen) in Grüne Wiese am 16. September 2006

Ich möchte hiermit ganz herzlich
Saudi-Arabien zum Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2006
in Deutschland gratulieren.
Einige denken sich jetzt – wie WM? Die war doch schon. Habt ja auch recht, jedoch ich ebenfalls.Es gibt auch eine WM für Menschen mit Behinderung und hier waren die Saudis am besten und haben sich im Finale gegen Niederlande im Elfmeterschießen durchgesetzt. Deutschland belegt übrigens nach einem 4:0 gegen Südafrika schon zum zweiten Mal in diesem Jahr bei der Fußball-WM den 3. Platz, nachdem wir im Halbfinale eine 5:0 Schlappe gegen die Niederlande hinnehmen mussten.
Leider ist die Berichterstattung darüber nicht allzu groß gewesen. Die ARD nennt als hochrangigsteN VertreterIn Ex-Bunderkanzler Schröder.
Dies finde ich ganz schön peinlich für die amtierende Bundesregierung, wo die Welt “zu Gast bei Freunden” ist, die WM für Menschen mit Behinderung keine Würdigung der Politk verdient. Es hätte auch gezeigt werden können, dass auch Menschen mit Behinderung bei uns willkommen sind und für eine barrierefreie Welt geworben werden können.
Naja vielleicht beim nächsten Mal…

Sep
15

Epo-Info, Teil II: Akteure der Entwicklungszusammenarbeit

Geschrieben von (Michael Kömm) in Internationales am 15. September 2006

Hey liebe Leute,

nachdem ich vor zwei Wochen über Binnenvertriebene hier in Nepal geschrieben habe, möchte ich heute auf die zentralen Akteure des Entwicklungssektors eingehen (wiederum am Beispiel Nepals). Hierzu möchte ich in diesem Artikel die Organisationen zunächst nur umschreiben und ihre Funktion und Arbeitsweise anreißen. Diese individuelle Betrachtung ist natürlich in der Realität völliger Blödsinn, denn jede Organisation muss in ihrem Kontext betrachtet werden, doch dieses Bild wäre hier zu komplex. In meinem nächsten Artikel (nächste/übernächste Woche) werde ich dann das Zusammenspiel dieser Akteure und die Effekte auf die Entwicklungsländer und deren BewohnerInnen selbst darstellen. Daher also diese Info-Grundlage:

Zunächst ist es wichtig zwei grundsätzliche Unterscheidungen zu machen
- Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit: Mit Humanitärer Hilfe meint man im Allgemeinen die Hilfe für Menschen in/nach einer Katastrophe bzw. einer Krise. Da es in den letzten Wochen einige Überflutungen in Nepal gegeben hat versuchen Organisationen der Humanitären Hilfe nun mit Unterbringungen (shelter), Nahrung und Gesundheitsversorgung zu helfen. Entwicklungszusammenarbeit (im Folgenden nur noch „EZ“) dagegen setzt bei langfristigen Prozessen an, wie z.B. Bildung, Wasserversorgung, wirtschaftliche Erfolge und z.B. Stärkung von Gruppenprozessen. Dennoch ist diese Unterscheidung nicht immer ganz so klar, wie sie scheint. Denn es gibt viele Organisationen, die sowohl das eine als auch das andere machen und ihre Programme mit verschiedenen Konzepten dieser Ansätze mischen.
- Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) und Technische Zusammenarbeit (TZ): Finanziell bezieht sich zum einen auf staatliche, aber auch auf nichtstaatliche/private InvestorInnen. Ein sehr zentraler Akteur hier in Nepal ist die Asian Development Bank (ADB), die man als Teil der Weltbank ansehen kann, aber dennoch aufgrund ihrer Regionalität unabhängig ist. Von der TZ spricht man im Allgemeinen dann, wenn nicht einfach nur finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, sondern konkrete (technische) Mittel, praktische Konzepte und oft auch eigenes Personal eingesetzt wird z.B. für Bildungsprojekte, Gesundheitsvorsorge oder Ressourcenschutz (z.B. Wald).

Nun aber mal konkret in die Praxis hier in Nepal: bis ins Jahr 1990 gab es nur sehr wenige Entwicklungszusammenarbeit in diesem Land, denn der König wollte möglichst wenig Einfluss von außen zulassen und wer hier unbedingt tätig werden wollte, musste auf die Bedingungen des Königs eingehen und auch einiges an „Abgaben“ an ihn zahlen. Nachdem es im Jahr 1990 zu einer Demokratisierungswelle kam, wurde die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGO) stark liberalisiert: so stieg die Zahl der nationalen NGOs von 677 im Jahr 1992 auf 1492 im Jahr 1994, also eine Verdoppelung innerhalb von 2 Jahren! Dazu kommen noch internationale NGOs: 126 sind in Nepal tätig

Wie man sieht ist das eine ganze Menge und man weiß gar nicht, wo man mit beschreiben anfangen soll. Zur Vereinfachung werde ich keine Unterscheidung zwischen Humanitärer Hilfe und EZ machen, man sollte nur beachten, dass in der Praxis diese feine Unterscheidung relevant ist (denn Organisationen berufen sich darauf!).

Nun, beginnen möchte ich mal bei den Betroffenen selbst, nach dem bottom up Prinzip, wie EZ eigentlich passieren sollte: hierbei findet mensch auf lokaler Ebene drei zentrale Akteure. Zum einen gibt es lokale NGOs, oft Community Based Organisations (CBOs), wie z.B. Frauen-Gruppen oder Forst-Gemeinschaften. Zum zweiten gibt es den lokalen Staat, z.B. wie hier in Nepal das Dorf-Entwicklungs-Komitee (village development committe VDC), das den nationalen Staat, bzw. seine Regionen auf der Dorfebene vertritt. Der dritte und mindestens genauso entscheidende Akteur ist die lokale Privatwirtschaft, die sich auch oft in Interessensgemeinschaften (z.B. Handelskammern) zusammenschließt. Diese drei Akteure sind besonders relevant für die Umsetzung von Entwicklungsprojekten oder bei der Humanitären Hilfe, denn sie bieten gewisse lokale Strukturen um möglichst viele Menschen zu erreichen. In die Entwicklung von neuen Projekten werden diese Ebenen jedoch nur teilweise einbezogen. Sofern dies jedoch geschieht haben die Entwicklungsorganisationen bereits ausgearbeitete Methoden, um verschiedene Bedürfnisse der Lokalität zu erfassen (z.B. Participatory Rural Appraisal).

Auf überregionaler Ebene, sei es auf regionaler (also Distrikt) oder nationaler Ebene wiederholt sich diese Dreiteilung in gewisser Hinsicht, wobei die privatwirtschaftlichen Netzwerke für die EZ selbst weniger relevant werden. Beginnen wir am besten mit dem nepalesischen Staat : Nun, bei dem weiß man nur im Moment nicht so recht woran man ist. Auf der einen Seite gibt’s Druck von den maoistischen Rebellen, dazu beschwert sich noch die Zivilgesellschaft; der König sichert seine Einflüsse zur Armee und die eigenen ParteianhängerInnen stehen im Moment auch nicht so recht hinter ihren eigenen Regierungsmitgliedern. Ist also nicht ganz so einfach mit so einer Regierung die Entwicklung des Landes voranzubringen, wenn sie mit sich selbst genügend zu tun hat. Dennoch hat der Staat formal das Mandat die Entwicklung (und die dabei relevanten Akteure) zu koordinieren.

Dadurch, dass der Staat diese Rolle nur bedingt wahrnimmt, entstehen teilweise parallele Strukturen wie z.B. der maoistischen Rebellen, die ein eigenes Steuersystem entwickelt haben und in den von ihnen besetzten Gebieten die Entwicklungsorganisationen kontrolliert und steuert.

Die grobe und oft auch feine Ausrichtung der Entwicklungsstrategien und –konzepte geht jedoch von den Geberorganisationen aus („top-down“ im Gegensatz zu „bottom up“). Zu diesen gehören:
- Internationale NGOs (z.B. Brot für die Welt, Care International)
- Regierungsorganisationen (die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ oder das britische DFID)
- Multilaterale GeberInnen wie zum Bsp. die Asiatische Entwicklungsbank, die Weltbank oder die Europäische Union
- UN-Agenturen wie z.B. UNDP (zuständig für Entwicklung), UNHCR (Flüchtlinge), WHO (Gesundheit), WFP (Ernährung), und auch so was wie OHCHR (Menschenrechte), OCHA (Koordinierung für Humanitäre Hilfe) und natürlich noch einige mehr.
Diese Akteure sind jedoch selten nur einfache Geberorganisationen, sondern versuchen teilweise sogar selbst Projekte zu planen und umzusetzen. Dabei haben sie oft viele westliche MitarbeiterInnen eingestellt, die Unmengen an Lohnkosten verursachen (was von Entwicklungsgeldern abgezogen wird). Natürlich gibt’s auch einige Jobs für lokale ExpertInnen, doch das werde ich in meinem nächsten Artikel genauer betrachten. Dabei wird es mir darum gehen, welche positiven wie negativen Effekte die EZ auf ein Land wie Nepal hat.

Bis dahin, beste Grüße
Michi

PS. Sorry, dass es so organisations-lastig war, ist aber nur als Überblick gedacht, um im nächsten Beitrag ein komplexeres Bild der EZ zu beschreiben.

Literatur:
Dhakal, Tek Nath (2006): NGOs in Livelihood Improvement
Hossain, Fahrhad (2001): Administration of Development Initiatives by NGOs.

Sep
11

Wahlkampf-Tour MV: Parchim

Geschrieben von (Administrator) in Auf Achse am 11. September 2006

Nachdem wir natürlich viel zu früh von Mareike geweckt wurden, weil sie zur Schule musste (ätsch!), fuhren wir nach Parchim, wo wir uns mit dem dortigen Direktkandidaten Bernd trafen.
Hier waren zwar deutlich weniger Touristen in der Stadt als in Malchow, dafür waren wir über lange Zeit die einzigen, die man überhaupt in der Innenstadt sah.
Gegen Nachmittag wurde es allerdings deutlich besser. Viele interessante Gespräche (zum Beispiel mit älteren Damen über die Apfelfront) und jede Menge Handabdrücke rundeten den positiven Eindruck von Parchim ab.
Handabdrücke sammeln gegen Rechts
Gegen Abend fuhren wir nach Rostock, um dort die Lesung vom ZEIT Autor Toralf Staud nicht zu verpassen. Das Thema moderne Nazis passte natürlich optimal zu unserem Engagement gegen rechte Wirrköpfe. Die Diskussion zum Ende der Veranstaltung hat uns ziemlich erschreckt, als ein etwas älterer Herr äußerte, wie Schade er es fände, dass man nach wie vor nicht stolz auf Deutschland sein könne. Rechte Tendenzen ziehen sich anscheinend durch sämtliche gesellschaftlichen Schichten und das Klischee vom Bomberjackenskinhead stimmt nur noch bedingt, wie uns auch der Autor bestätigte.
Alles in allem ein gelungener Abend, den wir mit chinesischem (oder doch ['ki:nesisch]? Sagt doch mal Johannes und Daniel…) Essen gemütlich ausklingen ließen. Todmüde fielen wir in unsere mehr oder weniger bequemen Jugendherbergsbetten.

P.S.: ganz ganz ganz ganz lieben Dank an Mareike und ihre Mutter für das super leckere Frühstück!

Tschüss Nadine
Arvid

Die Kommentarleiste:
Nicolas: Mmmmhh, so lecker! Und so wunderbare GastgeberInnen. Hier kommen wir gerne wieder zurück.

Daniel: Typisch BuVo! Wir hatten in der Jugendherberge 2 Zimmer, ein 6-Bett- und 2-Bettzimmer.
Wir gingn natürlich alle ins 6er, nur der BuVo, in Person Nadine, war alleine im 2er. Alle meine Überredungsversuche, der BuVo solle sich nicht so elitär abgrenzen und zur „Basis“ ,und zum LaVo ins Zimmer zu gehen, blieben erfolglos. Ich zog natürlich auch gleich Paralellen zur berühmten Weichbodenmatte in Jena. Wann wird der BuVo es endlich lernen, dass er sich nicht abgrenzen soll? Wann werden wir endlich in der Grünen Jugend die Schichten überwinden?
Und jetzt noch eine kurze Kritk über das von Nicola so hoch gelobte Essen bei Mareike. Wehrlose und unschuldige Tiere mussten für dieses Frühsück erst lange leiden und dann ihr Leben lassen.

Johannes: Ja, vielen Dank für die Gatfreundschaft – diesmal haben wir wirklich die Luxus-Tour mit gutem Frühstück jeden Morgen und größtenteils schönem Sommerwetter! Mäc-Pomm begeistert!

UPDATE: Fotos gibt es hier

Sep
11

Wahlkampf-Tour MV: Malchow

Geschrieben von (Administrator) in Auf Achse am 11. September 2006

Drehbrückenstadt, Windy City, Touristentown. Mit diesen Schlagwörtern lässt sich Malchow zusammenfassen.
Doch wie wir so sind, ließen wir uns nicht durch Wind und Wetter beeindrucken und kämpften tapfer gegen die Witterungsverhältnisse. So bauten wir unseren Stand direkt neben der bekannten Malchower Drehbrücke auf. Unser Pavillion kommt nun allerdings etwas krumm daher, weil der Wind ihn etwas in Mitleidenschaft zog.

Dafür rüsteten wir personell auf. BuVo-Unterstützung in Form von Nadine stieß zu uns und auch Mareike aus M-V schloß sich uns an.

Und auch wenn das Wetter uns nicht gewogen war, so hatten wir doch eine Menge Spaß. Wir mussten allerdings feststellen, dass Malchow zum größten Teil aus süddeutschen Touristen, wie Ferdis altem Schulleiter, besteht.

Der eindeutige Höhepunkt des Tages war jedoch der Abend bei den Imkens. Interessante Gespräche über Böll, die Ehe, Pazifismus, Polygamie, alternative Kindererziehung, die Bildzeitung und einen grünen Literaturkanon rundeten den Abend, der mit Knabbereien und selbstgebackener Pizzaonnen hatte.Wir möchten auf diesem Weg deshalb auch nochmal ein großes Danke nach Röbel schicken.

Die Kommentarleiste:
Nicolas: Hochinteressant, am Bahnhof in Malchow existieren sogar dritte und vierte Klasse. Zwei-Klassengesellschaft, pah, darüber lacht Malchow.

Sep
11

Wahlkampf-Tour MV: Waren

Geschrieben von (Administrator) in Auf Achse am 11. September 2006

Kann mensch hier rudern……?

So gut gefiel uns unsere Neubrandenburger Wohnung, dass wir fast den kompletten Vormittag benötigten uns startklar zu machen. Dabei wurde der ZDF-Fernsehgarten geschaut und die Klasse-Band „De Randfichten“ fand in uns ein paar neue begeisterte Fans.

Gegen zwölf Uhr ging es dann weiter in nach Waren, ein malerisches, am Müritz-See gelegenes Städtchen mit maritimen Flair. Freundlich empfangen wurden wir von unserer lokalen Direktkandidatin Jutta welche uns sogar Kaffee, Tee und Kuchen an den Stand brachte. Zusätzlich wurden wir auch zu ersten Mal von Mareike, Sprecherin der Grünen Jugend MV aus dem nahe gelegenen Röbeln unterstützt.

Unseren Stand hatten wir diesmal direkt auf dem Marktplatz aufgebaut. Die einheimischen Warener machten sich an diesem verkaufsoffenen Sonntag etwas rar, dafür fanden wir mit unserer Aktion umso mehr Anklang bei den vielen Urlaubern welche den schmucken Ort in den Sommermonaten zahlreich frequentieren.

Am Abend dann, nachdem wir gegen sechs Uhr zusammengepackt hatten, begleitete uns Mareike noch kurz zu unserer Herberge und erklärte uns die örtlichen Freizeitmöglichkeiten für den Abend. Diese nutzten wir dann auch gern und als wir sie dann schließlich ausgeschöpft hatten gings noch weiter zur Tankstelle. Dort wurde unserer Bus dann mit Hilfe von ein paar Flaschen Bier bzw Saft und einer auf Parteikosten erworbenen Bravo fluchs zum Partymobil umgewandelt in welchem wir dann am Seeufer den Tag mit kollektiver Lektüre ausklingen ließen. Nico trinkt übrigens genauso gern Malzbier wie Gülcan von Viva und die Flirtchancen der meisten Tourteilnehmer sind am besten am Dienstag – wir sind gespannt.

Viele Grüße
Euer Ferdi, Schatzi der GJ Leipzig

Die Kommentare der Tormitglieder:
Nicolas: Kann man da rudern? kann man da segeln? Kann man da Fische fangen auf dem hohen Meer?

Arvid: 3,2 auf ner Skala von 1-10. Das ist ausbaufähig oder nicht?! ;)

Sep
11

Wahlkampf-Tour MV: Neubrandenburg

Geschrieben von (Administrator) in Auf Achse am 11. September 2006

Nach einer, vor allem für Daniel, langen Nacht, weckte uns der Alarm der BGS mehr oder weniger sanft. Um 6.30Uhr. Frisch wie der junge Morgen, nutzten wir das frühe Erwachen, um uns auf die andere Seite zu drehen und weiterzuschlafen.
Etwas später, bequemten wir uns dann, unsere müden Häupter zu erheben und in den Bus zu schleppen. Das obligatorische Startschussfoto musste leider entfallen, da die Kamera nicht funktionierte.

Nachdem wir einige Male die Tipps des Navigationssystem ausgelassen hatten, kamen wir PÜNKTLICH um 10.00Uhr in Neubrandenburg an. Die Altgrünen vor Ort standen schon bereit um uns zu begrüßen und auch die Presse wartete schon. Und nach kurzer Zeit ließ sich auch die Spitzenkandidatin bei uns blicken. Bot uns allerdings keine Hilfe bei Aufbau an. Der sich einigermaßen problematisch gestaltete, weil unsere Tische eher instabil waren. Um Materialschwächen abzufangen, gingen wir in die Personaloffensive. Aus Wankendorf reiste Arvid und aus Leipzig Johannes an.

Erfolgreich wie die GRÜNE JUGEND nun mal so ist, sammelten wir trotzdem 75 Handabdrücke und klärten eine Menge Leute über die Probleme des Rechtsextremismus allgemein, und den drohenden Einzug der NPD in den Landtag, auf.

Nach getaner Arbeit bauten wir den Stand wieder ab, um in den wohlverdienten Feierabend zu starten. Leider gab einer der Tische entgültig seinen Geist auf. Wir ließen ihn schweren Herzes zurück und suchten unser Domizil für die Nacht auf.

Die Wohnung die uns die Neubrandenburger stellten, war der eindeutige Höhepunkt des Tages. Eine kuschelige Atmosphäre, unterstützt durch die rote Zimertür im Badezimmer und viele ästetische Männerportraits (auch unter der Dusche) unterstützten eine kuschelige Atmosphäre.

Ab heute dann auch Einzelkommentare in Kürze und Würze aller Tourmitglieder:

Arvid: Johannes grüßt anscheinend Ferdi bei Popstars per SMS. Aha….
Was war im abgeschlossenen Raum? Noch mehr Stöpsel? Ne Folterkammer? N schwarzes Loch? Man weiss es nicht.

Ferdi: Will an dieser Stelle nur kurz dem lokalen Roten Kreuz dafür danken, dass Sie für uns extra in den Keller geganen sind um uns Wasser für unsern Kanister zu besorgen. Ihr seid supi!

Johannes: Back on tour – home, sweet home! :-) oder aber auch: ist schön hier, aber hier leben, nein danke! ;-)

Daniel: Ich war an dem Tag sehr müde. Ich hatte in der Nacht nur 2,5 stunden schlaf und eine Stunde am Nachmitag im Bus. Das nennt sich wohl einen erfolgreichen Start.

Sep
10

Tag 5: Oberfranken-Tour

Geschrieben von (Cybergreen) in Auf Achse am 10. September 2006

Der letzte Tag unserer Tour startet in Coburg. Aufstehen und Zelt abbauen…wir brauchen mal wieder viel zu lange und die Banner-Meisterin will so schnell wie möglich an die Stangen, damit „Die Konstruktion“ wieder aufgestellt werden kann. Nach dem Abbau erkennen wir die kleinen Hügel und Unebenheiten, die uns die Unterlage nicht unbedingt Schlaf-fördernd gemacht haben. Alles ins Auto geladen, bauen wir alles in der Innenstadt auf.

Coburg
Da in Coburg unser aktivstes Zentrum ist, schauen auch ganz viele Junggrüne bei unserem Stand vorbei und unterstützen uns. Dadurch können wir die ganze Straße in Beschlag nehmen und ganz viele junge Menschen ansprechen und über unsere Ideen informieren. Die Karte wird in Coburg nur so mit grünen Fingerabdrücken übersät. Da noch Weltbildungstag ist, ergänzen wir die Oberfrankenbegrünungsaktion durch das Thema Bildung. Dazu wurden ein paar Infos zum Weltbildungstag zusammengestellt und Misstände im Bildungssystem aufgezeigt und Forderungen aufgestellt. Schilder mit provokanten Forderungen machen auf das Thema aufmerksam.

Bamberg
Letzte Station unserer Hochtour. Wir sind immer noch motiviert, zumal Bamberg ja wie Bayreuth Unistadt ist und somit junge Menschen im Stadtbild mehr zu finden sind. Wir haben wieder einen tollen Platz und Unterstützung von vor Ort.

Bamberg ist ein echt schöner Abschluss für unsere Tour. Wir kommen mit vielen jungen Leuten ins Gespräch und auch jemand, der zwischen „JU“ und „JuLis“ hin- und hergependelt ist und meinte seine „Ideale verloren“ zu haben unterhält sich ganz nett mit uns. Leider bekommen wir hier noch ein paar rechtsradikale Meinungen zu hören. In einer „Diskussion“ über den Libanon-Einsatz der Bundeswehr meint ein Passant gegen Ende, „dass wir immernoch für den zweiten Weltkrieg an die da unten zahlen ist doch verrückt. Der Jude rafft doch immer noch.“ Das waren die letzten Worte von dem Mann, bevor er sich umdrehte und im Gewühl der FußgängerInnenzone verschwand. Es war mal wieder erschreckend, wie manche Menschen denken, aber die Jugend in Bamberg lässt hoffen…vielleicht die nächste aktive GRÜNE JUGEND. Würde uns freuen, wir helfen gerne bei einer Gründung!!!

Und die Karte ist auch schon voll grün geworden:

Wir lassen es uns nach getaner Arbeit noch ein bisschen gut gehen…

Damit endet der GRÜNE JUGEND Oberfranken-Hochtour-Blog
Weitere Infos und weitere Bilder unter: www.gj-oberfranken.de