Archive for Juli, 2006

Jul
26

Reichlich verklemmt, Herr Jung!

Geschrieben von (Hans) in Grüne Wiese am 26. Juli 2006

Die Bundeswehr hat ein Hotel in der Kölner Altstadt aus ihrem Hotelverzeichnis gestrichen, weil es in dessen Nachbarschaft einige Schwulenbars gibt. „Die Präsenz von Angehörigen der Bundeswehr in diesem einschlägigen Viertel werde so Dritten gegenüber vermittelt“, formuliert das Verteidigungsministerium ängstlich. Und: „Negative Auswirkungen auf das Ansehen der Bundeswehr sollen so vermieden werden.“ Anscheinend gilt bei der Bundeswehr jeder als unwiderruflich schwul, der lediglich an einer Schwulenbar vorbeiläuft. Doch warum fürchtet sich die Hardthöhe: Von den homophoben Spießern, um dessen Meinung man sich sorgt, werden die stolzen Kämpfer doch gar nicht gesehen – denn die meiden diese Straßen sowieso.

Viel scheint sich bei der Bundeswehr nicht geändert zu haben seit dem Fall des General Kießling in den frühen 80ern. Den hatte CDU-Verteidigungsminister Manfred Wörner unehrenhaft in den Ruhestand versetzen lassen, nachdem Kießlings Homosexualität bekannt wurde. Die “Ermittlungenâ€? zu dem Fall hatte der Minister zeitweise sogar selbst an sich gezogen – höchstpersönlich wertete er Tonbandaufnahmen auf, die Kießlings Neigungen beweisen sollten. Erst nach vielen Protesten der Opposition ließ Wörner seinen General rehabilitieren. Doch auch danach wurden schwule Soldaten in vielen Fällen zwangsversetzt, nicht befördert oder degradiert. Besonders Ex-Obersozi Rudolf Scharping war als Verteidigungsminister fleißig dabei. So soll er gesagt haben: “Homosexualität begründet erhebliche Zweifel an der Eignung und schließt eine Verwendung in solchen Funktionen aus, die an Führung, Erziehung und Ausbildung von Soldaten gebunden ist.”

Nachdem ein Bundeswehrsprecher die Nachricht zunächst dementiert hatte, ruderte man jetzt zurück: Der Fall sei ein absoluter Einzelfall und das Hotel habe halt vor allem zu wenig Parkplätze gehabt und die sexuelle Neigung spiele bei der Bundeswehr natürlich keine Rolle. Dass das nicht stimmt, hat sie gerade eindrucksvoll bewiesen…


Links:

Artikel “Schwule Soldaten bei der Bundeswehr” (RosaRauschen)
Pressemitteilung von Volker Beck, MdB
Parlamentarische Anfrage bei der Bundesregierung von Michael Kauch (FDP), MdB

Jul
24

Versteckspiel gibts als Neuauflage

Geschrieben von (Sebastian Brux) in Auf Achse, Grüne Wiese am 24. Juli 2006

Versteckspiel ist eine der erfolgreichsten und meiner Meinung nach besten Broschüren zur rechtsextremen Szene. Gerade ist die sechste, aktualisierte Neuauflage der Broschüre “Versteckspiel – Lifestyle, Symbole und Codes von neonazistischen und extrem rechten Gruppenâ€? erschienen.

Die Broschüre kann für 4 € inkl. Versand gegen Rechnung bei der Agentur für soziale Perspektiven — ASP e.V. (Lausitzer Str. 10 | 10999 Berlin | mail [at] aspberlin.de) bestellt werden.

Jul
19

Bei Farbspielchen malen wir nicht mit!

Geschrieben von (Paula) in Bundesvorstand am 19. Juli 2006

„Junge Grüne sprechen sich für eine Koalition mit CDU und FDP aus.“ „Die jungen Abgeordneten von CDU, FDP und Grünen sehen Annäherungen entspannter als die Alteingesessenen.“ „Die Grünen müssen endlich ihren Burgfrieden mit der FDP schließen.“ So und ähnlich lässt es sich in den letzten Tagen aus der Presse vernehmen. Doch was ist wirklich an diesen Aussagen von Berninger, Bonde und Co. dran? Wo sehen junge Grünenmitglieder und die GRÜNE JUGEND die Zukunft der Partei?

Ganz bestimmt nicht in Schnellschüssen über Koalitionsdebatten, die dafür bestimmt sind sich Presseaufmerksamkeit zu sichern. Bei Farbspielchen malen wir nicht mit!
Natürlich ist es wichtig eventuelle Bündnisse auszuloten und Kontakte zu anderen Parteien zu halten, doch im Vordergrund grüner Politik darf in den nächsten Jahren nicht die kontinuierliche Selbstbeschäftigung mit strategischen Farbspielchen stehen. Bestehende Inhaltsleere und das Fehlen von Zukunftsvisionen einiger Leute darf nicht mit vermeintlichen Koalitionsdebatten und persönlicher Profilierung überspielt werden. Vielmehr muss klar werden, wofür grüne Politik steht, was grüne Projekte sind. Das Augenmerk muss auf der inhaltlichen Positionierung der nächsten Jahre liegen.

Mehr denn je bedarf es einer ökologischen, sozialen, emanzipativen und kosmopolitischen Politik, um Antworten auf die Probleme der heutigen Zeit zu finden. Die GRÜNE JUGEND sieht die Grünen als moderne emanzipative Linke. Links heißt dabei sich für eine globale Gerechtigkeit einzusetzen, dabei klar zu seinen Positionen zu stehen, sich aber auch nicht vor Verantwortung zu drücken, wenn sie gefragt ist. Im Vordergrund stehen für uns dabei drei Projekte:

Die Anderen machen Politik für Deutschland, wir für die ganze Welt – Die Grünen als kosmopolitische Partei
Die Globalisierung hat das Schicksal der Menschen weltweit stärker miteinander verflochten, als es je zuvor der Fall gewesen ist. Seien es der Klimawandel, globale Migrationsströme, der zunehmende Welthandel, oder die Möglichkeit des Kapitals, Steuern auszuweichen – all diese Erscheinungen beeinflussen das Leben jedes Einzelnen von uns und sind zugleich im alten politischen Rahmen des Nationalstaats kaum noch zu gestalten.
Hier müssen die Grünen das überholte nationale Politikverständnis aufbrechen und die Weltgemeinschaft im Blick haben. Mit dem Globalisierungsprozess muss sich kritisch auseinandergesetzt und konsequent für globale Gerechtigkeit eingetreten werden.

Dem Klimawandel entgegentreten
Umwelt- und Klimapoltik ist das Thema mit dem die Grünen identifiziert werden und immer noch ein Alleinstellungsmerkmal in der politischen Landschaft ist. Hier haben wir in den letzten Jahren am meisten erreicht, aber noch lange nicht genug! Neue Studien belegen, dass der Klimawandel im vollen Gange ist – nur wenn wir die Umweltpolitik in den nächsten Jahren deutlich radikalisieren und die breite Gesellschaft für das Thema sensibilisieren, können wir die schlimmsten Folgen noch abbremsen.

Die soziale Frage
Auch wenn in diesem Politikfeld den Grünen viel vorgeworfen wird, ist es an der Zeit die richtigen Reformen zu starten. Allen Menschen Teilhabe zu ermöglichen und Gerechtigkeit zu schaffen geht weder über einen zurückgeschraubten noch einen bevormundenden Staat. Die Schlüsselfrage ist die Zugangsgerechtigkeit – besonders im Bildungsbereich müssen allen Kindern die gleichen Chancen zustehen. Aber auch bei der Krankenversicherung dürfen sich die starken Schultern ihrer Verantwortung nicht entziehen, sondern die schwachen mittragen. Daher haben die Grünen das Konzept der BürgerInnenversicherung hauptverantwortlich vorangetragen.

Globale, ökologische und soziale Frage zusammendenken
Um diese drei Projekte erfolgreich zu verwirklichen, müssen sie konsequent miteinander vernetzt werden. Die Stärke der Grünen ist politische Themen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern miteinander zu verbinden. Die Folgen des Klimawandels sind vor allem eine soziale und globale Frage. Nur eine radikale Umweltpolitik kann soziale und globale Gerechtigkeit schaffen.

Natürlich ist es richtig, zukünftige Koalitionen nicht nach Lagern, sondern nach der Durchsetzbarkeit grüner Inhalte zu bewerten. Genau deshalb ist es jedoch falsch, sich mit diesen Farbspielchen zu beschäftigen. Zuerst müssen die grünen Projekte vorangetrieben und die Gesellschaft dafür sensibilisiert werden. Wird dieser Schritt ausgelassen, wird Parteienpolitik beliebig. Die große Koalition zeigt, was passiert, wenn Inhalte keine klare Linie sondern ein Gummiball sind. Bei Farbspielchen vermalt man sich nur und verliert das Wesentliche aus seinem Blickfeld.
Wir Grünen stehen für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Die Rechte des Individuums stehen im Mittelpunkt unserer Politik. Außenpolitisch pochen wir stets auf die Unteilbarkeit der Menschenrechte und stellen immer noch die Alternative im Einheitsbrei des Parteiensystems dar. Wir fragen uns daher, wie die Jamaika-BefürworterInnen mit der rechtskonservativen CDU die offene, multikulturelle Gesellschaft positiv gestalten wollen. Natürlich sollten wir versuchen, grüne Inhalte auch in FDP und CDU, bzw. bei deren Klientel zu verbreiten. Aber für Koalitionsspekulationen sehen wir bis auf weiteres keine hinreichende gemeinsame inhaltliche Schnittmenge.

Jul
18

Rote Karte für Hubertus Heil

Geschrieben von (Administrator) in Grüne Wiese am 18. Juli 2006

Der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil schreibt auf der Webseite seiner Partei über die Gesundheitsreform:

Zwar seien sozialdemokratische Positionen nicht in allen Punkten durchzusetzen gewesen, räumte Heil ein, „aber ich würde sagen: Acht zu zwei nach Verlängerung und Elfmeterschießen

und wir beginnen zu rechnen: Wenn es nach dem Elfmeterschießen 8:2 stand, wie stand es dann vorher? Selbst wenn die eine Mannschaft (SPD) alle fünf Elfmeter verwandelt hat und die andere Mannschaft (CDU) keinen einzigen, dann stand es vorher 3:2, oder? Warum also Elfmeterschießen?

Und vor allem: Wenn eine Mannschaft beim Elfmeterschießen uneinholbar vorne liegt, wird abgepfiffen. Man kann also nach dem Elfmeterschießen maximal drei Tore Vorsprung haben, keine sechs Tore. Also aufgepasst, Herr Heil: Wer die Fußball-Stimmung im Lande nutzen will, ohne überhaupt Ahnung von dem Sport zu halten, fliegt vom Platz!

Jul
02

Nationalmannschaften zerschlagen!

Geschrieben von (Administrator) in Grüne Wiese am 2. Juli 2006

Die Grüne Jugend Nordrhein-Westfalen fordert eine gemeinsame Fußballmanschaft für ganz Europa und eine gemeinsame europäische Bundesliga. Die nationalen Fußballmanschaften sollen aufgelöst werden. “Ein Team mit Henry, Odonkor, Figo und Totti wäre weltweit unschlagbar”, heißt es in der Mitteilung. Was hältst Du von dieser Idee? Und wie würde Deine Mannschaftsaufstellung aussehen, wenn Europa schon bei dieser WM mit einer mit einer gemeinsamen Mannschaft antreten würde?

Jul
02

Jugendpolitik in Europa

Geschrieben von (Franza) in Internationales am 2. Juli 2006

- Manifest zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Entscheidungsprozessen

Die EU-Kommission plant für Juli 2006 eine Mitteilung zum Thema Kinderrechte. Anlass für EUROCHILD, dazu eine Anhörung im Europäischen Parlament zu organisieren. 16 Kinder und Jugendliche schrieben ein Manifest.

Mehr hier online.

- Fortschritt mit Mühe: Der Jahresbericht 2006 zur Lissabon-Strategie

Zwar sind in bestimmten Bereichen positive Tendenzen festzustellen, aber insgesamt sind die Fortschritte der europäischen Bildungs- und Berufsbildungssysteme auf dem Weg zur Umsetzung der Lissabon-Strategie noch unzureichend.

Mehr unter http://www.jugendpolitikineuropa.de/themen/bildung/news-285.html

- Mit den besten Empfehlungen: Europäische Qualitätscharta für Mobilität beschlossen

Der Europäische Rat für Bildung, Jugend und Kultur einigte sich auf Qualitätsstandards für europäische Mobilitätsprojekte. Der Europäische Freiwilligendienst lässt grüßen.

Mehr unter http://www.jugendpolitikineuropa.de/themen/mobilitaet/news-289.html

- Große Anfrage zur Jugendpolitik: Wie wird der Europäische Pakt für die Jugend in Deutschland umgesetzt?

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Bundestag gehen in einer Großen Anfrage unter anderem der nationalen Umsetzung des “Europäischen Pakts für die Jugend” nach.

Mehr unter http://www.jugendpolitikineuropa.de/europzusammen/pakt/news-288.html

- Per Eilboten zum Parlament: EU-Umweltrat beschließt Gemeinsamen Standpunkt zu JUGEND IN AKTION

Weil es drängt und der Starttermin 01.01.2007 für das neue Programm eingehalten werden soll, machte der Rat der EU-Umweltminister stellvertretend für die KollegInnen Jugendminister Nägel mit Köpfen. “Early second reading” heißt jetzt die Devise für das EU-Parlament.

Mehr unter http://www.jugendpolitikineuropa.de/nach2006/news-295.html

Viel Spaß beim Lesen wünscht
Franza