Archiv für Juni 2006

Die Kampagne “Stoppt Zwangsprostitution” richtet sich gezielt auch an Freier und informiert diese. “Neben den Hintermännern sind Sie als Kunde möglicherweise der Einzige, der Kontakt zu einer solchen Frau hat. Wir möchten dazu auffordern, genau hinzuschauen”, heißt es auf der Webseite.
Was wollen eigentlich die ganzen Leute sagen, die jetzt überall mit diesen Stofffetzen am Auto herumfahren? Jetzt ist es herausgekommen:

Dieser Cartoon ist von Dave Walker. Weitere Cartoons, die Du frei auch in Deinem Blog benutzen kannst, findest Du auf We Blog Cartoons.
Via Compyblog

Der Bundesausschuss der GRÜNEN JUGEND tagt gerade im Gleisdreieck in Hannover (s. Podcast Folge 7). Gestern Abend gab es Berichte aus den Landesverbänden. Heute morgen waren Mirja Höge (Werbeagentur ZUM GOLDENEN HIRSCHEN) und Christoph Bautz (CAMPACT) bei uns und haben über Strategien in der Kampagnenplanung referiert. Es gibt auch zwei Podcasts (Folge 8 und Folge 9) mit Interviews mit den Beiden.
Heute Nachmittag waren Reinhard Loske (Bundestagsfraktion), Wolfgang Sterk (Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie) und Lutz Weischer (BUND-Jugend) zu Gast und wir haben die Frage diskutiert, ob die Umweltpolitik eine neue Radikalität benötigt. Auch dazu gibt es einen Podcast (Folge 10) mit Lutz und Wolfgang.
In unserer Fotogalerie findet ihr auch viele schöne Fotos vom Bundesausschuss.

Da haben sich die beiden Richtigen gefunden: Michaela Noll und Erkrath. Noll ist unsere Lieblings-Bundestagsabgeordnete (CDU) aus dem Kreis Mettman (Neandertal) und Erkrath ist ein Ort östlich von Düsseldorf, geprägt von rauchenden Schloten und Plattenbauten (siehe Foto). Mit allen Kräften versucht die parteiübergreifend als hochkompetent angesehene Noll, ein Teil ihres funkelnden Images auch auf die stinkende Industriesiedlung zu übertragen. Betont unauffällig spricht sie die sonst im Zusammenhang mit Erkrath immer wieder genannten Schlagworte “Arbeitslosigkeit”, “Ghetto”, “Industriebrache” und “triste Häuserschluchten” gar nicht erst an, sondern konzentriert sich auf ein ganz anderes Feld:
„Erkrath ist eine kinder- und familienfreundliche Stadt, in der es sich zu leben lohnt“, so die CDU-Bundestagsabgeordnete Michaela Noll. Diese Ansicht der Parlamentarierin verfestigte sich im Gespräch mit dem Erkrather Bürgermeister Arno Werner.
Arno Werner unterstrich, dass der Faktor Familienfreundlichkeit ein immer wichtigerer Standortfaktor werde. „Unsere Städte haben nur dann eine Zukunft, wenn wir die Familien in das Zentrum der Politik stellen. Dies ist uns in Erkrath gelungen“, sagte der Bürgermeister.
Er hob hervor, dass man jeder berufstätigen Mutter, die einen Kindergartenplatz für ihr Kind unter 3 Jahren haben möchte, einen anbieten werde. Grundlage hierfür sei eine im Auftrag des Jugendamtes der Stadt Erkrath durchgeführte Erhebung, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln.
Kein Wort auch an dieser Stelle davon, dass der “tatsächliche Bedarf” kaum zu ermitteln sein dürfte, schließlich sind die “berufstätigen Mütter” in dem vom Strukturwandel hart getroffenen Erkrath zumeist arbeitslos! Aber wenn diese Mütter ihren Kinderwagen über die verrußten Straßen in Richtung Agentur für Arbeit schieben, vielleicht empfinden sie ja dann etwas Trost und Linderung ihres Schmerzes ob der verfluchten Stadt beim Gedanken: Michaela Noll, die sagenumwobene, war hier in Erkrath und hat wieder einmal ihr Bestes gegeben. Wenn auch wieder einmal umsonst.
Martin Metz erklärt, warum nicht immer alle über die WM meckern sollten, das Verhältnis der Grünen zum Fußball und was seine guten Seiten sind. Textauszug:
Gemeinsam mit den Grünen scheinen FDP und Linkspartei fußballerisch unterrepräsentiert zu sein. Also, der Proletensport Fußball eine Sache für die Volksparteien? Zumindest was GRÜNE angeht, so kann man von der Sozialisation der Mitglieder durchaus auch auf – sagen wir einmal – “Skepsis” gegenüber dem Fußball schließen. Grünen-Mitglieder und –Funktionäre sind insgesamt betrachtet überdurchschnittlich oft weiblichen Geschlechts. Und das ist schon einmal ein Ansatz. Denn auch wenn Fußball mittlerweile viel von Frauen gespielt wird, so haben doch Männer insgesamt in der Bevölkerung eher mehr Sympathie für das Spiel der Spiele. Hinzu kommt, dass Grünen-Mitglieder – zumindest formal – überdurchschnittlich gebildet sind. Fußball hingegen scheint eher etwas für die Unter- und Mittelschicht zu sein, nichts für Diskussionsrunden unter Juristen, Pädagogen und Biologen. Gerade in “intellektuellen” Kreisen wird Fußball oft als eine Belustigung der Massen angesehen, ähnlich dem Plebs, das im Circus Maximus nach dem Motto “panem et circenses” die Wagenrennen bejubelte.
Und anlässlich der Fußball-WM scheiden sich wieder die Geister. Denn das Massenspektakel findet nicht am Fernseher, sondern quasi vor der Haustür statt. Die Fußballberichterstattung nimmt gefühlt die Hälfte des Fernsehprogramms ein. Werbefirmen jedweder Art verbinden ihr Produkt mit Fußball. In den Zeitungen wird seitenlang über den Zustand der Wade von Michael Ballack diskutiert. Und fragt man im Freundeskreis nach, so schwankt die Gemütslage zwischen “ich habe jetzt schon genug davon” bis “geil, Fußball-WM”. Anlässlich solcher gesellschaftlicher Diskurse dürfen natürlich auch die Grünen nicht fehlen. Und sie liefern den Beleg für die “linksintellektuelle” Skepsis gegenüber der Fußball-WM und damit diesem Sport überhaupt.
Alles lesen hier: http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/wm_kritik/ und du kannst hier im Blog widersprechen, Fan-Gesänge anstimmen oder was auch immer….