Archiv für Mai 2006

Nach dieser witzigen Karrikatur aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (7. Mai 2006) und der Debatte von Hans-Christian Ströbele, ob die BRD eine Nationalhymne auf türkisch braucht, möchte ich die Nationalhymne in ihrer Gesamtheit in Frage stellen. Wofür brauchen wir eine Nationalhymne? Damit sie vor Fußballspielen falsch gesungen werden kann? Für einen deutschen “Nationalstolz”? Ist das nicht alles überflüssig in einem Europa ohne Grenzen? Ist das nicht überflüssig in einer Welt, die immer stärker zusammenwächst?
(Foto: sebibrux @ flickr)
jung | grün | stachelig, das offiziell erste Fanblog für die CDU-Bundestagsabgeordnete Michaela Noll, möchte an dieser Stelle wieder auf einen bahnbrechenden und wegweisenden Vorschlag unserer Lieblingsreichstäglerin aufmerksam machen. In ihrer neuesten Pressemitteilung teilt die engagierte Familienpolitikerin aus dem Wahlkreis Mettmann (Neandertal) mit:
Die CDU-Bundestagsabgeordnete Michaela Noll begrüßt die Idee, Schuluniformen in NRW einzuführen. „Wichtig ist mir allerdings, dass die Entscheidung, eine Schuluniform zu tragen, den Schülerinnen und Schüler selbst überlassen werden sollte“, so die Familienpolitikerin.
Ein Zwang zur Schulkleidung hätte dagegen sicher nicht die gewünschten positiven Prospekte. Äh, Ziele, bzw Maßnahmenbündel. Jetzt aber:
Ein Zwang zur Schulkleidung hätte dagegen sicher nicht die gewünschten positiven Aspekte.
Na bitte. Und weiter:
Wie erfolgreich eine freiwillige Uniform sein könne, zeige das Beispiel der Theresien-Mädchenrealschule in Hilden. Dort hätten die Schülerinnen vor mehr als einem Jahr selbst die Idee gehabt, eine gemeinsame Schulkleidung zu entwerfen. Dabei hätten sie selbstverständlich darauf geachtet, dass das Hemd auch möglichst chic aussieht. Das hellblaue Poloshirt werde nach Informationen des Schulleiters Diethard Müller inzwischen von mehr als der Hälfte der Schülerinnen getragen. Auch bei den neuen Jahrgängen sei die Nachfrage groß.
Für Michaela Noll hat eine solche freiwillige Schulkleidung viele Vorteile: „Das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt, der Markenzwang fällt weg, die Schulkleidung könnte auf Dauer billiger sein und es geht nicht mehr um die Frage, ob man ‚cool’ oder ‚uncool’ aussieht.“ Stattdessen rücke ein anderes Thema wieder mehr in den Mittelpunkt: der Unterricht.
An der Theresienschule tragen inzwischen auch viele Lehrer stolz das Shirt ihrer Schule – allen voran der Schulleiter.
Der Schulleiter. Einer Mädchen-Realschule. Trägt das Shirt. Das seine Schülerinnen entworfen haben und in dem sie möglichst “chic” aussehen wollen. Möchte man sich das vorstellen? Dann lieber Michaela Noll in einem Badeanzug, der einmal die Badehose von Helmut Kohl war.
Noch ist alles unklar, was mit der umstrittenen “hackzeitung” geschehen wird – jetzt tauchte das sagenumwogene Blatt bei ebay auf. Zu ersteigern ist eine PDF-Version des derzeit nicht legal erhältlichen Blattes. Die Auktion läuft noch bis morgen.

Am Freitag wurde in Nürnberg der “7. Alternative Medienpreis� an die Fairsharing-Kampagne verliehen. Dahinter steckt ein Bündnis aus attac (AG Wissensallmende), FoeBud e.V. und GRÜNER JUGEND, die sich für die Einführung einer Kulturflatrate einsetzen um so das Tauschen von Musik und Filmen mit einer pauschalen Abgabe legalisieren wollen.
Informationen zur Kulturflatrate _hier.

Die Laudatio auf Fairsharing.de hielt Dr. Gabriele Hoofacker (Journalistenakademie).
Der 7. Alternative Medienpreis wurde in den Kategorien “online� und “Radio� an jeweils drei Projekte vergeben. Neben Fairsharing.de haben in der Kategorie “online� die-seher.de (Filmfehler-Site) und die Nürtinger STATTzeitung (Alternative online-STATTzeitung) gewonnen.

In der Kategorie Radio haben drei exzellente Hörspiele gewonnen. Mein persönlicher Favorit war der Leipziger Beitrag “City Control. Soundtrack für die überwachte Stadt� (Siehe Foto). Ein Hörspiel, dass einen durch Leipzig führt und auf die Lage der Überwachungskameras und anderer Überwachungsmethoden hinweist und diese erklärt. Eine “Stadtführung� der besonderen Art. Verantwortlich dafür waren die Redaktion “Raumpatrouillen. Erkundungen im Dataspace� und die “Leipziger Kamera. Initiative gegen Überwachung�, die dieses einstündige Hörspiel bei Radio BLAU (Leipzig) gesendet haben.
Es gibt auch einen Aufruf zu unterzeichnen _hier.
Ein weiterer Preis ging an den Wiener Beitrag “Ein Tag gegen die österreichische Staatslüge. Die wahren Opfer haben Namen!�. Eine sehr bedrückende 24 Stunden Lesung am Mozinplatz in Wien, die live auf Radio ORANGE (Wien) übertragen wurde. Darin wurden 24 Stunden lang die Namen, Geburts- und Todestag und Grund der Verhaftung (soweit noch ermittelbar) ohne Unterbrechung von Opfern des Nationalsozialismus im Radio vorgelesen.
Der dritte Preis ging an Alfred Görgens für “Das Rezept der Woche� bei Radio Thonkule in Hildesheim. Wer die Möglichkeit hat die Geschichten einmal zu Hören verpasst was, wenn er sie nicht anhört.
Der Alternative Medienpreis wurde 1999 vom Nürnberger freien Radio Z und der Nürnberger Medienakademie ins Leben gerufen. Er wird mit Unterstützung des Nürnberger Kulturreferats und diverser SponsorInnen jährlich in den Kategorien “online� und “Radio� verliehen.
Fotos: sebibrux @ flickr
Weitere Fotos von der Preisverleihung _hier.

Der Reader für den Bundeskongress ist fertig und bereit zur Verschickung. Falls ihr euch rechtzeitig angemeldet habt, werdet ihr ihn in den nächsten Tagen in eurem Briefkasten haben. Falls ihr euch noch anmelden wollt, könnt ihr das hier. Ansonsten gibt es alle Kongressunterlagen täglich aktuell hier.
Die Forschungsgruppe Rechtsextremismus der Uni Potsdam veröffentlichte gerade eine Studie “Rechtsextremismus in Potsdan 1992 – 2005″. Die erste Auflage ist auf Grund der aktuellen Ereignisse in Potsdam komplett vergriffen, doch es wird demnächst eine zweite, größere Auflage geben. Auf der Seite rechtsextremismus-in-potsdam.tk gibts die Studie online unter der creative commons Lizenz.