Lange hat es gedauert, bis die Dresdner Bank am vergangenen Freitag (nach langem öffentlichem Druck) ihre Geschichte im Dritten Reich präsentierte.
Der Historiker Klaus-Dieter Henke u.a. haben auf 2400 Seiten die Rolle der Bank in der NS-Zeit erforscht und dafür 12 Kilometer Akten im Hausarchiv aufgearbeitet.
Das Ergebnis zeigt die Dresdner Bank in einer wichtigen Rolle für das Naziregime. So warben sie für sich selbst als “SS Bank�. Die amerikanische Militärregierung veröffentlichte bereits 1946 “kein anders führendes Kreditinstitut identifizierte sich so vollständig mit den Zielen der NSDAP, der Naziregierung und der SS�.
Für die Dresdner Bank gehörten Kontakte zu Partei und Hermann Göring zu betriebswirtschaftlichen Zielen. Nur so profitierte die Bank vom Vernichtungskrieg. Nicht zuletzt war sie wichtigste Kreditgeberin für die SS, war an der “Arisierung� jüdischer Vermögen und der “Germanisierung� annektierter Gebiete Profiteur. Im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung ist geradezu von einer “Goldgräberstimmung� in der Bank die Rede.
Sehr makaber ist die Rolle in der Auszahlung von Betriebsrenten an deportierte Juden. Die Bank weigerte sich, diese weiter zuzahlen und verlangte von der Ghettoverwaltung in Lodz Bescheinigungen, das die RentenbezieherInnen noch am Leben waren. Bei Alten ging die Bank davon aus, sie würden den Winter ohnehin nicht überleben. Die Zahlungen wurden eingestellt.
Das jüdische Museum verzichtete darauf, dass die Präsentation in deren Räumen stattfindet. Verständlich, würde ich sagen!
Der Abschluss der Studie ist geradezu Lob für die Bank, die “in respektabler Weise den Weg auf die Höhe der in unserem Lande mittlerweile erreichten Erinnerungskultur gefunden� hat. Bei einer solch Menschenverachtenden Vergangenheit könnte die Dresdner Bank getrost auf solch ein Eigenlob verzichten.Wäre alles ja nicht nötig, hätte sie sich den Ruhm als “SS Bank� vor über 60 Jahren gespart.