Archiv für Januar 2006

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Dies eine Werbung, die ich in der brand eins fand. Ich hab sie entweder nicht begriffen … oder aber ich muss empört sein! Was für eine menschenverachtende Werbung!

Ich kann es noch nicht so ganz glauben, aber auf den ersten Blick sieht es so aus, also ob Spiegel Online einen Schritt zu weit gegangen ist. In dem Artikel James Bond in Jeans und Weste beschreibt Redakteur Matthias Gebauer die beiden Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes “Reiner M.” und “Volker H.”, die während des Irak-Krieges in Bagdad blieben. Dazu stellt Spiegel Online eine Fotogalerie, auf der sich auch ein Screenshot der Homepage von “Reiner M.” befindet (siehe Foto). Darauf steht deutlich und gut erkennbar “Canberra – unsere neue Heimat”. Den Blogs Fefe, Mein Parteibuch, Spindoktor und Publicvoid reichten diese Angaben, um mehr herauszufinden: Eine Google-Suche nach diesem Begriff bringt genau einen Treffer, und diese Seite ist angemeldet auf “Reiner M., Gerlachstr. 33, D-14480 Potsdam, Germany” (das ist eine alte Adresse, M. wohnt ja inzwischen in Canberra). Im Google-Cache fanden die Blogger die im Artikel erwähnten “Grüße aus Pullach”. Über www.archive.org fanden sie auch das Archiv der Seite, aus dem Gebauer in seinem Artikel reichlich zitiert.

Kann denn das wahr sein? Die BND-Agenten in Bagdad sind zwar gerade in einer heftigen politischen Diskussion und wahrscheinlich wird ein Untersuchungssausschuss des Bundestages klären, was genau sie während des Irak-Krieges unternommen haben und wer wann davon wusste. Aber ist das ein Grund, einen Agenten zu enttarnen? Immerhin bedeutet das bei einem Geheimdienstmitarbeiter de facto ein Berufsverbot. Hier kommt noch hinzu, dass nicht nur der Agent selbst betroffen ist, sondern auf dem Archiv der Webseite auch noch Namen, Fotos und Mailadressen von Ehefrau und der beiden Kinder stehen (wovon Gebauer wusste, heißt es doch in seinem Text: “Auch Ehefrau, beide Kinder und der dicke BMW werden portraitiert”).

Natürlich muss das Verhalten der BND-Agenten aufgeklärt werden und natürlich muss darüber berichtet werden, deshalb unterstützen die Grünen ja auch den Untersuchungsausschuss. Aber ich sehe nicht, warum es notwendig ist, in der Berichterstattung einen Screenshot von der persönlichen Webseite des Agenten zu bringen und ihn damit zu enttarnen und seine Familie gleich mit. Wie gesagt: Ich kann es noch nicht so ganz glauben, aber auf den ersten Blick sieht es so aus, also ob Spiegel Online einen Schritt zu weit gegangen ist.

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Ein Brainstorming auf der Klausur des Grüne Jugend Bundesvorstands brachte viele verschiedene Themen hervor:

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