Archiv für November 2005

Am Samstag bin ich nun zur “Inaugural Conference for young political leaders in Asia and Europe” nach Beijing aufgebrochen. Nach einem mittelmäßigen Flug, Lufthansas Beinabstände werden immer kleiner, und ca. 40 Stunden permanenten Wachseins habe ich die erste Nacht hier verbracht und den Jetlag fasst überwunden.
Hier die ersten Eindrücke von der Konferenz und von China. Zum einen muss ich der häufig festgestellten Wahrnehmung recht geben, Beijing ist riesig. Ich bin zwar erst die 20 Kilometer vom Flughafen zum Hotel gefahren, das Hotel ist übrigens klasse, aber dieser Weg kam mir schon riesig vor und laut Stadtplan geht es noch x-Mal so weiter.
Zur Konferenz kann ich noch nicht viel sagen, sie beginnt erst gleich offiziell. Von den TeilnehmerInnen sind aber ca. 100 Personen aus über 30 Ländern vertreten. Aus Deutschland sind noch Simone Burger von den jungen europäischen SozialistInnen (ECOSY) und Alwin Proost vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vertreten. Die meisten anderen VertreterInnen sind Vorsitzende von nationalen Jugendverbänden oder kommen aus den europäischen Dachverbänden. Von der FYEG (Federation of Young European Greens) ist bisher nur Simo aus Finnland da. Unser Bürokoordinator Maarten wird aber vermutlich auch heute oder morgen eintreffen. Ziel dieser Konferenz ist die Stärkung des asiatisch-europäischen Jugenddialogs. Auf asiatischer Seite sind bisher erst sehr viele VertreterInnen von offiziellen Stellen, Ministerien oder Behörden, da. Dies ist natürlich teilweise schade, da man als europäischer Jugendverband natürlich am liebsten Kontakt direkt zu Jugendverbänden hat.
Am heutigen Tag wird leider nur der Vize-Aussenminister von China kommen, Außenminister Li Zhaoxing hat auf Grund des Besuchs von Bush und Rice abgesagt. Hier noch ein Bild vom gestrigen Abend und morgen kommt dann ein neuer Bericht.

PS: nur eine der Kuriositäten die ich schon erlebt habe. In China gibt es Abends auf den offenen Parkplätzen oder Freiflächen Tanzkurse. Dort treffen sich dann 50 und mehr Leute und lernen tanzen, von klassisch bis Rock n Roll und das einfach neben einer sechsspurigen Straße.

Hammer-Start beim Bundeskongress der Grünen Jugend: Bis gestern abend hatten sich schon mehr als 250 junge, engagierte Menschen angemeldet. Die Podiumsdiskussion zum Thema “Integration” brachte den TeilnehmerInnen einen wichtigen Aspekt des Kongress-Themas “Migration” nahe. Nach der Diskussion gab es den Film “Kurz und schmerzlos” zu sehen.

Im Laufe der späteren Abendstunden kam so richtig das “Kongress-Feeling” auf: Vor der kuschlig-bunten Goethe-Hauptschule in Koblenz sammelten sich die KongressteilnehmerInnen, um mit alten und neuen Bekannten zu quatschen und zu diskutieren. Apropos Schule: Wir haben es wirklich gut getroffen, in der Goethe-Hauptschule ist schon ein kleines bisschen “Neue Schule”, wie sie sich die Grüne Jugend in ihren Visionen und Beschlüssen vorstellt, realisiert. So gibt es tolle Projekte zu Integration, Toleranz – aber auch Querschnitssprojekte zur beruflichen Zukunft.

Heute gehts so richtig los mit den Anträgen.

Dass es viel zu erzählen gibt, wenn es nun endlich zur Hanfernte kommt, dachte ich mir ja schon. Dass es aber so viel sein würde, hätte ich nun doch nicht erwartet. Deshalb hier auch nur ein kleiner Auszug der Ereignisse, die auf dem Hanf-Hof kürzlich von statten gingen und bestimmt auch weiterhin gehen werden.

Als erstes ein kurzes Wort zu unserer „Höllenmaschine“, dem Hanf-Mäher…
Nachdem wir also nach dem freundlichen Besuch der lieben Experten für Arbeitssicherheit ein paar sicherheitstechnische, bauliche Änderungen wie Aufstiegsleiter, Ventilatorenschutzgitter und eine rutschsichere „Einstiegsrampe“, vorgenommen haben und natürlich auch die obligatorischen „Sicherheitsaufkleber angebracht haben, konnte einer kleinen Jungfernfahrt ja nun nichts mehr im Wege stehen.

Bis jetzt bin ich zwar nur als „Co-Pilot“ tätig, aber gut Ding will ja bekanntlich Weile haben und es lohnt sich auf jeden Fall, sich die verschieden Arbeitsschritte erst mal genau anzusehen.

Es ist schon beeindruckend, wenn auf das Betätigen mehrerer Hebel und Schalter nacheinander die 2 großen Dieselmotoren (einer für die Hydraulik, der Andere für den Antrieb), die 2 gigantischen Einzugstrommeln und schließlich die 50cm durchmessende Kreissäge und die 2 je 1,6m messenden, mit 26 scharfen Messern besetzten und mit ca. 2000 U/min rotierenden Schneidteller, eingeschaltet werden!

Sogar im Ruhezustand, angehängt an einen Traktor, sorgte dieses 9t wiegende Ungetüm letzte Woche bei einem externen Einsatz auf dem Feld eines etwa 50km entfernt wohnenden Landwirt-Kollegen, bei den Passanten in den Dörfern für Gesichter, wie man sie sonst nur bei Menschen, die gerade von Aliens entführt wurden, erwarten würde..

All diese Kraft wird aber auch benötigt, um dem an manchen Stellen über 4m hohen Hanf zumindest ansatzweise Herr zu werden. Hier zeigt sich nämlich wieder einmal sehr deutlich eine der größten Stärken des Hanfs, seine Widerstandsfähigkeit! Egal ob nun auf kultureller Ebene gegen ignorante (Drogen-)Politiker und realitätsferne Beamte, oder, zum Leidwesen der Landwirte und Verarbeiter auch gegen Hanf verarbeitende Maschinen..

Die extrem stabile und reißfeste, den Hanfstängel umschließende Faser, scheint nämlich nichts lieber zu mögen, als sich so oft wie möglich um alle erreichbaren, vorzugsweise rotierenden, Maschinenteile zu wickeln.

Das hat sogar schon soweit geführt, dass durch die Reibung, die durch die Fasern, die sich um den Antrieb der Kreissäge gewickelt haben entstand, plötzlich die gesamte linke Einzugstrommel zu rauchen begann und dann wegen der Hitze und den vielen getrockneten Hanf-Pollen auch noch Feuer fing.. Leider hatte ich an besagtem Tag meine Kamera nicht dabei.. Mit all dem Qualm und dem Feuer, hätte sie sicherlich ganz und gar „from Hell“ ausgesehen..;)!

Nicht selten müssen aber diese eigenwilligen Fasern unter Einsatz aller unserer Kräfte wieder zurück aufs Feld gezerrt werden (ein besonderer „Spass“ sind dabei die manchmal im Hanf versteckten Distelteile..) . Zumindest solange uns kein flammendes Inferno davon abhält..;) Bei so viel hartnäckigen Fasern kann einem der Hanf nach einem harten Tag auf dem Feld kommt einem der Hanf zwar normalerweise noch nicht zu den Ohren hinaus, wohl aber zu den Schuhen..;). Gut geschliffene Messer an den Schneidtellern, die einen sauberen Schnitt durch den Stängel erzeugen, können dieses Problem allerdings auf ein erträgliches Maß reduzieren. Diesen Beitrag weiterlesen »