Archiv für November 2005
ist die Freiheit wirklich grenzenlos. Es ist Sonntag und ich befinde mich nach achttägigen Aufenthalt auf dem Rückflug nach Deutschland. Als Technikliebhaber möchte ich jetzt mal FlyNet ausprobieren, „surfen über den Wolken“. Für schlappe 10 Euro für 30 Minuten ist es kein billiger Spass, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Nun aber der letzte Eintrag zu meiner Teilnahme an der „Inaugural Conference for Young political Leaders from Asia und Europe“. Der offizielle Teil der Konferenz ist ja schon zu Ende gewesen, ich hatte aber einen Tag in Beijing drangehängt um einen günstigeren Flug zu bekommen. So konnte ich nicht nur am Freitagabend noch einmal das Nachtleben genießen, sondern mir vor allem am Samstag die Stadt anschauen. Freitagabend ging es nach einer Massage noch nach Huhei, dem Vergnügungsgebiet nördlich der Verbotenen Stadt. Für sage und schreibe 7,50 Euro durfte ich ein Erdinger Weizen aus einem Cocktailglas genießen, es war nicht nur lauwarm sondern schmeckte nich einmal aus dem kleinen Glas. Aber nun ja, der grüne Tee später im Hotel war da schon wesentlich besser. Am Freitagabend haben sich auch noch einmal die europäischen Delegierten zu einer Auswertungsrunde gefunden, da einige Sachen doch nach etlichen auf dem Magen lag. Das Feedback war nicht vernichtend aber für die kommenden asiatisch-europäischen Begegnungen befruchtend. Vor allem auf der organisatorischen Ebene gibt es noch Verbesserungen, von der Arbeitsgruppenvorbereitung bis hin zur Rund-um-die-Uhr Begleitung der chinessischen Volunteers in Tianjin.
Am Samstag sind Simo, Maarten, Charline und ich zum Dirt-Market aufgebrochen. Es mussten weit über 1000 Stände sein, die sich auf dem eingemäuerten Gelände befanden. Vor allem Antiquitäten, Möbel, Bücher und Kitsch waren dort zu finden. Ich konnte direkt die schönsten Weihnachtsgeschenke für die Familie einkaufen als auch neue Rekorde beim feilschen brechen. Vom Anfangspreis bei 50 Euro habe ich es auf unter 5 Euro geschafft, schwache Nerven sollte man auf solch einem Markt nicht haben.
Später habe ich dann meinen neuen Anzug abgeholt und mich dazu hinreißen lassen noch einen Mantel machen zu lassen. Der Mantel konnte schon fünf Stunden später anprobiert, und 18 Stunden später abgeholt werden. Beides werde ich direkt kommende Woche beim Politikaward ausprobieren. Am Samstag bin ich dann noch in die Verbotene Stadt, den Jingshan Park und auf die Winghujan gefahren. Die Verbotene Stadt hat mich nicht wirklich begeistert. Größtes Problem ist glaube ich, das die Gebäude von innen nicht mehr wirklich eingerichtet sind und man so nur besonders die Dächer und Außenfassaden bewundern kann. Shoppen geht man vor allem auf die Märkte, die Kaufhäuser haben nur eine kleine Auswahl und sind oft überteuert.
Abends ging es dann noch traditionell chinesisch Essen. Nachdem wir erst eine Gruppe von ca. 20 in Beijing verbliebenden KonferenzteilnehmerInnen waren, haben wir uns nach 45-minütiger Restaurant Suchorgie mit acht Leuten abgesetzt und haben lecker HotBool gegessen. Ist ähnlich wie Fondue, aber halt asiatisch geprägt und seine Sauce mixt man selber. Nach ca. zwei Stunden haben wir dann noch RedStar getrunken, den chinesischen Wodka aus Reis. Mit ca. 56% macht er eher blind als das es ein Geschmackserlebnis ist. Eine Halbliter Flasche für einen Euro habe ich aber trotzdem mitgenommen.
Am Sonntag war dann noch die Verabschiedung und das Packen angesagt. Maarten der die Nacht bei mir im Zimmer mit übernachtet hat, hatte leider eine seiner Taschen vergessen. So musste ich noch eine zweite Reisetasche kaufen und richtig stopfen. Trotz 36kg aufgegebenem Gepäck wurde mir kein Aufschlag abverlangt, obwohl die Grenze eigentlich bei 20kg liegt, da sieht man halt den Unterschied zu RyanAir oder EasyJet.
Insgesamt war die Reise nach China nicht nur spannend und eine gelungene Abwechslung nach Wahlkampf und Bundeskongress, sondern auch eine super Kontaktbörse. Mit vielen neuen Bekannten aus Asien und Europa konnten nicht nur mögliche Projekte besprochen, sondern auch viele Ideen ausgetauscht werden. Die Bilder findet ihr unter folgendem Link: http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/fotogalerie/906/index.html
Die offizielle Konferenz ist nun gestern zu Ende gegangen. Die
Dekleration wurde verabschiedet und in Tianjin gab es noch ein
Abschlussprogramm.
Meine Anmerkungen zur Dekleration, die als Vorlage für das nächste
ASEM-Meeting in Finnland 2006 dienen soll, wurden dabei leider nicht
übernommen. Die Forderung zur Klarstellung der Menschenrechte hat fast
noch zum Eklat geführt. Für mich und etlichen anderen TeilnehmerInnen
war es nicht hinnehmbar das wir die aktuelle Situation der
Menschenrechte in China hinnehmen, indem wir eingestehen, dass es momentan
verschiedene Verständnisse im Punkt der Menschenrechte geben kann. Ich
hatte mich dann beim formellen Abschluss noch einmal zu Wort gemeldet,
da das European Youth Forum als auch der Vorsitzende von ECOSY mit dem
Kompromiss leben konnten, meine Einwände hatten aber keinen Erfolg. Die
Aufregung darum war aber zwischenzeitlich schon sehr lustig, da einige
natürlich nicht das gastgebende Land China angreifen wollten. Die
anwesenden Mitglieder der kommunistischen Partei und der Landesminister
haben mich dann auch mit bösen Blicken gestraft. Ich bin mal gespannt, ob
ich jetzt auf die Black-Liste für Einreisevisa komme.
Nach dem Ende der Konferenz ging es noch zum Abschlussbankett. Der 150
Meter lange Weg wurde per Bus zurückgelegt, was einmal wieder bewies, wie
China mit der Umweltproblematik umgeht.
Am Abend wurden wir dann zu einem Vor Ort Besuch in das Tianjin Youth
Center eingeladen. Begrüßt von ca. 100 Kindern, die uns glücklich um den
Hals bzw. die Beine fielen und uns unbedingt berühren bzw. mit uns spielen
wollten, war die Atmosphäre doch sehr aufgesetzt. Hinzu kam, das der
gesamte Raum mit Hunderten McDonalds-Luftballons geschmückt war.
Anschließend ging es in Delegationsgruppen durch das Youth Center. Wir
konnten bewundern, wie hart im jüngsten Alter Ballett trainiert wird oder
wie Fünfjährige schon Bilder malen, die ich selbst heute nicht
hinbekommen könnte. Lustig war, wie im Handwerksraum achtjährige Jungs
Flugzeugträger aus Holz im Maßstab 1:150 bauen, von Militarismus ist
hier nicht zu sprechen. Zum Abschluss gab es dann noch ein klassisches
Konzert des Nationalorchesters, uns wurde das gleiche Programm
vorgespielt, das das Orchester erst vor einigen Wochen in Wien
vorgetragen hatte.
Das war ein Propaganda-Abend erster Klasse. Begleitet von Fernsehteams
und Journalisten durften wir uns das abendliche Vergnügen antun. Falls
man mit einem Kind dort sprechen wollte, etliche sprechen schon extrem
gut Englisch, war spätestens nach dem zweiten Satz ein älterer Chinese
(wohl Parteimitglied) da, um die Unterhaltung zu überwachen.
Das ganze Tam-Tam ging am heutigen Tage weiter. Bei dem Ausflug in den
Tianjin New District wurden wir wie auch am gesamten restlichen Tag von
einer riesigen Polizeieskorte begleitet. Kreuzungen wurden für uns
gesperrt und sogar Autobahnauffahrten wurden kurzzeitig geschlossen
damit wir reibungslos durchkommen – ob soetwas nötig ist bleibt in Frage
gestellt. Die Propaganda ging heute weiter. Besuch des
Informationscenters des New Districts, der innerhalb von 15 Jahren
gebaut wurde und als Trabantenstadt nun über einer Million Menschen
Unterkunft gewährt. Anschließend ging es noch zur neuen Bücherei, zu
einer Logistikfirma und dann zum Stolz der Stadt, dem Hafen.
Ich muss sagen das ich lieber weiter drei Stunden über die Dekleration
gestritten hätte, als mir ein Staatsbesuchsprogramm anzutun, was eh kaum
etwas gebracht hat, da für Nachfragen nie Zeit war.
Nun geht es gerade zurück nach Beijing, wo heute das letzte gemeinsame
Abendessen eingenommen wird und ich dann am Sonntag wieder nach
Deutschland aufbreche.
Gestern haben wir Beijing verlassen, um nach Tianjin aufzubrechen. Mir hat die Stadt, bevor ich nach China gekommen bin, noch nichts gesagt. Tianjin hat aber ueber zehn Millionen EinwohnerInnen und ist eine der wichtigsten Hafenstaedte Chinas und quasi der Hafen von Beijing. Die Konferenz geht hier weiter und soll einen Einblick in das chinesische Alltagsleben ausserhalb von Beijing geben. Betreut von einem ca. 50 koepfigen Korp von Freiwilligen und mit Geschenken ueberhaeuft, geht es aber mit dem dichtgepackten Programm weiter. Nach einem Bankett auf Einladung des Ministerpraesidenten ging es in einen Nachtclub. Von aussen wie ein Bordell aussehend, war der Kellerclub von innen aber sehr westlich gehalten. Die wichtigste Erkenntnis aus dem chinesischen Nachtleben ist, das Chinesen fast nur Hochprozentigen in ganzen Flaschen kaufen. Besonders beliebt ist Jack Daniels, Finlandia Wodka oder Chivas Regal Whisky. Wenn man die Flasche am Abend einmal nicht aufbekommt, kann man sie in einem Schrank mit seinem Namen drauf fuer den naechsten Besuch stehen lassen. Die zweite wichtige Erkenntnis ist, dass das Nachtleben von der Polizei stark ueberwacht wird. Es geht soweit, das in dem Club in Tianjin permanent zwei Polizisten im Raum waren, spaeter sich aber dazu ueberreden liessen mitzufeiern und die ueberdimensionalen kommunistischen Polizeimuetzen abzulegen.
Am Konferenztag in Tianjin ging es um die Verabschiedung der gemeinsamen Dekleration. Die Diskussion wurde dabei zum ersten Mal wirklich lebendig. Neben der eher sehr oberflaechlichen Dekleration, die leider nur wenige Punkte aus den Arbeitsgruppen uebernommen hatte, ging es vor allem auch um eine generelle Aussprache. Eine gemeinsame Kritik wurde dabei von den AsiatInnen vorgetragen. Sie fuehlten sich nur wenig repraesentiert und verstanden waehrend der Konferenz. Als Kritik wurde dagegengehalten, das die Mehrheit der asiatischen Delegierten aus der administrativen Ebene kommen und in Aussen- oder Wirtschaftsministerien arbeiten und, wenn ueberhaupt, nur entfernt mit Jugendpolitik etwas zu tun haben. Ausnahmen gab es aber natuerlich auch, wie Steven, Praesident des phillipinischen Jugendparlaments.
Die Verabschiedung der Dekleration ist noch nicht gelaufen, es standen aber Grundsaetze wie das Recht der sexuellen Freiheit und der demokratischen Jugendarbeit in Frage. Ob meine Aenderungswuensche uebernommen werden ist eher unwahrscheinlich, ging es doch um eine staerkere Verankerung der Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen und das Ziel einer staerkeren Bildungszusammenarbeit zwischen Asien und Europa. Sobald die Dekleration fertig und digital verfuegbar ist, werde ich sie online stellen.
Nun neigt sich meine Zeit auf dem Hanf-Hof wirklich immer mehr dem Ende zu…
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Das den ganzen Sommer so schön grüne und duftende Hanffeld ist nun komplett abgemäht und die Pflanzen liegen schön säuberlich in langen bräunlichen Schwaden zum „rösten“ bereit (durch Witterungseinflüsse zersetzen sich innerhalb von ca. 10-20 Tagen die Klebestoffe, die die Faser mit dem holzigen Teil des Stängels verbinden und lassen sich so später leichter verarbeiten).
Gestern fielen dann auch noch die letzten ca. 75 Quadratmeter Hanf, die noch für die Dreharbeiten von „Vollgras Voraus“ stehen geblieben sind. Mit Sense und Machete bewaffnet zog ich los um mich dem Hanf mal ganz ohne maschinelle Hilfe, richtig „Old School“ halt, entgegen zu stellen. Nach ca. 2,5 Stunden kam ich dann verschwitzt und mit ein paar Blasen an den Händen- aber siegreich;)! – zum Hof zurück! Das zähe Zeug ist wirklich nicht zu unterschätzen…
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Da der gemähte Hanf leider noch nicht ganz geröstet ist und auch der Weizen noch vor dem Winter in den Boden gesät werden muss, kann ich leider nicht mehr miterleben, ob die kombinierte Ballenpresse mit integrierter Samenauffangvorrichtung so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben…
Ich bleibe allerdings in Kontakt mit dem Hof und der Fabrik und werde mich hoffentlich auch weiterhin ein bischen auf dem Laufenden halten können. Vorerst muss ich jetzt also leider den Hanf und die schöne Uckermark hinter mir lassen, denn jetzt geht’s jedenfalls erst mal los nach Kassel um in diesem Gebäude mit meinem Öko-Land(und Garten;))bau-Studium anzufangen:
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Inwieweit sich dort der Wiederanbau der neuen alten Nutz- und Kulturpflanze Hanf weiterverfolgen und unterstützen lässt, steht bis jetzt leider noch allerhöchstens in den Sternen.. Diese Pflanze wäre es auf jeden Fall mehr als wert!
In Zeiten des Klimawandels und Kriegen um fossile Rohstoffe steht mit Hanf ein fast CO²- neutraler, extrem vielseitig nutzbarer nachwachsender Rohstoff zur Verfügung!! Nicht zu vergessen auch seine Rolle als Kulturpflanze, die den Menschen seit tausenden von Jahren (be)sinnliche Momente bescherte. Auch heute noch, im schnelllebigen Zeitalter der Industrie und des Konsums, beschert sie kleine grüne Oasen der Wärme und Entspanntheit für immer mehr werdende und hoffentlich auch bald „liberalisierte“ (wohl eher nicht von der FDP…) Freunde der verantwortungsbewussten Pflanzennutzung.. Es wäre wirklich mal an der Zeit!!
Also, lasst den Hanf nicht hängen (außer beim trocknen;))!
Ein gesegnetes Erntedankfest wünscht Euch
Dr. Green
Mittlerweile sind wir schon in der Halbzeit der Konferenz angekommen. Die Arbeitsgruppen haben ihre Vorschlaege verschriftlicht und bei unserer Gruppe steht nun die Forderung nach gender-balanced Austaeuschen drin. Ansonsten ging es gestern zum ersten kulturellen Highlight, die Besichtigung der Chinesischen Mauer. Begeistert bin ich nicht, denn der von Touris und Chinesen voellig ueberrante Ort war eigentlich nichts besonderes, irgendwo zwischen den Bergen ca. eine Stunde von Beijing entfernt. Den Smog aus der Stadt konnte man aber immer noch sehen. Die Mauer sieht uebrigens wie jede grosse mittelalterliche Festungsmauer in Europa aus. Das beeindruckende ist lediglich ihre Laenge und das es wirklich Kreuz und Quer durch die Berge geht, eine Logik steckte nicht dahinter, sonst haette man sich einige Umwege wohl sparen koennen.
Gestern ging es zudem noch ins nahegelegende Kaufhaus und ich habe mir einen Anzug gegoennt, gerade mal 100 Euro und massgeschneidert. Der Aanzug wurde vor Ort erstellt, musste also keine Bedenken bezueglich Kinder-Sweatshops im Hinterland haben. Ansonsten gibt es natuerlich auch eine Menge Ramsch, vom pinken Klodeckel bis zu China-Laempchen.
Heute war ein weiteren Highlight dran. Es ging zum ZK. Die Parteizentrale der kommunistischen Partei ist alles andere als ein Stalinbau wie wir ihn aus Moskau oder Berlin kennen. Ein schlankes modernes Hochhaus mit Plasmafernsehern von Samsung gesponsert im Eingangsbereich. Das Treffen mit einem Mitglied des Zentralkommitee war natuerlich extrem formell. Grosser Saal mit riesigen Landschaftsbildern und einem flusenden Teppich, ich zupfe jetzt noch an meinen Schuhen herum. Neben dem Geplaenkel das man sich freut den anderen zu sehen, wurden auch Fragen gestellt. Neben einer extrem peinlichen Frage aus Portugal, gab es aber auch eine abgesprochene kritische Frage aus der europaeischen Delegation zum Thema Menschenrechte und eine Frage zur Situation von Jugendlichen die keinen Zugang zu Schulbildung haben. Bei der ersten Frage liess sich dann dass ZK Mitglied dazu hinreissen zu sagen das Menschenrechte natuerlich weltweit andere Standards und Definition hat, auch wenn er die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen als Grundlage nannte. Ansonsten halt das uebliche Gerede vom weltweiten Kampf fuer Frieden und das China schon grosse Erfolge in den Freiheitsrechten vorzuweisen hat.
Mal sehen wie es jetzt wird, wenn wir Beijing verlassen und in Richtung Meer fahren, die ersten Eindruecke davon bekommt ihr morgen.
Die Konferenz ist mittlerweile schon am zweiten Tag angekommen und neben der ofiiziellen Eröffnung konnten auch schon die ersten größeren Ausflüge unternommen werden. Neben dem formellen Prozedere der Eröffnung, der Key Note Speaches und den Gruppenfotos ging es auch schon in die Arbeitsgruppen. Ich habe das Vergnügen mich mit dem Thema “Common Challenges for participation and mobility” auseinanderzusetzen. Ergebnisse liegen noch keine vor, die Diskussionen verliefen bisher aber auf einer sehr diplomatischen Ebene. Bemerkenswert fande ich es wiederum wie eine Teilnehmerin aus Brunei offen die Unterdrückung in ihrem Land angesprochen hat, obwohl sie beim Staat angestellt ist.
Um aber wieder etwas mehr vom Alltagsleben in China/ Beijing zu berichten, so haben wir gestern Abend einen Ausflug unternommen. Ziel war eigentlich irgendein Restaurant/ Bar wo es exotische Tiere gibt, ich weiß nicht was an Skorpion-Essen toll sein soll, haben es aber im Endeffekt nicht finden können und sind dann nach Huwei gefahren, einer netten Bargegend um einen See herum. Im Lotus Blue sind wir dann auch erstmal hängen geblieben. Die Bar ist sehr zu empfehlen, auch wenn die Preise westliches Niveau haben.
Viel mehr hat mich aber an dem Ausflug gestört, als ich mitbekommen habe was die Arbeitszeit hier kostet. Als Taxifahrer bekommt man ca. 10 Cent pro Killometer, Benzin inklusive. Und es geht auf allen Ebenen weiter. Im Hotel werden die Zimmer dreimal täglich saubergemacht. In der Lobby gibt es eine Putzkraft die permanent den Boden wischt. Auf Nachfrage bei den chinesischen TeilnehmerInnen wurde mir die Situation erklärt und im ländlichen Raum sind die Bedingungen noch viel schlimmer. Was mir aber wiederum auch aufgefallen ist, ist das die Bezahlung als auch die Behandlung von Frauen in China und auch wohl anderen asiatischen Ländern besser als im Großteil Europas ist. Die asiatischen TeilnehmerInnen sind fast gender balanced, wenn aus Europa gerade mal 20% der TeilnehmerInnen weiblich sind. In das traditionelle Rollenverhältnis konnte ich bisher noch nicht einblicken, fand aber die Situation auf den ersten Blick sehr spannend.
