Über den Wolken…
Geschrieben von (Malte Spitz) in Grüne Wiese am 27. November 2005
ist die Freiheit wirklich grenzenlos. Es ist Sonntag und ich befinde mich nach achttägigen Aufenthalt auf dem Rückflug nach Deutschland. Als Technikliebhaber möchte ich jetzt mal FlyNet ausprobieren, „surfen über den Wolken“. Für schlappe 10 Euro für 30 Minuten ist es kein billiger Spass, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Nun aber der letzte Eintrag zu meiner Teilnahme an der „Inaugural Conference for Young political Leaders from Asia und Europe“. Der offizielle Teil der Konferenz ist ja schon zu Ende gewesen, ich hatte aber einen Tag in Beijing drangehängt um einen günstigeren Flug zu bekommen. So konnte ich nicht nur am Freitagabend noch einmal das Nachtleben genießen, sondern mir vor allem am Samstag die Stadt anschauen. Freitagabend ging es nach einer Massage noch nach Huhei, dem Vergnügungsgebiet nördlich der Verbotenen Stadt. Für sage und schreibe 7,50 Euro durfte ich ein Erdinger Weizen aus einem Cocktailglas genießen, es war nicht nur lauwarm sondern schmeckte nich einmal aus dem kleinen Glas. Aber nun ja, der grüne Tee später im Hotel war da schon wesentlich besser. Am Freitagabend haben sich auch noch einmal die europäischen Delegierten zu einer Auswertungsrunde gefunden, da einige Sachen doch nach etlichen auf dem Magen lag. Das Feedback war nicht vernichtend aber für die kommenden asiatisch-europäischen Begegnungen befruchtend. Vor allem auf der organisatorischen Ebene gibt es noch Verbesserungen, von der Arbeitsgruppenvorbereitung bis hin zur Rund-um-die-Uhr Begleitung der chinessischen Volunteers in Tianjin.
Am Samstag sind Simo, Maarten, Charline und ich zum Dirt-Market aufgebrochen. Es mussten weit über 1000 Stände sein, die sich auf dem eingemäuerten Gelände befanden. Vor allem Antiquitäten, Möbel, Bücher und Kitsch waren dort zu finden. Ich konnte direkt die schönsten Weihnachtsgeschenke für die Familie einkaufen als auch neue Rekorde beim feilschen brechen. Vom Anfangspreis bei 50 Euro habe ich es auf unter 5 Euro geschafft, schwache Nerven sollte man auf solch einem Markt nicht haben.
Später habe ich dann meinen neuen Anzug abgeholt und mich dazu hinreißen lassen noch einen Mantel machen zu lassen. Der Mantel konnte schon fünf Stunden später anprobiert, und 18 Stunden später abgeholt werden. Beides werde ich direkt kommende Woche beim Politikaward ausprobieren. Am Samstag bin ich dann noch in die Verbotene Stadt, den Jingshan Park und auf die Winghujan gefahren. Die Verbotene Stadt hat mich nicht wirklich begeistert. Größtes Problem ist glaube ich, das die Gebäude von innen nicht mehr wirklich eingerichtet sind und man so nur besonders die Dächer und Außenfassaden bewundern kann. Shoppen geht man vor allem auf die Märkte, die Kaufhäuser haben nur eine kleine Auswahl und sind oft überteuert.
Abends ging es dann noch traditionell chinesisch Essen. Nachdem wir erst eine Gruppe von ca. 20 in Beijing verbliebenden KonferenzteilnehmerInnen waren, haben wir uns nach 45-minütiger Restaurant Suchorgie mit acht Leuten abgesetzt und haben lecker HotBool gegessen. Ist ähnlich wie Fondue, aber halt asiatisch geprägt und seine Sauce mixt man selber. Nach ca. zwei Stunden haben wir dann noch RedStar getrunken, den chinesischen Wodka aus Reis. Mit ca. 56% macht er eher blind als das es ein Geschmackserlebnis ist. Eine Halbliter Flasche für einen Euro habe ich aber trotzdem mitgenommen.
Am Sonntag war dann noch die Verabschiedung und das Packen angesagt. Maarten der die Nacht bei mir im Zimmer mit übernachtet hat, hatte leider eine seiner Taschen vergessen. So musste ich noch eine zweite Reisetasche kaufen und richtig stopfen. Trotz 36kg aufgegebenem Gepäck wurde mir kein Aufschlag abverlangt, obwohl die Grenze eigentlich bei 20kg liegt, da sieht man halt den Unterschied zu RyanAir oder EasyJet.
Insgesamt war die Reise nach China nicht nur spannend und eine gelungene Abwechslung nach Wahlkampf und Bundeskongress, sondern auch eine super Kontaktbörse. Mit vielen neuen Bekannten aus Asien und Europa konnten nicht nur mögliche Projekte besprochen, sondern auch viele Ideen ausgetauscht werden. Die Bilder findet ihr unter folgendem Link: http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/fotogalerie/906/index.html












Als erstes ein kurzes Wort zu unserer „Höllenmaschine“, dem Hanf-Mäher…
Es ist schon beeindruckend, wenn auf das Betätigen mehrerer Hebel und Schalter nacheinander die 2 großen Dieselmotoren (einer für die Hydraulik, der Andere für den Antrieb), die 2 gigantischen Einzugstrommeln und schließlich die 50cm durchmessende Kreissäge und die 2 je 1,6m messenden, mit 26 scharfen Messern besetzten und mit ca. 2000 U/min rotierenden Schneidteller, eingeschaltet werden!
All diese Kraft wird aber auch benötigt, um dem an manchen Stellen über 4m hohen Hanf zumindest ansatzweise Herr zu werden. Hier zeigt sich nämlich wieder einmal sehr deutlich eine der größten Stärken des Hanfs, seine Widerstandsfähigkeit! Egal ob nun auf kultureller Ebene gegen ignorante (Drogen-)Politiker und realitätsferne Beamte, oder, zum Leidwesen der Landwirte und Verarbeiter auch gegen Hanf verarbeitende Maschinen..
Nicht selten müssen aber diese eigenwilligen Fasern unter Einsatz aller unserer Kräfte wieder zurück aufs Feld gezerrt werden (ein besonderer „Spass“ sind dabei die manchmal im Hanf versteckten Distelteile..) . Zumindest solange uns kein flammendes Inferno davon abhält..;) Bei so viel hartnäckigen Fasern kann einem der Hanf nach einem harten Tag auf dem Feld kommt einem der Hanf zwar normalerweise noch nicht zu den Ohren hinaus, wohl aber zu den Schuhen..;). Gut geschliffene Messer an den Schneidtellern, die einen sauberen Schnitt durch den Stängel erzeugen, können dieses Problem allerdings auf ein erträgliches Maß reduzieren.