Archive for the ‘Grüne Wiese’ Category

Aug
06

Die Erfurter Bannerfabrik

Geschrieben von (Karl) in Grüne Wiese am 6. August 2010

In Erfurt bleibt die Tramptour zwei Tage. Hier machen wir mal richtig viele Banner. Banner zu machen ist einfach: Man braucht nur ein Stück Stoff und Farbe. Nicht vergessen, Zeitung unterzulegen und dann kann es los gehen:

Zu zweit geht es schneller:

Und man kann auch richtig viel Text draufschreiben:

Komplexere Techniken führen zu sehr bunten Ergebnissen. Erst den gewünschten Text abkleben und alles mit Farbe besprühen:

Dann die Klebestreifen abziehen:

Und das schönste zum Schluß, eine Kombination aus beidem: Zuerst den Hintergrund Silber ansprühen, dann Text abkleben, dann mit dicker Farbe bemalen und schließlich nach dem Abziehen der Klebestreifen entsteht silberner Text in einem Tarnfarbenbanner. Seht selbst:

Und was wir damit gemacht haben, seht ihr im nächsten Beitrag.

Aug
03

Querschnitt aus der Bevölkerung

Geschrieben von (Karl) in Grüne Wiese am 3. August 2010

Einen Tag nach dem Ende der Sommerakademie ist die Tramptour in Wolfsburg angekommen. Auf dem Weg von Hannover in die “Autostadt” sind uns beim Trampen schon ausreichend interessante Figuren begegnet. Am schnellsten war heute Dani, der gut zwei Stunden vor den anderen vier TrampterInnen angekommen ist.

Dani stand mit einem Schild an einer Autobahneinfahrt am Nordrand von Hannover und wurde von einem VW-Arbeiter mitgenommen. Es ergaben sich interessante Gespräche, weil der Arbeiter gut politisiert, aber auch etwas frustriert war. Und richtig schön links. Durch kluge Kommentare auf Veranstaltungen fiel er dereinst einer Partei auf, die dann wollte, daß er bei ihnen mitmacht. Da fragt der Arbeiter den Funktionär: Was kann ich denn da machen, wenn ich meine eigene Meinung behalten will? Und bekommt als Antwort: Auf dem Klo kannst du sagen, was du willst, aber ab einer bestimmten Position mußt du halt aufpassen, was du in der Öffentlichkeit sagst. Seitdem hat er auf Parteien keine Lust mehr. Und ihr wundert euch, daß es euch schlecht geht?

Simon und Magda waren am längsten unterwegs. Eineinhalb Stunden standen sie an der Raststätte Garbsen im Nordwesten von Hannover. Irgendwann verlegten sie sich vom Anquatschen an der Tanke aufs Warten mit Schild und kamen ebenfalls direkt nach Wolfsburg – mit einem langhaarigen aus der ehemaligen DDR, der von frühen Erfahrungen mit der dortigen Diktatur erzählen konnte. Weil er seine eigene Meinung hatte und die sogar sagte, holte ihn die Stasi mit 14 spontan aus dem Unterricht in der Schule zu einem zwölfstündigen Verhör.

Sina und Karl fuhren die selbe Strecke in drei verschiedenen Autos. Zuerst ein Pärchen aus den Niederlanden, die um die beiden mitzunehmen ihr ohnehin schon gut gefülltes Auto komplett umräumten. Wie scheinheilig mutet es da an, wenn andere sagen, sie könnten niemanden mitnehmen, weil auf dem Rücksitz drei Hemden liegen! Das nächste Teilstück fuhren sie mit einer Nonne der erzkonservativen Pius-Bruderschaft. Die Frau hatte 1968 in Berlin studiert und die Studentenrevolte voll mitbekommen. Aber sie war schon damals “reaktionär” und ging lieber weg aus der großen Stadt. Und die letzten 16km mit einem Mann aus Kenia mit wunderschönen Wursthaaren, der seit 11 Jahren in Deutschland lebt. Er arbeitet deutschlandweit in Edekas. Um Fair-Trade-Ananas zu promoten, stellt er sich hinter einen Stand in den Supermärkten, verteilt Ananasstückchen und erzählt den Leuten von Kooperativen-Projekten in Kenia.

Eine der guten Sachen am Trampen ist, daß man sehr viele verschiedene Leute trifft, völlig wahllos aus allen Klassen, mit allen möglichen Geschichten und Einstellungen und man kann sich mit ihnen unterhalten und sieht sie dann nie wieder.

Nachdem wir in Wolfsburg angekommen sind, melden wir und bei Nils von der GJ Wolfsburg. Während wir auf ihn warten, packen wir ein Banner mit der Aufschrift “Freie Liebe. Freie Menschen. Freie Drogen.” aus. Auf dem Weg vom Phaeno zum Naturzentrum, in dem wir schlafen sollen, machen wir eine kleine Spontandemo mit dem Banner. Einfach so.

Und was wir beim Bundeslager der PfadfinderInnen erlebt haben und wie wir aus dem Naturzentrum rausgeflogen sind, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Jun
19

30 Grüne Jahre in 30 Geschichten

Geschrieben von (Cybergreen) in Grüne Wiese am 19. Juni 2010

Wie war es, als die Grünen in den Bundestag einzogen? Oder später regierten? Diese und andere prägende Meilensteine der Grünen Chronik werden hier in 30 Geschichten anlässlich unseres 30. Geburtstags in Erinnerung gerufen. Jede Woche erscheint ein weiterer Meilenstein.

Folge 17: Jung, grün, stachelig – Die Grüne Jugend
Eine grüne Jugendorganisation?! Diese Idee erschien vielen GRÜNEN zunächst überflüssig – war man sich doch selbst jugendlich genug. Doch auch grünnahe Jugendliche waren lange auf Abstand zu den „Altgrünen“ bedacht. So gründeten sie zwar 1994 das bundesweite „Grün-Alternative Jugendbündnis“, doch erst seit 2001 ist dieses eine Teilorganisation von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Heute ist die GRÜNE JUGEND nicht nur Nachwuchs einer Partei, die längst kein Ein-Generationen-Projekt mehr ist; sie ist auch zur kritischen Impulsgeberin geworden – vor allem bei Themen, die Jugendlichen wichtig sind: Netzpolitik, Bildung, Klimaschutz und Drogenpolitik.

Ganzen Artikel: 30 Grüne Jahre in 30 Geschichten
Inhalt:

  • Tarek Al-Wazir über die Anfänge der Grünen Jugend
  • Gesine Agena und Max Löffler über die Grüne Jugend heute
Mai
14

Das Facebook-Privatsphären-Einmaleins

Geschrieben von (Cybergreen) in Grüne Wiese am 14. Mai 2010

Oder: Wie ich meine Daten so gut wie möglich schütze.

Am 22. Mai treten die neuen AGBs von Facebook für die deutschen Nutzerinnen und Nutzer in Kraft. Dies bedeutet weitere Einschnitte für die informationelle Selbstbestimmung der User von Facebook.

Zwar hat sich Facebook bereits in der Vergangenheit nicht gerade durch datenschutzfreundliche Angebote ausgezeichnet, doch die Neuerungen bauen die Userrechte weiter ab. Facebook, die Datenkrake, streckt ihre Tentakel nun auch nach anderen Internetseiten aus. In Zukunft soll es „ausgewählten“ Kooperationspartnern möglich sein, auf ihrer Seite personalisierte Inhalte für Facebooknutzerinnen und -nutzer anzubieten. Da ein Widerspruch nur nachträglich möglich und kompliziert ist, kann Facebook nun umfassende Datensammlungen über das Surfverhalten seiner 400 Millionen Nutzerinnen und Nutzer anlegen. Und dies ist heutzutage – in Zeiten personalisierter Werbung und regen Datenhandels – bares Geld wert.

Wir wollen aufzeigen, wie man sich selber auf Facebook besser schützen kann und rufen zur informationellen Selbstverteidigung auf! Macht mit, zeigt Facebook durch die aktive Nutzung der Privatsphäreneinstellungen, dass Euch Datenschutz wichtig ist. Verbreitet dieses Video an Eure Freundinnen und Freunde und werdet aktiv in unserer Protestgruppe „Facebook Privacy Control – NOW!“.

(Artikel zuerst erschienen auf: https://www.datenschutz-ist-buergerrecht.de/blog/archiv/700-das-facebook-privatsphaeren-einmaleins)

Mai
08

Europawoche bei der GRÜNEN JUGEND Bayern

Geschrieben von (Cybergreen) in Europa & Internationales, Grüne Wiese am 8. Mai 2010

Die GRÜNE JUGEND Bayern hat in der “Europawoche” eine kleine Artikelreihe zum Thema Europa gemacht. Die Artikel auf der Webseite der GJ Bayern sollten einen kleinen Überblick darüber geben, was es für Abgeordnete der GRÜNEN JUGEND auf europäischer Ebene gibt, was diese für Schwerpunktthemen haben und andererseits ein weiteres aktuelles Thema vorstellen, die europäische Finanztransaktionssteuer, die bereits seit einigen Jahren bereits Beschlusslage der GRÜNEN JUGEND ist. Zu guter letzt noch die Dachverbände und Möglichkeiten sich innerhalb der GRÜNEN JUGEND zu dem Thema einzubringen.

Schaut doch mal rein:

Apr
24

120.000 gegen Atomkraft

Geschrieben von (Cybergreen) in Grüne Wiese am 24. April 2010

taz: 120.000 gegen Atomkraft (Live-Ticker) Ganz nett geschrieben, auch paar lustige Kommentare dabei.
ARD: 100.000 Menschen geschlossen gegen Atomkraft – GJ Fahne auf einem Bild, Längste Menschenkette seit 1983, 120.000 laut VeranstalterInnen, mindestens 100.000 laut Behördenangaben
HR: Biblis – Große Beteiligung an Anti-Atom-Demo 10.000 laut Polizei, 15.000 laut VeranstalterInnen. RWE ändert aus Sicherheitsgründen für MitarbeiterInnen ihren Dienstplan.
WDR: Tausende protestieren in Ahaus 5000 laut Polizeit, 7000 laut VeranstalterInnen
ZEIT-online: Kettenreaktion gegen Atomkraft
SZ: Gegen Atomkraft: 120 Kilometer Menschenkette ”Wir sind wieder da” “Es war die größte Aktion der Anti-Atomkraftbewegung seit Jahrzehnten” “In Hessen umstellten nach Angaben der Veranstalter rund 20.000 Menschen das Atomkraftwerk Biblis. Zudem gab es eine Demonstration vor dem Atommüll-Lager im nordrhein-westfälischen Ahaus, wo nach Angaben der Bürgerinitiative “Kein Atommüll in Ahaus” mehr als 5000 Atomkraftgegner auf die Straße gingen.”
n-tv: Menschenkette in Norddeutschland – 120.000 gegen Atomkraft
Özdemir wertete die Aktion auch als Signal für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai. “Über die Mehrheit im Bundesrat haben wir eine Chance, mehr Atommüll, mehr Unsicherheit, mehr Atomenergie zu verhindern.”

Blog von Steffe Lemke: Fast 150000 Menschen gegen Atomkraft auf der Strasse “Das hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen (…) Für mich ein Signal, dass wirklich viele Menschen sich jetzt einmischen wollen und die Energiepolitik von CDU, CSU und FDP satt haben.”

Apr
22

GJ MdB Malczak stellt Verteidigungsminister zu Guttenberg

Geschrieben von (Cybergreen) in Grüne Wiese am 22. April 2010

Aus dem SZ-Live-Ticker der Befragung von Minister zu Guttenberg im Untersuchungsausschuss:

18:58 Uhr Die Grünen-Abgeordnete Agnes Malczak arbeitet einen weiteren Widerspruch zwischen den Aussagen von Ex-Generalinspekteur Schneiderhan und Minister Guttenberg heraus. Es geht um ein Telefonat vor der Pressekonferenz am 6. November, bei der Guttenberg den Luftschlag von Kundus als angemessen und unvermeidlich dargestellt hat. Malczak hält Guttenberg die Aussage Schneiderhans vor, nach der es in dem Gespräch nicht um die Inhalte der Pressekonferenz gegangen sei. Guttenberg habe ihm lediglich mitgeteilt, er werde ihn “nicht im Regen stehen lassen”. Guttenberg dagegen will mit Schneiderhan ausführlich sogar den Wortlaut seiner Presseerklärung abgesprochen haben. Wieder steht Aussage gegen Aussage.

Der ganze Ticker über die Befragung, findet sich hier:
”Minister Klartext” bleibt nebulös (Seite 1)
“Guttenbergs Statement: Ein Stapel DIN-A5-Seiten” (Seite 2, mit dem obigen Zitat)

Apr
09

Demonstration a la Junge Union

Geschrieben von (Max Pichl) in Grüne Wiese am 9. April 2010

Normalerweise beteiligen sich Mitglieder der Jungen Union nicht an Demonstrationen. So sieht es dann aus, wenn die kleinen Konservativen dann doch mal auf die Straße gehen.

Mrz
17

Rede von Sven Kindler zum Außenhaushaltsetat

Geschrieben von (Max Pichl) in Grüne Wiese am 17. März 2010

Mrz
17

Bildungschancen

Geschrieben von (K-SPUNK) in Diskussion, Grüne Wiese am 17. März 2010

In unserer Leistungsgesellschaft ist Bildung das zentrale Thema. An und für sich ist das auch  durchaus positiv, beschäftigt man sich aber länger mit dem Thema stößt man schnell auf grundlegende Probleme:

Bildung ist der Zugang  zum Arbeitsmarkt und dieser ist zuständig für die Einkommenschancen. Es geht aber nicht nur um Geld, sondern vor allem um die Integration im sozialen Geschehen.

Die Probleme beginnen früh:

Ein Kind mit Migrationshintergrund soll in die Schule kommen, beherrscht die Sprache aber noch nicht sehr gut, da seine Eltern die Kindergartengebühren nicht zahlen konnten. In der Schule gestaltet es sich sehr schwer für die Lehrer das Kind in der Verbesserung seiner Sprache zu unterstützen, da in der Klasse fast dreißig andere Schulkinder sitzen. Deutschland hat nämlich kein Geld um mehr Lehrer an den Schulen einzustellen. Also müssen Kinder die nicht mitkommen schon in der Grundschule sitzen bleiben. Das eminent wichtige Selbstvertrauen geht schon früh verloren. Möglicherweise kommt es in der neuen Klasse zur Ausgrenzung oder gar zu Mobbing. Sofort steht das Kind unter sehr hohem Druck.

Oft sind Bildungskarrieren also schon nach der Grundschule beendet und die Hauptschule steht bevor. Auch hier Lehrermangel. Das Kind kann weder von seinen Eltern noch durch deren  Geld unterstützt werden. Das ist nämlich nicht vorhanden.

Und mit schlechtem Hauptschul- oder gar ganz ohne Abschluss, steht es um die Zukunft eigentlich schon schlecht. Der soziale Abstieg droht.

Aber selbst wenn das Gymnasium überstanden wurde, was unwahrscheinlich ist, da es von 201 Kindern aus Arbeiterfamilien mit Migrationshintergrund nur 21 aufs Gymnasium schaffen, ist die Hürde des Studiums noch lange nicht überwunden.

Bologna lässt keine Zeit zum Geldverdienen außerhalb des Studiums und die Verschuldung vor dem Beginn der Arbeit ist sicherlich kein schöner Gedanke.

Studenten aus Arbeiterfamilien sind eine Rarität. Es fehlt an Informationen, an finanzieller und ideeller Unterstützung.

Aber natürlich ist nicht alles negativ. Es gibt sehr gute Gedanken aus der Politik, wozu auch Bologna gehört, aber für die Reformierung wurde nicht genug Geld in die Hand genommen und die läuft nun mal nicht zum Nulltarif. Mal sehen, was der Bildungsstreik bewegen wird.

Mehr hierzu wird es in der Bildungsbroschüre, die wieder aufgenommen wird zu lesen geben

Ein Beitrag von Lisa Riedel (FaFo Bildung)