Globalisierung & G8

Alberto Acosta aus Ecuador plädierte in seiner Eröffnungsrede für den Postwachstumskongress von ATTAC mit dem Ausruf „Leave the Oil in the Soil“, für einen neuen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

 

Doch warum sollte das Öl in Ecuador im Boden bleiben? Der Staat könnte das Geld aus den Ölverkäufen sicherlich gut gebrauchen, genauso wie die ölabhängige Weltwirtschaft.

Doch diese die 850 Millionen Barrel Öl, die Alberto Acosta meint, befinden sich unter dem Yasuni Regenwald. Ein einzigartiges Biotop, eine unglaubliche CO2 Senke und Lebensraum für viele Tier-, Pflanzenarten und Menschen.

 

Wenn die dortigen Ölquellen ausgebeutet würden, bedeutet dies Naturzuerstörung, Ausrottung einiger dort lebender Tier und Pflanzenarten und die Vertreibung von Menschen die sich nicht an der globalisierten, kapitalistischen Weltwirtschaft beteiligen. Denn einige Gemeinschaften im Yasuni-Regenwald leben bewusst abgeschottet von der restlichen Zivilisation.

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Das Seattle-2-Brussels-Network für eine gerechte Handelspolitik fordert in einer Petition an das Europaparlament ein Umdenken in der EU-Investitionspolitik. Unterschreibt für faire wirtschaftliche Beziehungen! Unser Link der Woche:


Hier unterzeichnen.

 

Zur Zeit verhandelt die EU an einem neuen internationalen Investitionsabkommen, das neue Rechte und Privilegien an multinationale Unternehmen transferieren soll – wieder einmal auf Kosten von ArbeiterInnenrechten und Umwelt. Dieser Investitionsschutz hatte auch schon in der Vergangenheit zur Folge, dass Staaten sozialere und umweltverträglichere Standards nur bei hohen Strafzahlungen an die investierenden Multis einführen konnten. So waren die höheren Umweltauflagen beim Kohlekraftwerk Moorburg beispielsweise Anlass für eine Millionenklage Vattenfalls gegen die Hansestadt Hamburg.

 

Mehr Informationen über die Probleme der Investitionspolitik der EU und das geplante Abkommen findet ihr in dieser kurzen Broschüre verschiedener NGOs.

 

Zeigt, dass wir die Ausbeutung unserer Umwelt und ArbeiterInnen überall auf der Welt nicht mehr hinnehmen und unterschreibt den Aufruf an die EuropaparlamentarierInnen!

Vom 8. bis 14. August 2010 fand in Berlin in den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung der zweite Global Young Greens Congress statt. Das Doku-Video gibt einen kleinen Einblick in das GYG-Netzwerk und die Stimmung auf dem Kongress:

Eine ausführliche Berichterstattung in englischer Sprache findet ihr auf der GYG-Homepage.


Kleiner Bericht über das Programm des GYG-Kongress

von Felix Deist


Am Sonntag kamen die ersten Teilnehmer_innen aus aller Welt in Berlin an. In der BGS konnten sie sich anmelden und sich bei einer ersten Bionade kennenlernen. Am Abend wurde noch gemeinsam in der BGS gegrillt und gegen 20 Uhr ging es für alle ins Hostel, um den Jetlag zu bekämpfen.

Der erste wirkliche Kongresstag begann mit einer Einführung in die Geschichte und Idee der GYG. Nachfolgend ging es in die Workshops zu den Themen Gender in a Post-modern World, Restructuring of GYG, Working Agenda of the new SC, Youth Policies and Forum Theatre. Am Ende des Tages folgte der Empfang durch die Grünen mit Malte Spitz bei Bier und Snacks.

Der Dienstag war reserviert für die Regional Meetings der 4 Regionen Africa, America, Asia-Pacific und Europe und eine Open Space Session. Der sonnige Tag wurde abgerundet durch eine sogenannte “Fishbowl”- Diskussion zum Thema „Possibilities of sustainable production and living of small scale farmers?“ organisiert von der Heinrich Böll Stiftung.

Nach der Hälfte des Kongresses ging es am Mittwoch weiter mit Workshops zu Themen wie z.B. Queer Theory, Global Energy Markets, Global Trade, Practical Campaign Training, What Does „Development“ Mean?, Green Seniors, Global Greens and Global Young Greens, Fundraising Training and Global Young Greens and Post COP15: Key Lessons and Recommendations. Eine City-Tour nach dem Mittagessen gab den Teilnehmer_innen die Chance, außerhalb der Pausen mal die Berliner Luft, Leute und Sehenswürdigkeiten kennenzulernen. Auf die City-Tour folgte eine Präsentation der taiwanesischen jungen Grünen zu ihren Aktionen und die aktuellen Probleme der Landenteignung durch multinationale Unternehmen in Taiwan. Nach dieser tollen Präsentation mit Videomaterial kam das sogenannte World Cafe, in dem die Teilnehmer_innen in kleinen Gruppen zu wechselnden Themen diskutierten. Abends standen Kneipentouren oder gemeinschaftliches Filmgucken auf dem Plan.

Am Donnerstag begann mit der General Assembly der formale Teil des Kongresses. Der gesamte Donnerstag war geprägt von der Diskussion über die Struktur der GYG (6 Stunden *ahh*) und den Beschluss über die Rules of Procedures für die GYG.

Eine abendliche Fishbowl-Diskussion zum Thema “Green New Deal – A Concept for a Global Economic Change?” wurde durch die Gäste Jonathan Watts (Korrespondent des Guardian in China) und Reinhard Bütikofer bereichert.

Der letzte Tag begann mit dem Besuch von Ska Keller und Jan Philipp Albrecht beim Morning Meeting. Danach wurde die General Assembly fortgesetzt, in der das neue Steering Committee der GYG gewählt wurde. Nach der Wahl ging es weiter mit Anträgen, welche von allen Teilnehmer_innen möglichst im Konsens angenommen werden sollten. Die Diskussionen und Abstimmungen über die Anträge wurden am Nachmittag unterbrochen, da mensch zur Baumpflanzaktion aufbrechen musste. Nach dem Abendessen wurde die General Assembly außerplanmäßig fortgesetzt. Gegen 22.00 begann dann in der Glühlampe die Abschlussparty des GYG-Kongress 2010 mit viele Musik und Getränken…


Als das iranische Regime nach den Präsidentschaftswahlen 2009 die Proteste wegen einer möglichen Wahlfälschung brutal niederschlug war die Betroffenheit, aber auch die Hilflosigkeit der internationalen Staatengemeinschaft groß. Mehr als 70 DemonstrantInnen wurden getötet, Tausende wurden verhaftet, gefoltert und verurteilt. Heute, ein Jahr danach, hat der Westen seine Aufmerksamkeit längst anderen Themen gewidmet, das Thema Iran wird vom Atomstreit dominiert.

Die Menschenrechtslage im Iran bleibt schlecht und den Demonstrant_innen/Regimekritiker_innen/Journalist_innen, die vor einem Jahr aktiv waren, droht weiterhin eine brutale Repression. Deswegen sind viele von ihnen geflüchtet und harren im Ausland der Dinge die da kommen. In der Türkei sitzen 2000 iranische Flüchtlinge fest, welche die Türkei lieber heute als morgen loswerden würde. Für ihre Unterstützung haben die Grünen im Bundestag am 7. Juli 2010 den Antrag: “Deutschland soll iranische Flüchtlinge aus der Türkei aufnehmen” eingereicht. Darin fordern sie die Bundesregierung auf “so schnell wie möglich und unbürokratisch” weitere iranische Flüchtlinge aus der Türkei aufnehmen. Zudem soll sie in Verhandlungen mit der Türkei für humanitäre Grundsätze im Umgang mit iranischen Flüchtlingen in den Vordergrund zu stellen.

Mehr zur Situation im Iran und Iraner_innen, dem Antrag und wie ihr ihn unterstützen könnt erfahrt ihr in Julias Blog.