Der Verkehr in Johannesburg ist sehr speziell.
Niemand schnallt sich an (ausser ich). Damit faengt es schon mal an, dass ich das Gefuehl habe, es ist etwas unsicher hier.
Im Gegensatz zu dem, was mir erzaehlt wurde, verschliessen wir nicht die Tueren von innen und machen schon ab und an das Fenster auf. Denn: Die Lueftung blaest und es ist eigentlich warm. Insofern: Fenster auf, damit etwas kuehlerer Fahrtwind hereinkommt!
Der Verkehr ist links, wie in England, und somit sitzen die FahrerInnen natuerlich rechts.
Ich habe schon sehr viele Citi-Golfs gesehen, Conquest for Life (die Organisation wo ich gerade ein Volunteering mache) hat auch einen und den darf Creswell (bei dem ich wohne) nutzen, um zur Arbeit zu fahren.
Unser Auto hat keinen linken Seitenspiegel, irgendwas klappert am Amaturenbrett und es ist wahnsinnig laut, weil, so glaube ich, es nicht richtig geschaltet wird.
Es gibt zwar Geschwindigkeitsbegrenzungen, aber die sind natuerlich nicht zum Beachten da. Wenn also irgendwo 40km/h steht, sind 80 eigentlich garantiert. Und dabei geht es rauf und runter (es ist huegelig) und links kommen einem immer Menschen entgegen, an denen keinesfalls mit einem Abstand von 1,5m vorbeigefahren wird!
Fahrradfahrer (nur Maenner) habe ich schon gesichtet. Auch wenn es nur wenige gibt! Sie teilen sich die Strasse mit den chaotischen AuitofahrerInnen.
Denn es gibt selten Buergersteige, insofern nutzt alles die Strasse. Und selbst wenn eine Frau mit einem kleinen Kind an der Hand und einen Kinderwagen vor sich her schiebend am Strassenrand geht und die Gegenspur frei ist, faehrt mensch so nah wie moeglich an der Frau vorbei, auf der Mitte der Strasse und das mit einem Affenzahn. Hier gilt nicht: Die Staerkeren achten auf die Schwaecheren, sondern das Gegenteil.
Gibt es eine Abbiegespur, wird die oft einfach zum Ueberholen genutzt. Denn Schnelligkeit bestimmt alles. Niemand hat Zeit, faehrt gechillt. Alle fahren hektisch und wollen schnell ans Ziel.
Es gibt andauernd Stopschilder. Die werden eher als Vorfahrt gewaehren gedeutet, wenn ueberhaupt.
Von Hauptstrassen biegt mensch oft in “ruhige� Wohnviertel, wo natuerlich trotz Kurven und Menschen die Geschindigkeit nicht gedrosselt wird.
Es gibt Ampeln. Diese sind einmal an der Haltelinie angebracht, aber auch nach der Kreuzung. Sodass mensch ueber die Haltelinie hinaus fahren kann, immer am Schleifpunkt, klar!, um startbereit noch vor gruen lossausen zu koennen.
FussgaengerInnen muessen insofern immer einen Blick auf die Autos haben. Es gibt zwar Fussgaengerampeln, aber die sollten nicht beachtet werden. Es gibt allerdings auch keinen gekennzeichneten Uebergang (meistens).
Und bitte denkt nicht, es gaebe wenig FussgaengerInnen! Sollte eineR mal die Strasse etwas unvorsichtig ueberqueren, bremst mensch als AutofahrerIn nicht. Warum auch? Die Zeit rennt!
Lustig ist, dass es (anscheinend neuerdings?) Kreisverkehr gibt. Nunja, das kenne ich aus Frankreich, speziell. Aber das ist nun wirklich nicht vergleichbar mit dem, wie es hier ist. Die kleine Kreuzung verlaeuft normal, nur dass in der Mitte ein Art Kreis ist, ein kleines bisschen erhoeht. Und niemand faehrt im Kreis. Es gibt nichts wie Vorfahrt, blinken oder Aehnliches.
Ich bin froh, dass ich bisher noch nicht Auto gefahren bin! Nicht, weil es hier Linksverkehr gibt, sondern wegen der Geschwindigkeit. Ich selbst wuerde glaube ich nie so schnell umhercruisen, in der Stadt, mit lauter Menschen auf den Strassen. Ich will schliesslich niemanden verletzen.
Aber ich kann mir vorstellen, dass alle, die nicht so fahren, ueberholt werden und angehupt, da sie ein absolutes Verkehrshindernis darstellen, obwohl sie nur die Geschwindigkeitsbeschraenkung einhalten.
Nunja, sollte ich mal fahren, berichte ich euch das Erlebnis. Vielleicht sollte mensch das mal gemacht haben, und so seine Reaktionsfaehigkeit testen??
Viel Spass als FussgaengerIn oder RadfahrerIn in eurer Stadt!
