Die Konferenz in Istanbul geht heute Vormittag, nachdem wir gestern einen Tag Pause gemacht haben, um eine Insel anzuschauen, auf der es keine Autos gibt, mit vielen offiziellen Reden weiter. Und waehrend die verschiedenen Bezirksbuergermeister, eine Dekanin der Universitaet und sonstige Offizielle hier kurze Reden halten, in denen sie den Bogen vom Klimawandel bis zu den lokalen Verkehsproblemen in Istanbul, einer Stadt mit ueber 10.000.000 Einwohnern und fast 4.500.000 Autos, spannen und dabei nicht viel sagen, nutze ich die Gelegenheit, etwas ueber die Konferenz und die Organisationen, die hier vertreten sind, zu schreiben.
Organisiert hat die Konferenz die Tuerkische Gesellschaft fuer Verkehrssicherheit
zusammen mit der Fakultaet fuer Stadt- und Regionalplanung der Mimar Sinan Fine Arts University. Wir tagen in Raeumlichkeiten des Planungs- und Designzentrums der Stadt Istanbul, mitten in der Stadt im Viertel Beyoglu. Wir haben Security am Eingang und Simultanuebersetzung mit Funkkopfhoerern fuer die Reden der Buergermeister, die kein Englisch sprechen.
Die meisten der TeilnehmerInnen sind AktivistInnen, aber es sind auch WissenschaftlerInnen hier und Leute, die in Verwaltungs- und Planungsorganisationen arbeiten. Da sind zuerst mal die ueblichen Verdaechtigen: Greenpeace und Friends of the Earth (BUND und BN sind Teil der Friends of the Earth). Ich gebe euch jetzt keine Links dazu, die kennt ihr selber. Dazu kommen anarchistische Fahrradfahrer aus Brasilien und die Yugo Fahrrad Kampagne mit Sitz in Belgrad. Den Standpunkt der Fussgaenger bring Dr. Ole Thorson aus Daenemark ein, der Praesident der International Federation of Pedestrians, die die Weltfussgaengerkongresse organisiert. Dazu kommt ein Wissenschaftler aus Portugal, Mitglieder der Young Reseachers of Serbia und ein Angestellter des franzoesischen Ministeriums fuer Entwicklung und Umweltschutz. Ein Mitglied der Gruenen Partei der Vereinigten Staaten ist auch da.
Aus Deutschland sind neben uns noch Autofrei Wohnen vertreten und Green City, ein Verein, der in Muenchen die Blade Night und das Streetlife Festival organisiert.
Und das sind jetzt nur die Organisationen der Leute, mit denen ich mich in den letzten beiden Tagen besonders viel unterhalten habe. Insgesamt haben sich fast 200 Leute bei dieser Konferenz angemeldet.
Am ersten Tag haben wir Abends noch einen Videoabend gemacht, mit vielen interessanten und noch mehr lustigen Videos rund ums Thema Verkehr. Und weil sich das meiste davon auch auf Youtube findet, kann ich jetzt in meine Blogeintraege immer mal wieder etwas davon einbinden. Das folgende Video, das AktivistInnen von REBAR in San Francisco gemacht haben, stellt eine legale Aktion vor, mit der man fuer mehr oeffentlich nutzbaren Raum und mehr Gruen in der Stadt demonstrieren kann.
Heute Nachmittag lerne ich, wie man einen Fahrradanhaenger baut. Dann schreibe ich heute Abend noch etwas ueber Fahrraeder und die Insel, auf der wir gestern waren.

Hi!
Schade das ich zu spät von der Konferenz erfahren habe. Ich bin gerade von einem knapp zweiwöchigen Aufenthalt in Istanbul zurückgekommen. Aber es ist schon lustig, dass gerade eine solche Konferenz in Istanbul stattfindet. Hat man da das Problem schon erkannt?