Ein Grund, warum wir so gut per Autostop durch die Republik reisen konnten, ist, daß die meisten Leute ihre Autos nicht gut ausnutzen. Dabei ist das in den Ferien noch etwas besser als sonst: Bei Familienausflügen und Fahrten in den Urlaub sind die Fahrzeuge meist ganz gut gefüllt. Aber immernoch sind Einzelpersonen oder Pärchen bei weitem in der Überzahl. Dazu gesellen sich an Wochentagen LKWs. Oft bilden sie auf der Rechten Spur eine Schlange ohne Anfang und Ende. Und an ganz normalen Wochentagen ohne Ferien sitzt in den meisten Autos nur ein einzelner Mann, auf dem Weg zur Arbeit, nach Hause oder sonstwo hin.

Was den oder die TramperIn freut, weil es dem einzelnen Mann manchmal nicht genügt, daß das Navigationssystem ihn hin und wieder darauf hinweist, daß er zu schnell fährt oder abbiegen muß, und er dann gerne noch jemanden mitnimmt, schadt der Umwelt. Würden sich immer fünf von diesen Alleinfahrern (seltener: Alleinfahrerinnen) zusammentun und sich das Auto teilen, wäre schon viel Treib- und Schadstoff gespart. Und die FünferfahrerInnen, könnten sie nicht in einem nächsten Schritt erkennen, daß immernoch so viele von ihnen in die selbe Richtung fahren und sich gemeinsam in einen Bus setzen und so weiter und so fort.

Möglichkeiten, sich zusammen zu tun gibt es genügend, auch, wenn man keine TramperInnen da sind: Zum Beispiel die Mitfahrerzentrale oder spezielle Angebote für PendlerInnen, die immer die selbe Strecke fahren. Ein schönes Experiment aus der Schweiz, das Trampleitsystem Carlos, das sich auch für den ländlichen Raum gut eignet, sollte hier nicht unerwähnt bleiben.

Unter diesen Eindrücken planten wir am Dienstag Abend eine kleine Banneraktion mit dem Ziel, möglichst viele AutofahrerInnen zu erreichen. Während die einen kochten (es gab Reiberdatschi mit selbstgemachtem Apfelmuß und zwei Sorten Salat),

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bereiteten die anderen ein Banner vor.

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Darauf stand: “Dein Auto ist zu GROß für dich ALLEIN!

Der Spruch läßt sich zweideutig interpretieren. Einerseits stellt er die Frage: “Warum fährst du allein?”, andererseits verweißt er auf ein Problem, das die Grüne Jugend auch an anderer Stelle bearbeitet

Nach dem Essen machten die einen den Abwasch und die anderen radelten zur A7, eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im deutschen Autobahnnetz. Am Geländer einer Brücke, die eine kleine Straße über die Autobahn führt, befestigten wir das Banner.

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Als wir am nächsten Tag die Brücke in den Autos anderer Leute unterquerten, waren wir etwas enttäuscht: Das Banner war zu klein für diese unglaublich hohe Brücke und die meisten Autos fuhren so schnell, daß sie unter diesen Umständen nicht dazu kamen, es zu lesen. Schade.

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