In der Blogosphäre kommt die Idee durchweg gut an, den Vorschlag für einen Teil des Wahlprogramms offen im Wiki auszuarbeiten. Kritik gibt es daran, dass die Grünen ihre Forderungen innerhalb der Koalition mit der SPD nicht schon längst umgesetzt haben.
Spreeblick meint zur Wiki-Idee: “Das verdient: 1. Applaus, 2. Beteiligung”. Lob an der Idee auch vom Pottblog: “Na da sag noch mal einer, dass die Parteien zur evtl. im September 2005 stattfindenden Bundestagswahl keine Ideen haben”. Die Blogger bei der NRW-SPD äußern sich “gespannt auf die Resonanz und das Ergebnis”. Im Wahlblog steht: “Die Grünen nehmen mal wieder gleich zu Beginn ders Wahlkampfs die ‘direkte Demokratie’ ganz ernst.” Mit Phil ist auch jemand angetan, der sonst nichts von den Grünen hält: “Eigentlich wird mir bei den Grünen immer plümerant und meine Gesichtsfarbe nimmt den Ton der Partei an, heute haben mich die ‘Ökos’ jedoch positiv überrascht.” Wam schreibt in Hoghwashinbeersworth: “Ich kann nur empfehlen mitzumachen, wenn ihr gute Ideen habt. Denn gerade im Bereich ‘Digitale Gesellschaft’ sind die Grünen meiner Meinung nach die fortschrittlichste Partei der Welt – was man nicht zuletzt daran erkennt, dass sie den Mut haben, einen Teil des Programms durch ein Wiki erstellen zu lassen.” Tim Schlotfeldt spricht in seinem Beitrag von einem “sehr interessanten Experiment”. Outsider in Strausberg meint: “Die Meinung der Netz-Gemeinde ist den Grünen wichtig. Das macht die Grünen so sympathisch.”
Die Inhalte des Programmentwurfes ist Hanno im Detail durchgegangen. Sein Fazit: “Nun isses ja mit grünen Programmen so eine Sache. Die klingen manchmal ganz sinnvoll, ham aber leider, wie man auch hier wieder sieht, nur allzu wenig mit grüner Realpolitik zu tun.” Die Frage stellt auch das Pottblog: “Klingt alles sehr schön. Fragt man sich nur: Wer regiert eigentlich seit 1998 zusammen mit der SPD?”. JottausHamburg vermutet “Arbeitsersparnis” als Grund, den Programmentwurf im Wiki schreiben zu lassen. Tim Schlotfeldt sieht noch einen weiteren Grund: “Zu Wahlkampfzeiten als Partei Teile des eigenen Wahlprogramms in einem öffentlichen Wiki zur Diskussion zu stellen, hat sicherlich auch etwas mit Aufmerksamkeitsökonomie zu tun.”
Was das weitere Verfahren angeht ist das Wahlblog skeptisch: “Wenn der Programmteil durch die Debatte erst einmal auf mehrere dutzend Seiten aufgebläht ist, darf man gespannt sein, wie viel die Grünen davon in ihr Wahlprogramm übernehmen.” Dabei haben die Grünen von Anfang an transparent gemacht, wie es mit dem Ergebnis weitergeht: “Im Anschluss wird der Text seinen normalen politischen Weg gehen und von einer Wahlkampfkommission in den Wahlprogramm-Entwurf aufgenommen werden. Der Platz für den Teil „Digitale Gesellschaft“ ist begrenzt. Möglicher Weise werden es am Ende nicht mehr als ca. 7000 Zeichen sein, die in das endgültige Wahlprogramm aufgenommen werden. Wir werden also weder um ein Kürzen herum kommen noch können wir garantieren, dass alle Vorschläge letztendlich aufgenommen werden.”

es gibt auch ein parteiloses parteiprogramm-wiki unter http://www.werkbankdeutschland.de