Unbeholfene GlobalisierungskritikDen Zaun unseres Tagungsortes, dem Volksgarten, verwechselten neun Faschisten offenbar mit der Polizeisperre rund um Heiligendamm. Das offenbar einzige nicht strafrechtlich relevante Transparent der Jungnationalisten machte ihre unbeholfene Kritik am G8-Gipfel deutlich. Wir ließen uns von der “Übermacht” nicht einschüchtern und genossen währenddessen unser Abendessen unter Kastanien mit Blick auf Geschichtsrevisionisten. Es folgten einige Wortgefechte, in denen ein GRÜNE JUGEND Mitglied die Unterquotierung der dumpf rumstehenden Gruppe und deren Dachverbände kritisierte. Die hinzugerufene Polizei bereitete dem braunen Aufmärschchen jedoch schnell ein Ende. Bereits bei ihrer Ankunft zeigten sich einige der Nachwuchsfaschisten unsolidarisch gegenüber ihren dumpf rumstehenden Kameraden und hielten sich im Hintergrund. Als die Polizei die Personalien ihrer Kameraden aufnahm, verzogen sie sich höchst unsolidarisch: “Nazischweine sind Kameradenschweine!”

9 Kommentare zu „Nazis vor dem falschen Zaun“

  • [...] UPDATE: Am Abend machten die Nazis einen Gegenbessuch…  [...]

  • Deutscher:

    Bla bla bla bla bla, wieder einmal ein überheblicher Beitrag der tollen Grünen Jugend, die sich für super klug halten und sich hier aufspielen…
    Wandert aus, in die Türkei, mal schaun wie lange ihr euch da wohl fühlt wenn ihr da lebt, deren Spache nicht sprecht und keine Arbeit habt.

  • daniel:

    nja ich könnte jetzt zynisch entgegnen das ihr hier kein deutsch sprächet.
    Das wär allerdings wider meiner Grundsätze, von daher kann ich nur sagen:

    Schade das du einen so bezugslosen Kommentar verfasst hast, der von dem Verkennen der Sachlage deiner Seite mehr als deutlich zeugt.
    Ich bin dafür das es mehr Arbeitsplätze gibt, der Abbau der Arbeitslosigkeit ist auch der GRÜNEN JUGEND wichtig.
    Vielleicht, und so hoffe ich, wird es bald so sein das ihr selber erkennt das euer Weg, der falsche Weg, nicht zu viel Akzeptanz und Zustimmung verhilft.

    junggrüne stachelige grüße vom bundeskongress

    daniel

  • Anonymous:

    Schade, dass eine Jugendorganisation solche erbärmlichen Texte wie hier verfasst. Von Globalisierungskritikern auf “Geschichtsrevisionisten, dann inhaltlose Kommentare auf dem Bild, “braunen Aufmärschen”; soll das lustig sein? Ist das Grünenpropaganda? Ich sage: es ist lächerlich. Einerseits schreibt ihr, dass die Globalisierungskritik “unbeholfen” ist, andererseits ist von eurer scheinbar “beholfenen” Kritik überhaut keine Rede. Stellt ihr euch nicht selbst den Anspruch eine ernstzunehmende Organisation zu sein? Diese Texte beweisen das Gegenteil.
    “Das offenbar einzige nicht strafrechtlich relevante Transparent”, auf dem Transparent steht, es gibt keine gerechte Globalisierung und ihr schreibt solchen Müll?!
    Macht weiter so und das Erwachen wird noch bitterer als es jetzt schon ist!

  • katta:

    Hier ein bisschen was zum bilden:
    http://www.gruene-jugend.de/suchen/104751.html?searchshow=globalisierung

    und (ganz ganz aktuell!): http://www.gruene-jugend.de/suchen/339669.html?searchshow=globalisierung

    Ich habe euch den Begriff auch extra hervorgehoben ,-)

    Und dann hat der Artikel oben übrigens meiner Meinung nach versucht, euer Programm vollständig miteinzubringen. Da gehört halt Geschichtsrevisionismus dazu. Aber vielleicht wisst ihr es ja auch nicht besser. Deswegen obiges lesen ,-). Und ja.. es ist lustig, wenn nicht mal zehn Hansel glauben, sie könnten uns beeindrucken, ohne zu tanzen.

    Und nochwas: ich träume gerne.

  • [...] über der erwarteten, die Debatte zum Leitantrag war sehr tief und der Tagungsort einmalig schön. Auch die Nazis von der JN Halle, die uns vor der Tür besucht haben, konnten unsere Stimmung nicht drücken, ganz [...]

  • Tobias Eichelbrönner:

    Feindbilder?!

    Kein Fußbreit dem Faschismus
    Als am Samstag, den 19.5.2007 fast 300 junge Menschen von der Grünen Jugend zu ihrem Bundeskongress in Halle an der Saale versammelt waren, wollten zur gleichen Zeit Rechtsextreme der NPD an einem Infostand über ihre menschenverachtende und verbrecherischen Ansichten und Politik werben.
    Menschenverachtend ist diese schon alleine deshalb weil sich ihre grundsätzlichen Leitlinien und Motive aus der Ausgrenzung und Ungleichbehandlung von Menschen speisen und verbrecherisch schon alleine deshalb weil sie die grausamsten Schandtaten der Menschheitsgeschichte alleine schon deshalb zu leugnen versuchen, weil sie im Namen des gleichen Gedankengutes begangen wurden.
    Zum Glück hatten viele aus den Reihen der Grünen Jugend den Mut eine klare Grenze zu ziehen und sich gegen die Verbreitung abscheulicher Feindbilder, revisionistischer Geschichtsvorstellung und entfremdeten Zukunftsvorstellungen zu wehren. Nationalismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.

    Gegen verbrecherische Meinungen
    Unser Protest muss jedoch dringend zielgerichteter und konstruktiver werden um wirklich das Übel zu bekämpfen gegen das wir uns richten wollen. Unser Ziel ist es gegen verbrecherische Meinungen vorzugehen und nicht Menschen auszugrenzen.
    Denn so verabscheuenswürdig das Gedankengut dieser Neonazis auch sein mag, so gebietet unsere eigene Menschlichkeit, die Träger dieser Ansichten als Menschen ebenso zu respektieren wie uns selbst. Menschen ihre Würde und Menschlichkeit nicht abzusprechen, obwohl sie einen Menschenunwürdigen und unmenschlichen Hass auf andere Verbreiten ist eine schwierige Gratwanderung. Um sie zu bestehen dürfen wir einige grundlegende Fehler nicht begehen.

    Mit Menschlichkeit und Argumenten
    Der Schriftzug „Oben nichts drauf, Innen nichts drin!“ im Blog unserer Homepage ist ein gefährliches Beispiel für einen solchen Fehler. Soll er plakativ zum Ausdruck bringen, dass wir Nazis für dumm halten oder ihnen zumindest absprechen in der Lage zu sein über ihre eigenen Meinung ausreichend reflektieren zu können. Die Gleichsetzung von Rechtsradikalismus und Dummheit ist aber auf zweierlei Aspekten unsinnig. Während nationalsozialistisches Gedankengut tatsächlich eine objektiv negative Eigenschaft von Menschen beschreibt und damit einer Beleidigung sehr nahe kommt, hat die intellektuelle oder kognitive Leistungsfähigkeit für sich selbst keine Wertigkeit. Die Gleichsetzung beleidigt demnach nicht die Nazis, sondern alle deren geistige Fähigkeiten unterdurchschnittlich sind, was auf uns, zum Beispiel im Alter, durchaus auch selbst zutreffen kann.
    Selbst wenn die Beleidigung wie beabsichtigt die Nazis selbst getroffen hätte wäre sie wohl kaum dazu geeignet in einer Konfrontation unserem Ziel gegen das Gedankengut vorzugehen gerecht zu werden. Die plakative Aussage der Rechtsradikalen, dass es keine gerechte Globalisierung gebe zeigt natürlich eine unzureichende Auseinandersetzung mit diesem Thema. Dies gibt uns doch die Möglichkeit ihnen im wahrsten Sinne des Wortes eine etwas differenzierte Sicht der Dinge vor Augen zu halten. In diesem Sinne:

    Klar gibt es eine gerechte Globalisierung. Sie ist unser Ziel
    Alleine schon weil wirtschaftliche Autarkie uneffektiv und unmöglich wäre und weder Klima noch selbst unser eigenes Wissen die willkürlich gezogenen Grenzen von Nationalstaaten achtet kann nur eine gerechte Globalisierung auf Dauer existieren. Diese Botschaft kann und muss bei der G8 und den Pseudokritikern aus rechtsextremen Kreisen ankommen.

    Gegen Gruppenbezogene Feindseeligkeit
    Natürlich dürfen wie den Nazis keine Meinungsführerschaft zugestehen, oder uns in Debatten in die Defensive drängen lassen. Auf Dauer können aber nur Argumente gegen das Gedankengut statt gegen seine Träger vorgehen. Wir haben nicht nur die besseren Argumente, für die Fragen in denen sich die Nazis selbst definieren haben wir die einzigen. Lasst sie uns auch nutzen. Diese Auseinandersetzung hätte ich mir gerade in den Berichten über unsere Proteste viel mehr gewünscht anstatt unser eigenes Gruppenbezogenen Feindbild zu pflegen.

  • Baja:

    He,

    ich verstehe den Text auch nicht als ein Informativen, sondern als ein Text der der Diskriminierung dienen sollen, und zwar gegenüber euren sog. Feinden “Nazis”. Respekt&Toleranz!?(Ich muss ja nicht deren Meinung sein.)
    Nur das verwerfliche, an diesem Lobgesang auf sich selbst, ist die Tatsache das man sich selbst und seine Aktion so verkaufen muss, das sogar ein eingefleischtes MTV-Kind es zum k*tzten findet. Geht das denn bitte nicht besser.

    MfG

    Baja

  • aisha:

    Anlässlich des Anschlags auf den Polizeipräsidenten in Passau warnte Ragnar Hornung, der Vorsitzende des Zentralverbandes der Faschisten in Deutschland, ?dringend vor einem Generalverdacht gegen nationalistisch gesinnte Menschen?. Falls die Aktion tatsächlich auf das Konto faschistischer Kämpfer gehe, was er im übrigen bezweifele, dann seien dies Fehlgeleitete, die den Faschismus nicht richtig verstanden hätten. ?Der wahre Faschismus ist immer friedlich!? rief Hornung erregt aus.

    Auch der Abgeordnete Sträublinger, ein prominentes Mitglied der grünen Partei, warnte davor, nun pauschal alle Faschisten zu verdächtigen. ?Die überwiegende Mehrheit ist friedlich und gut integriert?, sagte er. Um den Faschisten zu zeigen, dass sie von der deutschen Gesellschaft akzeptiert würden, führte er weiterhin aus, sei es notwendig, einen der vielen christlichen Feiertage zu opfern, um einen faschistischen Feiertag einzurichten. So könnte beispielsweise der Ostermontag entfallen um etwa ?Führers Geburtstag? einzuführen. Andere grüne Politiker unterstützen spontan Sträublingers Vorschlag. Damit würde diesen Menschen gezeigt werden, dass sie in Deutschland angekommen sind.

    Aber es gibt noch viel mehr gute Ideen. Wie PI erfuhr, laufen in Berlin zur Zeit Überlegungen, auf dem nunmehr ungenutzten Gelände des vormaligen Flughafen Tempelhof eine große, repräsentative Walhalla zu errichten. Finanziert werden soll das Projekt mit Mitteln des Senats, der Bundesregierung und der EU. Die Walhalla soll für Aufmärsche von bis zu 10.000 devoten Faschisten Platz bieten, dazu einen großen Saal für ihre kultischen Handlungen, ein nationalistisches Kultur- und Begegnungszentrum, eine nationalistische Bibliothek, ein nationalistisches Gästehaus, ebenso ein Reisebüro, Friseure und ein großes Einkaufszentrum für nationalistische Artikel.

    Damit kämen die Faschisten endlich heraus aus den schmuddeligen Hinterhöfen in Lichtenberg und Friedrichsfelde! Und bekämen endlich einen angemessenen und würdigen Rahmen. Wer liebt sie denn nicht, die prächtigen Aufmärsche der Faschisten? Mit ihrer strengen Anordnung, der strikten Rassen-, pardon, Geschlechtertrennung – vorne die Männer, dahinter die Frauen – den abgezirkelten Arm- und Handbewegungen und den markant skandierten Sprechchören? Wir verstehen zwar nicht, was sie da von sich geben, denn es ist eine alte Sprache, Nordisch oder Germanisch, aber es klingt so imponierend und eingängig, dass man am liebsten gleich mitsprechen würde.

    Natürlich, und das soll jetzt nicht verschwiegen werden, gibt es hier und da Probleme mit ihren jungen zornigen Männern, aber das sind nur Einzelfälle, und wir müssen uns die Frage stellen, was haben wir, was hat die Gesellschaft falsch gemacht, dass diese jungen Menschen zu dem wurden, was sie sind. Sie werden ja ausgegrenzt und diskriminiert wegen ihrer Weltanschauung, bekommen keine Ausbildungsplätze und Lehrstellen, sie haben keine Zukunft und damit werden sie förmlich gezwungen, Gewalt anzuwenden. Es ist ein Hilfeschrei nach Aufmerksamkeit, der ganz tief aus dem Inneren kommt. Was erleben diese Jungs denn? Wer ?Adolf? oder ?Adi? heißt, wird schon mal gar nicht zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, egal ob es um einen Job oder die neue Wohnung geht. Auch ein ?Rudolf?, ?Heinrich? oder ?Hermann? hat ganz, ganz schlechte Karten. Kommt es doch zu einem Termin, dann werden sie an ihrem Kleidungsstil und der Haartracht erkannt und bekommen weder Arbeit noch Wohnung. Kein Wunder, wenn sie sich rächen! Immer wieder kommt es zu Übergriffen gegen Penner und Behinderte, denn die jungen Männer machen die Erfahrung: Wir werden diskriminiert, nur weil wir Faschisten sind, doch die Penner und Behinderten werden von der Gesellschaft akzeptiert! Da muss man ja zuschlagen!

    Damit sich das ändert, muss die Gesellschaft verstärkt auf die Faschisten zugehen, ihnen die ausgestreckte Hand anbieten. Wir brauchen nicht nur eine repräsentative Walhalla in Tempelhof, wir brauchen viele Walhallas, in ganz Berlin, in ganz Deutschland. Unsere Hand ausstrecken bedeutet auch, die Faschisten nicht mehr als ?Hitleristen? zu bezeichnen, denn das mögen sie nicht, weil es eines ihrer Idole zu sehr in den Vordergrund stellt. Sie selbst nennen sich Nazis oder Faschisten, und ?Nazi? bedeutet ja auch der ?Gehorsame?, denn es ist ihre größte Ehre, ihren Führern blindlings zu gehorchen.

    Kaum jemand weiß heute noch, dass der Faschismus einmal eine sehr große Rolle gespielt hat, auch bei uns, auch in Berlin. Das bedeutet: Faschismus gehört hierher, schon seit eh und je, er ist verankert bei uns. Wenn wir den Bau von Walhalla fördern, dann stellen wir den Normalzustand wieder her, nicht mehr und nicht weniger. Das Wort ?Faschismus?, das ist allgemein bekannt, leitet sich von den Rutenbündeln her, die als Zeichen der Macht den früheren Regenten vorangetragen wurden. ?Faschismus? kann aber auch mit ?Frieden? übersetzt werden. Die genaue Ableitung habe ich nicht richtig verstanden, es hat irgendwas mit dem Wortstamm zu tun und beide fangen ja auch mit ?F? an, aber wir brauchen gar keine Ableitung, weil wir sehen, dass in den Ländern, in denen der Faschismus herrscht, sofort und schlagartig ein tiefer, tiefer Frieden ausbricht. Ein Grabesfrieden sozusagen.