Welche Folgen die Anschläge in London für unser G-8-Team in Edinburgh haben

Die Nacht verbrachten wir wieder in unseren Zelten auf der Campsite in Edinburgh. Geplant war für den Tag zuerst eine Demonstration zum Thema Klimaschutz am Edinburgh Airport. Zusammen mit den schottischen Grünen und zahlreichen anderen Gruppen wollten wir dort auf das zunehmende Klimaproblem aufmerksam machen. Danach wollten wir an einem alternativen Golfturnier der People’s Golfing Association in Gleneagles teilnehmen. Während des Turniers war ein Treffen mit Uschi Eid angesetzt, um mit ihr die aktuelle Situation und das Anliegen der Grünen Jugend bei den Protestkundgebungen zu besprechen. Aber der Tag stand im Zeichen der Bombenanschläge von London und alle Aktionen wurden aus Respekt vor den Opfern abgesagt. Auch das Treffen mit Uschi Eid konnte aufgrund der nun extrem verschärften Sicherheitsvorkehrungen leider nicht mehr stattfinden.

Da unser bisheriger Standort gegen Abend geschlossen wurde, mussten wir den Platz wechseln und fuhren nach Sterling. Schon im Radio erfuhren wir aber dass der Platz von der Polizei eingekesselt und abgesperrt ist. Angeblich wären besonders viele Gewalttäter vom „Schwarzen Block“ auf dem Platz und bei unser Ankunft wurden wir tatsächlich nicht hereingelassen. Neben hunderten von friedlichen Demonstranten waren vor allem hunderte von dick gepanzerten und grimmig schauenden Polizisten (Riot Police) vor Ort. Nach langer Wartezeit durften wir den Platz endlich betreten und schlugen unsere Zelte auf.

Uns erwartete eine wunderbar friedliche Stimmung mit vielen netten Menschen und guter Camporganisation. An vielen Ecken gab es Musik und tanzende Menschen, von potenziellen Gewalttätern nicht einmal die geringste Spur. Ständig kreist ein Polizeihubschrauber über dem Camp, warum, fragen wir uns alle. Am Abend gibt es eine Campversammlung mit der Frage, wie nun weiter vorgegangen werden soll. Das Ergebnis ist eindeutig, es wird wohl keine Protestaktionen mehr geben. Zum einen aus Respekt vor den Opfern von London, zum anderen ist die Bewegungsfreiheit der Campteilnehmer von der Polizei so stark eingeschränkt, dass größere Gruppen den Platz nicht mehr verlassen dürfen. Wir sind hier also alle zusammen eingesperrt – abends gibt es ein großes Fest mit Live-Musik und vielen friedlichen Menschen.

Siehe auch: Fotogalerie aus Schottland

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