von Larissa Bochmann, Theodor Cosmo Frank und Alexander Nabert
Die Grüne Jugend befindet sich seit Oktober 2010 im Strukturprozess. Dieser wird maßgeblich durch die 10-Köpfige Strukturkommission angeleitet, welche durch den Bundeskongress eingesetzt wurde. Im Rahmen des Strukturprozesses wurden zunächst die Gremien analysiert. Mittlerweile gibt es verschiedene Vorschläge der Kommission für ein Grundgerüst (welches abhängig von der Existenz und Ausgestaltung von Bundeskongressen und Bundesausschüssen ist) der Struktur. In naher Zukunft wird die Strukturkommission sich gezielt mit den weiteren Gremien und Strukturen auseinander setzen.

 

Wir, als Mitglieder des Bildungsbeirates, sehen uns hier direkt betroffen und möchten positiv auf den Strukturprozess einwirken. Auch das Grundgerüst tangiert, je nach Ausgestaltung, direkt unsere Arbeit. Zu diesem Zweck haben wir eine Struktur-AG* innerhalb des Bildungsbeirates gegründet. Im Folgenden werden die Probleme und mögliche Lösungen präsentiert.

 

Problem 1: Die Weitergabe von Wissen um organisatorische Abläufe funktioniert nur stellenweise. Dies resultiert daraus, dass die Fluktuation innerhalb der Fachforen(-koordination) sehr stark ist und die ehemaligen Koordinierenden es noch nicht in ihrem Selbstverständnis verankert haben, dass die kontinuierliche Arbeit der Fachforen zu großen Teilen von den Koordinationsteams abhängig ist.

 

Lösung 1: Hierzu sollten die Koordinierenden jeweils auf 2 Jahre gewählt werden. Jedes Jahr werden zwei Koordinierende gewählt, die Koordinationsteams bestehen weiterhin aus jeweils 4 Personen. Dadurch bestehen die Teams immer aus zwei alten und zwei neuen Koordinierenden, wobei die neuen Koordinierenden ein Jahr lang Stellvertreter_in sind und nach dieser Zeit Hauptkoordinierende_r werden. Des weiteren sollten die freien Koordinierenden Erfahrung im oder bei dem Bildungsbeirat gemacht haben und verstärkt darauf achten, neue Fachforen-Koordinierende in ihre Arbeit einzuführen. Eine aktive und starke freie Koordination ist unumgänglich für einen guten und strukturierten Wissenstransfer und eine kontinuierliche Arbeit der Fachforen und des Bildungsbeirats. Um dies zu erreichen sollte die freie Koordination um zwei Plätze vergrößert sowie die Amtszeit der freien Koordinierenden ebenfalls um ein Jahr verlängert werden.

 

Problem 2: Laut Satzung sind die Fachforen dafür zuständig, die Gremien der Grünen Jugend in ihrer inhaltlichen Arbeit zu unterstützen und zu beraten. Dies findet nur marginal statt. Gerade der Bundesvorstand hält wenig Rücksprache bei Anträgen oder Pressemitteilungen. Auch die Initiative der Fachforen und des Bildungsbeirates hinsichtlich einer Zusammenarbeit lässt stellenweise zu wünschen übrig.

 

Lösung 2: Eine Stärkere Vernetzung zwischen den Gremien der Grünen Jugend muss unbedingt erreicht werden. Hierfür ist es zwangsläufig notwendig, dass sich das Selbstverständnis der entsprechenden Gremien ändert. Außerdem muss es institutionalisiert werden, dass die Fachforen, die mit dem jeweiligen Schwerpunktthemen der Bundeskongresse sehr stark in deren Vorbereitungen eingebunden werden.+1 Das heißt, dass die Koordinationsteams nach Rücksprache mit den Fachforen an den speziellen BuVo-TKs und BuVo-Treffen teilnehmen sollen und hierfür die Fahrtkosten erstattet bekommen. Speziell soll die inhaltliche Vorbereitung der Bundeskongresse (BuVo-Anträge) ab der ersten Sekunde durch den Bildungsbeirat/die Fachforen begeleitet werden. Der Bundesvorstand soll den Bildungsbeirat stärker und früher in die Zusammenarbeit mit Bündnispartner_innen (Insbesondere bei gemeinsamer Bildungsarbeit wie z.B. dem Änder Das! Bündniscamp) integrieren.

 

Problem 3: Nur eine überschaubare Anzahl der Koordinierenden nimmt an den Bildungsbeiratssitzungen und den monatlichen Bildungsbeiratstelefonkonferenzen teil. Durch dieses Problem werden im Folgenden andere Probleme deutlich:

 

Lösung 3: Das Verständnis für die Aufgaben der Koordinierenden muss sich wandeln. Das aktuelle Verständnis resultiert aus einem personellen Problem innerhalb der Bildungsarbeit der Grünen Jugend: Bei 11 Fachforen, den freien Koordinierenden und der politischen Geschäftsführung werden 49 Personen für den Bildungsbeirat benötigt, von denen 26 stimmberechtigt sind und 27 zu den Bildungsbeiratssitzungen fahren (mit Fahrtkostenerstattungsanspruch) können. Es braucht also eine sehr große Anzahl von Menschen, die genügend Zeit, Lust, und Know How (Erfahrung) haben, um die Arbeit des Bildungsbeirates und der Fachforen zu stemmen. Um genug Bewerber_innen zu finden, werden vom letzte FaFo-Team regelmäßig die Bedeutung und der Arbeitsaufwand kleingeredet. Dadurch entsteht auf der einen Seite das kontraproduktive Verständnis der Koordinierenden und auf der anderen Seite ein hoher Inaktivitätsgrad bei den (meist stellvertretenden) Koordinierenden. Daraus resultiert auch eine hohe Rücktrittsquote, durch die die kontinuierliche Arbeit der Fachforen und die Zeit auf den Fachforentreffen der ersten Bundeskongressen beeinträchtigt werden. Wir sehen hier die Lösung in der Verkleinerung des Bildungsbeirates und eine offene Kommunikation über den Umfang der Arbeit der Koordinierenden. Das ist durch eine Zusammenlegung von Fachforen zu erreichen. Wir schlagen folgende Struktur (Im Bildungsbeirat jeweils 2 Stimmen pro Fachforum) vor:

 

Fachforen (7 statt 11):
  • Wirtschaft und Soziales Ehemals: Wirtschaft und Soziales, Drogen; Ständige AGs: Drogenpolitik, Gesundheit
  • Globales, Europa und Nahost Ehemals: Globales und Europa, Nahost; Ständige AGs: Nahost
  • Ökologie, Konsum und Nachhaltigkeit Ehemals: Ökologie und Mensch und Tier
  • Toleranz, Gleichheit und Freiheit Ehemals: Gleich und Queer
  • Bildung
  • Netzpolitik und Kultur
  • Demokratie, Antirassismus und Antifaschismus

 

Problem 4: Die Kommunikation zwischen dem Bildungsbeiratspräsidium und den Delegierten des Bildungsbeirates für den Bundesausschuss sowie den freien Koordinierenden weist Mängel auf.

 

Lösung 4: Die Bundesausschussdelegierten und die freien Koordinierenden werden kooptierte Mitglieder des Bildungsbeiratspräsidiums. Sie erhalten Rederecht auf den Telefonkonferenzen und werden aktiv in die Arbeit mit eingebunden, ohne Stimmrecht zu bekommen. Außerdem kommen sie auf die E-Mail-Liste des Präsidiums, um alle Informationen direkt zu erhalten. Das Präsidium wird zur Transparenz verpflichtet. Alle Protokolle sollen im Wurzelwerk veröffentlicht werden.

*) Dieser Text kommt nicht von der Struktur-AG, sondern von den Autoren, die ganz oben stehen.

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