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Ist Monogamie die Lösung?

Geschrieben von (Administrator) in Grüne Wiese am 24. Februar 2006

Zum Text Monogamie ist keine Lösung hat uns ein Leserbrief erreicht. Was meinst Du zum Thema? Trage Deine Meinung unten in den Kommentaren ein!

Hallo,

mein Kommentar als in Euren Augen super-hyper-ewig-gestriger
bekennender Christ zu Eurem Artikel “Monogamie ist keine Lösung!”:
Warum wurmt Euch die Existenz der Institution Ehe so sehr, daß Ihr nun
sogar denen, die eine Ehe führen wollen, dies nun verbieten wollt? Das
klingt sehr nach einem neuerlichen Elaborat der “neuen Toleranz” (zum
Begriff “neue Toleranz” siehe auch
http://www.narjesus.de/zgg/neue_toleranz.html). Wollen nun ernsthaft
diejenigen, die – warum auch immer – leider nicht zur Führung einer
monogamen Beziehung willens oder in der Lage sind, dadurch ihrem
Frust entgehen, daß sie monogame Beziehungen verbannen, verbieten oder
“gesellschaftlich unsichtbar” machen wollen? Wer nicht monogam leben
kann oder will, für die/den ist die Ehe schlicht und ergreifend nicht
gedacht – sie/er kann aber doch nicht diejenigen, denen das Führen
einer Ehe gelingt und dadurch evtl. den Spiegel vorgehalten bekommt,
für die eigenen Unfähigkeiten verantwortlich machen.

Gott, der Schöpfer des Universums und Vater Jesu Christi, hat den
Menschen grundsätzlich auf die lebenslange heterosexuelle monogame Ehe
hin angelegt (und die gegenteilige Auffassung wird nicht richtiger
dadurch, daß 33, 66 oder 99% einer Gesellschaft hinter ihr stehen) -
und dies drückt sich darin aus, daß Ehe im vorstehenden Sinne in allen
Kulturen bis zur heutigen Zeit die grundlegende Basis für Familie und
Gesellschaft war und ist. Im Gegenzug ist bis jetzt jede
Bevölkerungsgruppe oder Kultur, die sich von sexueller Promiskuität
hat beherrschen lassen, innerhalb von 200-250 Jahren untergegangen
oder von der Bildfläche verschwunden – und nicht anders wird es auch
einer säkularen westeuropäischen Kultur ergehen: Wenn sie die
Institution Ehe für überholt erklärt (und Ehe als Basis von Familie
eliminieren will), wird sie in Kürze selbst überholt sein.

Für sein eigenes Leben hat jeder selbst Verantwortung. Wenn jedoch nun
eine ganze Gesellschaft dazu gezwungen werden soll, sich den von Euch
geforderten Maßnahmen zu beugen, die zum endgültigen
gesellschaftlichen Niedergang führen, können wir als bekennende
Christen in der Öffentlichkeit nicht mehr schweigen und müssen die
Wahrheit dagegensetzen (um “der Stadt Bestes” zu suchen und der Lüge
den Boden zu entziehen) – und müssen auf jeden Fall dort, wo es
unseren eigenen Ehestand betrifft, Widerstand leisten (da wir Gott
mehr gehorchen wollen als den Menschen).

Torsten Narjes, Hamburg, 39 Jahre, ledig,
Webmaster und Redakteur von www.narjesus.de.

Kommentare:

Julia am Freitag, 24. Februar 2006 um 16:09 #

Hallo Thorsten,

wir wollen die Ehe nicht “verbieten”. Alle, die eine heterosexuelle
Zweierbeziehung mit Kindern haben wollen, sollen das auch weiterhin haben.
Wir wollen die Ehe öffnen. Damit wollen wir die Möglichkeit eröffnen, auch
andere Lebenswege zu gehen. Das ist derzeit nicht der Fall.

Dass “Gott” die Menschen für lebenslange Monogamie angelegt hat, halte ich
für nicht bewiesen. Warum legt Gott die Menschen in anderen Kulturen nicht
für die lebenslange heterosexuelle Monogamie an? Warum war es auch in Europa
zu anderen Zeiten nicht der Fall?

Dazu kommt, dass die Menschen auch schon jetzt in Europa nicht monogam
leben, schau Dir doch bitte mal die Zahlen an. In der Realität ist ist es
so, dass viele Menschen, wenn sie 40, 50 Jahre alt sind, einen Liebhaber /
eine Liebhaberin neben der Ehe haben.

Dass andere Kulturen “untergegangen” sind, weil die Menschen in Ihr nicht
monogam waren – diese These halte ich doch für allzu gewagt. Ich bin der
festen Überzeugung, dass für den “Untergang” einer Kultur auch noch andere
Faktoren eine wesentlich wichtigere Rolle spielen.

Alles klar?

Herzliche Grüße
Julia

Matthias R. am Freitag, 24. Februar 2006 um 16:11 #

Gott, der Schöpfer des Universums und Vater Jesu Christi, hat den Menschen grundsätzlich auf die lebenslange heterosexuelle monogame Ehe hin angelegt

Nein, das Unsichtbare Rosafarbene Einhorn, der Schöpfer des Universums
und Vater des Fliegenden Spaghettimonsters, hat die Menschen geschaffen,
damit sie Ihr Schinken-Ananas-Pizza zum Opfer darbringen. Ob sie das
alleine, zu zweit oder in Gruppen tun ist Ihr völlig egal.

und die gegenteilige Auffassung wird nicht richtiger
dadurch, daß 33, 66 oder 99% einer Gesellschaft hinter ihr stehen

Genau!

Mögen Ihre Hufe Niemals Beschlagen Werden!
Matthias

Matthias D. am Freitag, 24. Februar 2006 um 16:13 #

Ich denke, Thorsten hat das Recht zu verlangen, dass man die bewährte
Partnerschaft zwischen einem Mann und einer Frau, die einander so viel
bedeuten, dass sie einander treu sind, schützt.
Die Ehe ist vielleicht nicht die modernste Art des Zusammenlebens zwischen
einer Frau und einem Mann, aber sie hat sich über die Jahre durchaus
bewährt. Es gibt nur wenig Menschen auf der Welt, die es akzeptieren, wenn
ihre Partnerin/ihr Partner sich mit anderen auf intime Weise amüsiert, ganz
besonders dann, wenn dadurch eine bestehende Familie mit Kindern zerbricht
und eine so genannte moderne Patchwork- Familie an die Stelle einer
klassischen Familie tritt. In vielen Entwicklungsländern ist es gerade so,
dass unübersichtliche Familienverhältnisse herrschen, viele Frauen alleine
für ihre Kinder arbeiten und sorgen müssen, während die Männer sich mit
vielen unterschiedlichen Frauen ihres Stammes vergnügen. Oft kommt es unter
solchen Verhältnissen zu einer starken Unterdrückung der Frauen, da diese
mit verschiedensten Männern des Stammes ins Bett gehen und es aus der
Eifersucht der Männer und Frauen untereinander zu blutigen
Auseinandersetzungen kommt. In Indien hat man sich darüber Gedanken gemacht,
wie es möglich ist, diese Gewaltprobleme zu lindern. Männer und Frauen, die
bereits vergeben sind, haben bestimmte Zeichen an dem Körper, sodass jeder
Nebenbuhler weiß, aha- dieser Mensch hat sich schon für jemand anderen
entschieden. Früher war es in Deutschland auch üblich, dass nicht verlobte
Paare nicht zusammen die Nacht verbringen durften, besonders wenn sie noch
nicht komplett volljährig
waren und die Eltern ihre Fürsorgepflicht für ihre unreifen Kinder ernst
genommen haben. In diese Zeit möchte zwar wirklich keiner mehr zurück, aber
früher war den Menschen bewusst, dass ungewollte Schwangerschaften für junge
Frauen ohne eigene Lehre und eigenen Beruf ein großes Risiko darstellt,
besonders wenn diese Affäre kein guter Versorger war. In der heutigen Zeit
darf man niemandem seine sexuelle Freiheit nehmen, aber es ist doch richtig
für jeden einzelnen, darüber nachzudenken, wie man verantwortungsvoll selber
mit dieser Freiheit umgeht. Viele Leute zerstören sich ihre Existenz durch
ungewollte Affären. Leider tragen, auch wenn es richtig wäre, noch immer
wenig Väter Verantwortung für die Pflege, Erziehung und Ausbildung ihrer
Kinder und in der Zeit, in der viele moderne Frauen gleichfalls ihr gutes
Recht auf Karriere wahrnehmen, vernachlässigen auch sie ihre Aufgaben der
Pflege, Erziehung und Ausbildung. Das Wohl der Kinder muss Interesse von
Vätern und Müttern sein, denn gerade in einem Hochlohnland wie Deutschland
wird der Lebensstandard der Kinder nur dadurch gesichert, dass die Kinder
so qualifiziert ausgebildet werden, dass sie im globalen Wettbewerb aufgrund
ihrer Talente und erlernten Fähigkeiten auch einen vernünftigen Lohn
verdient haben. Der Weg zur Ganztagsschule kommt der Berufstätigkeit der
Eltern sehr entgegen, aber wenn in Deutschland alle Menschen richtig hoch
qualifiziert wären, könnte sich eine solche Gesellschaft auch den Luxus der
Halbtagsschule erlauben. Das ginge natürlich nur, wenn Väter und Mütter dann
ihren Bildungsauftrag gewissenhaft annehmen würden und Eltern wieder lernen,
wie kostbar es ist, die Zeit mit den Kindern sinnvoll zu verbringen. Es ist
Zeit, dass es aufhört, dass Eltern und Kinder in Parallelwelten leben und
sie sich aus dem Weg gehen. Soviel könnten Kinder und Eltern voneinander
lernen, wenn sie sich mehr austauschen würden. Aber gerade, da es solch eine
Abkapselung der Generationen gibt, die zum Herumlungern von Jugendlichen
führt, kam die Idee der Ganztagsschule gelegen. Ich bin prinzipiell auch
dafür, dass manche Schüler in einer Ganztagsschule gefördert werden, aber
halt nur, wenn die Familie ihrem Bildungsauftrag nicht nachkommt. Schüler,
die hervorrragende Leistungen bringen und im Elternhaus nachmittags eine
bessere Förderung als in jeder Schule der Welt bekommen, sollten auch
weiterhin das Recht auf die gezielte Förderung durch engagierte Eltern
haben. Wenn man den Eltern diese Kinder entziehen würde, wäre das für diese
Kinder eine Art Menschenrechtsverletzung. Kein Kind darf ungefördert bleiben
und dadurch in seiner Entwicklung beeinträchtigt werden. Wenn die
Elternhäuser versagen, kann eine Ganztagsschule ein Lösungsansatz sein, aber
die Hauptlösung wäre es, Eltern wieder zu erklären, wie viel sie selber
leisten können, wenn sie sich richtig um ihre Kinder kümmern. Der Irrglaube,
dass man Spielen und Lernen miteinander verbinden könne, spielt hierbei auch
eine Rolle. Viele Eltern denken, je mehr Liebe und Verwöhnung ein Kind
bekommt, desto ein besserer Mensch wird aus dem Kind. Klar sind Liebe und
das Recht auf Spielen Grundrechte von Kindern, aber Eltern müssen auch
darauf achten, zu Hause auch eine Lehrerrolle ernst zu nehmen, damit
Schulkinder auch das zu tun lernen, was für ihre Zukunft von Bedeutung ist.
Lernen und Streben macht verspielten Kindern wenig Freude, aber wenn man
sich als Kind erst einmal daran gewöhnt hat, dass Lernen als Arbeit zum
Familienalltag dazu gehört, gibt es innerhalb einer Familie diesbezüglich
keine Probleme mehr. Wer regelmäßig lernt, entwickelt schließlich Einblicke
in die verschiedenen Fächern, erweitert seinen Horizont und kann sich in
seinem Leben mit einem viel größeren Spektrum an Interessen erfreuen. Ein
bisschen Pflichtbewusstsein und Vernatwortungsbewusstsein für das eigene
Leben sollte auch in der heutigen Zeit noch eine Rolle bei der Erziehung
spielen. Ein Mensch, der das gelernt hat, kann sich dann als Erwachsener
selber für eine moderne oder traditionelle Lebensweise entscheiden, aber tut
das mit Verstand. Wenn reife Menschen nicht monogam leben wollen und mehrere
Partner verschiedenen Geschlechtes haben wollen und die Konsequenzen
beherrschen durch Verhütung von ungewollten Schwangerschaften und Seuchen,
dann können diese reifen Menschen in ihrer kleinen Welt in einem Garten der
Lüste ihren vielen Trieben nachgehen. Aber diese modernen Vergnügungen
jenseits des christlichen und islamischen Weltbildes ist für unreife
Menschen gefährlich, wie man an der Verbreitung von Aids in
Entwicklungsländern sehen kann. Manchmal ist Kinderreichtum auch kein Segen,
sondern trägt zu großer Armut bei. Es ist verständlich, dass der Papst immer
wieder zur Vernunft aufruft, wenn er sagt, dass Enthaltsamkeit das beste
Verhütungsmittel ist, aber da die Triebhaftigkeit in manchen Gesellschaften
in Chaos ausufert, wäre es ein wichtiger Schritt, dass die Kirchen aller
Religionen endlich Kondome befürworten würden. Wenn Polygamie
verantwortungsbewusst von reifen Menschen gelebt wird, ist sie sicherlich
nicht generell zu verteufeln, aber wenn dadurch das Leben von unüberlegt
handelnden Menschen zum Negativen beeinflusst wird, dann ist es es schon
verständlich, dass auch christliche Menschen wie Thorsten lieber an das
bewährte christliche Menschenbild und die Ehe glauben, die viele persönliche
Tragödien lindern können. Jeder hat letztenlich, wie es Thorsten auch sagt,
die Verantwortung, was mit ihm passiert. Das Problem ist, dass viele ihre
Eigenverantwortlichkeit für sich und ihre Nächsten vergessen. Wir sollten
nicht nur aus Ehrfurcht vor Gott verantwortungsvoll mit unserem Leben
umgehen, sondern auch aus Ehrfurcht vor anderen Menschen. Viele Menschen
wünschen sich einfach nur einen Partner, den sie voll für sich haben möchten
und der sie nicht betrügt. Viele klassische Ehen gehen dadurch kaputt, dass
Treue und der Wert des Zusammenhalten immer mehr klein geschrieben wird.
Trotzdem ist es auch heute noch möglich, auf die old-fashioned Ehe zu
setzen, wenn man eine Partnerin oder einen Partner mit diesem Wertebild
findet. Alle, die neue andere Wege suchen, sollen dies tun, aber wenn es zu
Komplikationen führt, sollten sie sich auch daran erinnern, dass es soetwas
wie die klassische Ehe auch als Alternative gibt. Es ist am Ende nicht
wichtig, was modern oder alternativ ist- sondern jeder muss für sich die
bestmögliche, für ihn individuell beste Lebensweise finden. Und anderen
reinzureden, was das einzig Richtige ist, ist nicht in Ordnung. Man kann für
und gegen die verschiedenen Modelle diskutieren, da es vielseitige Argumente
für und wider gibt. Aber die Polygamie und Promiskuität für jeden in einer
Gesellschaft zu predigen, ist unverantwortlich. Denn Thorsten hat Recht,
dass dies in einen gesellschaftlichen Niedergang, in Veramung und zu großen
Epidemien führt. Nicht alles, was alternativ ist, ist dadurch auch gut.
Alternativen müssen erprobt werden- keine Frage. Aber die Werte des
Bewährten und der Alternativen müssen gerecht bewertet und durchdacht
werden. Man sollte philosophisch darüber denken und nicht nur darüber, was
kurzfristig angenehm und Vorteils- versprechend wirkt.
Das Moses zum Beispiel im Alten Testament gegen den Inzest sich ausspricht
und das mit der Ehre von anderen Verwandten begründet, zeigt, dass die
Probleme von früher nicht ganz andere als die von heute sind. Wieso soll man
nicht nachdenken, ob die alten Regeln nciht auch ihren Sinn in der heutigen
Zeit haben? In einer Gesellschaft mit totaler Polygamie und Promiskuität
sind sehr schnell alle Menschen miteinander in irgendeiner Weise verwandt.
Und wenn dann in einer solchen Gesellachaft über Jahrhunderte hinweg solche
alternativen Werte gelten, wird es zu vielen Behinderungen bei den Geburten
kommen, da die Wahrscheinlichkeit steigt, von zwei miteinander über Ecken
verwandten Elten jeweils einen ähnlich mutierten kranken Gameten auf einem
Chromosomenpaar zu erhalten. Alternative Lebensformen können ad extrema
gedacht, tatsächlich eine genetische Katastrophe werden. Es ist daher
unbedingt wichtig, dass Menschen mit Blutsverwandtschaft keine gemeinsamen
Kinder auf die Welt setzen. Wenn sich eine alternative Lebensweise global
durchsetzt, wird es irgendwann notwenig sein, vor jeder Entscheidung einer
Zeugung eines Kindes einen genauen Gentest der Eltern zum Ausschluss naher
Verwandtschaft durchzuführen, da die Familienverhältnisse immer
undurchschaubarer werden. Und dass ständige genetische Testungen dazu
verleiten, dann auch die Gentechnik zu missbrauchen, um der Natur
nachzuhelfen, dürfte klar sein. Das Schöne an einem gemeinsamen Kind dürfte
doch gerade das sein, dass ein gemeinsames Kind Eigenschaften sowohl von der
Mutter als auch von dem Vater in sich birgt und dass man in der Entwicklung
beobachten kann, welche Talente und Verhaltensweisen dieses Kind entwickelt.
Eine wissenschaftliche Aufschlüsselung, was von wem stammt, mag interessant
sein, aber wenn man das alles genau weiß, ist die Entwicklung von den
eigenen Kindern nicht mehr so spannend. Obwohl ich Medizinstudent bin und
weiß, wie viele Krankheiten man durch Genanalysen schon vorgeburtlich heilen
könnte, denke ich, dass jeder Mensch das Recht haben sollte, die Gene seiner
Eltern jeweils zur Hälfte zu bekommen, selbst wenn es Risiken der
Behinderung gibt. Durch eine vernünftige Partnerwahl lassen sich diese
Risiken ganz natürlich vermindern. Dazu braucht man dann nicht nachher mit
moderner Wissenschaft versuchen, Gott zu spielen. Ich glaube fest daran,
dass Gott die richtigen Menschen zueinander führt und dass Menschen mehr
Schaden anrichten können, wenn sie an ungeborenem Leben herumdoktorn. Viele
heute behindert geborene Menschen sind froh, überhaupt heute leben zu
dürfen. Sie sprechen von der Gnade der frühen Geburt. Auch sie haben eine
Berechtigung hier zu sein. Wenn man Polygamie und Promiskuität als Ideal
prädigt, wird man später dafür von Gott gewollten behinderten Menschen das
Recht nehmen, auch auf dieser Welt zu sein, weil sich immer mehr genetische
Untersuchungen ergeben würden, da keiner mehr richtig wüsste, ob der Partner
oder die Partnerin nicht doch über Ecken herum mit einem selbst verwandt
sein könnte. Solch ein Szenario führt zu einem endgültigen
gesellschaftlichen Niedergang. Deshalb bin ich ein Befürworter von Treue und
klaren Verhältnissen in jeder Form von menschlichen Beziehungen. Etwas
Ordnung muss zum Wohle der kommenden Generationen schon sein.

Sascha am Freitag, 24. Februar 2006 um 16:14 #

ich denke, es gibt da zwischen dir und dem größten Teil der GJ keinen
wirklichen Dissens. Wenn man das auf die Kernsätze einschmilzt heißt es
doch nur:

- Alle Menschen sollen das Recht haben, so zusammenzuleben, wie sie es
wollen, mit Menschen, die es ebenso wollen.

- Kein Mensch soll zu einer bestimmten Form des Miteinanders
gezwungen/genötigt werden.

Das würde bedeuten, dass die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau,
ggf. mit Kindern, weiterhin geschützt und gefördert wird. Aber auch,
dass andere Formen des Zusammenlebens als gleichwertige Lebensweise
respektiert und ggf. rechtlich gleichgestellt werden. Das können
Dreierbeziehungen jeglicher Art sein, gleichgeschlechtliche
Partnerschaften, aber auch Sex mit Freunden oder was auch immer, solange
alle Beteiligten von vornherein wissen auf was sie sich einlassen und
damit einverstanden sind.

Georg am Freitag, 24. Februar 2006 um 21:27 #

Sorry Torsten, aber deine Ansichten halte ich für falsch. Und ich bin mir ganz ganz sicher dass auch unter den Christinnen und Christen du einer Minderheit angehörst. Dass die “Ehe” o.s.ä. einen besonderen rechtlichen Status genießen sollte, weil sich hier zwei Menschen entschlossen haben, gemeinsam durchs (harte) Leben zu gehen, ist verständlich. Das Argument, dass nur Mann und Frau Kinder haben können (und DESHALB die Goodies vom Staat erhalten) ist in sofern nicht mehr aktuell, als dass auch Homosexuelle Partner oder allein-Lebende Kinder aufziehen können. Keiner will eine “Abschaffung der Ehe”, sonder, wie Julia schon sagte, eine “Öffnung”. Wir Grüne sind keine unmoralischen Anarchisten, bei denen jeder mit jedem Sex hat und wir alle zusammen unsere Kinder (jedes hat 5 Väter) groß-ziehen. Wir sind nicht so schlimm, wie es an die Wand gemalt wird! ;)
Doch wenn du hier mit Extremo-Ansichten ankommst ist dass zwar legitim, aber nicht besonders hilfreich für die Leute, die wirklich versuchen zu diskutieren und argumentieren. Den christlichen Glauben als Schwert für konservative Ideen zu benutzen ist… einfach unchristlich! :D

Frank am Samstag, 25. Februar 2006 um 5:25 #

Moment mal,

” Den christlichen Glauben als Schwert für konservative Ideen zu benutzen ist… einfach unchristlich! ”

das ist ja voelliger Quatsch ! (sorry, dass ich es so direkt sage), aber wenn Du dem christlichen Glauben nichts abgewinnen kannst, dann solltest Du trotzdem wissen, dass die Basis des christlichen Glaubens die Bibel ist und Eure Thesen kann ich dort beim besten Willen nicht finden. Wie auch heute haben natuerlich auch viele Menschen im alten und neuen Testament es anders machen wollen – Ihr koennt in der ganzen Bibel nachlesen, was die Folgen waren ! – aber viel wichtiger: Ihr koennt auch nachlesen, wie erfuellt, befreit und happy man sein kann, wenn man Gottes Gedanken folgt und nicht dem Zeitgeist.

Aber mal ganz ohne christlichen Glauben, sondern nur mit gesundem Menschenverstand:

1) natuerlich ist nun einmal dass ein Mensch von einem Mann und einer Frau abstammt
2) Frau und Mann sind nicht gleich (sondern gleichwertig) und deshalb haben Kinder ein Recht auf einen Vater und eine Mutter
3) Kinder brauchen stabile Verhaeltnisse, weder geschiedene Eltern, noch “wechselnde” Eltern koennen dies bieten

Ansgar B. am Samstag, 25. Februar 2006 um 5:32 #

zum Kommentar von Matthias D.:

war erst abgeschreckt, da zu viel Text – aber das Lesen lohnt sich – sachlich und zum nachdenken !

Gregor am Samstag, 25. Februar 2006 um 18:29 #

Oh, ich sehe da jede Menge Dissens.

Natürlich soll jeder so leben können wie sie oder er will. Gar keine Frage. Das ist nicht der Dissens. Mich stören aber jede Menge Stellen in Deinem Statement:

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht genau wo ich anfangen soll, so schrecklich ist das ;-)

> In vielen Entwicklungsländern ist es gerade so, dass unübersichtliche Familienverhältnisse herrschen, viele Frauen alleine für ihre Kinder arbeiten und sorgen müssen, während die Männer sich mit vielen unterschiedlichen Frauen ihres Stammes vergnügen. Oft kommt es unter solchen Verhältnissen zu einer starken Unterdrückung der Frauen, da diese mit verschiedensten Männern des Stammes ins Bett gehen und es aus der Eifersucht der Männer und Frauen untereinander zu blutigen Auseinandersetzungen kommt.
>
Wie können sich die Männer mit den Frauen vergnügen, wenn Letztere die ganze Zeit arbeiten müssen? Warum machen die Frauen dabei mit? Wieso gibt es dort Eifersucht?

> In Indien hat man sich darüber Gedanken gemacht, wie es möglich ist, diese Gewaltprobleme zu lindern. Männer und Frauen, die bereits vergeben sind, haben bestimmte Zeichen an dem Körper, sodass jeder Nebenbuhler weiß, aha- dieser Mensch hat sich schon für jemand anderen entschieden.
>
Warum muss man sich überhaupt für einen Menschen entscheiden? Warum markiert man nicht auch seinen Bäcker, damit jeder sehen kann: aha, dieser Bäcker hat sich schon für einen anderen Kunden entschieden? Warum ist niemand eifersüchtig, wenn jemand anderes bei seinem Bäcker einkauft?

> Früher war es in Deutschland auch üblich, dass nicht verlobte Paare nicht zusammen die Nacht verbringen durften, besonders wenn sie noch nicht komplett volljährig
> waren und die Eltern ihre Fürsorgepflicht für ihre unreifen Kinder ernst genommen haben. In diese Zeit möchte zwar wirklich keiner mehr zurück
>
In diese Zeit wollen wir nicht nur nicht zurück. Wir haben die Veränderung erst ermöglicht. Es war unser politisches Ziel. Leider wird an dieser Stelle nicht mehr weitergearbeitet. Man hat sich sozusagen auf einem gewissen Freiheitsniveau eingependelt mit dem man sich zufrieden gibt und ist nicht bereit die früheren Forderungen weoter zu vertreten.

> aber früher war den Menschen bewusst, dass ungewollte Schwangerschaften für junge Frauen ohne eigene Lehre und eigenen Beruf ein großes Risiko darstellt, besonders wenn diese Affäre kein guter Versorger war.
>
Ich finde es entsetzlich, wenn Du allen ernstes davon ausgehst, dass eine Beziehung in einer zivilisierten Welt auf Versorgung beruhen sollte. Für solche Fälle gibt es Sozialsysteme, die aber immer weiter zurückgeschraubt werden, um Steuererleichterungen gegenfinanzieren zu können. Die Überzeugung, dass ein Vater für sein Kind zu sorgen hat verschärft nur die Vorstellung, dass es um die Verbreitung der eigenen Gene geht. Die Vorstellung, dass eine Mutter für ihr eigenes Kind zu sorgen hat übrigens auch.

> Viele Leute zerstören sich ihre Existenz durch ungewollte Affären.
>
Und wieviele Existenzen werden durch eine auf Heterosexualität und Monogamie ausgerichtete Gesellschaft zerstört? Kennst Du die Selbstmordraten von jungen Homosexuellen? Nicht die Affaire zerstört die Existenz, sondern die Bewertung durch die Gesellschaft.

> Leider tragen, auch wenn es richtig wäre, noch immer wenig Väter Verantwortung für die Pflege, Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder und in der Zeit, in der viele moderne Frauen gleichfalls ihr gutes Recht auf Karriere wahrnehmen, vernachlässigen auch sie ihre Aufgaben der Pflege, Erziehung und Ausbildung.
>
Es gibt vor allem einen, der seine Aufgaben der Pflege, Erziehung, Ausbildung und Betreuung vernachlässigt: DER STAAT! Wer die finanzielle Verantwortung für Kinder den Eltern zuschreibt, zeigt damit, dass er Kinder als eine private Angelegenheit betrachtet. Wer die Kosten der Kinder den Eltern zuweist, während der Nutzen der Kinder der Gesamtgesellschaft zugesprochen wird (Stichwort: Rente), braucht sich nicht über den zunehmenden Kindermangel in Deutschland beschweren.

> Soviel könnten Kinder und Eltern voneinander lernen, wenn sie sich mehr austauschen würden.
>
Erzähl das mal den Kindern von Sozialhilfeempfängern in der dritten Generation.

> Es ist Zeit, dass es aufhört, dass Eltern und Kinder in Parallelwelten leben und sie sich aus dem Weg gehen.
>

Es ist Zeit, dass es aufhört, dass Politiker und Unterschicht in Parallelwelten leben und sie sich aus dem Weg gehen.

> Schüler, die hervorrragende Leistungen bringen und im Elternhaus nachmittags eine bessere Förderung als in jeder Schule der Welt bekommen, sollten auch weiterhin das Recht auf die gezielte Förderung durch engagierte Eltern haben. Wenn man den Eltern diese Kinder entziehen würde, wäre das für diese Kinder eine Art Menschenrechtsverletzung. Kein Kind darf ungefördert bleiben und dadurch in seiner Entwicklung beeinträchtigt werden.
>

Du gehst davon aus, dass beides miteinander vereinbar ist. Ist es jedoch gerade nicht. Wenn die Kinder der gebildeten Oberschicht nicht in die Ganztagsschule oder den Pflichtkindergarten müssen, haben sie auch keine Interesse daran deren Qualität durch ihre Steuermitel zu finanzieren. Dementsprechend kann die Qualität in solchen Einrichtungen nur dann durchgesetzt werden, wenn auch die Kinder zur Teilnahme verpflichtet sind, die diese Qualität auch zu Hause erhalten könnten. Nur auf diesem Weg kommt es zu einer Umverteilung von kulturellem Kapital.

> Wenn Polygamie verantwortungsbewusst von reifen Menschen gelebt wird, ist sie sicherlich nicht generell zu verteufeln, aber wenn dadurch das Leben von unüberlegt handelnden Menschen zum Negativen beeinflusst wird, dann ist es es schon verständlich, dass auch christliche Menschen wie Thorsten lieber an das bewährte christliche Menschenbild und die Ehe glauben, die viele persönliche Tragödien lindern können.
>
Wer hat denn Sexualkundeunterricht in den Schulen durchgesetzt? Wer war denn dagegen? Natürlich geht es immer um Aufklärung. Aber gerade hier sind die Kirchen sicherlich die schlechtesten Partner, da das Konzept der Aufklärung jedem religiösen Gedanken zu wider läuft.

> Viele Menschen wünschen sich einfach nur einen Partner, den sie voll für sich haben möchten und der sie nicht betrügt.
>
Viele Menschen wünschen sich auch einen Ferrari. Ich seh da nicht viel Sinn drin. Das Kennzeichen von einer institutionellen Gesellschaft ist ja auch gerade, dass die Präferenzen genauso institutionalisiert sind.

> Aber die Werte des Bewährten und der Alternativen müssen gerecht bewertet und durchdacht werden.
>
Auf wessen Grundlage? Mal ganz böse gesprochen könnte man ja auch argumentieren die Unterdrückung der Frauen habe sich bewährt und man müsse die Alternative der Gleichberechtigung erst einmal abwägen. Gleichberechtigung brächte doch soviele Nachteile mit sich: Höhere Scheidungsraten, weil sich Frauen nicht mehr alles gefallen lassen. Höhere Arbeitslosigkeit, weil Frauen Männern die Arbeitsplätze wegnehmen. Niedrigere Geburtenraten, weil Frauen ihren Lebenssinn nicht mehr darin sehen nur Mutter zu sein.

Genau so funktioniert Politik. Es werden die unsinnigsten Argumente aus dem Hut gezaubert um die bestehenden Machtstrukturen beizubehalten oder auszubauen. Was in der Debatte bestimmt zu kurz kommt ist, dass hinter dem Gedanken von freier Liebe mehr steckt als nur das Recht auf sexuelle Freiheit. Freie Liebe muss als politisches Projekt verstanden werden. Konstrukte wie die Ehe dienen lediglich dazu die Menschen von ihrer Natur zu entfremden und sie damit in “zivilisatorische” Bahnen zu lenken, die im Interesse der herrschenden Klasse sind.

> In einer Gesellschaft mit totaler Polygamie und Promiskuität sind sehr schnell alle Menschen miteinander in irgendeiner Weise verwandt. Und wenn dann in einer solchen Gesellachaft über Jahrhunderte hinweg solche alternativen Werte gelten, wird es zu vielen Behinderungen bei den Geburten kommen, da die Wahrscheinlichkeit steigt, von zwei miteinander über Ecken verwandten Elten jeweils einen ähnlich mutierten kranken Gameten auf einem Chromosomenpaar zu erhalten.
>
Wie ist das denn in Island? Da ist doch auch jeder mit jedem verwandt.

> Wenn man Polygamie und Promiskuität als Ideal
>
>> prädigt
>
>
Tun wir doch gar nicht. Es sind die Anhänger der Monogamie, die diese als Ideal predigen. Promiskuität und Polygamie hat nichts mit Ideal zu tun. Sondern mit Natur, dem Gegeteil von Ideal.

Denke mal an die Jungfrau von Orleans, die ihrer Natur versagt hat und sich für das Ideal entscheiden hat. Genaugenommen hat Schiller uns damit unseren Leitspruch auf den Weg gegeben:

MAKE LOVE, NOT WAR!

Andreas am Samstag, 25. Februar 2006 um 20:29 #

Bitte begründet nichts, nirgendwo und niemals mit der Bibel!
Ein Buch, nachdem die Vergewaltigung einer Frau, die noch nicht verlobt ist, mit einer Geldstrafe von 50 Silberschekeln, zu entrichten an den Vater des Opfers, bestraft werden muss und die Zwangsheirat des Opfers mit dem Täter vorsieht (Deut 22,23-27), kann nicht Bestandteil einer Debatte über Werte sein.
Noch erschreckender ist das Verfahren bei verlobten Frauen (Deut 22,13-21): Wird die Frau in der Stadt vergewaltigt, werden beide, Opfer und Täter, gesteinigt, da die Frau ja um Hilfe hätte schreien können und ein Mann das bestimmt gehört hätte und natürlich wäre so die Vergewaltigung verhindert worden.
Anders verhält es sich auf dem Feld: Hier wird nur der Täter gesteinigt, da das Opfer zwar um Hilfe schreien könnte, sie aber nicht gehört würde.

Im Namen des Verstandes, lasst bitte die Bibel aus dem Spiel!

Eine Gesellschaft kommt gut ohne die Familie als Ort der “Erziehung von Kindern” aus.
In den Kibbuz, zum Beispiel, lebten alle Kinder zusammen im Kinderhaus und haben sich auch zu “anständigen” Menschen entwickelt.
Ein weiteres Beispiel liefern einige indigenen Völker, die die Kindererziehung ebenfalls seit vielen Generationen geschlechtsunabhängig und als Gemeinschaft praktizieren.

P.S. Noch ein erschreckendes Zitat:
Deuteronomium: 25,11 f
Wenn zwei Männer, ein Mann und sein Bruder, miteinander raufen und die Frau des einen hinzukommt, um ihren Mann aus der Gewalt des anderen, der auf ihn einschlägt, zu befreien, und wenn sie die Hand ausstreckt und dessen Schamteile ergreift, dann sollst du ihr die Hand abhacken. Du sollst in dir kein Mitleid aufsteigen lassen.

alex am Sonntag, 26. Februar 2006 um 2:18 #

laber laber grüne jugend…
wer zwingt oder nötigt in Deutschland Menschen bitte zu einer Form des Zusammenlebens??
Welche Gesetze konkret verhindern das Zusammenleben alternativer Partnerschaften?
Ich bin in der gymnasialen Oberstufe und würde mal schätzen, dass bei uns 90% der Schüler aus der,für euch zurückgeblieben verrückt konservativen gestrigen,traditionellen Ehe kommen.
Natürlich kann man jetzt sagen das ist weil alternative Parnterschaften hier nicht dieselben Entfaltungsmöglichkeiten BLABLABLA haben,oder einfach auch mal zur Kenntnis nehmen, dass sich Kinder in der traditionellen Familie mit verheirateten Eltern am besten entwickelt,dass diese besondere Verbindung anscheinend für Kinder den bestmöglichsten Schutz und Entfaltungsmöglichkeit gibt.
Jeder soll so leben wie er will und wenn er so möchte in der Ehe,diese Partnerschaft hat sich bewährt und sie ist alles anderer als gestrig und out,ihr konstruiert ihr ein Feindbild,was völlig unnötig ist,ihr argumentiert doch nicht mit Fakten sondern mit Parolen,mit teufel-komm-raus links-alternativen Phrasen,wo ich mich dann doch fragen muss ob nicht Frustration(was monogame lebensweise angeht) und plumpes werben trotteliger,parolenbezogener links-alternativer Mitglieder Motivation eurer Anti-Monogamie-Kampanie sind.

Martin Go am Sonntag, 26. Februar 2006 um 17:12 #

Habe lange nicht mehr so konkret und offen die subversiven Ziele grüner Politik zusammengefasst gelesen. Danke dafür. Man weiss woran man ist. Und sage mir hinterher nicht wieder irgendein verschlafener CDU-Wähler die Grünen seien sehr wichtig für unser Land (Umweltpolitik und so…). Grüne Politik ist vor allem staatszersetzend, volkszersetzend, moralzersetzend. Und die Grüne Jugend hat das gefressen was ihr die linken Lehrer, Sozialpädagogen und Strassenarbeiter (ich meine nicht die ehrlichen Arbeiter mit Schippe und Bagger) an linkem, pseudoalternativem und liberalistischem Gedankengut mit vollgekiffter Birne zusammengebraut haben. Bei soviel Unüberlegtheit, Dummheit und unangebrachter Borniertheit wie dies aus dieser oberpeinlichen Presseerklärung hervorgeht kann man nur staunen. Schon mal davon gehört dass sich zutiefst in ihrer Seele verletzte Menschen umbringen weil ihr Partner sie betrogen hat? Von wegen lustiger Sex mal hier und mal da wie es grade kommt. Mit dieser von allen Werten losgelösten Pseudomoral (offen, alternativ, nicht einengend usw) kann man vielleicht einen Swingerclub betreiben aber kein Staats- und Gemeinwesen. Oder betrachtet ihr euch selber nur als eure Eltern einengende Sexunfälle weil das von ungewünschter Nachkommenschaft befreiende Kondom aufgrund mechanischer Überanspruchung gerissen ist? Oder schreiben da nur Rosenkrieg-Kinder die einem leid tun können? Ich hoffe ihr haltet euch noch für gottgewollt! Obwohl Gottesglaube natürlich uncool ist oder? Wenn es keinen Gott gibt ist alles erlaubt, so sagte Dostojewski sinngemäß. Seid froh, daß viele Menschen, die euren Hirnauswurf unerträglich finden, an Gott glauben und somit auch an eure Menschenwürde, sonst könnte es ganz schön ungemütlich werden.

Leif am Sonntag, 26. Februar 2006 um 19:38 #

De attractionibus electivis

Meinethalben koennen Sie tun was Sie wollen. Ich habe unmittelbar nichts gegen Ihre sexuellen Neigungen oder Moralvorstellungen. Das ist Ihre Sache. Allerdings will ich dafuer nicht zahlen. Weder dadurch, dass ich Ihre Syphilis-Kur ueber die Krankenversicherung mittrage, noch dass fuer Ihre Kegel oder deren Aufzucht, direkt oder indirekt aufkomme. Auch andere Sekundaerfolgen will ich nicht gezwungen sein zu finanzieren. Doch das ist der naechste Schritt Ihrer Forderung. Oder werden Sie hinterher nicht das Klagelied der alleinerziehenden Mutter anstimmen? den Kinderhort fuer alle fordern? Doch bei diesem passiven Zur-Kasse-Bitten wird es nicht bleiben: Die staalich verordnete Erziehungsnivellierung um zu verhindern, dass diejenigen Kinder, die in einem intakten Elternhaus aufwuchsen die besseren Chancen haben, muss nach Ihrem Gesellschaftskonzept folgen. Kindergartenpflicht? Oder gleich Orwells >>1984

Sebastian am Sonntag, 26. Februar 2006 um 21:24 #

Die GRÜNE JUGEND hat übrigens ein ausführliches Papier zu dem Thema, das der Bundeskongress (die bundesweite Mitgliederversammlung) im November 2004 beschlossen hat. Der Titel lautet Von der Rolle – wir brechen(s) auf! und darin heißt es:

LebenspartnerInnenschaften

Obwohl das rot-grüne LebenspartnerInnenschaftsgesetz als Erfolg gefeiert wurde und sicherlich gerade auf rechtlicher Ebene einen Fortschritt für homosexuelle Paare darstellt, fordern wir eine weitgehendere, mutige Reform von Lebenspartnerschaften. Das jetzige, an die Ehe angelehnte Konzept zur Lebenspartnerschaft und die Ehe selbst sind Modelle, die eine einseitige Abhängigkeit fördern und konservativen Lebensentwürfen entsprechen. Zudem lehnen wir die symbolische und faktische Anlehnung der staatlichen Ehe an ein kirchlich- christliches Eheverständnis ab.

• Wir fordern deshalb die Abschaffung des Schutzes der Ehe im Grundgesetz und die Aussetzung singulärer staatlicher Förderung von heterosexuellen Lebensgemeinschaften, wie z.B. dem Ehegattensplitting.

• Statt der Ehe als staatlich bevorzugte “ideale Lebensform” und der mit weniger Rechten und Begünstigungen ausgestatteten “Homo-Ehe” fordern wir eine absolute Gleichstellung aller Lebensgemeinschaftsformen unter dem Überbegriff “Lebensgemeinschaften”. Ob sie nun hetero- oder homosexuell sind, ob sie zwei oder mehr Menschen umfasst, darf nicht von Bedeutung sein.

• Zudem fordern wir, angelehnt an das französische Modell des zivilen Solidaritätspaktes (PACS), eine flexiblere Handhabung bei der Übertragung von Rechten, vereinfachte und kostengünstigere Scheidungsprozedere und die Verlagerung des Vertragsschlusses von der staatlichen auf eine notarielle Ebene.

• Homosexuelle sollen bis dahin schnellstmöglich und ausnahmslos mit heterosexuellen Paaren gleichgestellt werden, insbesondere betrifft dies das Adoptionsrecht.

jule am Sonntag, 26. Februar 2006 um 22:19 #

Die Pressemitteilung (PM) hat es nun auch auf kat.net geschafft. Wunderbar! Ich kann ansonsten nur unterstreichen, dass sich die GRÜNE JUGEND nicht erst mit dieser PM zu diesem Thema geäußert hat und die Beschlüsse sicher auch weiterhin zu Recht Mehrheiten auf Mitgliederversammlungen erhalten würden.

Tim Harders am Sonntag, 26. Februar 2006 um 23:05 #

Aus gleichgeschlechtlichen Partnerschaften erwächst kein Nachwuchs. Ein Unterschied zu der durchschnittlichen Traditionsehe und ein Fakt, der die Forderung nach gleichgestellter Förderung abschmettert. Zudem sehe ich in Deutschland, anscheinend im Gegensatz zur Grünen Jugend, keine Hürden für “besondere” Formen der Partnerschaft. Zurecht fehlende finanzielle Anreize kann man wohl eher als gerechtfertigte Einschränkung zur traditionellen Ehe bezeichnen.

>>

Hier sollte man vielleicht mal objektiv die Situation der Kinder betrachten. Ich glaube nicht, dass Beleidigungen anderer Kinder ausbleiben, wenn sich rumspricht das jemand an der Schule 2 Väter/Mütter hat und zwangsläufig adoptiert wurde.

Letztlich ist die Pressemitteilung nichts als heiße Luft um wieder für ein wenig Aufmerksamkeit zu sorgen.

Der Umstand, dass die Jugendorganisation einer Partei, die von lediglich ca. 9% der WÄHLENDEN Bürger die Zustimmund erhält, die Ziele (damit indirekt auch die Wähler) einer Volkspartei als “ewig gestrige” bezeichnet, ist dazu recht amüsant.

Tim Harders am Sonntag, 26. Februar 2006 um 23:21 #

In Höhe der beiden spitzen Klammer sollte eigentlich der Absatz zum Adoptionsrecht von Homosexuellen stehen!!

Jan Marczona am Sonntag, 26. Februar 2006 um 23:49 #

– Zum Thema “ewig Gestrige”:
Es war noch nie die Masse der Bevölkerung, die mit notwendigem weiterdenken aufgefallen ist. Im Gegenteil – Fortschritt geht notwendigerweise von einer kleineren (intelektuell) beweglicheren Avantgarde aus. Die breiten Massen müssen in der Regel erst überzeugt werden. Das tun wir wohl gerade.

– Weiter im Text:
Wenn so viele Leute davon überzeugt sind, dass es in der Schule und im Kindergarten von intolerant erzogenen Kindern nur so wimmelt (was sich dann in Beleidigungen gegenüber der von einem gleichgeschlechtlichen Paar erzogenen Kinder asudrückt), der führt die gleichen Argumente auf, die früher gegen die Tolerierung von außerehelichen Kinder gebracht wurden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir GERADE wenn solche Beleidigungen Realität sind (was ich unter Kindern bezweifle, das wahre Problem sind da Menschen wie einige Vorredner) unbedingt dafür sorgen müssen, dass gleichgeschlechtliche Ehen/Partnerschaften eben NICHT mehr als etwas abstoßendes, etwas anderes oder etwas abnormales gelten. Und dafür müssen ALLE Ungeleichbehandlungen aufgehoben werden. Und zwar als bald als möglich.

Gregor am Montag, 27. Februar 2006 um 4:57 #

Danke Jan, genauso hätte ich an der Stelle auch argumentiert.

Ich möchte auch etwas zu den Unglücklichen schreiben, die sich umbringen, weil sie betrogen werden. Warum sind sie denn unglücklich? Weil die Gesellschaft ihnen einredet, es sei etwas völlig Schlimmes, wenn die Freundin mit nem anderen rummacht. Weil ihnen eingeredet wird, es sei demütigend, wenn man betrogen wird. Nun, zunächst kann man sagen, dass nur jemand betrogen werden kann, dem körperliche Treue versprochen wurde. Nun kann ich sagen: Warum sollte man das verlangen? Ich denke wir werden uns mit den “christlichen” Schreibern dieses Blogs bestimmt niemals einigen, weil sie sich nicht von ihrer weltfremden (man könnte auch sagen “geistlichen” Denken nicht entfernen können).

Ich finde es sehr erheiternd, dass jemand, der die Ehe für die beste Form des Zusammenlebens erklärt, uns für ideologisch hält, obwohl WIR niemandem sagen, wie er zu leben hat.

Ich bin auch für keine finanzielle Besserstellung der Homo-Ehe. Ich bin dafür, dass die finanzielle Besserstellung der Ehe abgeschafft wird. Ich habe nämlich keine Lust Steuern für Leute mitzuzahlen, die eine Lebensform gewählt haben, von der ich ohnehin nicht viel halte.

Martin Go kann ich beruhigen. Die Grünen bleiben weiterhin CDU-kompatibel. Wir sind die Grüne Jugend und aus meiner Sicht kann ich nur bedauern, dass die Grüne Partei so konservativ und angepasst geworden ist. Ich denke das wird für die Grünen zu einem großen Problem werden, dass sie sich inhaltlich so stark von ihrem Parteinachwuchs entfernen. Das hat man ja bei den Jungdemokraten gesehen, die sich von der FDP abgespalten haben. Zu Recht, wie ich meine, denn auch die FDP – einstmals eine gute Partei – hat sich von ihrer ursprünglichen Idee entfernt. Das können auch respektable Leute wie Leutheusser-Schnarrenberger oder Gerhard Baum nicht ausgleichen. Hamm-Brücher hat ja bereits Konsequenzen gezogen und hat die Partei verlassen.

xander am Montag, 27. Februar 2006 um 9:16 #

Ich unterstütze diese Aktion voll und ganz. Denn dank Leuten wie Euch ist es mir möglich, meine polygamen Fantasien bald ganz offiziell in die Tat umzusetzen, und das ganze rechtlich abzusichern.

Bjoern am Montag, 27. Februar 2006 um 20:28 #

Nachdem ich selber aktives Mitglied der GJ bin und selbst manchmal das Extreme fordere, fällt es mir schwer diese PM zu verurteilen.

Allerdings finde ich das hier mal wieder ganz klar am Ziel vorbeigeschossen wird. Es kann ja nur ein schlechter Witz sein das “alternative” zu fordern, das “konservative” abzuschaffen. Das ist einseitige Polarisierung!!!
Es stimmt das es schon immer verschiedene Arten der Lebensweise gab und gibt, das will ja auch niemand bestreiten denke ich, allerdings muss ich einigen meinen Vorrednern recht geben wenn sie sagen das die Ehe eines der Fundamente unserer demokratisch, zivilisierten Lebensweise ist.

Patchworkfamilien resultieren fast immer aus gescheiterten Ehen, die aber wohl eher Ergebnis andere Misstände sind und nicht der Ehe selbst!
Hier sei einmal mehr auf unser schlechtes Föderalistisches System hingewiesen.

Infolge dessen halte ich es auch für skandalös die Ehe abschaffen zu wollen, um Lebensweisen wir die der Patchworkfamilie zu fördern.

Alternativen zur Ehe ja! Abschaffung und Untergrabung, nein!

Eine Gleichsetzung ist nicht Möglich, da es nicht das gleiche ist, andere sowie ähnliche Rechte ja.
Andere Rechte soll nicht heißen weniger oder minderwertige Rechte, aber eben nicht die gleichen wie die der Ehe.

Ich selbst bin überzeugter Atheist und halte es auch für falsch einfach alles hinzunehmen nur weil es vielleicht so Gewohnheit ist oder unsere Gesellschaft bzw. Regierung es für richtig hält.
Allerdings muss ich bei uns der GJ immer öfter einseitige Argumentation feststellen, die Teilweise auch Zeugnis dafür sind das wir die GJ zwar alternativ zu andern Verbänden und der mehrheit der Gesellschaft sind aber nicht zu unser eigenen Geschichte und Entwicklung infolge natürlicher Veränderung.
Wir sind konservativ!! Fordern teilweise alte Überzeugungen aus einer Zeit die bereits hinter uns liegt und wir als 68 Generation kennen.
Nur weil wir die GJ sind müssen wir noch lange nicht, gegen die bestehende Gesellschaft argumentieren.

Also bitte lieber Bundesvorstand arbeitet ein bisschen an euren Formulierungen, denn es ist vollkommen verständlich, dass sich einige Gruppierungen und Menschen durch diese Art der Polarisierung verletzt und Missachtet fühlen.

Mit jung-grünen Grüßen Björn

Wolf am Dienstag, 28. Februar 2006 um 0:49 #

Ehe und Familie sind die Kernzelle und der Grundbaustein jeder stabilen Gesellschaft. Wer die “bürgerliche” Ehe abschaffen will, will die Gesellschaft als Ganzes zerstören!
Grüne Jugend, befaßt euch endlich mit eurer grausigen Zukunft, unserer Demographie! Nichts ist so sicher wie das!!!!!
http://www.berlin-institut.org
Wir stehen vor geschichtlich einzigartigen Entwicklungen!

Homoehen, Patchwork-Gebilde, “Wahlverwandtschaften” und pipapo sind ein NICHTS! Das sind Hirngespinste, von denen in 60 Jahren NIEMAND mehr redet, weil sie von der Geschichte hinweggefegt werden. Was rege ich mich auf, zurückzudrehen ist das ganze eh nicht mehr.
*kotz*

Kai S. am Dienstag, 28. Februar 2006 um 2:04 #

JUCHUH !!!

Immerhin verstehen die Grünen jetzt dass 300’000 Abtreibungen pro Jahr niemanden weiter bringen.

Lasst uns nun also eine Kinderablieferungspflicht einführen: nach 6 Wochen, das sollte doch reichen (damit das Kind ja keinen Schaden nimmt) müssen Kinder im Kinderhort, -haus oder -heim abgegeben werden, wo sie dann rund um die Uhr auf die Polygamie vorbereitet werden oder Ihre Sexualität entdecken lernen.

Sonntags dürfen sich dann alle Eltern (im weiteren Sinne) ein Kind aussuchen, das sie dann in der Einkaufszone oder in der Nachbarschaft vorführen und auch ein Stündchen knuddeln können. Wenn das Kind nicht Ihren Wünschen oder den Wünschen des aktuellen bzw. aller aktuellen Partner entspricht, dürfen sie bis Mittwochs Nachmittag Änderungswünsche für das kommende Wochenende angeben.

Nur so wird sichergestellt, dass wir uns in Deutschland endlich weiterentwickeln !

Max am Dienstag, 28. Februar 2006 um 9:43 #

1. Fehler “Ehe vs. Familie”
Es wurde gegen Monogamie gelästert und dies wurde als Angriff gegen Familien gewertet. Wir wollen das Rechtskonstrukt “Ehe” flexibilisieren, was die Leute dann drauß machen, ist ihre Sache. Die Förderung des Zusammenlebens mit Kindern = Familie sollte, zumindest meiner Meinung nach, anstelle der Ehe, in der Verfassung verankert werden.

2. Fehler “Kinderwegnehmen”
Bei der Forderungen nach Kinderbetreungsangebote (gerade über ein normales Kindergartenangebot hinaus) sollte nicht vergessen werden dass dies nur ein zusätzliches Angebot ist. Wir wollen niemanden die Kinder wegnehmen. Wer die finanziellen Möglichkeiten dazu hat sein Kinder zuhause zu erziehen, wunderbar ! Leider zeigt die Realität dass z.B. eine alleineerziehende Mutter es sich nicht leisten kann ihr Kind den ganzen Tag zu betreuen. Forderungen nach einer Kindergartenpflicht sollten nur vorsichtig und gut begründet gestellt werden.

3. Fehler “Formulierungen”
Volle Zustimmung zu GJ Mitglied Björn: “Also bitte lieber Bundesvorstand arbeitet ein bisschen an euren Formulierungen, denn es ist vollkommen verständlich, dass sich einige Gruppierungen und Menschen durch diese Art der Polarisierung verletzt und Missachtet fühlen.” und “Alternativen zur Ehe ja! Abschaffung und Untergrabung, nein!”

Sebastian W. am Dienstag, 28. Februar 2006 um 10:31 #

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich doch erstaunt bin, welche Wellen so eine kleine Pressemitteilung schlägt. Aber nun kann sich keiner mehr beschweren, dass unsere Ideen nicht Gehör finden (vielleicht auch bei den falschen Leuten ;-)).

Zweifelsohne spiegelt die PM die Mehrheitsmeinung innerhalb der Grünen Jugend wider, anders kann ich mir es nicht erklären, dass die Resolution, die ein anderer Sebastian oben verkinkt hat, mit großer Mehrheit angenommen wurde und ich beispielsweise mit dem Antrag, die Forderung nach Abschaffung der Ehe rauszustreichen, gnadenlos abgeschifft bin.

Die meisten Argumente sind so weit dargestellt, ich will sie nur noch ein bisschen weiterentwickeln und kurz meinen Senf dazu abgeben. Die Bibel als Gesetzbuch zu betrachten, die wörtlich befolgt werden muss, ist grober Unfug. Jeder, der weiß, wie im damaligen Kulturkreis Texte geschrieben worden sind, weiß auch, dass man das nicht wörtlich nehmen darf, sondern diese der Exegese (Interpretation) bedürfen. Und jeder, der weiß, wie die Bibel kanonisiert wurde, weiß auch, dass es jede Menge apokryphe Schriften gibt, die zum Teil der Bibel widersprechen. Alles weitere dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphe
Was ich zweifellos für zeitlos halte, ist die damals revolutionäre Botschaft von Jesus. Wenn sich alle dran halten würden, besonders die ach so gläubigen Fundi-Christen und diejenigen, die alles Alternative zur neuen Leitkultur erheben, dann wäre uns allen geholfen.

Die Grünen haben zu Recht immer gesagt: Familie ist da, wo Kinder sind. Und genau diese Familie muss gefördert werden. Mir persönlich ist es egal, wie viele Personen welchen Geschlechts sich in dieser Familie befinden, Hauptsache ist, dass sie für die Kinder da sind und sie erziehen. Ohne Familie geht jede Gesellschaft unter, da hilft kein Sozialstaat. Eine gezielte Familienförderung sorgt dann auch dafür, dass zwei Menschen verschiedenen Geschlechts (anders geht’s nun mal nicht) bereit sind, Kinder in die Welt zu setzen und genau darum sollte es uns jenseits aller Ideologie gehen.

Wenn Leute sich in alternativen Lebensformen austoben wollen, sehr gerne. Nur dann sollen sie mir damit nicht auf die Nerven gehen und ihren Lebensstil zum Absolutheitsanspruch für alle erheben, genausowenig, wie ich so ein Verhalten von den Hetero-Ehe-Verfechtern sehen möchte. Dieses Schubladen-Denken von beiden Seiten gehört ins letzte Jahrtausend.

Till Westermayer am Dienstag, 28. Februar 2006 um 11:24 #

Ich habe mich über die PM ziemlich gefreut — und das, obwohl ich in einer ziemlich monogamen Vater-Mutter-Kind-Beziehung lebe. Aus zwei Gründen: erstens, weil mich die Gleichsetzung Ehe = Familie = förderungswürdig stört. Ich finde es gut, dass Kinder gefördert werden (und da kann gerne auch noch mehr passieren) — warum aber gerade das Zusammenleben zweier Menschen unterschiedlichen Geschlechts mit oft gebrochener Ewigkeitsgarantie besondere staatliche Schutz- und Regelungsbedürftigkeit aufweist, ist mir unklar. Und zweitens, weil ich durchaus überzeugt davon bin, dass Menschen in sehr unterschiedlicher Form ihr Leben verbringen und glücklich werden können. Dass eine politische Jugendorganisation den Mut aufweist, dass sehr deutlich (und natürlich auch ein bißchen provokant) zu sagen, ist erst mal per se zu begrüßen. Partnerschaften und Beziehungen jeder Art registrieren lassen zu können — was ja der Zivilpakt will — ist dann eine gute Lösung dafür, diese Vielzahl an Lebensformen weitgehend ohne staatliche Einmischung gestalten zu können, ohne ständig an Grenzen zu stoßen, die durch ihre Nichtanerkennung existieren, wie dies jetzt der Fall ist.

Dass sich jetzt eine ganze Reihe Leute — wenn ich das richtig sehe, vor allem mit tief-christlichem Hintergrund — darüber aufregen, ist gut, weil es Aufmerksamkeit produziert. Jetzt zu schreien, dass die Grüne Jugend die Ehe verbieten will, ist allerdings Blödsinn: es geht darum, bestimmte Privilegien entweder abzuschaffen oder auf andere Lebensformen auszuweiten, und damit anzuerkennen, dass der abendländische Gottesstaat der Vergangenheit angehört.

Andreas am Dienstag, 28. Februar 2006 um 12:12 #

“[...]Grüne Politik ist vor allem staatszersetzend, volkszersetzend, moralzersetzend. Und die Grüne Jugend hat das gefressen was ihr die linken Lehrer, Sozialpädagogen und Strassenarbeiter (ich meine nicht die ehrlichen Arbeiter mit Schippe und Bagger) an linkem, pseudoalternativem und liberalistischem Gedankengut mit vollgekiffter Birne zusammengebraut haben.[...]”

So was tolles hab ich seit dem letzten Wahlkampf nicht mehr gehört; danke, dass es Menschen gibt die rechts-konservative Stereotypen bestätigen, einfach klasse…

Jetzt aber mal im Ernst:
1)Die konservative Familienpolitik/das Familienbild ist repressiv:
Frauen leiden unter permanenter und struktureller Gewalt.
So verdienen Frauen nicht nur weniger, sondern haben schlechtere Karrierechancen als Männer.
Der Lohnunterschied ist in Deutschland sogar überproportinal groß.
Es handelt sich sogar um strukturelle Unterdrückung der Frau, wie sich aus den Zahlen schließen lässt.

http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/95746/

2) Zum Thema “die patriarchalische Familienstruktur ist die Stütze der Gesellschaft”:

“[...]In Tansania ergab eine Untersuchung, dass bei jungen Frauen, die Gewalt durch ihren Partner erfahren haben, die Wahrscheinlichkeit, HIV-infiziert zu sein, zehn mal höher war als bei Frauen, die keine Gewalt erfuhren.[...]”

http://de.wikipedia.org/wiki/Aids_in_Afrika

“[...]Die Entwicklung von patrilinearen Gesellschaftssystemen und männlich dominierter Herrschaftssysteme (Patriarchate) verlief – mit einigen Ausnahmen – Hand in Hand.[...]”

http://de.wikipedia.org/wiki/Patrilinearit%C3%A4t

Ein Blick in die Welt genüg, um zu sehen, welche Folgen familiärer Zwang, wie “jungfräulich in die Ehe” und Verdammung der Sexualität, haben.

Am Beispiel Genitalverstümmlung, euphimistisch auch als “Beschneidung” bezeichnet, zeigt wie gefaährlich das Patriachat ist.

“[...]Der Ursprung der Genitalverstümmelung ist nicht verortet, sie kommt in den betroffenen Kulturkreisen unter Moslems, Christen, Juden und Animisten vor.[...]”

“[...]Mit anderer Begründung ist FGM auch in Europa mindestens seit der Barockzeit bis in die 20iger Jahre des 20. Jahrhunderts durchgeführt worden. Hier wurde sie vor allem zur Behandlung der Masturbation, der Hysterie und anderer vermeintlich typisch weiblicher Störungen angewandt. So wird FGM auch praktiziert, um die Frau vor ihrer eigenen Sexualität und vor Übergriffen der Männer zu schützen. Die Durchführung von FGM hat daher auch mit der Erwartung an die Rolle der Frau zu tun.[...]”

“[...]Tradition und sozialer Druck spielen bei der Durchführung von FGM eine große Rolle. So ist es in Gesellschaften, die FGM praktizieren, fast unmöglich, seine Tochter nicht der Praktik zu unterziehen. Diese Mädchen werden andernfalls sozial ausgegrenzt und stigmatisiert. Sie haben keine Stellung in der Gesellschaft, ganz zu schweigen davon, dass kein Mann sie heiraten wird. Das ist in einer Gesellschaft, in der Frauen ökonomisch abhängig von den Männern sind, fatal. So haben Eltern, kaum eine andere Wahl als ihre Töchter zu einer Beschneiderin zu bringen, auch wenn sie selbst wissen, wie qualvoll ein solcher Eingriff ist.[...]”

“[...]Zu Beginn des 19. Jh. war in Europa die Vorstellung verankert, die Masturbation sei eine Perversion. Diese sollte mit allen Mitteln verhindert werden. Zunächst griff man auf sanfte “Behandlungsmethoden” zurück: Überwachung, kalte Bäder und Trinken von Mineralwasser. Später trugen die Frauen Keuschheitsgürtel. In England entdeckte der Arzt Isaac Baker Brown Mitte des 19. Jh. die operative Behandlung: den Frauen wurde die Klitoris entfernt. Damit sollten Masturbation sowie Hysterie behandelt werden. So wurden einige Frauen des gehobenen Bürgertums ihres empfindlichen Organs beraubt. Browns Methode wurde später auch in Amerika in einigen Fällen praktiziert.
Aus der Barockzeit gibt es Erzählungen, dass solche “Behandlungen” bei Mädchen mit dem Brenneisen erfolgten und bei Jungen die Vorhaut mit Silberdraht zugenäht wurde.[...]”

http://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverst%C3%BCmmelung

Das Patriarchat, und das daraus abgeleitete Familien bild, ist nicht die Stütze der Gesellschaft, sondern die Peitsche der Unterdrücker.

Wenn der Mensch sich befreien will, muss er/sie diese Ketten sprengen.

Ein erster Schritt dazu ist es die Subvention solcher repressiven Strukturen einzustellen.

3) Umgang mit Kindern: Erst kürzlich erschien ein Buch mit den Erfahrungen von Menschen, die im Deutschland der 50iger und 60iger Jahre, also als das Familienbild “noch in Ordnung war” und nicht von links-alternativen Perversen wie der GRÜNEN JUGEND zersetzt war.
Als die Nonnen die Kinder noch schlagen durften in den Heimen und noch einsperren konnten – das waren noch Zeiten, da konnte aus den Kindern noch was werden, nämlich autoritätshörige, befehlsausführende Produktivkräfte für den Markt, die beten und nicht meckern, die arbeiten und nicht Gerechtigkeit fordern und natürlich ein gesundes Menschenbild vertreten…

Unterdrückung war an der Tagesordung und zeigt den Umgang mit Kindern gemäß der Tradition.

Der Mensch wird also bereits von Beginn an dazu erzogen, die Klappe zu halten und zu tun, was befohlen wird – und natürlich nicht zu denken. Die Konsequenzen der “deutschen Autoritätsliebe” sollten gemeinhin bekannt sein.

Es grüßt der perverse Alternative aus seiner linken Ecke und freut sich über seine Freiheit, die er sich einfach nimmt.

gregorio am Dienstag, 28. Februar 2006 um 13:58 #

Die Ehe ist schon allein deshalb foerderungswuerdig, weil die Ehe einen Teil der Fuersorgepflicht des Staates auf den jeweiligen Ehepartner uebertraegt. Natuerlich sind eingetragene Lebenspartnerschaften grundsaetzlich in gleichem Masze foerderungswuerdig. (Und an der Stelle fragt man sich schon, ob diejenigen, welche die PM verbrochen haben, sich im Moment des Schreibens des Lebenspartnerschaftsgesetzes voll und ganz bewusst waren, – scheinen sie doch stellenweise die Kritik an der Beschraenkungen auf die Ehe mit der Kritik an der Beschraenkung auf die Zweierbeziehung zu vermengen).

Die in der PM geforderte ‘Abschaffung der Ehe’ ist natuerlich grenzwertiger Schwachsinn und ueberhaupt erweckt die PM den Anschein, als sei sie eher einem unreflektierten Beduerfnis erwachsen, sich von der CSU-”Jugend” zu distanzieren, anstelle einer (durchaus sinnvollen) Ueberlegung den Begriff der ‘Ehe’ etwas zu entstauben.

Ich wuerde ja fast darauf draengen, dass sich meine Basisgruppe von dieser PM distanziert, wenn es nicht noch unzaehlige andere PMs und Beschluesse gaebe, die ich fuer unausgegoren halte.

Till Westermayer am Dienstag, 28. Februar 2006 um 17:21 #

@Gregorio

Die Ehe ist schon allein deshalb foerderungswuerdig, weil die Ehe einen Teil der Fuersorgepflicht des Staates auf den jeweiligen Ehepartner uebertraegt.

Das tut der Staat aber auch, wenn ich gemeinsamer mit meiner Freundin ein Kind großziehe — ob wir verheiratet sind oder, wie in unserem Fall, eben nicht. Insofern verstehe ich das Argument nicht.

Wolf am Dienstag, 28. Februar 2006 um 18:30 #

Es geht doch grundlegend darum, daß die Ehe zwischen Mann und Frau nicht “eine weitere banale Lebensform unter vielen” ist, sondern eine Sonderstellung hat und auch braucht. Auf Ehe und Familie fußt die gesamte Gesellschaft und nur durch Ehe (die einen besonderen Akt des Vertrauens darstellt) und Familie ist die Kontinuität der Gesellschaft gewährleistet. Der Verfall und Zerfall der Familie in unserer Gesellschaft ist schon so weit fortgeschritten, daß das reale Trümmerfeld auf dem wir stehen, von einigen für “normal” und gar “fortschrittlich” gehalten wird.
“Real” ist nicht “NORMal”! Ein Blick in die demographische Zukunft reicht, um zu erkennen, wo dieser “Fortschritt” hinführt!!!

Georg am Dienstag, 28. Februar 2006 um 18:45 #

a propos Demographie:
Wenn alleinerziehende Singles besser gestellt werden, gibt es auch wieder mehr Kinder! ;)
Wenn also der GJ-Vorschlag übernommen wird, würde Dtl.s Demografie-Problem zumindest schrumpfen! Denn Nur weil mensch verheiratet (im konservativen Sinne) ist, werden nicht mehr Kinderlein gezeugt.
Wenn Schwule und Lesben leichter eine Adoption annehmen können, dann würde es weniger einsame Waisen in Heimen geben.
blablabla
(wie bereits gesagt, ich bin irgendwo bei Beitrag 23 ausgesteigen *stöhn*)
Also: Demografie ist genausowenig ein Argument GEGEN unsere (GJ) Idee wie Deuteronomy ;)
cya
Georg, direkt aus Berlin

gregorio am Dienstag, 28. Februar 2006 um 18:58 #

@Till:

Sollten Du und Deine Freundin euch trennen, waert Ihr beiden zwar noch fuer das gemeinsame Kind unterhaltspflichtig aber nicht fuereinander. (Was insbesondere dann fuer einen von Euch beiden Schade ist, wenn einer von Euch sich einen Rentenanspruch erarbeitet hat, waehrend der andere ueber laengere Zeit nicht gearbeitet hat.)

Der Staat kann sich das ein oder andere an Sozialleistungen sparen, sofern das Geld beim Ehegatten zu holen ist (selbst, wenn die Ehe inzwischen geschieden sein sollte), insofern hat der Staat ein Interesse daran, dass Leute heiraten.

Andreas am Dienstag, 28. Februar 2006 um 19:17 #

1) “Ich bin in der gymnasialen Oberstufe und würde mal schätzen, dass bei uns 90% der Schüler aus der,für euch zurückgeblieben verrückt konservativen gestrigen,traditionellen Ehe kommen.”
Tja, Alex, mag sein, aber der gleiche Prozentsatz an jungen Menschen sagt sich, dass sie das nicht wollen, sie finden es sogar ungerecht, dass die Ehe gefördert wird und aber wenn sie mit einem Menschen ihrer Wahl zusammen leben und ein Kind aufziehen ohne verheiratet zu sein, sie nicht diese Vorteile in Anspruch nehmen können.

P.S.
Alex, wo du dich auf die Seite der JuLis verlinks, rechnet ihr immer noch in DM auf der Seite; mir war da mal so (im letzten November), dass sich da bei den Grundsätzen noch ein paar DM-Summen versteckt haben ;-)

2) “[...]den Kinderhort fuer alle fordern?[...]” Ja, Leif, das tut die GRÜNE JUGEND bereits.
Außerdem hat das FaFo Bildung auch mal über eine Kindergartenpflicht nachgedacht…(P.S. Schulpflicht gibt’s ja schon…)

3) Zum konservativen Familienbild sag ich einfach nix mehr, da ist schon genug gesagt…

Thomas am Dienstag, 28. Februar 2006 um 22:53 #

Warum hat eigentlich noch niemand gefordert die Grünen zu verbieten ?
Da bleibt zu hoffen das die Grünen NIE wieder an die Regierung kommen. Fischer und Co haben gereicht.
Wie oft war eigentlich euer Steine Werfer
verheiratet ?
4, 5 oder schon 6 mal ?
Das vom Nachwuchs der Grünen bei diesem Vorbild nichts anderes zu erwarten war, ist bei diesem Thema wohl jedem klar.
Als nächstes kommen von euch Forderungen den Sex mit Kindern zu legalisieren, die Pädophilen wählen dann Grüne.

Georg am Mittwoch, 1. März 2006 um 0:13 #

den letzten Satz habe ich mal auf der Internetseite eine rechtsradikalen Partei gelesen. Bitte nächste Mal Anführungszeichen und Quellenangabe! ;) Oder bei so polemischen Äußerungen einfach mal ruhig sein. Ich weiß, der Drang zu allem und jedem seinen Mist abzulassen ist groß… ;)

Gregor am Mittwoch, 1. März 2006 um 3:58 #

Hallo,

es wird die konservativen Christen sicherlich noch mehr begeistern, dass die Kindergartenpflicht ebenfalls offizlielle Beschlusslage der Grünen Jugend ist. Nachzulesen – wenn ich mich nicht irre – im Leitantrag von Köln und im Leitantrag von Koblenz.

Und wegen der Nachfrage:

Ja, ich möchte diese Gesellschaft zerstören. Was meinst Du warum ich in der Politik bin? Ich hab nämlich ein viel besseres Gesellschaftsmodell in meiner Schublade liegen. ;-)

gregorio am Mittwoch, 1. März 2006 um 9:50 #

Hm, ich war seinerzeit in einem katholischen Kindergarten (- eigentlich war ich bis zum Abitur ausschließlich in katholischen Bildungseinrichtungen). Ich glaube nicht dass konservative Christen prinzipiell ein Problem mit der Kindergartenpflicht hätten…

overmind am Mittwoch, 1. März 2006 um 11:49 #

Es gibt wichtigere Probleme im Moment.

Julia am Mittwoch, 1. März 2006 um 19:09 #

@Leif

Meinethalben koennen Sie tun was Sie wollen. Ich habe unmittelbar nichts gegen Ihre sexuellen Neigungen oder Moralvorstellungen. Das ist Ihre Sache. Allerdings will ich dafuer nicht zahlen.

Im Moment zahlen “wir”, also diejenigen, die nicht heiraten, für diejenigen, die sich für den traditionellen “hafen der Ehe” entscheiden. Beispiel Ehegattensplitting. Beispiel Wohnungssuche. ich bitte doch hier die Realitäten nicht zu verdrehen.

Weder dadurch, dass ich Ihre Syphilis-Kur ueber die Krankenversicherung mittrage, noch dass fuer Ihre Kegel oder deren Aufzucht, direkt oder indirekt aufkomme.

Wusste bisher nicht, dass die Ehe vor Syphillis oder Schwangerschaft schützt. Meines Wissens helfen dagegen am besten Kondome. Oder ist die Kampagne “Machs mit” wahrhaftig an Ihnen vorbeigegangen?

Oder werden Sie hinterher nicht das Klagelied der alleinerziehenden Mutter anstimmen? den Kinderhort fuer alle fordern? Doch bei diesem passiven Zur-Kasse-Bitten wird es nicht bleiben: Die staalich verordnete Erziehungsnivellierung um zu verhindern, dass diejenigen Kinder, die in einem intakten Elternhaus aufwuchsen die besseren Chancen haben, muss nach Ihrem Gesellschaftskonzept folgen. Kindergartenpflicht?

Haben Sie, Leif, unsere Beschlüsse gelesen? Ich sage Ihnen etwas: Ja, ich stimme das Klagelied der alleinerziehenden Mütter an, die haben in unserem Land nämlich nicht die besten Möglichkeiten. Und genau deswegen fordern wir Kindergartenpflicht und Horte für alle. Sie finden das furchtbar illiberal und staatsautoritär? Ich nicht.

Ich bin der festen Überzeugung: Nur so kann eine sozial gerechte, und eine geschlechtergerechte Gesellschaft Realität werden. Da gehts nicht nur um die Rechte der Frauen (denken Sie mal nach, Leif, wenn Frauen ihre Kinder in Horte bringen können, kriegen sie vielleicht auch lieber Kinder, gerade gut qualifizierte Frauen mit Karrierechancen – nur mal so); sondern vor allem auch darum, dass Kinder von früh an eine gute Bildung bekommen – ich nbin fest überzeugt davon, dass Bildung der Schlüssel zur sozialen Frage ist.

Matze am Mittwoch, 1. März 2006 um 21:01 #

Also ehrlich diese Diskussion zeigt doch nur dass ihr keine Ahnung von den wirklichen Problemen in unserm Land habt.
Meint ihr unsre Staatsschulden wären nur einen cent niedriger wenn eure tollen “Sexforderungen” realität wären? oder dass es nur einen einzigen Arbeitslosen weniger gäbe?
Ihr solltet einen Spassverein gründen und lieber Leute Politik machen lassen die auch wirklich das Wohl dieses Landen im Blick haben und nicht seinen Untergangen noch beschleunigen wollen!
Ehrlich ihr sein ein trauriger Haufen!

Vincent am Mittwoch, 1. März 2006 um 21:46 #

[...]Meint ihr unsre Staatsschulden wären nur einen cent niedriger wenn eure tollen “Sexforderungen� realität wären? oder dass es nur einen einzigen Arbeitslosen weniger gäbe?[...]

Ist der status quo den gut/schlecht für den Staatshaushalt und den Arbeitsmarkt?

DAs was wir fordern hat nichts mit SPASS zu tun, es ist dafür da, dass Menschen so leben können wie so wollen (natürlich ohne jemanden zu gefährden( falls jetzt wiedersowas “[...]Als nächstes kommen von euch Forderungen den Sex mit Kindern zu legalisieren, die Pädophilen wählen dann Grüne.” kommt))

Martin am Mittwoch, 1. März 2006 um 22:16 #

Hallo Torsten

“mein Kommentar als in Euren Augen super-hyper-ewig-gestriger bekennender Christ zu Eurem Artikel “Monogamie ist keine Lösung!â€?”

Sei getrost, auch ich bin Grüne Jugend Mitglied und halte Christen als Christ nicht für super-hyper-ewig-gestrig, zumindest nicht grundsätzlich, aber das gilt in meinen Augen für alle Menschen.

“Warum wurmt Euch die Existenz der Institution Ehe so sehr, daß Ihr nun sogar denen, die eine Ehe führen wollen, dies nun verbieten wollt?”

Die Formulierung in der PM ist krass, aber so wie ich das lese propagiert sie letztendlich nicht die Abschaffung der Ehe, sondern lediglich eine Ausweitung der Begrifflichkeit über den traditionellen Tellerrand hinaus. Niemand will das Zusammenkommen von sich liebenden Menschen abschaffen, insofern kann es hier keinen Dissens geben.

Das Problem liegt darin, dass die Ehe, so wie sie derzeit existiert alternative Gemeinschaften diskriminiert und zwar in großen Maße. Das wird soweit ich den Thread überblicke von keinem Kritiker explizit geleugnet, aber auch von niemanden hervorgehoben.

“Wollen nun ernsthaft diejenigen, die – warum auch immer – leider nicht zur Führung einer monogamen Beziehung willens oder in der Lage sind, dadurch ihrem Frust entgehen, daß sie monogame Beziehungen verbannen, verbieten oder “gesellschaftlich unsichtbarâ€? machen wollen?”

Es geht hier nicht um Frust, sondern um die Abschaffung der Diskriminierung. Wenn ich beschließe eine Lebensgemeinschaft mit drei anderen Personen zu führen, so ist das mein gutes Recht und niemand wird mich daran hindern. Die Diskriminierung beginnt im Kontakt mit der Gesellschaft, insbesondere was die Adoption von Kindern angeht. Niemand kann realempirisch belegen, dass eine Mutter-Vater-Kind(er) Beziehung besser für das Kind ist als die von mir genannte. Dennoch wird sie adoptionstechnisch bevorzugt. Auch an der derzeitigen rechtlichen Lage bezüglich Homo-Ehe sieht man, dass die angeblich so allgemeingültigen Rechte doch nicht für alle zutreffen. DAS ist eine “gesellschaftliche Unsichtbarkeit”. Niemand will hier monogame Beziehungen verbieten oder schlechtreden, aber die Gesellschaft redet im Tenor alternative Lebensformen schlecht und das sogar per Gesetz.

“Gott, der Schöpfer des Universums und Vater Jesu Christi, hat den Menschen grundsätzlich auf die lebenslange heterosexuelle monogame Ehe hin angelegt (und die gegenteilige Auffassung wird nicht richtiger
dadurch, daß 33, 66 oder 99% einer Gesellschaft hinter ihr stehen) – und dies drückt sich darin aus, daß Ehe im vorstehenden Sinne in allen Kulturen bis zur heutigen Zeit die grundlegende Basis für Familie und Gesellschaft war und ist. ”

Von deiner christlichen Auffassung über die Anlage des Menschen will ich dich nicht abbringen. Wer hat schon Recht? Aber dein Argument widerspricht sich arg. Auf der einen Seite sagst du, dass die gegenteilige Auffassung nicht richtiger wird, wenn viele sie befürworten. Auf der anderen Seite argumentierst du, dass es doch bislang in allen Kulturen so gewesen sei.
Zumal du letztere Behauptung aus der Luft greifst (Ich werde diese Aussage gerne gegen eine entsprechende Quelle zurücknehmen). Das Zusammenkommen von Menschen mag es in allen Kulturen die Basis des Zusammenlebens gewesen sein, aber die monogame Beziehung war es – das verspreche ich dir – nicht in allen Fällen. Äußerst interessiert bin ich an Quellen, die belegen, dass diese Kulturen untergegangen sind.

Es ist schade, dass sich Befürworter der monogamen Ehe von der PM angegriffen fühlen, was auch an der Form der PM liegen mag, die man in meinen Augen bei etwas, das so viel Gefühle hervorbringt, anders hätte formulieren müssen. Nichtsdestotrotz verlangt die PM etwas in meinen Augen Richtiges, wenn sie eine Gleichbehandlung der Menschen fordert, die sich lieben.
Wer meint hier eine gegenläufige “Wahrheit” gepachtet zu haben, dem sei gesagt, dass kein Mensch irgendeine Wahrheit besitzt ;). Das wissen auch wir Christen.

Martin am Mittwoch, 1. März 2006 um 22:22 #

@Matze

“Also ehrlich diese Diskussion zeigt doch nur dass ihr keine Ahnung von den wirklichen Problemen in unserm Land habt. Meint ihr unsre Staatsschulden wären nur einen cent niedriger wenn eure tollen “Sexforderungenâ€? realität wären? oder dass es nur einen einzigen Arbeitslosen weniger gäbe?”

An deiner Argumentation sieht man, dass für dich Probleme mit fiskalischen Problemen gleichgesetzt sind. Da du anscheinend keine Ahnung von Politik hast kann ich dich gerne darüber aufklären, dass ALLE Parteien im Bundestag auch gesellschaftliche und soziale Probleme kennen. Politik ist mehr als Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.
Die soziale Ungerechtigkeit wirst du nicht bekämpfen können indem der Staat Mehreinnahmen macht. Vielleicht interessiert sie dich ja irgendwann mal, wenn du diskriminiert wirst oder einen Anschwung von Altruismus bekommst und dir Gedanken um die Sorgen deiner Nächsten machst.

Matze am Mittwoch, 1. März 2006 um 22:29 #

@vincent:
Natürlich ist der staus quo nicht gut, das sehe ich auch, aber eure Pläne tragen unter Garantie NICHT zur Verbesserung bei. Zumindest wenn man mal logisch nachdenkt!

Von mir aus nenn es nicht Spass, sondern “dass jeder so leben darf wie er will”, das nenne ich dann Egoismus! Jeder sucht für sich das Beste raus!
Was kümmern mich die andern!?
Hoffentlich kommt es nicht soweit!

Vincent am Mittwoch, 1. März 2006 um 22:54 #

@Matze:
Dieser Vorschlag soll ja wirtschftlich nichts ändern, dafür gibt es andere (Vorschläge).

Wenn jedeR mit dem zusammenleben kann mit dem er/sie will, heißt dass man nach seiner sexeuellen (auch in geistiger Hinsicht) strebt, dass heißt aber nicht dass man dadurch nur auf sich achtet.

Default_Zero am Mittwoch, 1. März 2006 um 23:58 #

Ich wills gleich vorneherein klarstellen: Ich bin Atheist, und ich bin kein Freund von autoritären Regierungen. Aber ich bin auch realistisch, und die Frage die wir uns stellen sollten ist nicht ob Monogamie die Lösung ist, die Frage ist eher ob eine staatliche Anerkennung von Polygamie oder “alternativen Lebensstilen” unserer Gesellschaft im allgemeinen dienlich wäre.

Jedes Mal wenn ich jemanden gegen die “ewig-gestrigen” wettern sehe krümmt sich etwas in mir, denn sowas hat einen gut bekannten Namen, zumindest in Kreisen die der klassischen Logik mächtig sind: Argumentum ad novitatem, “Argument durch Neuartigkeit.”
Diskriminierung ist ein Problem, keine Frage. Aber hier geht es nicht um Diskriminierung, es geht um eine staatliche Investition in die Zukunft. Der Staatshaushalt hat nur so-und-so viele Milliarden die in die steuerliche Bevorteilung von dauerhaften Lebensgemeinschaften gehen können, unser kollektives Säckel ist leider nunmal nicht unendlich tief. Die hier als “traditionell” bezeichnete Kleinfamilie ist ein relativ neues Phänomen, vor Zeiten der Empfängnisverhütung gab es keine Kleinfamilien in diesem Sinne, deshalb werde ich auf derartige Polemiken nicht näher eingehen. Aber das traditionelle Ehebündnis zwischen zwei heterosexuellen Partnern hat einen deutlichen ökonomischen (und damit förderungswürdigen) Vorteil: Es ist stabil, und es ist imstande Kinder zuverlässig zu produzieren und zu versorgen. Kinder werden mit größter Wahrscheinlichkeit in heterosexuellen Beziehungen gezeugt, Kinder brauchen ein soziales Umfeld das imstande ist sie angemessen zu versorgen und ihnen die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken die sie brauchen, und die Wahrscheinlichkeit dass sich aus diesem gesunden Kind ein Erwachsener entwickelt der imstande ist sich in die Gesellschaft im allgemeinen einzufügen ist ebenfalls hoch. Das sind die Fakten. Das ist es, worum es überhaupt geht. Das alles wissen wir, weil es die Erfahrung bestätigt. Und gerade deshalb geht es hier geht es nicht um richtig oder falsch, hier geht es um unsere persönliche Investition in die Zukunft, sowie um die Frage welche langfristige Planung der Staat subventionieren soll.

Wir müssen den Tatsachen ins Gesicht sehen: Es gibt GRÜNDE warum die heterosexuelle Ehe sich in dutzenden von Kulturen über tausende von Jahren durchgesetzt hat, und es gibt auch Gründe warum sich traditionell ein Ehepartner vor allem der Erziehung der Kinder widmet. Das ist nicht nur Einbildung, egal was ideologisch verblendete Populisten uns weismachen wollen. Wir haben einfach nicht die Mittel, allen möglichen und unmöglichen Formen der partnerschaftlichen Beziehung die gleichen Vergünstigungen anzubieten. Selbst wenn wir sie hätten wäre es vermutlich irrational es zu tun, denn die Chance dass zwei Männer und drei dutzend Frauen in der heutigen Welt lange genug ihren persönlichen Egoismus hintenan stellen können um eine stabile Familiengemeinschaft zu gründen ist gering, kurz und einfach. Die Scheidungsraten sprechen dafür dass die Kommunikationsbereitschaft selbst zwischen nur zwei einzelnen Menschen und GERADE Ehepartnern dazu einfach zu gering ist. Wehe den armen Großfamilien, kann man da nur sagen.

Da es unmöglich ist, allen die gleichen Vergünstigungen anzubieten, wäre das GERECHTESTE, sie niemandem mehr anzubieten. Aber es wäre nicht das sinnvollste. Das sinnvollste ist nach wie vor die ökonomisch nutzvolle, Kinder produzierende, vorzugsweise dauerhafte zwei-Partner-Ehe aufrecht zu erhalten. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es vermutlich noch besser wenn prinzipiell ein Ehepartner sich allein der Erziehung der Kinder widmen würde, denn fünf Millionen mehr Hausfrauen/Hausmänner bedeuten fünf Millionen mehr Vollzeitarbeitsplätze. Aber das ist wohl mehr als man realistisch verlangen kann, und deshalb bleibt mir persönlich nur eine Bitte zu stellen:

“Liebe, liebe, allerliebste Junge Grüne Kakteen, bitte begründet auf irgendeine rational nachvollziehbare Weise wie eine kinderlose Alternativehe unserer Zukunft und Gesellschaft zuträglich ist. Wenn ihr das könnt werden sich die Gesetzgeber euch wohl anschließen und Förderungen für allen und jeden realisieren – aber vermutlich keine Sekunde früher.”

Wolf am Donnerstag, 2. März 2006 um 1:49 #

@Default_Zero

Im Grunde banale Wahrheiten sehr eloquent erklärt. Schlimm genug, daß wir überhaupt an einem Punkt so großer Verwirrung und Orientierungslosigkeit angelangt sind, solche Dinge wieder haarklein erklären zu müssen. Im Grunde – langfristig gesehen – schert sich diese Welt und der Lauf der Dinge nicht um solchen abseitigen grünen Käse. In 20 Jahren sind die Grünen völlig tot, darüberhinaus wird niemand mehr von der Homo- und AlternativenEhe reden, wohingegen die klassische angeblich “altmodische” Hetero-Ehe und Familie – solange es Menschen gibt – weltweit als überlegenes Modell weiterexistieren wird. Insofern wissen wir jetzt schon, wie wir die falsche grüne Begriffswelt, die die Dinge in “altmodisch” und “progressiv” bzw. “modern” einteilt, zu beurteilen haben werden. :-) :-)
In Anlehnung an den ollen Spruch aus den Achtzigern: Erst wenn die letzte Gay-Ehe im Sarg geendet hat und der letzte Ego-Trip unter die Erde gelangt ist, werdet ihr merken, daß grüne Gesellschaftspolitik KEINE Zukunft hat. Biologie siegt über Ideologie.

Frederik am Donnerstag, 2. März 2006 um 2:28 #

Default_Zero

Deine Argumentation ist interessant, ohne Frage, daher möchte ich darauf eingehen.

Deine Argumentation der Einwände baut – möchte ich meinen – ausschließlich auf dem ökonomischen Argument auf. Du sagst “es existieren nur so und so viele Milliarden und es wäre schlecht, wenn wir sie an viele unproduktive Nutznießer geben würde” (nun gut, etwas polemisch formuliert vielleicht). Dabei vergisst du, dass es oftmals gar nicht um Geld geht, sondern um soziale Werte wie Anerkennung, Gleichbehandlung, Auflösung von strukturellen Zwängen … scheinbar ganz banale Dinge, die aber jeder Realist – wenn er denn mal hinschauen würde – sehen kann.
Du magst Recht haben, dass es hier auch eine finanzielle Frage ist (der ich mich gleich widmen werde), aber die “einfachen” Dinge, die einen rein rechtlichen Charakter tragen überwiegen diese Debatte.

Nun also zu den finanziellen Aspekten. Zunächst legst du meines Erachtens dem Staat ein dir eigenes Verständnis auf. Der Staat ist kein Förderer von effizienten Gemeinschaften. Das Effizienz-Element ist etwas grundlegend neues und der Gedanke kommt aus der Finanzwissenschaft (ein Polemiker würde sagen “aus dem Kapitalismus”, aber möglicherweise weißt du, was ich meine). Ohne Frage ist es wünschenswert, wenn wir mehr Kinder in Deutschland haben würden, die Frage ist nur, warum die Rechte anderer Lebensgemeinschaften deswegen diskriminiert werden sollten. Hierfür hat der Staat das Mittel des Erziehungsgeldes. Diese “Vergünstigung” oder auch Sonderleistung wird in einer kinderlosen Gemeinschaft nicht zu Buche schlagen, ist aber der kostenintensivste Faktor diesbezüglich. Welche anderen “Vergünstigungen” sind so hoch, dass es rechtfertigt, sie anderen vorzuenthalten und das Thema mit “Da es unmöglich ist, allen die gleichen Vergünstigungen anzubieten…” abzuschließen ?

Nun zu einem anderen Argumentationsstrang:

“Wir müssen den Tatsachen ins Gesicht sehen: Es gibt GRÜNDE warum die heterosexuelle Ehe sich in dutzenden von Kulturen über tausende von Jahren durchgesetzt hat, und es gibt auch Gründe warum sich traditionell ein Ehepartner vor allem der Erziehung der Kinder widmet. ”

Ebenso wie du kritisiertest, dass ein Argumentum ad novitatem verwendet wurde, kritisiere ich hier, dass du einen naturalistischen Fehlschluss für deine Argumentation verwendest. Die Gründe selbst nennst du nicht. Mich würden sie allerdings brennend interessieren.

Nun zum Schluss:

““Liebe, liebe, allerliebste Junge Grüne Kakteen, bitte begründet auf irgendeine rational nachvollziehbare Weise wie eine kinderlose Alternativehe unserer Zukunft und Gesellschaft zuträglich ist.”

Zunächst einmal setzt du “Alternativehe” mit “kinderlose Zukunft” gleich. Das ist vollkommen abstrus, da ja eine mögliche Alternativehe auch durchaus “produktiv” in deinem Sinne seien kann. Oder anders herum gefragt: Wer garantiert denn in der klassischen Ehe die Kinder?
Es klingt fast so, als ob alles was nicht in der Kirche geheiratet wird (vorsicht erneute Polemik) auch keine Kinder hervorbringt. Natürlich kann es sein, bei zwei homosexuellen Partnern. Aber selbst dann DARF so eine Frage nicht gestellt werden, denn eine Ehe vor dem Staat ist keine Pflicht für die “Erwirtschaftung” von Kindern – auch bei traditionellen Ehen nicht. Rein ökonomisch gedacht könnte der Staat ja auch den Gebrauch von Kondomen verbieten (hei, die Kontrolle wäre lustig), ich bin mir sicher, es würde mehr Kinder geben. Und die Tatsache, dass das auf Kosten der Freiheit einiger Menschen geht… naja… Schwamm drüber. Wir machen es ja für den Staat.

Und um die gesamte Argumentationslinie um das ökonomische “Kinderversorgungsargument” zusammenzufassen:

Es gibt einen Grund, warum es Kinder gibt und der liegt nicht darin, dass es dem Staat zuträglich ist, zumindest habe ich noch kein Paar getroffen, dass seine Kinder im Sinne des Staates zeugt.

Menschen werden Kinder bekommen, wenn sie es wollen, daher kann es nicht politisch rational sein, die Lebensgemeinschaft zu bevorzugen, die laut Statistik gerade mehr Kinder schafft. Das politische Ziel muss sein, eine Zukunft zu schaffen, in der Menschen sich Kinder wünschen und sie mit Liebe aufziehen.
Dieser letzte Faktor fehlt bei den meisten Argumentationen gegen alternative Ehen. Man nimmt an, die traditionelle Ehe (gemeint ist übrigens trotz political correctness meist der arbeitende Mann und die Frau die sich mit vollem Einsatz um Kinder und Haushalt kümmer) würde der beste Rahmen sein. Die Realität zeigt ein anderes Bild.

Letztendlich bleibt mir die Frage zu stellen:

Was ist überhaupt so revolutionär daran, gleiche Rechte für alle einzufordern?

Ich bitte meine Polemik in dem Beitrag zu entschuldigen. Ich argumentiere gerne sachlich und gelassen, aber ich habe hier mehr und mehr das Gefühl, dass es gar nicht so sehr um Folgen geht, die dem Unterfangen entgegen gehalten werden, sondern lediglich ein konservatives Argument dem andere vorgeschoben werden.

P.S. Ich empfinde die PM übrigens auch als zu krass formuliert.

Frederik am Donnerstag, 2. März 2006 um 3:06 #

Bin gerade am Lesen der anderen Beiträge:

“Hier sollte man vielleicht mal objektiv die Situation der Kinder betrachten. Ich glaube nicht, dass Beleidigungen anderer Kinder ausbleiben, wenn sich rumspricht das jemand an der Schule 2 Väter/Mütter hat und zwangsläufig adoptiert wurde.”

Das ist ein klassisch konservatives Argument. Wenn man in der Logik fortfährt gibt es de facto gar kein Bewegung. Wirst du dann deinen Kindern auch immer die Markenklamotten kaufen und sagen, dass es sich immer opportun verhalten soll, damit es bloß nicht in die Außenseiterposition gerückt wird?
Der Fehler liegt hier in der Gesellschaft, die das Andere als seltsam, als unnormal sieht, weil sie zu beschränkt ist über ihren Tellerrand hinwegzudenken.

“Der Umstand, dass die Jugendorganisation einer Partei, die von lediglich ca. 9% der WÄHLENDEN Bürger die Zustimmund erhält, die Ziele (damit indirekt auch die Wähler) einer Volkspartei als “ewig gestrigeâ€? bezeichnet, ist dazu recht amüsant.”

Recht amüsant ist, dass die CSU eigentlich die Partei mit den 9% ist ;) Der Zweitstimmenunterschied zwischen Grünen und CSU liegt bei 200.000 Stimmen. Schade ist, dass du sowas in der Oberstufe nicht mitbekommst :( Volkspartei ist kein fest definierter Begriff, sondern ein historischer.

Julia am Donnerstag, 2. März 2006 um 10:35 #

@Wolf

In Anlehnung an den ollen Spruch aus den Achtzigern: Erst wenn die letzte Gay-Ehe im Sarg geendet hat und der letzte Ego-Trip unter die Erde gelangt ist, werdet ihr merken, daß grüne Gesellschaftspolitik KEINE Zukunft hat. Biologie siegt über Ideologie.

Stimmt, es gibt nicht nur die CSU, es gibt ja auch noch die alten und neuen Nazis. Stimmt ja …

Alex am Donnerstag, 2. März 2006 um 11:11 #

Ich habe mir eure Forderungen angesehen und glaube, ihr werdet verbittert und alleine sterben.

gregorio am Donnerstag, 2. März 2006 um 11:14 #

“Wer sowas sagt ist ein Faschist!” war schon immer mein Lieblingstotschlagsargument, – oft benutzt und oft gut damit weggekommen.

Zeitrafferin » Auf zu einer grünen Familienpolitik! am Donnerstag, 2. März 2006 um 11:21 #

[...] Die Presse-Erklärung “Monogamie ist keine Lösung” schlägt inzwischen große Kreise. Im Blog der GRÜNEN JUGEND tobt gerade eine wilde Debatte über Familienpolitik. Kritisiert wird, dass wir als GRÜNE JUGEND angeblich “die Gesellschaft zersetzen” wollten. Dabei ist es doch einfach nur unser Ziel, die Vorteile der zwischenmenschlichen Solidarität auch denjenigen zu Gute kommen zu lassen, die eben nicht in den “Hafen der Ehe” einschippern wollen. [...]

Julia am Donnerstag, 2. März 2006 um 13:17 #

@Gregorio

“Wer sowas sagt ist ein Faschist!â€? war schon immer mein Lieblingstotschlagsargument, – oft benutzt und oft gut damit weggekommen.

Dann werde ich die Bemerkung von Senor Wolf für Dich wohl noch mal etwas genauer analysieren müssen:

Erst wenn die letzte Gay-Ehe im Sarg geendet hat und der letzte Ego-Trip unter die Erde gelangt ist, werdet ihr merken, daß grüne Gesellschaftspolitik KEINE Zukunft hat.

Ich verstehe diese Bemerkung als einen Wunsch, dass Gay-Ehen (möglichst bald) “aussterben”. Ich vermute, dass der Schreiber es nicht schlimm finden würde, wenn dies sehr bald, und vor allem auch – eines unnatürlichen Todes – geschehen würde. Das vermute ich vor allem auch wegen der (gewollten) Verknüpfung von “Gay” und “Sarg”.

Da sich aber immer mehr junge Leute outen, und da das gesellschaftliche Klima zum Glück immer toleranter bezüglich Lesbischwul wird, gehe ich davon aus, dass dies nicht passieren wird. Somit können wir wohl auch davon ausgehen, dass GRÜNE Gesellschaftspolitik eine Zukunft hat – das freut mcih ausgesprochen.

Dennoch gilt es, sich gegen Homophobie – ob unterschweillig, wie in “Wolfs” Beitrag – oder offen und ganz konkret, wie in Polen – einzusetzen. Schwule und Lesben sind noch lange nicht gleichberechtigt in unserer Welt, bei weitem nicht. Vielerorts müssen sie um Leib und Leben fürchten. Das ist scheisse!

Biologie siegt über Ideologie.

http://de.wikipedia.org/wiki/Biologismus

Julia am Donnerstag, 2. März 2006 um 13:58 #

@Alex

Ich habe mir eure Forderungen angesehen und glaube, ihr werdet verbittert und alleine sterben.

Warum?

Ich glaube vielmehr: Leute, die diese Forderungen leben (ist ja niemand zu gezwungen, wir sind für die Gleichstellung von monogamen, heterosexuellen Zweierbeziehungen mit anderen Lebensformen) haben ganz vielfältige Möglichkeiten zu leben.

- Mit vielen FreundInnen und vielen Kindern in einer Kommune
- Mit Partner / Partnerin und Kindern in einer Kleinfamilie
- Mit vielen Menschen zusammen, aber ohne Kinder in einer Großstadt-Altbau-Linksspießer-WG
- Alleine mit 5 Kindern, die alle Betreuungsplätze haben
- In einem WG-Projekt mit Kindern, Katzen und SeniorInnen am Rande einer Großstadt
- etc etc etc

Da kann sich jede und jeder – ohne staatliche oder finanzielle Zwänge – das Leben auswähöen, das den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht. Vor allem glaube ich, dass es auch den Kidnern besser gehen wird, wenn die Erwachsenen, die sie “erziehen”, zufrieden mit ihrer Situation sind. Erwachsene haben nämlich auch Wünsche und Gefühle.

Murat am Donnerstag, 2. März 2006 um 18:19 #

Liebe Leute,

ich habe bisher mit den GRÜNEN wohl etwas mehr sympathisiert als mit den anderen drei großen Parteien – nicht zuletzt wegen der praxisnahen Konzepte und Aktionen in der Migrations- und Islam-Politik.

Doch das aufgezeigte Zukfunftsprogramm in Bezug auf die Ehe schreckt mich völlig ab.

So sind die GRÜNEN kaum wählbar.

Wolf am Donnerstag, 2. März 2006 um 18:46 #

@Julia

Hehe, “Analyse” nennst du das? Andichtung nenne ich das. Homo-Ehen sind kinderlos. Wie eine herkömmliche Ehe ohne Kinder endet dieser Bund im Sarg. Das ist ein einfaches Faktum. Wo ist da der von Dir herausgelesene “Wunsch nach Aussterben” oder gar der Wunsch eines “unnatürlichen Todes”? Gehts noch absurder? Kontinuität gibts nur durch Nachwuchs, Zukunft gibt es nur durch Nachwuchs.

Zu Deinem Biologismus-Vorwurf: In unserer Gesellschaft gibt es seit 1972 jährlich mehr Sterbefälle als Geburten. Wir stehen vor einzigartigen demographischen Herausforderungen. Ich kenne Dein Alter nicht, aber ich denke, Du bist noch sehr jung. Schon mal über Deine Rente nachgedacht? Schon mal darüber nachgedacht, wie das gigantische Altersheim, das da dräut, zu finanzieren sein soll? Schon mal über die Bürde nachgedacht, die der grotesk schrumpfenden nachfolgenden Generation aufgehalst wird? Schon mal drüber nachgedacht, daß das realistischerweise ganz furchtbar enden wird, weil die nachfolgende Generationen das nicht bezahlen werden können? Schon mal vor diesem Hintergrund über die wirklich dringenden Prioritäten nachgedacht? Das sind sie: Bildung, Bildung, Bildung, Kinder, Kinder, Kinder. Das wiederum geht nicht ohne stabile Familien. Lehrer, Schule und der geliebte “Staat” können nicht sämtliche familiären Defizite ausgleichen.

Was an dieser PM so maßlos stört, ist das völlige Vorbeireden an den Prioritäten und stattdessen das selbstvergessene Schwelgen in alternativen Utopien, die schon längst obsolet geworden sind.

Vincent am Donnerstag, 2. März 2006 um 21:44 #

“[...]Was an dieser PM so maßlos stört, ist das völlige Vorbeireden an den Prioritäten und stattdessen das selbstvergessene Schwelgen in alternativen Utopien, die schon längst obsolet geworden sind.”

Es ist ja nicht so, dass sich die gRüne Jugend nur mit diesem Thema beschäftigt, und sich mit anderen (demographischer Wandel, Umwelt, Arbeit, Ausbildung ect.) nicht beschäftigt.

alex am Donnerstag, 2. März 2006 um 22:11 #

Naja was demographischen Wandel angeht schaut ihr aber gewaltig in die Röhre…mit Bürgerversicherung etc..

Frederik am Donnerstag, 2. März 2006 um 23:14 #

@Wolf

“Schon mal vor diesem Hintergrund über die wirklich dringenden Prioritäten nachgedacht? Das sind sie: Bildung, Bildung, Bildung, Kinder, Kinder, Kinder.”

Und deswegen sollte man Homoehen den anderen Ehen nicht gleichstellen? Ich weiß ja nicht, wie jung/alt du bist, aber das ist eine sehr undurchdachte Argumentation, die an der eigentlichen Sachlage vollkommen vorbeigeht.

Das demographische Problem ist doch ein völlig anderer Problemsektor. Hier geht es um gesellschaftliche Anerkennug und Gleichstellung. Die Homoehen (wir reden hier übrigens nicht nur von Homoehen, wie Julia bereits deutlich gemacht hat) werden – rechtlich gleichgestellt oder nicht – keine Kinder zeugen. Allein deswegen brauchen wir hier nicht über demographische Faktoren reden. Der Vorschlag der GJ ändert nichts an der Lage, weder negativ noch positiv. Es ist einfach ein anderer Bereich.
In diesem Fall werden in der Gegenwart Menschen diskriminiert ob ihrer Gefühle, ob ihrer Liebe und ihrer Lebensweise. Hier geht es nicht um Deutschlands Probleme, sondern um individuelle Schicksale, die einige anscheinend nicht sehen oder wahrhaben wollen… oder sie sind einfach so egoistisch, dass sie sie nicht interessieren.

Dass Nachwuchs notwendig ist um die strukturellen Probleme, die anstehen zu bewältigen, sollte jedem der sich ein wenig mit Politik beschäftigt klar sein. Warum es aber immer weniger Nachwuchs gibt hat auch wiederum nichts aber auch gar nichts mit Homosexualität zu tun. Es hat zu tun mit einer zunehmenden Domestizierung (beispiel Pille, Kondom, modernere Verhütungsmittel), einer zunehmenden Individualisierung und einer zunehmenden Modernisierung (hier nicht wertend verwendet) der Gesellschaft, die andere Lebenszusammenhänge für die Menschen festsetzt. Diese Entwicklung ist seit den 70ern zu sehen und sie ist die Ursache für unser heutiges oder baldiges Problem.

Wir können die Kinder nicht herbeizaubern, aber es gibt Wege die demographischen Probleme zu bekämpfen (übrigens ein Problem das sowohl von der CDU als auch von der SPD über Jahrzehnte vernachlässigt wurde [und vernachlässgt wird], obwohl man es kannte). Es wird aber nur Nachwuchs geben, wenn die Menschen es wollen. Hier muss man ansetzen (s. mein Beitrag weiter oben, entsprechende Konzepte existieren – für diejenigen die es wirklich interessiert).

Die Tatsache, dass die Rechte von alternativen Gemeinschaftsformen, die menschrechtlich eine exakt gleiche Berechtigung haben, nun darunter leiden sollen dass die Politik über Jahre verschlafen hat, ist nicht nur ungerechtfertigt sondern auch unverschämt. Die Argumentation deines Beitrages lässt sich nicht rational nachvollziehen. Als ob die derzeitig existierenden Familienverhältnisse sonderlich stabil seien würden. Bitte einmal die Scheidungszahlen anschauen, nur ein Hinweis darauf, dass die Kinderlosigkeit nichts mit einer zunehmenden Akzeptanz von Homosexualität zu tun hat.

Wer sagt, dass eine Kommune instabiler sei als eine Vater-Mutter-Kind Familie? Wer sagt, dass sie nicht genausoviele vielleicht mehr Kinder hervorbringt (obwohl das hier wirklich nichts zur Debatte tut)? Wer sagt, dass die Wünsche und Ansprüche der Kinder hier nicht mindestens genauso gut gewährleistet werden? Wer sagt das, wenn nicht diejenigen, die einfach nur grundsätzlich dagegen sind, weil es ihnen “komisch” oder “unnatürlich” oder “unnormal” vorkommt. Es gibt nämlich keine wirklichen empirischen Studien darüber auf deren Basis man solche Behauptungen gerechtfertigt äußern könnte.

Zusammengefasst:

- Hier geht es nicht um Demographie, sondern um rechtliche Gleichstellung von anderen Lebensweisen

- Demographische Probleme werden und wurden von der Grünen Jugend und ihren Mitglieder schon oftmals thematisiert, für die, die es wirklich interessiert

- Die Grüne Jugend will weder weniger Kinder noch eine Zerschlagung der Ehe, sondern lediglich die Gleichstellung der Ehe mit anderen Gemeinschaftsformen

- Wer die Homoehe verbieten möchte, der soll das bitte klar sagen und nicht auf subtile Weise anklingen lassen. Denjenigen sei dann gesagt, dass die Home-Ehe bereits seit 2001 von einer Mehrheit des Bundestages verabschiedet und durch das Bundesverfassungsgericht 2002 in allen Punkten bestätigt wurde. Der Ansatz der Grünen Jugend ist insofern nicht revolutionär, er ist lediglich eine Forderung der realen Umsetzung und der rechtlichen Ausweitung auf Gemeinschaftsformen an der nicht nur zwei Personen beteiligt sind. Die Homoehe in ihrer rechtlichen Grundlage steht hier also nicht zur Debatte, sie ist schon Realität.

Hannah am Freitag, 3. März 2006 um 1:22 #

@Alex

“Eine grundsätzliche Vorraussetzung für eine moderne Familienpolitik ist hierbei, dass sich endlich die Einsicht durchsetzt, dass als Familie grundsätzlich jede Lebensgemeinschaft anzusehen ist, die sich entscheidet, Verantwortung für Kinder wahrzunehmen.”

Würdest du das unterschreiben? Dann willkommen bei den JuLis (Bundesbeschluss 2004)

“Naja was demographischen Wandel angeht schaut ihr aber gewaltig in die Röhre…mit Bürgerversicherung etc..”

…Was genau hat die Bürgerversicherung damit zu tun?

Heck am Freitag, 3. März 2006 um 7:34 #

In Europa hat seit der Christianisierung die Einehe unsere Gesellschaft geprägt. Es ist erwiesen, dass die Treue der Partner in einer Ehe zwischen Mann und Frau viel höher ist als die “Treue” in gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Deshalb trägt die traditionelle Ehe am meisten dazu bei, dass unsere Gesellschaft auch für die Zukunft für junge Menschen Zuverlässligkeit bietet. Selbst wenn die Scheidungsrate relativ hoch ist, ist die Verlässlichkeit immer noch wesentlich höher als bei anderen Beziehungstypen. Die Psychologie belegt eindeutig, dass für die gesunde Entwicklung der Kinder feste Beziehungen die beste Grundlage sind. Kinder brauchen feste Bezugspersonen, denn sie brauchen Treue und Vertrauen, damit sie auch in Zukunft Selbstvertrauen aufbauen können.
Eine gesunde Entwicklung der Kinder ist bei wechselnden Partnern stark gefährdet. Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Wird ihre Entwicklung gefährdet, gefährdet man auch die Zukunft unserer Gesellschaft mit ihren enorm hohen Standards im Vergleich zu anderen Kulturen. Ich brauche hier nicht die Symptome der Kinder aufzuzählen, die infolge instabiler Elternverhältnisse erleiden.
Selbst wenn eine homosexuelle oder lesbische Beziehung stabil wäre, wird den Kindern eine natürliche Umgebung vorenthalten und die Stärken und Schwächen der beiden Geschlechter können ihnen nur theoretisch vermittelt werden. In einer solchen Beziehung könnten die Partner ihrem Wunsch nach Kinder nur durch Adoption, durch Zeugung mit einem oder einer Dritten oder durch künstliche Insemination realisieren. Schon bei der Bildung einer solchen Beziehung müsste man also eine dritte Person mit einbeziehen. In den USA wird die letzte Möglichkeit schon praktiziert. Lesbische Paare können sich männlichen Samen im Internet bestellen und per Post zuschicken lassen. Mit einer Anleitung zur Befruchtung können sie so ihren Kinderwunsch befriedigen.
An die Zukunft des Kindes denkt man dabei am wenigsten. Da steht das Bedürfnis der “Eltern” im Vordergrund. Damit wird das Kräftegleichgewicht zwischen Eltern und Kindern einseitig zu Gunsten der Eltern verschoben. Alles wird so gestaltet wie es den Eltern passt und die Kinder müssen damit zurecht kommen. Ob ihre Psyche diesen Belastungen gewachsen ist oder nicht. An einer solchen Einseitigkeit wird am Ende die ganze Gesellschaft Schaden leiden. Sowohl auf der sozialen Ebene als auch auf der wirtschaftlichen bedeutet dies erhebliche Einbußen. Weil die Einehe für unsere Gesellschaft einen enormen Beitrag leistet insbesondere in der Erziehung der Kinder, hat sie auch einen besonderen Schutz und Förderung verdient. Nach meiner Ansicht unterstützt die Politik im Moment Ehe und Familie viel zu wenig, was nicht zuletzt ein Grund dafür ist, dass wir seit 25 Jahren unsere Nation nicht mehr ihren Fortbestand sichern kann. Mit Unterstützung würde man sicherlich auch die Scheidungstendenz bremsen. Es ist absurd zu behaupten, dass viele Ehen auseinander gehen und man deshalb diese Form nicht mehr fördern sollte. Im Gegenteil man muss sie mehr fördern, damit nicht so viele auseinander gehen.
“Mama” und “Papa” waren immer schon die ersten Worte der Kleinkinder. Welche Worte sollten es bei einer Gleichgeschlechtlichen Beziehung sein? Einfach “Rosa” und “Angelika”?
Aus Gesellschaften, in denen es Polygamie gibt und z.B. ein Mann mehrere Frauen ehelichen kann, werden große Spannungen zwischen den Mitgliedern der Familie berichtet, die dann zu Lasten aller gehen.
Das Experimente der Mormonen in den USA mit der Polygamie ist offensichtlich gescheitert. Im frühen 20. Jahrhundert wurde dort die Polygamie endgültig abgeschafft.
Wer einmal die Gelegenheit hatte sich mit einem Menschen über dieses Thema zu unterhalten, der tatsächlich in einer polygamen Beziehung groß geworden ist, bekommt einen kleinen Einblick von den realen Problemen. Ein Afrikaner erzählte mir einmal, dass er der Sohn der dritten Frau seines Vaters war. Die Kinder der ersten Frau blickten auf ihn nur immer herab. Ähnlich gab es zwischen den Frauen ständig Konkurrenz, die sich dann auf ihre Kinder übertrug.
Ähnliches wird schon in erstaunlicher Präzision quasi prototypisch in einem alten Buch (der Bibel) berichtet: Abraham und seine Frau Sara, die Hagar aus Eifersucht in die Wüste schickt und so dem Tod Preis gibt.
Ist das dann Freiheit?
Für mich entstammt die Forderung der Jung-Grünen einer pubertär-naiven Weltsicht, die die psychologischen und soziologischen Gegebenheiten nicht ernst nimmt und sich eine kleine heile ipsistische Wunsch-Welt aufbauen.

Julia am Freitag, 3. März 2006 um 10:21 #

@Wolf

geschickter Diskutant.

Allerdings:

Wir stehen vor einzigartigen demographischen Herausforderungen. Ich kenne Dein Alter nicht, aber ich denke, Du bist noch sehr jung. Schon mal über Deine Rente nachgedacht? Schon mal darüber nachgedacht, wie das gigantische Altersheim, das da dräut, zu finanzieren sein soll? Schon mal über die Bürde nachgedacht, die der grotesk schrumpfenden nachfolgenden Generation aufgehalst wird? Schon mal drüber nachgedacht, daß das realistischerweise ganz furchtbar enden wird, weil die nachfolgende Generationen das nicht bezahlen werden können? Schon mal vor diesem Hintergrund über die wirklich dringenden Prioritäten nachgedacht?

Ja, darüber denke ich nach. Und dazu gehört z.B. auch, dass man sich Gedanken macht, wie Menschen in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft (was ich ausgesprochen spitze finde!) Solidartät und Hilfe erfahren können.

Zu den demografischen Problemen: Mit Rente kenn ich mich nicht so gut aus, also den systemisch-finanziellen Fragen.

Aber auch mir graut vor der Zukunft: Ich möchte später nicht in einem Grusel-Alters- und Pflege-Heim leben. Wo keiner mit einem redet und einen niemand aufs Klo hilft und man deswegen präventiv Windeln tragen muss und so. Deswegen fände ich es echt gut, wenn endlich mal “Mehrgenerationenwohnen” stärker gefördert würde, Kommunenartige WGs für junge und alte Menschen, wo vielleicht die alten Menschen etwas mehr zahlen, die Jungen aber ein bisschen helfen … Einfach eine moderne Form der Großfamilie. Ichj weiss, liebe Leute – wenn man dann Pflegefall wird, ist das keine Lösung mehr. Aber für die Zeit davor.

Ansonsten kann ich nur sagen: Rente wird sicherer durch Zuwanderung.

Das sind sie: Bildung, Bildung, Bildung, Kinder, Kinder, Kinder.

Willkommen bei den GRÜNEN! Keine andere Partei stellt diese Themen derart in den Mittelpunkt. Für mich persönlich ist das Bildungsthema DER Schlüssel zur sozialen Frage.

Das wiederum geht nicht ohne stabile Familien.

Das geht nicht ohne stabilie Lebensumstände und nicht ohne liebende Eltern / Bezugspersonen. Geht auch anders als in der Kleinfamilie.

Lehrer, Schule und der geliebte “Staat� können nicht sämtliche familiären Defizite ausgleichen.

Das behaupten wir nicht. Dennoch kann der Staat dazu beitragen, dass guter Unterricht gegeben wird und dass Betreuungsplätze für Kinder vorhanden sind. Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit. Wie ich immer sage: Auch Erwachsene / Eltern haben Wünsche.

Was an dieser PM so maßlos stört, ist das völlige Vorbeireden an den Prioritäten und stattdessen das selbstvergessene Schwelgen in alternativen Utopien, die schon längst obsolet geworden sind.

Da hier so viele Leute mit diskutieren, scheint es ja nicht gerade ein Randthema zu sein. Ich bin der festen Auffassung, dass die Frage “Was hält uns zusammen?” eine superwichtige ist.

Ich persönlich bin der Ansicht, dass es für einen gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer zunehend individualisierten Gesellschaft (und ich betone noch einmal: Das ist eine Entwicklung, die ich ausgesprochen gut finde!) auch neue Konzepte der Solidarität / der “Familie” geben muss, damit alle Leute auch die Chance haben, mit anderen solidarisch zu sein.

Sowas wie Wahlverwandschaften

Julia am Freitag, 3. März 2006 um 10:26 #

Hey JuLis,

Würdest du das unterschreiben? Dann willkommen bei den JuLis (Bundesbeschluss 2004)

Nur, weil in Eurem Blog nix los ist, müsst Ihr doch nicht in unserem auf Mitgliederwerbefeldzug gehen …

;)

Frederik am Freitag, 3. März 2006 um 12:18 #

“Es ist erwiesen, dass die Treue der Partner in einer Ehe zwischen Mann und Frau viel höher ist als die “Treueâ€? in gleichgeschlechtlichen Beziehungen.”

Wonach ist das erwiesen? Welche Studie? Welche Variablen? Wie viele Untersuchungspersonen? Treue und Untreue sind keine messbaren Untersuchungsgegenstände. Wenn dem so wäre, gäbe es so etwas wie Eifersucht nicht mehr.

“Selbst wenn die Scheidungsrate relativ hoch ist, ist die Verlässlichkeit immer noch wesentlich höher als bei anderen Beziehungstypen.”

Das ist aus der Luft gegriffen. Auch “Verlässlichkeit “ist kein real quantifizierbarer Begriff.

“Kinder brauchen feste Bezugspersonen, denn sie brauchen Treue und Vertrauen, damit sie auch in Zukunft Selbstvertrauen aufbauen können.”

Das geht auch in WG´s, Homoehen oder Kommunen. Und es ist Augenwischerei von Anfang an zu anzunehmen, dass diese Gemeinschaften keine feste Bezugpersonen bieten könnten. Ich bin mir sicher, dass du keine einzige Kommune kennst, es aber vorab annimmst, weil das traditionell bewährte ja zwangsläufig das bessere sein muss. Ich sag dir was, ich kenne drei und die sind alle nach über 20 Jahren noch stabil. Ich erhebe das nicht zum Präzedenzfall, aber wenigstens kenne ich überhaupt Beispiele anstatt das Konzept perse abzulehnen.

“Selbst wenn eine homosexuelle oder lesbische Beziehung stabil wäre, wird den Kindern eine natürliche Umgebung vorenthalten und die Stärken und Schwächen der beiden Geschlechter können ihnen nur theoretisch vermittelt werden.”

Willkommen in der Realität. “homosexuelle oder lesbische” ist eine sicher nicht intendierte Tautologie. Einfach mal nachschlagen oder nachdenken, was du da sagst. Es zeigt deutlich wie ernst du dich mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt hast. Und “natürliche” Umgebung… von einem (vorstrukturierten) Mann lernst du möglicherweise andere Dinge als von einer Frau. Aber die wirklich wichtigen Dinge, die man lernt, hängen von Person und Charakter ab und nicht vom Geschlecht.

“An die Zukunft des Kindes denkt man dabei am wenigsten. Da steht das Bedürfnis der “Elternâ€? im Vordergrund.”

Warum bekommen Menschen Kinder? Weil sie es wollen! Hier steht ebenso viel “Bedürfnis der Eltern” im Vordergrund. Was soll denn die ganze Argumentation? Du misst hier Dinge mit unterschiedlichem Maß, als ob du es nicht merken würdest. Oder meinst du, dass beidseitig leibliche Eltern vorher bei Samen und Eizelle anklopfen und fragen, ob es ihnen recht sei in der jetzigen Konstellation ein Kindzu erzeugen??? Sorry, aber es gibt keinen Weihnachtsmann. Das ist ein vorgeschobenes Argument, das sich auf tollster Weise selbst widerspricht.

“Es ist absurd zu behaupten, dass viele Ehen auseinander gehen und man deshalb diese Form nicht mehr fördern sollte.”

Das behauptet auch niemand, aus dir vielleicht. Was Ausgangspunkt des Bundeskongress Beschlusses der Grünne Jugend ist, ist dass andere Beziehungen ebenso förderungsberechtigt sind. Dass Ehen auseinandergehen hat etwas mit den Menschen und deren gegenseitige Bewertung zu tun, vor allen Dingen aber mit der Tatsache, dass emanzipierte Frauen sich nicht mehr alles gefallen lassen. Und das ist auch gut so! (Einmal nachschauen, wer die meisten Scheidungen einreicht)

Eine anderer Fall ist, dass Beziehungen durch Affären vernichtet werden. Hier muss man sich doch fragen, warum es überhaupt zur Affäre kommt. Es kommt dazu weil der Partner sich mit seinen Bedürfnissen anscheinend nicht bei seinem Gegenpart aussprechen kann. Fehlende Offenheit durch die Gesellschaft induziert. Denn wenn beide offen über ihre Bedürfnisse sprechen könnten, hätten beide keinen Grund sich irgendetwas zu verheimlichen.

Affären sind übrigens keine moderne Erscheinung. Sie existierten in gleicher Weise auch von der der Antike über das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit und das 20. Jh (Wen es intersssiert: Die Antike ist besonders interessant).

““Mamaâ€? und “Papaâ€? waren immer schon die ersten Worte der Kleinkinder. Welche Worte sollten es bei einer Gleichgeschlechtlichen Beziehung sein? Einfach “Rosaâ€? und “Angelikaâ€??”

Selten so einen Quatsch gehört. Mein erstes Wort war “Gurke” warum auch immer. Bin ich jetzt ein Marsmensch? Und die Tatsache, dass viele Kleinkinder Mama oder Papa sagen hat rein artikulatorische Gründe. Deine Äußerung zeigt lediglich deine fehlende Inakzeptanz gegenüber anderen Menschen.

“Wer einmal die Gelegenheit hatte sich mit einem Menschen über dieses Thema zu unterhalten, der tatsächlich in einer polygamen Beziehung groß geworden ist, bekommt einen kleinen Einblick von den realen Problemen. Ein Afrikaner erzählte mir einmal, dass er der Sohn der dritten Frau seines Vaters war. Die Kinder der ersten Frau blickten auf ihn nur immer herab. Ähnlich gab es zwischen den Frauen ständig Konkurrenz, die sich dann auf ihre Kinder übertrug.”

Bei den Polygamien in patriarchalischen Gesellschaften sind die Partner auch nicht wirklich gleichberechtigt… nur mal so als Anmerkung. Zumal die Gesellschaftsstruktur in einigen afrikanischen Ländern auch nicht mit der (wie heißt es so schön) “europäischen” vergleichbar ist. Nur als ein Beispiel kommt es vor, dass Frauen in Zweierbeziehungen in ihren Rechten massiv unterdrückt werden. Die Kinder wachsen in einer gleichsam unterdrückten Umgebung auf, in der sowohl Frauen als auch Männer feste Rollen zugeschrieben bekommen. Ausweg: Schwer bis unmöglich. Und trotzdem sagt keiner, dass die Zweierbeziehung deswegen grundsätzlich negativ wäre. Eben weil es sich nicht um die gleiche Sache, sondern um einen völlig anderen Kontext handelt.

“Für mich entstammt die Forderung der Jung-Grünen einer pubertär-naiven Weltsicht, die die psychologischen und soziologischen Gegebenheiten nicht ernst nimmt und sich eine kleine heile ipsistische Wunsch-Welt aufbauen.”

Die heile, naive Welt, meinE LiebeR, baust du hier auf, indem du in deiner Ignoranz so tust, als ob es keine Menschen gäbe, die durch die Gesellschaft diskriminiert werden. Mach mal die Augen auf und habe Verständnis für deine Nächsten. Dadurch, dass man Homosexualität kleinredet, wird sie nicht verschwinden. Sie existiert und existierte seitdem es Lebewesen gibt.

Außerdem… ist es sehr bezeichnend, dass hier immer wieder lediglich auf homosexuelle Paare angespielt wird, wo es doch um wesentlich mehr geht…

Wolf am Freitag, 3. März 2006 um 22:13 #

@Julia

“Aber auch mir graut vor der Zukunft: Ich möchte später nicht in einem Grusel-Alters- und Pflege-Heim leben. Wo keiner mit einem redet und einen niemand aufs Klo hilft und man deswegen präventiv Windeln tragen muss und so. Deswegen fände ich es echt gut, wenn endlich mal “Mehrgenerationenwohnenâ€? stärker gefördert würde, Kommunenartige WGs für junge und alte Menschen, wo vielleicht die alten Menschen etwas mehr zahlen, die Jungen aber ein bisschen helfen … Einfach eine moderne Form der Großfamilie. Ichj weiss, liebe Leute – wenn man dann Pflegefall wird, ist das keine Lösung mehr. Aber für die Zeit davor.”

Hört sich alles schön an, so in der Theorie und im Wunschtraum, ist letzten Endes aber auch nur ein alter Hut, diese ganzen Kommunen-Utopien gab es seit den Sechziger Jahren zuhauf, ohne daß das die letzten 40 Jahre der neue Mainstream geworden wäre. Das ist doch der Punkt, an man erkennen kann, wo die Grenze zwischen Realität und Wunschtraum zu ziehen ist. Irgendwelche Kommunen und alternative Lebensexperimente sind Nischenlebensformen im max. Promillebereich, so ist es doch einfach nur noch unglaublich vermessen, in der Pressemitteilung die Abschaffung der Ehe zu fordern und irgendetwas gleichziehen zu wollen, was einfach nicht gleichziehbar ist.

“Ansonsten kann ich nur sagen: Rente wird sicherer durch Zuwanderung.”

Die schlecht ausgebildeten und der deutschen Sprache teilweise kaum mächtigen Einwandererkinder im JETZT müssen überhaupt erst mal irgendwie in den Arbeitsmarkt integriert werden. DAS dürfte fürs erste Arbeit genug sein, um es mal positiv zu formulieren.
Rente wird sicherer durch genügend Kinder und deren guter (Aus-)Bildung.

“Willkommen bei den GRÜNEN! Keine andere Partei stellt diese Themen derart in den Mittelpunkt. Für mich persönlich ist das Bildungsthema DER Schlüssel zur sozialen Frage.”

Nun ja, so ziemlich jede Partei hat sich das auf die Fahnen geschrieben derzeit und schon länger.
Die Grünen werde ich nicht wählen, den anderen Ego-Verein namens FDP schon gar nicht, bis dato hab ich mein Kreuz widerwilig bei der SPD gemacht, das vermeintlich kleinste aller Übel eben…..

“Das geht nicht ohne stabilie Lebensumstände und nicht ohne liebende Eltern / Bezugspersonen. Geht auch anders als in der Kleinfamilie.”

Möglich oder auch nicht, auf eine wie breite Erkenntnisbasis stützt sich das denn bitte? Der Regelfall ist die normale Familie, früher Groß-, heute Kleinfamilie, gehupft wie gesprungen, Grundlage war und ist da die Ehe zwischen Mann und Frau, von mir aus auch wilde Ehe, wenns beide wirklich ernst meinen.

Ich habe mir mal eure Profile vom Bundesvorstand hier reingezogen, und ich bin so frei und trau mich mal, über eure Herkunft zu spekulieren:
Ihr seid fast alle in eher bildungsbürgerlichen, liberalen Haushalten aufgewachsen, und nicht grade in ärmlichen Verhältnissen. Es mögen vielleicht einige wenige Scheidungskinder dabei sein, aber die absolute Mehrheit wird einer klassischen Ehe, einem eher linkerem Elternhaus (68 bzw. post-68) entstammen, eine ungezwungene Jugend erlebt haben und auch jetzt zu ihren Eltern ein im Grunde gutes Verhältnis haben und werdet auch von diesen im Studium gesponsort. Wenn das annähernd so ist, wie ich hier frech behaupte, seid ihr Produkte von stabilen, klassischen Familienverhältnissen. :-)
Ich kann mich natürlich auch komplett irren, und eure Eltern haben eher so geredet und gehandelt: “Ja, viel mehr als die bürgerliche Ehe wünschen sich viele Menschen: Beziehungen auf Zeit, Beziehungen mit mehr als einer Person, Freundschaften mit Sex.”
Glaube ich dann aber eher nicht…..:-))

“Das behaupten wir nicht. Dennoch kann der Staat dazu beitragen, dass guter Unterricht gegeben wird und dass Betreuungsplätze für Kinder vorhanden sind. Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit. Wie ich immer sage: Auch Erwachsene / Eltern haben Wünsche.”

Sie können ja Wünsche haben, aber mit Kindern gehen eben Pflichten und Verantwortung einher, ganz im eigenen Interesse.
Ansonsten lieber gegen Kinder entscheiden.

“Da hier so viele Leute mit diskutieren, scheint es ja nicht gerade ein Randthema zu sein. Ich bin der festen Auffassung, dass die Frage “Was hält uns zusammen?â€? eine superwichtige ist.
Ich persönlich bin der Ansicht, dass es für einen gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer zunehend individualisierten Gesellschaft (und ich betone noch einmal: Das ist eine Entwicklung, die ich ausgesprochen gut finde!) auch neue Konzepte der Solidarität / der “Familie� geben muss, damit alle Leute auch die Chance haben, mit anderen solidarisch zu sein.
Sowas wie Wahlverwandschaften.”

Die zunehmend individualisierte Gesellschaft ist doch eigentlich genau das Problem, worum es geht. Die Grundannahme für das Funktionieren unserer Sozialsysteme und das Gemeinwesen wird bestens durch den alten Adenauer-Spruch symbolisiert “Kinder kriegen die Leute immer”, soll heißen, die Voraussetzungen seien quasi naturgegeben und konstant. Seit einiger Zeit stehen die Dinge auf dem Kopf und die Ausnahme ist die Regel.

Ich denke, der Weg in Richtung Atomisierung der Gesellschaft ist tatsächlich schon so weit fortgeschritten, daß vor dem Hintergrund der immensen Scheidungsraten und der schnellebigen Beziehungen allgemein langfristige Beziehungen oder klassische Eheschließungen per se in Frage gestellt werden und nach einem den verquasten Verhältnissen anzupassenden “Ersatzbedarf” nach “alternativen Konzepten” (die nur in der Theorie und im Wunschdenken existieren) gesucht wird.

Ich halte hingegen diese (aufgrund der extremen Individualiserung) Entwicklung dahin für das eigentlich Falsche und Veränderungsbedürftige.
Individualisierung ist ja eine schöne Sache, aber nicht, wenn sie auf Kosten anderer oder sogar auf Kosten künftiger Generationen geht. Das ist in Wahrheit blanker Egoismus, ein “kollektiver” Ego-Trip auf Kosten anderer.

Peter und der am Freitag, 3. März 2006 um 23:01 #

“Die Grundannahme für das Funktionieren unserer Sozialsysteme und das Gemeinwesen wird bestens durch den alten Adenauer-Spruch symbolisiert “Kinder kriegen die Leute immerâ€?, soll heißen, die Voraussetzungen seien quasi naturgegeben und konstant. Seit einiger Zeit stehen die Dinge auf dem Kopf und die Ausnahme ist die Regel.

[...]

Individualisierung ist ja eine schöne Sache, aber nicht, wenn sie auf Kosten anderer oder sogar auf Kosten künftiger Generationen geht. Das ist in Wahrheit blanker Egoismus, ein “kollektiverâ€? Ego-Trip auf Kosten anderer.”

Also: Gleichstellung von alternativen Gemeinschaften = Zusammenbruch der Demographie. Lieber Wolf, da haben Sie wohl die wirklichen Ursachen unseres demografischen Problems um sagen wir 30 Jahre verschlafen.
Ansonsten stimme ich natürlich mit Ihnen überein, dass es eine Unverschämtheit und purer Egoismus ist, dass immer mehr Frauen keine Kinder mehr zeugen wollen. Schließlich ist die Frage, ob Kind oder nicht, keine Frage der Eltern, sondern eine der Gesellschaft. Die Pille sollte zum Wohle des Volkes und Fortschritt der Gesellschaft abgeschafft und verboten werden. Vergewaltigung in der Ehe sollte wieder für legal erklärt werden. Wir machen das schließlich nicht für uns, sondern für die Nation. Und dann kriegen die Leute auch (immer) wieder Kinder, so wie es Väterchen Adenauer verheißen hat.

Chris am Sonntag, 5. März 2006 um 16:37 #

Lieber Grüne Jugend,

ich bin 32 Jahre alt, schwul, habe fast immer die GRÜNEN gewählt und bin im großen und ganzen auch ein Verfechter grüner Politik.

Was Ihr aber mit dem Machwerk “Ist Monogamie die Lösung” verbrochen habt, kann ich nicht nachvollziehen, sorry…

Ich lebe seit Jahren mit meinem Freund in einer Partnerschaft und empfinde selber die einseitige Privilegierung der Hetero-Ehe als falsch. Ein “Pacs” nach franzäsischem Vorbild wäre da durchaus eine Alternative.

In den Punkten Monogamie und alternative Lebensformen muß ich Euch allerdings klar widersprechen. Obwohl ich mit meinem Freund eine mehr oder weniger “offene” Beziehung habe, käme ich nicht auf den Gedanken, eine Dreier- oder Vierer-Partnerschaft staatlich fördern zu lassen. Ich mache mal ab und zu was “nebenbei” *fg*, aber warum sollte ich mir dafür Rechte vom Staat geben lassen?

Wenn Ihr Euch mal überlegt, wie schwierig es schon für ein Zweier-Paar ist, sich einigermaßen über persönliche Egoismen hinwegzusetzen und einen partnerschaftlichen Kompromiß anzustreben – wie bitte soll das erst in polygamen Strukturen und/oder Kommunen funktionieren?

Ihr macht es Euch da richtig schön einfach – Eure Vorstellungen über menschliches Zusammenleben bewegen sich haarscharf an der Grenze der Naivität vorbei…

Guckt Euch doch bitte mal die Kommunen der 70-er an! Woran sind die denn in erster Linie gescheitert? Wohl kaum an den bösen “Nazis” und CDU/CSU-lern, die so lange polemisch dagegen agitiert haben, bis die Kommunen zerbrachen…sie sind kaputtgegangen, weil die Mitglieder ihre Egoismen nicht überwinden konnten und sich irgendwann so sehr über ihre Lebensentwürfe zerstritten haben, bis es nicht mehr ging.

Es gibt tatsächlich so etwas wie Eifersucht, auch in Kommunen – ein Narr, wer das für “bürgerlich” hielte…

Wenn Ihr wirklich glaubt, daß Kommunen und Polygamie bzw. Polyandrie staatlich förderungswürdig sein sollen, kämpft weiter dafür und verschafft Euch Mehrheiten!

Aber macht bitte nicht das “Patriarchat”, die Bürgerlichen, die “Reaktionäre” und die “Nazis” dafür verantwortlich, wenn es Euch nicht gelingen sollte. Derlei Begriffe für den politischen Gegner entstammen der linksalternativen Mottenkiste der 70-er und sind einer Diskussion in der heutigen, hochkomplexen Welt nicht würdig!

Ich halte Eure Ansichten zu diesem Thema allerdings für Spinnereien aus dem Wolkenkuckucksheim…

Wählen werde ich die Grünen aber weiterhin, wegen Ihrer guten Verkehrs- und Umweltpolitik…

Julia am Sonntag, 5. März 2006 um 19:33 #

Ich kann mich Chris nur anschliessen:

” Wenn Ihr Euch mal überlegt, wie schwierig es
schon für ein Zweier-Paar ist, sich einigermaßen
über persönliche Egoismen hinwegzusetzen und einen
partnerschaftlichen Kompromiß anzustreben – wie
bitte soll das erst in polygamen Strukturen
und/oder Kommunen funktionieren? ”

Die ganze Diskussion dreht sich um Egoismus (wie kann ICH mein Leben optimieren) versus was ist gut für Kinder !

Auch wenn ich umweltpolitisch mit den Grünen sympatisiere, halte ich diese Denkstrukturen bezügliche Familie und Gesellschaft für zu gefährlich, als dass ich noch GRUEN wählen könnte !

Gregor am Sonntag, 5. März 2006 um 21:01 #

Die Zweierbeziehungen sind ja deshalb so schwierig, weil sich die Partner gegenseitig Regeln auferlegen. Wenn Liebe jedoch an Regeln geknüpft ist, ist das eine eher egoistische Liebe. In zwischenmenschlichen Beziehungen sollte Freiheit als ein grundlegendes Prinzip gelten. Kompromisse sind dann eher Lebenseinschränkungen für beide. Beziehungen sind in erster Linie Austauschbeziehungen. Man gibt und man bekommt. Alles andere ist Machtausübung und Besitzdenken.

gregorio am Montag, 6. März 2006 um 0:32 #

:lol:

Ja, was Beziehungen angeht muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen :D, das erste, was ich aufgegeben habe, war der Versuch das ganze in irgendeiner Form zu Rationalisieren.

Und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, die Pressemitteilung ist furchtbar und den zugehörigen BuKo-Beschluss sollten wir irgendwo in den Bleikammern des Bundesverbandes verschwinden lassen.

Frank am Montag, 6. März 2006 um 1:24 #

Ich sage ganz ausdrücklich, dass ich weder Gesetze ändern noch die Bibel zum Massstab für alle machen will. Denn ändern würde dies überhaupt nichts, mit solchen Gesetzen würde sich keine Lebenseinstellungen ändern lassen. Aber lasst mich dennoch aus der Bibel zitieren, auch wenn sie nicht modern ist, ist sie hochaktuell und es lohnt sich sich einmal darüber nachzudenken. Jeder ist in Deutschland frei, diese Ratschläge zu ignorieren, aber ich persöhnlich glaube nicht, dass das uns gut tut.

Römer 1,27: Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen.

1Kor 7,2: Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.

Eph 5,28 So sollen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst.

Mt 19,9 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe.

Was währe die Folge ? Ja, auf den ersten Blick wird vielen sehr viel Spass und Selbstverwirklichung genommen, allerdings gäbe es kein Aids, keine Kinder die unter Trennung der Eltern leiden, keine Trennunsschmerzen, keine Scheidungsanwälte, keine überalterte Gesellschaft (!), und eine zufriedenere und weniger egozentrische Gesellschaft.

Anonymous am Montag, 6. März 2006 um 4:22 #

“Was währe die Folge ? Ja, auf den ersten Blick wird vielen sehr viel Spass und Selbstverwirklichung genommen,”

Spaß? Wer lebt hier in der Scheinwelt? Schau dir mal die strukturell induzierten Selbstmordrate unter Homosexuellen an und sag das nochmal ohne rot zu werden. Hier wird nicht “sehr viel Spaß” genommen, sondern die Würde, wenn der Mensch nicht das sein darf, was er ist, solange er keine Rechte anderer verletzt. Das hat nichts mit Egoismus und Egozentrik zu tun. Homosexualität ist nichts Modernes, das es gilt klein zu reden, sondern etwas, das schon immer da war und da sein wird. Die Tatsache, dass innerhalb der Kirchen konsequent vertuscht wird, dass Personen in Kirchenämtern homosexuell sind, siehst du wohl auch im Wohle der Menschheit.

“allerdings gäbe es kein Aids,”

Du wurdest anscheinend nicht aufgeklärt, daher werde ich dir an dieser Stelle eröffnen, dass Aids auch unter Heterosexuellen-Zweier-Beziehungen ausgetauscht werden kann. Es würde weniger AIDS geben, wenn mehr Kondome genutzt und mehr AIDS Test gemacht würden. Übrigens auch eine Entwicklung, die im Zuge der sexuellen Aufklärung kam.

“keine Kinder die unter Trennung der Eltern leiden”

…dafür Kinder, die unter dauernden Streitigkeiten und Hassaustausch zwischen Eltern, die sich auseinandergelebt haben, zu leiden haben.

“keine überalterte Gesellschaft (!)”

…weil die Frauen umso gebährfreudiger werden, je weniger Homosexualität und alternatives Leben gefördert werden, oder wie? Ein vollkommen unlogisches Argument.

Möglicherweise weißt du nicht, wie die Ehe aufbauend auf einem christlichen Grundverständnis ausgesehen hat. Da gab es kein Friede, Freude, Eierkuchen, sondern innereheliche Vergewaltigungen (die nicht als solche klassifiziert wurden) und Fremdbestimmung durch den Mann, sowie die strukturelle Rollenzuteilung, dass die Frau für das Kind zu sorgen habe.

Ich finde ebenfalls, dass Kinder nur in einer kinderfreundlichen Umgebung aufwachsen sollten. Und ich glaube ebenfalls, dass “wackelige” Umstände den positiven Werdegang des Kindes abträglich sind. Abträglich ist es aber auch, wenn sich die Eltern den ganzen Tag streiten. In diesem Fall befürworte ich die Scheidung. Dass das vor der Gleichberechtigung der Frau anders aussah, ist verständlich. Wer in diese Zeit zurück will, soll das offen sagen.
Dass Menschen nicht mehr “einfach so” Kinder kriegen, hat damit zu tun, dass weniger Paare Kinder bekommen wollen. Dies wiederum hat aber nichts mit alternativem Leben und Homosexualität zu tun, sondern damit, dass die gesellschaftlichen Umstände nicht dazu einladen (möglicherweise kennst du den Spruch “Es ist unverantwortlich ein Kind in diese Welt zu setzen” – der mag sehr flach sein und nicht für alle zutreffen, aber er zeigt einen der Gründe, warum Menschen keine Kinder mehr bekommen). Daher müssen wir etwas an der gesellschaftlichen Grundlage ändern. Der Wunsch nach Kindern ist wesentlich größer als Kinder in der Realität geboren werden. Aus Angst und Unsicherheit entscheiden sich Eltern gegen das Kind.

Der Rückweg in eine Gesellschaft, in der die Kinder noch “einfach so kommen” geht nur auf Kosten der errungenen Rechte von Frauen und durch Indizierung der sexuellen Aufklärung.
Wer das fordert, der ist in der Tat bei den Grünen und der Grünen Jugend an der falschen Stelle.

Robert am Montag, 6. März 2006 um 19:26 #

Sorry,

aber es gibt jemanden der noch fehlgeleiteter in seinem Glauben ist als diese armen Christen. Das ist die “Grüne Jugend” selber (Na ja sagt ja eigentlich schon der Name: Grüne Jugend! lol). Wie kann man nur dermaßen Weltfremd sein, zu glauben, dass nur weil man nicht in der Lage ist sich selber für die Kinder etwas zurückzuhalten und ihr Wohl in den Vordergrund zu stellen, dass man meint darum gleich ein lebenslanges Recht auf rumf… zu haben und allen ernstes glaubt das die Lösung im zerstören sinnvoller Strukturen liegt. Meint ihr vielleicht solche tollen neuartigen “kinderfreundlichen” Lebensformen wie die des homosexuellen Patrick Lindner. Der streitet sich ja derzeit mit seinem Exlebenspartner um den Adoptivsohn, was für dessen Entwicklung bestimmt ganz Prima ist. Mich würde ja mal interessieren welche fortschrittlichen früheren Lebensformen ihr da in Europa so ausgemacht habt? Ich kann nur hoffen das solche Illusionisten wir Ihr es seid niemals echte politische Verantwortung tragen dürfen. Dann können Menschen wie meine Familie und ich, in klassischer monogamer Ehe lebend (und das sehr gut), mit zwei Kindern, einpacken und von der Sozialhilfe den Lebensunterhalt bestreiten. Singles gegenüber werden wir nämlich schon jetzt benachteiligt! Denkt mal nach… vielleicht fällt Euch ja etwas auf…aber da wird mir ehrlich gesagt ganz grün! Sogar die armen fehlgeleiteten Christen haben da mehr begriffen als Ihr. Aber Ihr wollt ja wohl ohnehin lieber unter Euerem Meinungsmonopol leben – andere Meinung unerwünscht oder was sollen Eure eindimensional, ideologisch gefärbten Antworten anderes bedeuten?
Zitat:
“Du wurdest anscheinend nicht aufgeklärt, daher werde ich dir an dieser Stelle eröffnen, dass Aids auch unter Heterosexuellen-Zweier-Beziehungen ausgetauscht werden kann. Es würde weniger AIDS geben, wenn mehr Kondome genutzt und mehr AIDS Test gemacht würden. Übrigens auch eine Entwicklung, die im Zuge der sexuellen Aufklärung kam”
Das ist genau richtig: …es kann ausgetauscht werden… es fällt mir schwer einem Christen Recht zu geben aber es ist eine Tatsache das Homosexuelle deutlich häufiger an AIDS erkranken als Heterosexuelle, das liegt nicht am Virus sondern an den sexuellen Praktiken die eine Infektion fördern, ich frage mich wer hier nicht aufgeklärt wurde?

Viel Spaß noch im Wolkenkuckucksheim.

Chris am Montag, 6. März 2006 um 21:38 #

Robert schreibt:

“aber es ist eine Tatsache das Homosexuelle deutlich häufiger an AIDS erkranken als Heterosexuelle, das liegt nicht am Virus sondern an den sexuellen Praktiken die eine Infektion fördern, ich frage mich wer hier nicht aufgeklärt wurde?”

Ja, in Europa und den USA ist die Zahl der HIV-Infizierten unter Schwulen nach wie vor hoch. Gemessen an der Zahl der Schwulen an der Gesamtbevölkerung insgesamt allerdings sehr niedrig.

Wenn Du nach Afrika schaust, sind dort bis zu 20% der Bevölkerung HIV-positiv, egal ob schwul oder nicht, weil sie UNSAFEN Sex praktizieren. Allein diese Tatsache führt Dein Argument über “schwule” Sexualpraktiken ad absurdum. JEDER unsafe Sex, egal ob vaginal oder anal, egal ob schwul oder hetero, kann zu AIDS führen.

Es gibt überhaupt keine “schwulen” Sexualpraktiken! Wo hast Du das Märchen überhaupt her?

Es gibt nur “safe” und “unsafe” Sexualpraktiken. In jedem Pornofilm für heterosexuelle Männer kommen Szenen mit Analverkehr an Frauen vor – soviel zum Thema, daß AV eine Schwulendomäne sei…lächerlich!

Von den Schwulen praktizieren vielleicht ein Drittel Analverkehr regelmäßig, ein Dittel manchmal und der Rest gar nicht. Heterosexuelle praktizieren genauso Analverkehr – nicht von ungefähr ist es eines der ältesten Verhütungsmittel der Menschheit!

Also bitte: verschone uns in Zukunft mit Traktaten über “schwule Sexualpraktiken, die HIV verbreiten”. So etwas gibt es einfach nicht!

Wolf am Dienstag, 7. März 2006 um 2:25 #

@ Anonymous:

Lustig, der aktuelle Spiegel kommt, was diese Debatte hier angeht, echt gelegen.
Ich kann die Titelstory nur empfehlen, und eigentlich alles was dort an Argumenten aufgefahren wird, deckt sich mit meinen.
(Nur ist im Grunde der Titel des Spiegel falsch: “Jeder für sich – Wie der Kindermangel eine Gesellschaft von Egoisten schafft”, andersrum wird ein Schuh draus: Eine Gesellschaft von Egoisten erzeugt den Kindermangel.)

@ Chris:

Du schriebst:

“Ja, in Europa und den USA ist die Zahl der HIV-Infizierten unter Schwulen nach wie vor hoch. Gemessen an der Zahl der Schwulen an der Gesamtbevölkerung insgesamt allerdings sehr niedrig.”

Drücken wir es transparent aus: Die relative Anzahl der HIV-Infizierten unter homosexuellen Männern ist erheblich höher als die relative Anzahl der HIV-Infiziertern unter heterosexuellen Männern.

“Gemessen an der Zahl der Schwulen an der Gesamtbevölkerung insgesamt allerdings sehr niedrig.”

Das Verhältnis der HIV-Infizierten unter den Schwulen gemessen am Anteil der Schwulen an der Gesamtbevölkerung….da werden relative Zahlen mit relativen Zahlen verglichen…..das ist Nonsens und hat nichts miteinander zu tun.

Frederik am Dienstag, 7. März 2006 um 3:17 #

Ist ziemlich bezeichnend, dass hier laufend von “Schwulen” die Rede ist, vor denen scheinen einige hier besonders Angst zu haben.

Was die Statistik angeht: Es ist vollkommen belanglos, ob AIDS in Europa unter Homosexuellen eher verbreitet ist, da die Ursache in der Verhütungspraktik liegt und nicht in der sexuellen Orientierung und die ist auch unter heterosexuellen Menschen defizitär. “Schwule Sexpraktiken” existieren ohnehin nicht, Analsex ist – wie bereits gesagt – eines der ältesten Verhütungsmittel und wird – was sich an der Pornobranche gut sehen lässt – unter heteresexuellen immer populärer. Von wegen Aufklärung…

“dass man meint darum gleich ein lebenslanges Recht auf rumf… zu haben”

Möchtest du den Menschen ihr lebenslanges Recht auf Sex absprechen? Das finde ich doch etwas sehr komisch.

“Ich kann nur hoffen das solche Illusionisten wir Ihr es seid niemals echte politische Verantwortung tragen dürfen. Dann können Menschen wie meine Familie und ich, in klassischer monogamer Ehe lebend (und das sehr gut), mit zwei Kindern, einpacken und von der Sozialhilfe den Lebensunterhalt bestreiten.”

Wieso würdest du Nachteile durch die Gleichstellugn anderer erleiden? Bitte Beispiele.

Lukas am Dienstag, 7. März 2006 um 15:20 #

Mal wieder so ein Aufreger-Thema…
Mich selbst regt dabei weniger die Sache an sich auf, über die man durchaus reden kann, und in der man, wie ich finde, mit gutem Grund sowohl der einen als auch der anderen Auffassung sein kann.
Doch euer Tonfall ist teilweise arg daneben:
“Auch ewig Gestrige wie diese – wohl nur biologisch – jungen CSU-Abgeordneten können doch nicht die Augen vor den gesellschaftlichen Realitäten verschließen!”
Meinetwegen könnt ihr die JU verhöhnen, doch nur weil ihr selbst der traditionellen Ehe offenbar ablehnend gegenübersteht, habt ihr noch lange kein Recht dazu, diese Lebensform und ihre Befürworter als “ewig gestrig” zu bezeichnen!
“Viele Kulturen und Zeitalter kennen ganz andere Arten und Weisen der zwischenmenschlichen Solidarität – und das ist auch gut so!”
Warum bitte ist das gut so? In meinen Augen ist Beziehung und Liebe Privatsache. Verschiedene Arten des Zusammenlebens sind eine gesellschaftliche Realität, aber doch nicht “gut” oder “schlecht”, das müssen die Leute schon selbst entscheiden. Und wenn sie es auf freien Stücken entschieden haben und sich dabei glücklich fühlen, dann kann man es vielleicht als “gut” bezeichnen, aber einfach mal pauschal die Existenz verschiedener Formen des Zusammenlebens als “gut” zu bezeichnen wird der Sache nicht gerecht.
Was ich jedoch wirklich schwach an dieser Formulierung finde, ist ihre Gedankenlosigkeit: Was meint ihr denn überhaupt mit anderen Lebensformen in der Vergangenheit und anderen Kulturkreisen? Nun, überlegen wir doch mal, was gibt/ gab es sonst noch:
Also zum Einen fallen mir da die Adeligen Herren ein, die es nach Lust und Laune mit jeder Frau getrieben haben, die ihnen über den Weg lief. Das werden diese Frauen bestimmt “sehr” genossen haben. Ich halte euch zugute, dass es nicht diese Lebensform ist, die euch vorschwebt.
Weiterhin fallen mir da so ein paar Sultane im Orient ein, die sich immer noch Harems halten. Warum können sie das machen? Weil sie viel Geld haben und die Frauen nicht. Von wirklich freiwilliger (=um der Liebe willen) und glücklicher Beziehung kann hier aus weiblicher Sicht nun wirklich nicht gesprochen werden…
Und was jetzt daran “gut” sein soll, erklärt ihr mir mal!
“Wir treten ein für eine Öffnung der Ehe zu moderneren, zeitgemäßeren Lebensweisen”
Wie mich dieses Wort “modern” langsam ankotzt. Modern ist eines der nichtssagendsten Begriffe, die es gibt, und kann von jeder Gruppierung in jedem Zusammenhang verwendet werden. Ihr müsst die Ehe nicht mögen, aber wie könnt ihr behaupten, dass andere Lebensformen “zeitgemäßer” wären. Das steht euch doch überhaupt nicht zu, dies zu beurteilen, denn es spielt hier überhaupt keine Rolle, was für irgendjemanden “zeitgemäß” ist, und was nicht. Es liegt alleine in der Hand der Liebenden, zu bestimmen, welche Beziehungsform sie wählen. Und wenn es die Richtige für sie ist, (ich wiederhole mich), dann ist das gut so, zeitgemäß ist hier völlig unpassend. Denn Menschenrechte sind im Übrigen meiner Meinung nach auch keineswegs “zeitgemäß”, sie sind immer richtig! Zu Menschenrechten gehören auch sexuelle Selbstbestimmung und die war immer richtig und wichtig, nur weil unsere Vorfahren das noch nicht begriffen hatten, war es damals genauso falsch, Schwule zu diskriminieren, wie heute!

“Viele Menschen wünschen sich eine ganze Menge mehr!
Ja, viel mehr als die bürgerliche Ehe wünschen sich viele Menschen: Beziehungen auf Zeit, Beziehungen mit mehr als einer Person, Freundschaften mit Sex. Wer derart leben möchte, soll in unserer Gesellschaft nicht mehr in seiner Entfaltung behindert werden. Wir treten ein für alternatives Zusammenleben, für Patchwork-Familien, für Wahlverwandschaften und eine unverkrustete, idologiefreie Solidarität!”
Leider ist euch auch der letzte Absatz gründlich misslungen. Ich finde es sehr ironisch, dass ihr mit den letzten beiden Worten das fordert, was richtig ist, was jedoch deutlich von euerem Brief abweicht. Ihr behauptet einfach mal so, dass Beziehungen mit mehr als einer Person “mehr” seien als die bürgerliche Ehe. Okay, ich wiederhole mich wieder: Ihr habt kein Recht darüber zu urteilen, was mehr und was weniger ist, diese Einschätzung obliegt allein den Liebenden. Und sehr viele Menschen sehen eine reine Zweier- Beziehung eben als wesentlich größere Erfüllung an als eine offene Beziehung. “Unverkrustete Solidarität” wünscht ihr euch, gut, wenn ihr damit die Streichung gewisser finanzieller Privilegien der Ehe meint, aber diese Lebensform an sich ist schon nicht gleich deswegen verkrustet, weil manche Paare nur aus Geldgründen heiraten. Über Gleichberechtigung alternativer Beziehungsmodelle lässt sich reden, aber bitte habt mehr Respekt vor Menschen, die einen anderen Lebensstil haben als ihr und überlegt euch vorher genauer euere Formulierungen!
Ich bin seit dreieinhalb Jahren in der Grünen Jugend und ich bin dort, um für mehr Gerechtigkeit und Umweltschutz zu kämpfen. Ich bin auch hier, um ernsthafte Politik zu betreiben. Was in der Grünen Jugend derzeit geschieht ist, dass sich auf Landes- und Bundesebene in radikalen Forderungen überboten wird, mit dem Ziel zu provozieren und damit Aufmerksamkeit zu erzeugen. Mit seriöser Politik hat das teilweise nicht mehr viel zu tun. Ich denke auch, dass es zumindest im süddeutschen Raum, eine “schweigende Mehrheit” gibt, die sich mehr Sachlichkeit wünscht: Beschlüsse, die uns wirklich weiterbringen und nicht nur der aufmerksamkeitsheischenden Provokation der Gesellschaft dienen. Zum Beispiel Drogenpolitik: Sowohl bei der Grünen Jugend Nürnberg als auch bei der Grünen Jugend Erlangen (letztere Einschätzung stammt nicht von mir) ist man (fast?) einstimmig der Auffassung, dass der Drogenbeschluss des Bukos falsch ist…

Chris am Dienstag, 7. März 2006 um 20:01 #

@ Lukas:

Toller Kommentar, sehr fundiert – kann ich fast zu 100% unterschreiben!

@ Wolf:

Ich kann diese Pseudo-Differenzierung zwischen heterosexuellen HIV-Infizierten und schwulen HIV-Infizierten einfach nicht mehr hören. Ja, es ist richtig, daß die Zahl der Neuinfektionen unter jungen Schwulen leider zum ersten Mal seit langem wieder nach oben geht – aber im Gegensatz zu Heteros verhüten Schwule weiterhin durch die Bank in sehr viel höherem Maße als Heteros.

Bei Heteros verhüten beim “ersten Mal” gerade ein Drittel – zwei Drittel ficken OHNE GUMMI. Und nur, weil die “Durchseuchungsrate” bei Heteros NOCH sehr gering ist, ist noch nicht viel passiert…

In fast jedem Heten-Porno wird ohne Gummi gevögelt, bei Schwulen-Pornos ist das die absolute Ausnahme. Soviel zum Thema Risiko für Schwule beim Sex. Was jeder persönlich daraus macht, kann ich nicht kontrollieren, das hat aber mit der sexuellen Orientierung am wenigsten zu tun.

Und wer die Gleichsetzung “schwuler Sex = Analverkehr” auf seinen Fahnen schreibt, der hat nichts, aber auch gar nichts verstanden!

O sancta simplicitas!

J. am Dienstag, 7. März 2006 um 21:18 #

Hossa, hier geht’s ja ziemlich ab :)

Ich habe seit geraumer Zeit ein Blog zum Thema alternatives Lieben, worin sehr deutlich auch Polyamory (!= Polygamie) eine Rolle spielt. Wer mag, kann sich da gerne mal umschauen.

Aber zur Sache.

Mann und Frau
Bibel hin oder her, bestehende Werte hin oder her: Augenblickliche Realitäten sind deutlich. Menschen tun sich gleichgeschlechtlich zusammen.
Politik vertritt Menschen, und demokratische Politik heißt zwar Mehrheitspolitik, heißt aber immer auch Minderheitenschutz. Das ist in weiten Teilen auch der Spaß am Grundgesetz, dass in bestimmten Grenzen, allen voran das Menschenrecht, jeder machen kann was sie will.
Wenn Politik das erhört, ist das nicht Zeitgeist, sondern modern und liberal (im positiven Sinn).

Eins und Eins
Hierfür gilt oben Gesagtes auch, aber um ein wenig sachliches Licht ins argumentatorische Dunkel zu bringen, will ich hier einige Argumente aufgreifen, die ich beim hie und da lesen gesehen habe – mit Polythemen kenne ich mich nämlich ein bisschen besser aus als mit Homothemen:

– Ja, in der Tat ist es schon in Zweierbeziehungen schwierig, über Egoismen hinwegzukommen. Dennoch ist es wichtig, und man muss das versuchen, schon für sich selbst. Das ist teilweise in Mehrfachbeziehungen schwieriger, teils aber auch einfacher, weil man notgedrungen mit Schwächen konfrontiert wird, die einem dann sehr deutlich den weiteren Weg weisen.

Let jealousy be your teacher

schreibt Dossie Easton in Ihrem Buch The Ethical Slut zu dem Thema.

– Nein, Polyamory erwächst nicht aus einem Scheitern an der klassischen Zweierbeziehung. Die gleiche Rhetorik fand man jahrelang auch bei Homosexuellen, besonders bei Lesben: “Die bräuchte doch nur mal nen richtigen Mann”. Das ist Unfug, einmal sachlich, weil die, um die’s geht, das ganz anders sehen (und um die geht’s ja, Konstruktivismus und so), und vor allem argumentativ. Der Vorwurf ist nämlich nicht falsifizierbar, da könnte ich auch sagen, Monos haben nur Angst vor der Unsicherheit in Mehrfachbeziehungen. Ist aber Quatsch, beides ist ja völlig okay, jeder wie er will.

– Nein, Kinder brauchen nicht zwingend einen Mann und eine Frau, und Kinder sind auch nicht verwirrt von mehr als 2 Bezugspersonen.
Leuchtet mir überhaupt nicht ein – woher kommt diese Ansicht? Und wie kann man gleichzeitig (passiert ja recht oft) die Großfamilie herbeisehnen, weil ja damals die Leute nicht arme Singles waren, sondern Omaopatanteonkel auch da waren – Ja, hat das denn die Kinder nicht verwirrt?
Kinder brauchen, soweit ich das überschauen kann, vor allem eins: Liebe.
Danach kommen noch so Sachen wie Sicherheit und Nähe, dann irgendwann Regeln… aber “2″ kommt nicht vor, denke ich, und ich habe noch kein überzeugendes gegenteiliges Argument gehört (sondern nur “War halt immer so”).
Zudem gibt es ja Geschichten von Kindern aus Kommunen und Polysettings. Zwar wenige, das liebt aber nicht daran, dass es selten klappt, sondern daran, dass es das selten gibt.

Und genau daran würden ja liberalere Gesetze etwas ändern.

Lasst doch die Menschen bitte einfach machen, was Ihnen gut tut und niemandem schadet.
Und wenn Ihr sagt: “Aber es schadet der Gesellschaft”, dann erklärt das – vielleicht gibt es Gefahren, dann muss man das anders regeln. Aber wir müssen halt alle miteinander regeln. That’s what Gesellschaft is all about…

J.

PS: Falls jemand Ressourcen zum Thema sucht, die Stichwörter “Polyamory” (bes. Wikipedia) und “consensual non-monogamy” sind sehr hilfreich, und evtl. auch mein besagtes Blog.

Wolf am Dienstag, 7. März 2006 um 23:23 #

@Chris

“Ich kann diese Pseudo-Differenzierung zwischen heterosexuellen HIV-Infizierten und schwulen HIV-Infizierten einfach nicht mehr hören. Ja, es ist richtig, daß die Zahl der Neuinfektionen unter jungen Schwulen leider zum ersten Mal seit langem wieder nach oben geht – aber im Gegensatz zu Heteros verhüten Schwule weiterhin durch die Bank in sehr viel höherem Maße als Heteros.”

Okay, mittlerweile vielleicht mehr, allerdings waren – ich sags extra dazu: stark promiskuitive – Schwule in den 80er Jahren einer der Hauptvektoren für die Verbreitung von Aids in der westlichen Welt, an den Folgen davon wird jetzt immer noch geknabbert. Aber das ist im Grunde echt off topic.

Bei Heteros verhüten beim “ersten Malâ€? gerade ein Drittel – zwei Drittel ficken OHNE GUMMI. Und nur, weil die “Durchseuchungsrateâ€? bei Heteros NOCH sehr gering ist, ist noch nicht viel passiert…

“In fast jedem Heten-Porno wird ohne Gummi gevögelt, bei Schwulen-Pornos ist das die absolute Ausnahme. Soviel zum Thema Risiko für Schwule beim Sex. Was jeder persönlich daraus macht, kann ich nicht kontrollieren, das hat aber mit der sexuellen Orientierung am wenigsten zu tun.”

Wie hier immer versucht wird, von irgendwelchen Pornofilmen auf das Sexleben des Durchschnittsbürgers zu schließen, erschließt sich mir nicht ganz. Das fing schon weiter oben damit an, daß die Verbreitung von heterosexuellem Analverkehr in Pornos Pate stehen sollte für die angeblich große und zunehmende Verbreitung dieser Praktik in der Bevölkerung…..Leute, dann habt ihr echt keinen Schimmer. Pornofilme dienen dazu, die Phantasien von notgeilen Wichsern zu bedienen; zwar ist die Angebotspalette sehr breit gefächert, aber diese Dinge bleiben rein inszenierter Zirkus. Letztens las ich eine seriöse Quelle im Internet, daß 5-8 % der Frauen überhaupt an Analsex echten Gefallen finden, sprich diesen regelmäßig und gerne betreiben, und ich denke mal, diese Zahl ist realistisch, ohne jetzt jemandem seine wilden pubertären Phantasien über Frauen, die er aus billigen Pornos bezieht, rauben zu wollen. :-) :-)

“Und wer die Gleichsetzung “schwuler Sex = Analverkehrâ€? auf seinen Fahnen schreibt, der hat nichts, aber auch gar nichts verstanden!”

Es stimmt ja, jeder Jeck is anders, im Grunde interessiert es auch gar nicht, was andere Leute im Bett so treiben. Ich weiß jetzt aber auch nicht, warum Du Dich so drüber ereiferst, daß diese von mir aus oberflächliche Gleichsetzung stattfindet, es kann Dir doch völlig wuppe sein. Mir isses auch wuppe, was andere über mein Sexleben denken, und wenn meine Freunde und Bekannten denken, ich treibs nur im Dunkeln unter der Bettdecke in der Missionarsstellung und nach 5 Minuten ist Feierabend, dann denken sie das eben. Die Gedanken sind frei. :-)

J. am Dienstag, 7. März 2006 um 23:43 #

Mein schöner, langer, mit XHTML versehener Kommentar wurde vorhin als Spam erkannt.
Mist.
Kann das bitte jemand korrigieren, ich finde keine Admin-e-mail-Adresse. Merci.

Chris am Mittwoch, 8. März 2006 um 2:40 #

Wolf schreibt:

“Pornofilme dienen dazu, die Phantasien von notgeilen Wichsern zu bedienen; zwar ist die Angebotspalette sehr breit gefächert, aber diese Dinge bleiben rein inszenierter Zirkus.”

Diese Ansicht halte ich für ziemlich naiv. Der Porno-Markt boomt nach wie vor gewaltig, und die dort inszenierten Praktiken als Phantasieprodukte der Produzenten abzutun, die der “normale” Konsument gar nicht sehen will, ist schon ziemlich hanebüchen.

Natürlich will Otto-Normalkonsument die übliche Lesbenszene im Porno sehen, genauso wie die Analszenen. Ob er es selber auch praktiziert, ist dabei völlig sekundär. Fakt ist, er findet es erregend, sonst würde er Pornos weder leihen, noch kaufen oder herunterladen.

Ganz davon abgesehen, daß der ganz überwiegende Teil der Hetero-Pornos extrem frauenfeindliche Scheiße darstellt, aber das dürfte jedem wohl klar sein, auch dem dümmsten Zuschauer. Schwule Pornos hingegen sind nicht frauenfeindlich, darüberhinaus in ihrer sexuellen Rollenverteilung deutlich flexibler…aber das ist jetzt wirklich off topic…*g*

Weiter schreibt Wolf:

“Letztens las ich eine seriöse Quelle im Internet, daß 5-8 % der Frauen überhaupt an Analsex echten Gefallen finden, sprich diesen regelmäßig und gerne betreiben, und ich denke mal, diese Zahl ist realistisch.”

Es geht ja bei Pornos auch NICHT um die Wünsche und Phantasien der FRAUEN, sondern ausschließlich der NOTGEILEN ZUSCHAUER. Und wenn die durch Analsex erregt werden, muß die Pornodarstellerin das auch machen. Im übrigen werden Analszenen deutlich besser bezahlt in der Branche, das nur nebenbei. Interessant hierbei, daß das Porno-Business einer der wenigen Berufszweige ist, wo Frauen deutlich mehr verdienen als ihre männlichen Kollegen *g*…

Und schließlich:

“Es stimmt ja, jeder Jeck is anders, im Grunde interessiert es auch gar nicht, was andere Leute im Bett so treiben. Ich weiß jetzt aber auch nicht, warum Du Dich so drüber ereiferst, daß diese von mir aus oberflächliche Gleichsetzung stattfindet, es kann Dir doch völlig wuppe sein. Mir isses auch wuppe, was andere über mein Sexleben denken.”

Nee, das ist leider nicht ganz so wuppe, wie Du Dir das vorstellst. Es wäre wuppe, wenn man als Schwuler nicht nach wie vor mit dieser dümmlichen Gleichsetzung “schwul = Analsex = eklig” konfrontiert würde (obwohl eben Analsex auch in jedem Hetenporno läuft!). Siehe auch dazu den immer wieder beliebten Witz, man dürfe nicht die Seife in der Dusche fallen lassen, wenn ein Schwuler in der Nähe ist *hahaha* – selten so gelacht…

Mir geht das einfach auf die Nerven. Was Heteros im Bett machen, ist mir egal – was ich als Schwuler im Bett mache, ist vielen Leuten leider immer noch nicht egal. Und solange ich mir darüber blöde Witze anhören muß (oder in anderen Ländern auf diesem Erdball sogar schwuler Sex mit der Todesstrafe geahndet wird), solange KANN mir das nicht “wuppe” sein…

Da hört bei mir der Spaß auf…

gregorio am Mittwoch, 8. März 2006 um 10:09 #

Es wäre wuppe, wenn man als Schwuler nicht nach wie vor mit dieser dümmlichen Gleichsetzung “schwul = Analsex = eklig� konfrontiert würde (obwohl eben Analsex auch in jedem Hetenporno läuft!).

Klarer Fall, von persönlichem Pech, wenn man meint, sich über sowas aufregen zu müssen.

Sebastian am Mittwoch, 8. März 2006 um 11:22 #

J. schrieb:

Mein schöner, langer, mit XHTML versehener Kommentar wurde vorhin als Spam erkannt.
Mist.
Kann das bitte jemand korrigieren, ich finde keine Admin-e-mail-Adresse. Merci.

Die Admin-Adresse haben wir im Impressum versteckt: webmaster [at] gruene-jugend.de. Ich habe Deinen Beitrag freigeschaltet.

Peter am Sonntag, 12. März 2006 um 1:53 #

Was ich an der ganzen Sache nicht verstehe – noch nie verstanden habe: Wieso steht die Ehe eigentlich unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes? Geht es “nur” darum, Kinder zu schützen und ihre Zeugung zu fördern? Warum steht dann nicht im GG “Kinder stehen unter besonderem Schutz”? Wäre damit die ganze Debatte einfach und elegant gelöst?

Der Ton der GJ PM ist in der Tat daneben, Ihr könnt nicht etwas schreiben, was sich so lesen läßt, als wolltet Ihr den Leuten das Heiraten verbieten. Grüne Position muß sein, daß jedeR sich seine/ihre Lebensform frei wählen kann, darunter natürlich auch die Heten-Ehe. Andererseits ist die Forderung natürlich völlig korrekt – die Bevorzugung der heterosexuellen Ehe vor allen anderen Lebensentwürfe ist in der Tat positive Diskriminierung und somit abzulehnen.

Was die Schärfe der Debatte mit Sicherheit auch mitbestimmt, ist die doch starke Betonung von polygamen Lebensentwürfen. Da kann ich einige der KritikerInnen hier verstehen: das ist ein bißchen Traumtänzerei. Natürlich möchte ich, daß polygame Lebensentwürfe nicht diskriminiert werden, also gleichberechtigt gelebt werden können. Andererseits rechne ich nicht damit, daß das eine quantitativ nenneswerte Größe für die Zukunft ist. Ich glaube schon, daß Menschen ganz überwiegend zu Zweierbeziehungen neigen, und das nicht nur deswegen, weil es so tradiert ist. Ihr stellt da also einen Randaspekt menschlicher Existenz stark in den Vordergrund und leitet dann daraus ab, daß der quantitaive Regelfall – also die Heten-Ehe – abgeschafft werden soll – das ist natürlich so Quatsch und erregt heftige Gegenwehr. Also: das nächste Mal richtige Forderungen besser begründen.

Chris am Sonntag, 12. März 2006 um 13:34 #

Was ich im Zusammenhang mit dem Anti-Monogamie-Pamphlet besonders pmerkwürdig finde, ist das Bild auf der Seite der grünen Jugend, wo der Artikel steht. Dort sehen wir einen grellbunt geschminkten Transvestiten mit giftgrünem Kleid, opulentem Geschmeide, einer Puppe in der Hand und einem rosa Handy am Ohr. Bildunterschrift: “Alternatives Leben stärken”.

Ich mußte echt an mich halten, daß ich mir nicht vor Lachen in die Hose gemacht habe! Ich finde nichts Schlimmes an Transvestiten, aber seid bitte mal ehrlich: was hat das primär mit lesbisch-schwulem Leben zu tun? Es tut mir ja leid, aber ich kenne keine Damenimitatoren (außer alljährlich auf den CSDs), meine Freunde schminken sich nicht und tragen auch keine Kleidchen mit Spaghettiträgern.

Und das geht fast allen Schwulen so – genauso wie nicht alle Lesben Latzhosen tragen, eine 1-mm-Kurzhaarfrisur haben und den lieben langen Tag Getreidemilchkaffee schlürfen *g*…

Kinder, Ihr wollt gegen Klischees ankämpfen, bedient Euch aber wiederum anderer dummer Klischees, die zum Widerspruch reizen!

So kann man keinen Blumemtopf gewinnen! Wenn Ihr die Emanzipation der Schwulen und Lesben wirklich vorantreiben wollt (und da gibt es in Deutschland, ganz besonder aber weltweit) noch jede Menge zu tun!), dann verzichtet auf solche Abziehbildchen “alternativer” Kultur und kümmert Euch um mehrheitsfähige Positionen.

Denn nur Mehrheiten bringen einen in der Demokratie weiter – ob es einem paßt oder nicht. Von Polygamie und alternativen Lebensformen (was nichts weiter als eine inhaltsleere Worthülse ist) zu delirieren, mag im eigenen Polit-Zirkel chic und trendy sein…es verbaut einem aber auf Sicht jeglichen politischen Einfluß!

Der CSD braucht nicht noch mehr Transen-Klamauk, Sklaven in schwarzen SM-Uniformen und Lack-und-Leder-Dominas, sondern wieder echte POLITISCHE Forderungen!

In diesem Sinne…

Gruß

Chris

Andreas am Sonntag, 12. März 2006 um 20:55 #

@ Chris

Das Bild passt doch super in das Aktionsschema “Kommunikationsguerilla” und scheint ja seinen Zweck erfüllt zu haben.

@ Peter/zum GG

Also das ist so, der Parlamentarische Rat (also der Verein, der das Grundgesetz gemacht hat) war nicht unbedingt ein Hort von Feministen(

Wolf am Sonntag, 12. März 2006 um 23:03 #

@Chris

“Diese Ansicht halte ich für ziemlich naiv. Der Porno-Markt boomt nach wie vor gewaltig, und die dort inszenierten Praktiken als Phantasieprodukte der Produzenten abzutun, die der “normaleâ€? Konsument gar nicht sehen will, ist schon ziemlich hanebüchen.”

Wieso naiv? Diese Branche boomt so, weil zu wenig gebumst wird. Oversexed und underfucked, so siehts doch aus. Wär das Porno-Geturne mit all seinen Facetten so alltäglich und für jedermann in der Realität zu haben, gäbs nicht so immens viele freakige Filme. Sehen wollen die Konsumenten das alles liebend gerne, was alles vorgeturnt wird in diesen Streifen, und da das Konsumieren von Pornos abstumpft, muß eben immer noch was oben drauf gelegt werden, auch um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Mit dem Sexleben der aller aller meisten Leute hat das alles gar nichts zu tun.

“Natürlich will Otto-Normalkonsument die übliche Lesbenszene im Porno sehen, genauso wie die Analszenen. Ob er es selber auch praktiziert, ist dabei völlig sekundär. Fakt ist, er findet es erregend, sonst würde er Pornos weder leihen, noch kaufen oder herunterladen.”

Klar will der Porno-Horst was Ausgefallenes sehen. Pappi auf Mammi, 15 Minuten in schummrigem Licht beim konventionellen Rammeln zuzusehen, wie jeden Samstag Abend daheim selbt zu erleben, kommt eher nich so an beim eingefleischten Porno-Konsumenten. *g*

“Ganz davon abgesehen, daß der ganz überwiegende Teil der Hetero-Pornos extrem frauenfeindliche Scheiße darstellt, aber das dürfte jedem wohl klar sein, auch dem dümmsten Zuschauer. Schwule Pornos hingegen sind nicht frauenfeindlich, darüberhinaus in ihrer sexuellen Rollenverteilung deutlich flexibler…aber das ist jetzt wirklich off topic…*g* ”

Ach sowas, der schwule Porno ist NICHT frauenfeindlich, sowas…..*g*
Ob Gay-Pornos moralisch deswegen höher stehen, sei wahrlich dahingestellt, ach was: Ist Blödsinn.
Pornos sind vor allen Dingen kaltes Business und stehen somit im Gegensatz zur intimen privaten Sexualität.

“Es geht ja bei Pornos auch NICHT um die Wünsche und Phantasien der FRAUEN, sondern ausschließlich der NOTGEILEN ZUSCHAUER. Und wenn die durch Analsex erregt werden, muß die Pornodarstellerin das auch machen. Im übrigen werden Analszenen deutlich besser bezahlt in der Branche, das nur nebenbei. Interessant hierbei, daß das Porno-Business einer der wenigen Berufszweige ist, wo Frauen deutlich mehr verdienen als ihre männlichen Kollegen *g*…”

So sehe ich das ja auch, im Grunde sind wir uns einig: Porno ist nicht die Realität.

“[.....]Da hört bei mir der Spaß auf…”

Selbst wenn es Witze gibt, na und? Der Gag mit der Seife……ist doch total harmlos. Den meint doch eh keiner ernst. Solche Witze und die Todesstrafe in anderen Ländern in eine Reihe zu stellen, ist ja wohl etwas vermessen.
Ich denke, den meisten Leuten ist es wirklich scheißegal, was andere im Bett so treiben, und es geht sie ja auch gar nix an, ich bin ehrlich gesagt nie mit Fragen in dieser Hinsicht konfrontiert, und selbst wenn das mal vorkommt, in lustiger Runde, meinste ich trete dann die Beichte über Neigungen und Obsessionen an? Wer bin ich denn?!?
Von daher würde mich mal interessieren, wo bist Du denn persönlich damit konfrontiert, daß Du Dich tatsächlich rechtfertigen müßtest und wo bist Du spottenden Witzen ausgesetzt?

Zu deinem Beitrag wegen “Transen-Klamauk”:

Das klingt wirklich sehr vernünftig, und trifft den Nagel auf den Kopf. In der öffentlichen Wahrnehmung geistert stark dieses lächerliche Bild vom stets exaltierten und geschminkten Schwulen und der grellen Transe herum, und prägt dieses allgemein karnevalistische Image “der” Schwulen, es wird ja schließlich auch zu gerne bedient. Davon sollte man wirklich abrücken, die große Mehrheit der Homos sind ganz normale Leute wie Hinz und Kunz von nebenan. Ich hab hier selber bei mir ums Eck ein nettes älteres schwules Paar leben, die im Grunde totale Durchschnittsspießer sind.

Ich finds einfach echt unangestrengter, wenn die Leute einfach ruhig ihr Ding machen, anstatt allen anderen dauernd ihr “I’m proud to be gay”-T-Shirt unter die Nase zu reiben und ihre sexuelle Präferenz so nach außen zu kehren, ich möchte das von niemandem so penetrant serviert bekommen, ob er nun schwul, sadomaso oder Fußfetischist ist…. Sexuelle Vorlieben sind eben nur ein Teil des Lebens, ein privater dazu, ich mag keine Leute, die ihre sexuellen Befindlichkeiten offensiv zur Schau stellen, ich emfinde das als Belästigung.

Frederik am Montag, 13. März 2006 um 1:24 #

Lese gerade die Beiträge der letzten Tage und muss dem von Lukas ausdrücklich zustimmen.

Chris am Montag, 13. März 2006 um 4:03 #

@ Wolf:

Du hast ja recht: es ist in der Tat egal, wer mit wem ins Bett steigt, und was dort sexuell geschieht.

Beim Thema dumme Witze über schwule Sexualität hatte ich in erster Linie an meine Kindheit auf dem Gymnasium gedacht, wo die Schimpfworte “Schwuler”, “schwule Sau”, “Arschficker” etc. an der Tagesordnung waren. So etwas bekamen Jungs wie ich, der ich damals recht zart und nicht besonders durchsetzungsstark war, öfter mal zu hören. Heute kann ich darüber milde lächeln bzw. angemessen kontern, aber damals hat mich das fertiggemacht, weil ich mich nicht wehren konnte…

Und interessanterweise bekomme ich heute als Erwachsener derlei Müll nicht zu hören – in meinen 14 Jahren als mehr oder weniger geouteter Schwuler bin ich nur ein einziges Mal auf verbale Agression gestoßen.

Ich weiß aber auch, daß es nach wie vor antischwule Gewalt in Deutschland gibt, die sowohl von Neonazis als auch von Jungs mit Migrantenhintergrund besonders häufig verübt wird. So etwas darf man nicht unter den Teppich kehren…

Beim Thema “Sexuelle Vorlieben zur Schau stellen” reagiere ich ähnlich wie Wolf relativ allergisch. Es ist eine Sache, sich auf der Straße zu küssen und zu umarmen – geschenkt! – aber muß ich wirklich in Lederchaps, Gummihaut oder Lack + Intimpiercing beim CSD aufmarschieren?

So wie ich es geschmacklos finde, daß mir von beinahe jedem Titelbild einer Zeitschrift mittlerweile üppige Brüste entgegenschwabbeln, so degoutant finde ich es auch, wenn Schwule ihre Fetische zu Markte tragen…

So etwas muß nicht öffentlich geschehen – dafür gibt es entsprechende Clubs, Bars etc. Man bestätigt beim CSD damit nur wieder landläufige Klein-Erna-Vorurteile über Schwule (sexbesessen, “pervers” etc.) und macht sich meines Erachtens lächerlich…

Theodor Ramminger am Montag, 13. März 2006 um 10:47 #

Hallo,

wenn sie, die “Jungen Gruenen” von Ehe reden ist das so wie wenn ein Blinder von Farbe spricht oder ein Mann vom Kinder kriegen. Sie haben ja gar keine Ahnung wie mit den Jahren eine Ehe zwischen Mann und Frau, sowie es Gott vorgesehen hat, waechst. Die Beziehung wird immer tiefer, vertrauter und enger. Man lernt sich wirklich kennen und lieben. Dazu gehoert natuerlich ein JA und nicht ein schauen wir mal. Wenn nicht, dann koennen wir uns ja trennen und die Kinder teilen wir 5zu2 auf (Mo-Fr ich und Sa-So du). Und dann suchen wir uns den naechsten “passenden” Partner und hinterlassen das gleich Chaos.

Verantwortung ist eben gefragt und nicht Egoismus. Diesen bloeden Spruch “Wir lieben uns nicht mehr” kann ich nicht mehr hoeren.

Nicht fuer alle Schaetze dieser Welt wuerde ich meine Frau hergeben, noch unsere Ehe aufs Spiel setzen.

Tut mir leid, sie koennen nicht mitreden, sie sind zu jung dafuer. Unterhalten sie sich doch mal mit den verstaubten aelteren Menschen in unserem Land und hoeren sie genau hin, falls sie dazu ueberhaupt bereit und faehig sind.

MfG

Theodor Ramminger

Peter am Montag, 13. März 2006 um 13:37 #

Tut mir leid, Herr Ramminger, ich kann Ihnen nicht zuhören, Sie sind zu alt dafür.

Arndt am Mittwoch, 22. März 2006 um 0:49 #

Hallo ihr lieben Grünen,

ich hab mir ehrlich gesagt nicht die Mühe gemacht, alle Beiträge hier durchzulesen. Aber dennoch will ich als glücklicher Familienvater mal was loswerden, was mir zu eurem Artikel “Ist Monogamie die Lösung?” in den Sinn gekommen ist. (Ich denke mal, dass ich bei den Jungen Grünen mitreden darf, ich bin ja erst 25.) In diesem Beitrag heißt es:

“Ja, viel mehr als die bürgerliche Ehe wünschen sich viele Menschen: Beziehungen auf Zeit, Beziehungen mit mehr als einer Person, Freundschaften mit Sex. Wer derart leben möchte, soll in unserer Gesellschaft nicht mehr in seiner Entfaltung behindert werden. Wir treten ein für alternatives Zusammenleben, für Patchwork-Familien, für Wahlverwandschaften und eine unverkrustete, idologiefreie Solidarität!”

Das klingt gerade so, als ob Beziehungen auf Zeit, Sex mit Freunden usw. das Beziehungsglück schlechthin wären. Wenn ihr euch da mal nicht täuscht! Ihr müsstet doch wissen, das mit endenden Beziehungen immer auch Schmerz, Enttäuschung und Verletzungen verbunden sind. Deshalb kann es doch nicht erstrebenswert sein, mit möglichst vielen Partnern zusammen zu sein! Wer eine Beziehung eingeht, gibt immer ein Stück von sich selbst hinein… Wer eine Beziehung nach der anderen hat, findet sich irgendwann selber nicht mehr wieder.
Das Gleiche gilt für “Sex mit Freunden”. Natürlich ist Sex was Tolles. Aber Sex hat nicht nur mit Spaß, sondern auch mit Verantwortung zu tun. Man gibt sich einander hin und vertraut sich dem anderen an. Und zu dieser tiefen Art menschlichen Zusammenseins gehört auch eine entsprechende tiefe innere Verbindung, sowas findet man nicht einfach so in einer Freundschaft. (Natürlich gibt es tiefe Freundschaften, aber eine Liebesbeziehung ist doch was anderes.)Der intime Rahmen für guten Sex ist meiner Meinung nach nur in einer echten Liebesbeziehung gegeben. Sex in der Freundschaft wird wohl kaum so beglückend sein wie Sex zwischen zwei Menschen, die sich lieben. Wenn dieser Rahmen fehlt, kann Sex auch eher zerstören als verbinden. Und überhaupt: Wer kümmert sich dann um die Kinder, die dann durchaus entstehen können? Verantwortung, Leute! Ich bin immer noch der Meinung, dass die Ehe der beste Rahmen für Sex ist. Ehe bedeutet ein lebenslanges “ja” zueinander. EInen besseren Rahmen für so was intimes wie Sex kann es wohl kaum geben, oder? Außerdem werden Kinder dann in einen stabilen Beziehungsrahmen hineingeboren (auf deutsch: “Eltern”), in dem sie Annahme und Geborgenheit erfahren können. Letztendlich wird Sex mit nur einem Partner nicht langweilig, sondern besser, weil man sich immer besser kennenlernt (vorausgesetzt, zwischen den beiden stimmt auch sonst alles).
Und noch was zu den Patchwork – Familien: ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand sowas wünscht. Ich komme selber aus einer (inzwischen längst wieder geschiedenen) Patchwork-Ehe und ich find`s scheiße,dass ich daheim kein Elternhaus erlebt habe. Patchwork hat mit Trennung zu tun und Trennung tut weh. Es ist schlimm genug, dass es sowas gibt, man muss es nicht auch noch fördern!
Überhaupt klingen die Forderungen nach Sex mit Freunden, wechselnden Beziehungen usw. ziemlich nach Beziehungsegoismus. ICH will Abwechslung, ICH will mich ausprobieren… Und der andere? Ich halte es eher mit Pete Townsend (“The Who”, wem das was sagt), der mal gesagt hat: “In dieser zerfallenden Welt ist der einzige Akt der Rebellion, eine Familie zu gründen und Kinder aufzuziehen.” Beziehungen (und damit eine ganze Gesellschaft)werden stabil durch Hingabe an den Nächsten, nicht dadurch, dass man immer nur selber etwas will.
Ich bin Christ und denke, dass Gott sich schon was dabei gedacht hat, als er Mann und Frau füreinander schuf (1. Mose 1 und 2).Aber ich finde, dass man gar nicht unbedingt Christ sein muss, um das Gute an der Ehe zu entdecken. (Das habe ich versucht zu zeigen…)Vielleicht regen meine bescheidenen Gedanken ja ein wenig zum Nachdenken an.

MFG Arndt.

Marius am Dienstag, 28. März 2006 um 13:43 #

Liebe grüne Jugend!

Was ihr da fordert ist völlig inakzeptabel.

Wir wir von unserem politischem Bewusstsein sicher wissen, veraltet Deutschland innerhalb seiner selbst. Grund dafür ist unter anderem der Verlust der traditionnellen Lebensform innerhalb der Familien. Allein die Akzeptanz, dass es noch andere Lebensformen außerhalb der Ehe existieren, hat diesen Effekt immens verstärkt.
Jetzt noch einen Schritt weiterzugehen, und die Ehe zu “öffnen” würde diesen Effekt unterstützen:

- immer mehr Leute entscheiden sich nicht für die Ehe, da es ja nun noch viel mehr Alternativen gibt

- Lebensgemeinschaften, die rein physisch schon nicht gesund existieren können, bringen diese Gemeinschaft zu einer nicht befriedigten Lebensform

Da ich nun als normaler deutscher Bürger mich in einer Ehe nicht binden möchte, entschließe ich mich in einer “Freundschaft mit Sex”. Da diese mich nach einer Zeit nicht befriedigt, da es ja noch andere “Freunde” gibt, und mich ja eh nur der Sex interessiert als die Freundschaft, wechsel ich meine Beziehung. Nach einiger Zeit, und einigen sexuellen Beziehungen weiter, merke ich, dass es mich nun sexuell nicht befriedigt.
Da man erst am Ende erst merkt, wie schlimm es ist in so einer Sackgasse zu stecken, ist der Anfang natürlich leicht. “immer rein ins Vergnügen”.

Ich bitte euch, liebe Jugend, macht euch klar was ihr da foerdert…setzt euch intensiv mit dem Thema auseinander. Findet doch lieber heraus, warum es so viele Singels in Deutschland gibt. Wollt ihr mit der Abschaffung der Ehe diesem Trend entgegenwirken?

Anstatt sich auf Werte und Normen, auf die dieses Land gebaut ist, zu besinnen, sucht ihr nach immer mehr “modernen” Möglichkeiten.

Eine Anmerkung zum Schluss:
Ich denke nicht, dass taditionelle Lebensformen veraltet sind, und der Gesellschaft angepasst werden muss. Vielmehr muss sich dei Gesellschaft auf alte Werte besinnen. Denn die haben einen vernünftigen Ursprung! Da hat sich jemand mit auseinadergesetzt. Es war kein Geistesblitz. So stell ich mir nämlich eure Forderung vor!

Bitte denkt nochmal nach.

Würde mich um Antwort freuen.

MfG Marius

christian am Dienstag, 28. März 2006 um 14:53 #

Hallo….
alle die diese PM befürworten sind gestört und haben in ihrer kindheit nicht genug Liebe bekommnen!
Ich dreht doch am Rad !

old-school am Dienstag, 4. April 2006 um 22:13 #

Sexismus in der Linken?

Eigentlich bin ich so verärgert und aufgewühlt, daß ich hier gar nicht mehr objektiv argumentieren kann.
Ehrlicherweise find ich dieses Thema auch völlig indiskutabel.
Leider durfte ich aber persönlich die Erfahrung machen, daß Menschen tatsächlich so denken und leben. Problematisch ist das nur für den Partner, der eine ehrliche Beziehung, also echte Liebe wollte. Das auch so von beiden Seiten besprochen wurde. Wenn sich das ganze seitens des anderen Partner dann doch als Àbenteuer`entpuppt ist die Suizidgefahr da durchaus vorhanden, nen zweites mal würde das wohl kein Mensch durchstehen. Und nun muß ich hier feststellen, daß sowas tatsächlich politisch debattiert wird.
Naja, die Grünen fordern ja nicht nur diesen Blödsinn,sondern auch unbegrenzte Zuwanderung. Den Islamisten die auf ihre art und weise reagieren werden, sei schon jetzt ein Dank ausgesprochen.

Hochzeit Bedeutung » Gutes von Morgen am Donnerstag, 2. November 2006 um 16:51 #

[...] Und es gibt Menschen, die heiraten garnicht, weil sie vielleicht nicht monogam leben können oder möchten. Es darf doch bitteschön in einem freien Land jeder das machen was er oder sie möchte so lange es keinem anderen schadet. [...]

[...] Es war Ziel des Bundesvorstandes der Grünen Jugend, mit der Presseerklärung “Monogamie ist keine Lösung” eine gesellschaftliche Debatte über dieses wichtige Thema zu unterstützen. Dies wurde auch in unserem Grüne Jugend-Blog unter dem Titel “Ist Monogamie die Lösung” umfassend diskutiert. Das ist nötig! Ich bin der Auffassung, dass wir die Frage des Zusammenlebens laut diskutieren müssen. Übrigens hat die Kampagne “Die Gesellschafter” von der Aktion Mensch einen ganz ähnlichen Tenor. Wie gehen wir mit alten Menschen um, mit Behinderten? Alle Menschen müssen einen Platz in unserer Gesellschaft haben, egal, welchen Hintergrund sie mitbringen! [...]

[...] Es war Ziel des Bundesvorstandes der Grünen Jugend, mit der Presseerklärung “Monogamie ist keine Lösungâ€? eine gesellschaftliche Debatte über dieses wichtige Thema zu unterstützen. Dies wurde auch in unserem Grüne Jugend-Blog unter dem Titel “Ist Monogamie die Lösungâ€? umfassend diskutiert. Das ist nötig! Ich bin der Auffassung, dass wir die Frage des Zusammenlebens laut diskutieren müssen. Übrigens hat die Kampagne “”Die Gesellschafter“â€? von der Aktion Mensch einen ganz ähnlichen Tenor. Wie gehen wir mit alten Menschen um, mit Behinderten? Alle Menschen müssen einen Platz in unserer Gesellschaft haben, egal, welchen Hintergrund sie mitbringen! [...]

Georg am Freitag, 8. Dezember 2006 um 11:16 #

Lieber Lukas,

dein Zitat:
” Zum Beispiel Drogenpolitik: Sowohl bei der Grünen Jugend Nürnberg als auch bei der Grünen Jugend Erlangen (letztere Einschätzung stammt nicht von mir) ist man (fast?) einstimmig der Auffassung, dass der Drogenbeschluss des Bukos falsch ist… ”

Das ist ja wohl Quatsch mit Soße. Die GJ-Erlangen ist in dieser Frage die wie gesamte GRÜNE JUGEND gespalten. Bevor du hier Kommentare a la “einstimmig der Auffassung, dass…” ablässt, erkundige dich bitte vorher oder lasse es. Übrigens: Auch bei der GJ-Nürnberg gibt viele es Menschen, die Drogen (mehr als nur Hanf) offen und kritisch gegenüber stehen … :-P

übrigens die zweite: der Term “schweigende Mehrheit” wird gerne von ganz anderen Leuten benutzt. VORSICHT!!!

Georg

[...] Diskussion im Blog der Grünen Jugend zu jener Presseerklärung [...]

Eisen am Dienstag, 14. August 2007 um 12:29 #

Hallo,

ich wollte mich nur für die anschauliche und ausführliche Diskussion bedanken.
Ich habe diese mit Freuden gelesen.

Liebe Grüß von

Eisen

Neo am Dienstag, 25. Mai 2010 um 15:32 #

Ich wollte schon eine Bundesweite Demonstration Organisieren.

Heirat gehört abgeschaft und muss abgeschaft werden.

Damit sich ein Hetro Mann überhaupt noch getraut mit einer Frau zusammen zu leben, vor lauter Angst nach der Scheidung im Armenhaus aufzuwachen.

Sollte seine Ehefrau irgendwann keine Lust mehr haben mit ihm zusammen zu Leben, einen Scheidungsgrund braucht sie ja keinen.

Der Mann ist nach der Heirat die Ehegeissel der Frau, und ist ihr voll und ganz ausgeliefert, er muss machen was sie will ob er es will oder nicht sonst lässt sie sich Scheiden, und nimmt ihm alles was er hat.

Heirat bedeutet Unterdrückung, Versklavung und Ausbeutung für denn Ehemann.

Nieder mit der Ehe, verflucht sei sie auf alle Ewigkeit.

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