Basierend auf unseren Beschlüssen haben wir für eine Presseanfrage eine Postition zur Pille danach formuliert:
Die GRÜNE JUGEND steht für Selbstbestimmtheit und geht damit von mündigen Bürger_innen aus. Diese sollen in Kenntnis aller relevanten Informationen selbst entscheiden können, was für sie das beste ist.
Demnach spricht sich die GRÜNE JUGEND dafür aus, dass die Pille danach rezeptfrei, aber apothekenpflichtig erhältlich ist. Außerdem fordert die GRÜNE JUGEND, dass die Kosten für die Pille danach von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.
Die GRÜNE JUGEND ist gegen eine Rezeptpflicht
Die Rezeptpflicht ist keine Garantie dafür, dass Frauen, die die Pille danach verschrieben bekommen wollen, von ihrem/ihrer ÄrztIn gut und umfassend beraten werden.
Vielmehr stellt die Rezeptpflicht eine Hürde für die Frauen dar: Es bedarf zuallererst einer Überweisung zu einer/einem GynäkologIn. Dazu müssen sich die Frauen an ihreN HausärztIn wenden. Bei ihrem/ihrer GynäkologIn müssen sie einige Stunden Wartezeit in Wartezimmern auf sich nehmen nur um dann möglicherweise schlecht beraten zu werden. Noch problematischer gestaltet sich die Beschaffung der Notfallverhütung an Sonn- und Feiertagen. Obwohl die schnelle Einnahme dringend empfohlen wird, müssen Frauen außerhalb der Praxisöffnungszeiten in die oft überlaufene Notfallaufnahme von Krankenhäusern, um die Pille danach verschrieben zu bekommen.
Dies könnte durch die Abschaffung der Rezeptpflicht, wie sie in 17 europäischen Ländern bereits der Fall ist, erleichtert werden. Das entspricht auch der Foderung des Ausschusses des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2004.
Die GRÜNE JUGEND ist für umfassende Aufklärung
Keine Rezeptpflicht heißt nicht keine Beratung. Diese ist wichtig, da die Pille danach ein starkes und nebenwirkungsreiches Medikament ist. Doch statt der Zwangsberatung durch eineN FrauenärztIn soll es ein Aufklärungsgespräch beim Kauf der Pille danach in der Apotheke geben. Auf dem Beipackzettel sollen ansprechend die wichtigsten Informationen zu Risiken und Nebenwirkungen der Anwendung dargestellt werden.
Nicht zuletzt soll allerdings im Sexualkundeunterricht in den Schulen darüber aufgeklärt werden, was es bedeutet, die Pille danach einzunehmen, wo es sie zu kaufen gibt und dass es sinnvoll ist, bis zu sechs Wochen später zur Nachkontrolle zur/zum FrauenärztIn zu gehen. Bei Bedarf sollte sie – ähnlich wie in Großbritannien – auch an Schülerinnen ausgegeben werden können.
Zudem soll es bei regelmäßigen Besuchen bei der/dem FrauenärztIn Beratungsgespräche geben, bei denen die Frauen Informationen zur Einnahme der Pillle danach bekommen.
Die GRÜNE JUGEND fordert die Krankenkassen auf, die Kosten zu übernehmen
Verhütungsmittel sind generell nicht auf Kosten der Krankenkassen zu bekommen. Das lehnt die GRÜNE JUGEND ab. Es ist nicht tragbar, dass es eine finanzielle und damit soziale Frage ist, wer sich Verhütungsmittel leisten kann.
Ebenso ist es bei der Pille danach – es ist absolut inakzeptabel, dass die Frauen dafür aufkommen müssen, wenn sie sich vor einer Schwangerschaft schützen wollen. Darum fordert die GRÜNE JUGEND, dass Verhütungsmittel in den Leistungskatalog gesetzlicher Krankenkassen aufgenommen werden.
Beschlusslage vom November 2004:
http://www.gruene-jugend.de/beschluesse/gleichberechtigung/67399.html

Diesen formulierten Beschluss der Grünen Jugend finde ich – als weiblich aktives Mitgleid -sehr gut!
Danke Franza!
leider habt ihr habt ein paar inhaltliche fehler drin:
1. frau braucht keine überweisung vom vom hausarzt zur/zum gynäkolog*in. viel mehr kann der hausarzt auch direkt direkt das rezept für die pille danach ausstellen.
2. gleiches gilt außerhalb der praxisöffnungszeiten:die pille danach auch vom hausärztlichen notdienst verschrieben werden und in den notdienstapotheken abgeholt werden. ein besuch des krankenhauses ist also nicht unbedingt nötig.
ansonten guter beschluss :)
Sina aus dem Bundesvorstand war in der Sendung Südwild zu Gast den Standpunkt gegen eine Rezeptpflicht zu vertreten. Schaut selbst rein:
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/suedwild/aktuelle-sendung-bad-toelz-pille-danach-ID1266516981155.xml
Hi,
kann mir jemand erklären warum ihr “Bürger_innen” mit Unterstrich schreibt? Hat das was mit diesen Queer-Theorien zu tun?
Hallo Ulf,
Der Unterstrich soll darstellen, dass es jenseits der Heteronormativität mehr Geschlechter gibt als nur “Mann” und “Frau” bzw. “männlich” und “weiblich”. Viele Menschen haben keine Lust sich diesen binären Strukturen einzuordnen. Um dies zu verdeutlichen wird häufig das sog. “Gendergap” benutzt, um alle Menschen, auch die, die sich nicht in den beiden Geschlechtern einordnen anzusprechen.
Viele Grüße
Sina