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Wachstum war gestern, was kommt morgen?

Geschrieben von (Max Löffler) in Diskussion am 21. Dezember 2009

Von Gesine Agena und Max Löffler

Bis spät in die Nacht verhandelten die Regierungschefs von 192 Ländern bei der Klimakonferenz in Kopenhagen über die Zukunft der Welt. Statt mutig voran zu gehen, zeigte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Finger auf andere und lobte selbstgefällig die Klimabilanz und die Politik der Bundesregierung. Denn der Wirtschaftskrise sei dank ist der Emissionsausstoß in Deutschland dieses Jahr zurück gegangen. Aber allen blumigen Klimaversprechen zum Trotz hat die schwarz-gelbe Bundesregierung ihren Koalitionsvertrag einzig und allein auf das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes gebaut.

Spätestens seit der Club of Rome vor dreißig Jahren seine wegweisende Studie über die „Grenzen des Wachstums“ veröffentlichte, wurde jede Regierung aufs Neue für diesen unbändigen Wachstumsglauben kritisiert. Verändert hat das bisher aber nichts. Dabei wäre es endlich einmal Zeit für eine konstruktive Neuauflage der Wachstumsdebatte. Komplett überarbeitet, mit neuen Zahlen, neuen Fakten und neuen Antworten, versteht sich. Die Frage bleibt: Wie sieht eine Welt ohne den permanenten Zwang zu wachsen aus? Müssten wir aufhören, Auto zu fahren? Ostseeurlaub statt Mallorcareise? Veganer Brotaufstrich statt ungarischer Salami?

Wachstumskritik wurde schon viel zu oft und viel zu lange auf Verzichtsdebatten reduziert. Niemand kann ernsthaft den Klimawandel einfach durch persönlichen Verzicht aufhalten wollen, eine ähnlich gute Lösung wäre es, zu sterben. Unser gesamtes Leben trägt zum CO2-Ausstoß bei, ganz egal ob wir essen, spielen, arbeiten oder reisen. Es kann also nicht darum gehen, plötzlich alles liegen zu lassen, keinen Urlaub mehr zu machen, nicht mehr einzukaufen, rund um die Uhr zu verzichten. Die Aufgabe in den nächsten Jahren wird es erst einmal sein, unseren Alltag so klimafreundlich wie möglich zu gestalten.

So weit, so gut. Gewissen beruhigt, Klima gerettet, und das alles ohne am Wohlstand in den Industriestaaten zu rütteln. Schön wär’s. Selbst wenn wir dieses Umdenken erfolgreich meistern, das Ziel, die Emissionen klimaschädlicher Gase bis 2050 um 95 % gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren, können wir nicht durch andere, grüne Technologien erreichen. Das Problem: Selbst wenn alle Autos nur noch Strom tankten und unsere Energie vollständig erneuerbar wäre, wir bräuchten dennoch immer mehr davon. Immer neue Autos fressen immer neue Ressourcen, immer mehr Strom braucht immer mehr Windräder und Solarzellen. Das klimaverträgliche Wachstum unserer Wirtschaft ist begrenzt, und wir haben die Grenzen schon vor Jahrzehnten hinter uns gelassen. Die Frage ist nur, was das für unsere Zukunft bedeutet. Parallel zur ökologischen Modernisierung der Welt muss endlich ein Weg gefunden werden, wie Politik und Gesellschaft unabhängig von ständigem Wirtschaftswachstum funktionieren können. Nur wie?

Klar ist, wer umfassende Wachstumskritik, also Kritik am ewigen Mantra des „Immer mehr“ und Kritik an der Fixierung der Politik auf das BIP-Wachstum, nicht nur im Elfenbeintürmen predigen, sondern endlich auch politisch thematisieren will, der muss sich der sozialen Ungleichheit annehmen – international wie auch hier vor Ort.

Wie soll man einem Hartz IV-Empfänger hierzulande erklären, dass er doch bitte seinen Konsum reduzieren solle, der Millionär mache das doch schließlich auch. Wie zynisch wäre es, angesichts der steigenden sozialen Ungerechtigkeit die Abkehr von materiellem Wohlstand zu predigen, man solle sich doch mit dem eigenen Besitz zufrieden geben und sein Glück z.B. in Beziehungen zu anderen Menschen suchen? So richtig und notwendig der Weg weg vom Drang nach andauerndem materiellem Zugewinn ist, er kann nicht funktionieren, wenn nicht endlich die sozialen Ungerechtigkeiten im Land angegangen werden. Wachstumskritik – womöglich noch gepaart mit Verzichtsfragen – wird ohne eine breite Debatte über Umverteilung von Teilhabe, Wohlstand, Arbeit und Einkommen wohl von vornherein zum Scheitern verurteilt sein.

Niemand weiß, wie eine Welt ohne Wachstum als treibendem Motor aussieht. Der Bundesregierung scheint zu alldem nicht mehr einzufallen als die Wortschöpfung „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“. Dabei wäre es angesichts der mageren Ergebnisse in Kopenhagen auch in Deutschland endlich an der Zeit, zumindest einmal die richtigen Fragen zu stellen.

Kommentare:

Kommentator am Montag, 21. Dezember 2009 um 14:29 #

“Niemand weiß, wie eine Welt ohne Wachstum als treibendem Motor aussieht.”

Selbstverständlich gibt es das, ich vermute eher mal das nur die Grüne Jugend das nicht weiß. Das Problem (bzw. in meinen Augen der Vorteil) daran ist, dass um eine Wirtschaft ohne Wachstum zu organisieren, der Kapitalismus abschafft werden muss. Denn nur durch die Expansion können Unternehmen in ihm überleben, Arbeitsplätze geschaffen und Investitionen getätigt werden. Folglich müsste eine neue Wirtschaftsform geschaffen werden, die mit einem anderen Geld- und Zinssystem auskommt und kein Wachstum zum überleben braucht, in dem sie unter anderem Arbeit staatlich umverteilt. Dennoch ist dies auch nicht ohne einen gesamtgesellschaftlichen Paradigmenwechsel möglich. Die Menschen in der Industrienationen müssten ihr Leben entschleunigen, materiellen Wohlstand aufgeben und sich den ideellen Tätigkeiten hingeben. Das ist so ein großer Brocken, der da angetastet werden, dass ich schon eher glaube, dass die DDR morgen wiederbelebt wird. Und die Grüne Jugend werden sich in ihren neoliberale Träumen (aka Schwarz-grünes Ökobürgertum) sicher nicht um diese Probleme bemühen, weil man will ja “gut leben”. Die Ökosozialisten und Antikapitalisten habt ihr ja bereits verdrängt. Dass ein gutes Leben leider immer auf Kosten anderer geht, werdet ihr warscheinlich erst bemerken, wenn 2050 Hamburg untergeht.

Byron am Montag, 21. Dezember 2009 um 16:49 #

Das ein gesammtgesellschaftlicher Wandel von Nöten ist dem stimme ich zu. Jedoch denke ich dieser sollte von oben nach unten passieren. Nicht der AlG empfänger muss sich zusammenreißen, denn dann würden nur die Grünen ihren Konsum reduzieren. Wichtige Lobbyisten müssten die ersten Schritte machen, dann könnten Kontrollmaßnahmen eine reduzierung des Konsumverhaltens vom “Otto Normalbürger” erst berechtigt durchgesetzen. Ich meine ohne Pflicht, wird besonders jetzt keiner Einschränkungen akzeptieren.

Florian Betz am Montag, 21. Dezember 2009 um 22:45 #

Für ein neues Wachstum – eine andere Wachstumskritik!

Wachstum ist Weiterentwicklung. Wachstum ist Modernisierung. Wachstum ist Vermehrung von Wohlstand, Freiheit und Lebensqualität. Es kann auch Vermehrung von Nachhaltigkeit bedeuten.
Versteht man Wachstum so, wie ich es hier skizziert habe, dann ist es eine Voraussetzung um unsere Krisen zu überstehen. Wir brauchen es und streben alle danach ob wir es nun so nennen oder nicht. Es ist nicht das Wachstum was wir ablehnen, es ist die Maßeinheit in dem es gemessen wird. Das BIP ist einfach untauglich um Wachtum zu messen. Unsere Kritik sollte sich deswegen nicht gegen Wachstum richten sondern gegen das BIP.
Die Logik der Urväter des BIP’s klingt erst einmal einleuchtend. Das BIP misst den jährlichen Geldumsatz und damit auch den Geldwert an umgesetzten Waren und Dienstleistungen. Je höher das BIP ist desto mehr konnten sich die Menschen also leisten um ihre Lebensqualität, ihren Wohlstand ihre Freiheit oder je nach Prioritätensetzung die Nachhaltigkeit ihres Lebens zu verbessern. Das BIP soll also die von der Gesellschaft geleistete Wertschöpfung messen.
Die Sache hat aber eine Vielzahl von Haken. Hier einige davon:
1. Das BIP misst nur solche Leistungen, welche tatsächlich gekauft wurden und denen dadurch ein Geldwert zugemessen wird. Alles, was man selber macht und nicht kauft, also wenn man sich ein gesundes Essen kocht, die Kinder erzieht, putzt, Freunden hilft etc. wird einfach unterschlagen. Dabei ist all das auch Wertschöpfung und trägt zu einer Verbesserung der Lebensqualität bei.
2. Es wird einfach vorausgesetzt, dass der Geldwert auch dem gesellschaftlichen Mehrwert entspricht. Dies ist keineswegs der Fall. Vor ein par Tagen habe ich mir zum Beispiel eine gute gebrauchte fast neue Outdoorjacke für 25 Euro bei Ebay gekauft. Der Neupreis dieser Jacke liegt bei über 200 €. Die neue Jacke hat aber keineswegs einen acht mal höheren Wert als die gebrauchte.
3. Eintausend Euro mehr bedeuten für einen Hartz IV Empfänger einen sehr viel größeren Mehrwert als für einen Topmanager. Dennoch macht das BIP dazwischen keinerlei Unterschied.
4. Das BIP misst lediglich die geldwerte Quantität des Umsatzes und nicht die Qualität. Das führt dazu, dass ein sehr viel höherer BIP heraus kommt wenn man sich alle zwei Jahre ein neues Küchengerät kaufen muss. Dabei wäre der gesellschaftliche Nutzen von einem Gerät was 4 Jahre hält genauso hoch wie von zwei Geräten welche jeweils nur 2 Jahre halten.
5. Wenn beispielsweise im Rahmen der Abwrackprämie tausende funktionierende Autos zerstört werden, dann ist dies real keine Wertschöpfung sondern eine Wertzerstörung, also ein Negativwachstum. Dieses Negativwachstum jeglicher Wertzerstörung in unserer Wegwerfgesellschaft vermag das BIP nicht abzubilden.

Das BIP hält also als Maßeinheit für Wachstum einer kritischen Betrachtung hinten und vorne nicht stand.
Das BIP kann also lediglich ein Faktor von vielen sein, die gemeinsam womöglich einen Idikator für Wachstum bilden könnten. Zu den weiteren Faktoren müssten zählen:
- Die Schere zwischen Arm und Reich.
- Die Lebensdauer von Produkten.
- Der Grad an Wertschöpfung, welche im BIP nicht auftaucht weil er nicht mit Geld gekauft wurde.
Jede Messung hätte einen Haken. Dennoch könnte ein solche Wert ein sehr viel aussagekräftigerer Indikator sein als das BIP. Bezieht man diese Faktoren in die Bewertung mit ein, so wird man sicherlich für einige der letzten Jahre eine Schrumpfung feststellen statt eines Wachstums.

Dass trotz dieser eindeutigen, und keineswegs neuen Mängel immer noch so sehr am BIP-Wachstum festgehalten wird, ist Ausdruck einer Ideologie statt einer objektiven Betrachtung der Wirklichkeit.

Hat das BIP-Wachstum ein Ende?
In den vergangenen Jahrzehnten wurden immer mehr Leistungen “outgesourced”. Damit meine ich, dass man heute immer mehr Aufgaben abgibt, welche man früher selber übernommen hat. Statt ein Kleidungsstück zu nähen kauft man sich eins. Ist es kaputt kauft man sich wieder ein neues anstatt es zu reparieren. Immer häufiger lässt man Fastfoodketten für sich kochen und man engagiert Putzfrauen. Statt die Kindererziehung selber zu übernehmen werden die Kinder immer häufiger abgegeben. Reperaturen am Haus, Auto oder Geräten übernimmt man immer seltener selber. Man baut sich immer seltener selber mal ein Möbelstück. Diese Liste könnte man immer weiter führen und selbst die Spülmaschine als “outsourcing” verstehen. Statt selber zu spülen lässt man dies eine Maschine machen, welche man kaufen musste. Wenn man ins Kino geht anstatt mit Freunden zu spielen wird auch die Unterhaltung nach außen abgegeben und mit Geldwert bezahlt.
Dieses Outsourcing ist nicht immer nur negativ zu bewerten. Manchmal kann es von Vorteil sein einen Experten die Arbeit machen zu lassen anstatt alles selber zu tun in anderen Fällen führt dieses Outsourcing in Wirklichkeit zu einem Verlust an Lebensqualität.
Mit jeder Arbeit, welche man nicht mehr selber tätigt sondern für die man bezahlt wächst das BIP. Dieser Prozess des Outsourcings hat aber so langsam seinen Höhepunkt erreicht. Man kann also davon ausgehen, dass das BIP nicht mehr weiter so stark wachsen wird. Man braucht also eine BIP-Schrumpfung gar nicht gezielt herbeiführen, wenn dieser Prozess des Outsourcings sich umkehrt kommt es von ganz alleine zu einem geringerem BIP.

Max am Montag, 21. Dezember 2009 um 23:31 #

Danke an Max und Gesine für diesen Text. Ich denke, dass ihr damit teilweise wirklich die richtigen Fragen in der aktuellen Debatte stellt. Nur an dieser Stelle zwei Anmerkungen:
1. Auch der Green New Deal der Grünen bleibt der alten Wachstumsideologie verhaften, nur soll das Wachstum halt ökologischer sein. Mit dem GND sind eben auch Projekte wie Desertec vollkommen im Rahmen des ökologischen Gedankens, obwohl Desertec auch eindeutige postkoloniale Züge hat und kritisch zu hinterfragen wäre.
2. Ich verstehe nur nicht warum ihr euch um den Begriff Kapitalismus drückt? Wachstum ist ein immanenter Bestandteil des kapitalistischen Systems, wer das Wachstum infrage stellt kann auch gleich die ganze Systemfrage stellen.

Grüße und freue mich auf engagierte Debatten,

Max

Franziska R. am Dienstag, 22. Dezember 2009 um 9:05 #

Auch ich finde es super, dass die Debatte angestoßen wird. Wie der erste (etwas verhärmte und leider ja anonyme) Kommentar zeigt, muss sich die Grüne Jugend endlich auch in der Systemfrage mal positionieren. Damit meine ich nicht, dass wir alle auf Linie bringen müssen, egal wie die dann hinterher aussieht. Aber bisher haben wir Klima und Ökologie immer als eigenständige Probleme behandelt, und nie die systematische Verknüpfung mit unserem Wirtschaftssystem herausgestellt.
Ich glaube schon, dass viele – wenn auch nicht alle – ökologischen Probleme systemimmanent sind. Sie beruhen auf dem kapitalistischen Wachstumsdrang und Expansionszwang (das Bedürfnis, immer neue Felder für die Kapitalakkumulation zu öffnen, Beispiel Gentechnik). Ich glaube auch nicht, dass ein alternatives BIP daran so viel ändern kann, da es zunächst nur eine Maßzahl ist, die wirtschaftliche Ereignisse zusammenfasst. Auch wenn wir das BIP abschaffen, haben wir doch immer noch den oben genannten Wachstumszwang, der durch die mit Effizienzsteigerung verbundene Arbeitsplatzrationalisierung entsteht. Und der frisst – zumindest bisher – alle schönen Ressourcenersparnisse wieder auf. Und dabei sollten wir nicht nur auf CO2 schauen. Auch viele erneuerbaren Energien sind auf nicht-nachwachsende Rohstoffe angewiesen. Falls hier ExpertInnen sind: Was steckt denn zum Beispiel in einer Solarzelle, wo kommt das her und was passiert, wenn die Zelle kaputt ist?

Für mich ist also ziemlich klar, dass es sich gerade beim Klimawandel auch um eine Systemfrage handelt. Deshalb ist es gut, wenn wir das weiter diskutieren. Wir sollten uns aber gleichzeitig nicht ausschließlich darauf versteifen, aus mehreren Gründen:
Zum einen ist unnachhaltiges Wirtschaften auch in anderen modernen Gesellschaftsformen möglich. Niemand garantiert, dass zum Beispiel in einer Planwirtschaft auf einmal ganz stark auf die Umwelt geachtet wird.
Zweitens müssen sich kurz- und mittelfristige Lösungen für den Klimawandel und andere drängende Probleme innerhalb des jetzigen Systems abspielen. Wenn wir bis 2015 den Peak der Emissionen erreicht haben wollen, können wir nicht auf die Weltrevolution warten. Allerdings müssen wir auch den Emissionshandel, dem wir ja teilweise in alten Beschlüssen zugestimmt haben, noch mal kritischer prüfen. Innerhalb eines marktwirtschaftlichen Systems bin ich eher für Steuern oder Regulierung.
Drittens wollen wir Menschen für den Klimaschutz begeistern. Viele Menschen sind aber mit der so genannten sozialen Marktwirtschaft zufrieden oder haben zumindest Angst, darüber hinaus zu denken. Wenn man die Klimafrage gleich und immer mit der Systemfrage verknüpft, verschreckt man diese Leute. Während manche sehr linke Gruppen solchen Menschen dann einfach Ignoranz vorwerfen, sollte die GJ den Anspruch haben, alle gleichermaßen anzusprechen.

Ich glaube, es ist unmöglich ein neues Wirtschaftssystem von oben zu verordnen. Das hat zum einen schwere Legitimationsprobleme und zum anderen wachsen funktionierende Institutionen natürlich. Der Kapitalismus – so sagt Wolfgang Sachs vom Wuppertal Institut – konnte zB erst sein enormes Wachstumspotential entwickeln, als wir durch die Verbrennung fossiler Energien aus den natürlichen Kohlestoffkreisläufen ausbrechen konnten. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich aus den individuellen und staatlichen Bemühungen, kohlenstofffrei zu wirtschaften, wieder etwas neues entwickelt. Wir sollten diese “Revolution von unten” im Auge haben, wenn wir künfitg über Wachstum und Alternativen diskutieren.

Dima K. am Mittwoch, 23. Dezember 2009 um 0:51 #

“Niemand weiß, wie eine Welt ohne Wachstum als treibendem Motor aussieht.”
- Doch selbstverständlich gab und gibt es eine Welt ohne Wachstum:
Seit dem Fall Roms und dem Jahr 1500 gab es keinen Wachstum. Anschließend stieg es auf rund 0,1-0,2%.
Ja, selbst in Zeiten der industriellen Revolution und des ausbeuterischen Manchester-Kapitalismus betrug er “nur” 1,5%
Völliger Wahnsinn sind da die heute angestrebten Zahlen!

Der wahre Irrsinn ist aber, wenn man sich vor Augen führt auf welchen Grundlagen die gesamte Mainstream-Wirtschaftslehre aufbaut:
Der Homo Oeconomicus, der völlig rationale, egoistische, perfekt informierte Konsument. Und das schlimme ist, die meisten VWL-Professoren glauben wirklich daran…

Karl-heinz Krönes am Freitag, 25. Dezember 2009 um 18:11 #

die Wirschaft def nicht den Rauptiergeschellschaft der großen geofert

Georg am Montag, 28. Dezember 2009 um 22:56 #

guter Blog und interessante Kommentare! :)

Sinuslift am Montag, 11. Januar 2010 um 16:31 #

ich kann mich Georg nur anschliessen!
liebe grüße

Franziska R. am Freitag, 26. Februar 2010 um 14:07 #

Ich versuche gerade, eine Hausarbeit über das Thema Wohlstand ohne Wachstum zu schreiben und bin doch erstaunt, dass es da so wenig zu gibt. Eigentlich müssten doch gerade solche Einrichtungen wie die Böll-Stiftung o.a. massenhaft Forschung dazu anstellen.

Das bisher beste, was ich gefunden habe ist eine Studie der Nachhaltigkeitskommission der britischen Regierung. Müsste meiner Meinung nach Pflichtlektüre in allen VWL-Studiengängen sein. Sie ist kostenlos runterladbar unter

http://www.sd-commission.org.uk/publications.php?id=914

und behandelt sowohl die makroökonomischen Fragen – wie kann man das Dilemma Wachstum vs. Arbeitsplätze aushebeln, indem man andere Rahmenbedingungen setzt – und zum anderen auch soziokulturelle Fragen – Konsumismus als die Triebkraft von Wachstum. Viel Spaß beim Lesen!

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