Am Wochenende fand der 33. Bundeskongress der Grünen Jugend in Weimar statt. Weimar ist vor allem für sein kulturelles Erbe bekannt. In der Stadt in Thüringen wimmelt es an Statuen, Postkarten und Straßennamen der bekannten Kinder der Stadt. Johann Sebastian Bach, Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe und viele mehr lebten hier. Viele Einwohner sind stolz auf die Geschichte ihrer Stadt und bei jeder Gelegenheit wird an die Zeit der Weimarer Klassik erinnert.
Bei der Erinnerung an die Geschichte darf aber der Zivilisationsbruch im nationalsozialistischen Deutschland nicht vergessen werden. Auf dem Ettersberg, nur wenige Kilometer von Weimar entfernt, errichteten die Deutschen eines der größten Konzentrationslager. Um einer einseitigen Wahrnehmung der Geschichte Weimars und Deutschlands entgegen zu wirken, machten sich am Samstag Morgen 20 Mitglieder der Grünen Jugend zu einem Besuch der Gedenkstätte Buchenwald auf.
Das Konzentrationslager Buchenwald wurde zwischen Juli 1937 und April 1945 auf dem Ettersberg bei Weimar als Arbeitslager betrieben. Insgesamt waren in diesem Zeitraum etwa 250.000 Menschen aus allen Ländern Europas im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56.000 geschätzt. Sie wurden durch Massentötungen, Zwangsarbeit, medizinische Experimente und durch die Willkür der SS ermordet oder hielten den grauenhaften Bedingungen im Konzentrationslager nicht stand.
Für einige Mitglieder der Grünen Jugend war es der erste Besuch einer Gedenkstätte eines ehemaligen Konzentrationslagers. Der Gedenkstätten-Besuch habe ihr eindringlich die perverse Perfektion der organisierten Vernichtung von Menschen im Nationalsozialismus in Erinnerung gerufen, berichtete eine Teilnehmerin in der gemeinsamen Gesprächsrunde nach dem Besuch. Andere waren in Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten und im Gedenken an die Opfer schlicht sprachlos.
Tor zum Lager im KZ Buchenwald.
Eingangstor mit dem Spruch “Jedem das Seine”.
Gedenktafel für die homosexuellen Männer die in Buchenwald gelitten haben.
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