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Am 22. September hatte die Böhme Zeitung in Soltau zu einer Diskussionsrunde mit den Direktkandidaten im Wahlkreis geladen. Der Grüne Kandidat und Landessprecher der GRÜNEN JUGEND Sven-Christian Kindler traf hier auf Reinhard Grindel (CDU, MdB), Lars Klingbeil (SPD), Knuth Uhland (FDP) und Heinz Kühsel (Linke).

Mit den ersten Fragen wollte der Moderator wissen, welche Projekte die Kandidaten nach der Wahl sowohl im Wahlkreis als auch im Bundestag umsetzen möchten. Im Wahlkreis Soltau-Fallingbostel ist vor allem die Verkehrsanbindung ein großes Problem. Der ländliche Raum ist nur unzureichend mit Infrastrukturen des öffentlichen Nahverkehrs ausgebaut. Sven-Christian Kindler forderte, dass die Bahnlinien und der ÖPNV ausgebaut und der Güterverkehr auf die Schienen verlegt werden sollte. Dadurch könne man auch einen sinnvollen Beitrag für den Klimaschutz leisten, indem der Verkehr von der Straße weggeholt wird. Wichtig sei dafür die Verhinderung der Y-Trasse. Sie komme zu spät, sei zu teuer und bringe zu wenig Güter auf die Straße. Im Bundestag möchte sich Sven für die Umsetzung des Green New Deal stark machen. Dieser umfasst drei Punkte: die Investitionen in erneuerbare Energien und Bildung, um 1 Millionen neue Jobs zu schaffen, die stärkere Regulierung der Finanzmärkte und eine soziale Umverteilung durch gesetzliche Mindestlöhne, eine Reform der Erbschaftssteuer, eine Erhöhung der Spitzensteuersatzes auf 45% und eine Vermögensabgabe.

In der laufenden Diskussion wurde klar deutlich, dass Grüne, SPD und Linkspartei mit ähnlichen Forderungen der rückständigen Politik von Schwarz-Gelb entgegentreten wollen. Die Debatte entbrannte vor allem über die Energiepolitik. Reinhard Grindel und Knuth Uhland machten beide klar, dass sie weiter an der Atomtechnologie festhalten wollen. Dem entgegnete Sven-Christian Kindler, dass gerade Organisationen, wie der Branchenverband Erneuerbare Energien darauf hingewiesen haben, dass bis 2020 fast 50 Prozent Erneuerbare Energien möglich sind- vorausgesetzt jetzt findet die Energiewende statt, am Atomausstieg wird festgehalten und keine neuen Kohlekraftwerke werden gebaut. Auch die ökologischen Folgekosten müsse man, so Kindler, in die politische Abwägung um die Atomenergie miteinbeziehen. Gorleben eignet sich nicht als Endlager und die Asse droht abzusaufen. Es scheine kein sicheres Endlager in Sicht zu sein, weshalb die einzige, vernünftige Konsequenz der schnellstmögliche Ausstieg aus dieser Risikotechnologie ist.

Beim Thema BürgerInnenrechte holte Reinhard Grindel die Moralkeule heraus und rechtfertigte das umstrittene Internetsperrengesetz mit dem Kampf gegen die Kinderpornographie. Sven-Christian Kindler stellte klar, dass Kinderpornographie eines der schlimmsten Verbrechen überhaupt ist, aber dass die Union mit ihren Stoppschildern die Kinderpornographie nicht unterbindet, sondern nur einen Schleier vor den Schirm legt, der leicht umgangen werden kann. Vielmehr müsse man diese Seiten konsequent löschen, aber keine Zensurinfrastruktur aufbauen, die für viele andere Bereiche des Internets ausgedehnt werden könne.

Am Schluss brachte ein Milchbauer aus dem Publikum die Diskussion nochmal auf den Punkt:
„Ich habe meine Wahlentscheidung geändert und das ist auch auf Herrn Grindel zurück zu führen. Ich werde diesmal Grün wählen“.

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