So viele engagierte junge Europäer_innen! So viel Vielfalt! So viel Potential!
Doch das meiste verpuffte ungenutzt.
Die General Assembly und Spring Conference von Federation of Young European Greens (FYEG), unserem europäischen Dachverband, fanden von Donnerstag bis Sonntag in Maastricht statt. Menschen aus 38 Grüne Jugend-Organisationen aus ganz Europa kamen zusammen, um Beschlüsse zu fassen, einen neuen Vorstand zu wählen und sich zu vernetzen.
Während der Frühlingskonferenz ging es um inhaltliche Weiterbildung. Aber anstatt durch Workshops Input anzubieten, gab es eine Podiumsdiskussion nach der nächsten. So kamen weder Interesse noch Diskussionen auf und die spannenden Beiträge der unterschiedlichen Referent_innen (u.A. von EurActiv, Friends of the Earth Europe, European Youth Forum) gingen leider ziemlich unter.
Samstagnachmittag fing dann der BuKo auf FYEG-Ebene an: Die General Assembly, die einmal jährlich stattfindet und die somit für junggrüne Europäer_innen eines der wichtigsten Events überhaupt ist. Spannend wurde es, als es um die Wahlen des Vorstands ging. Erst dieses Jahr wurden Beisitzer_innenposten eingeführt, sodass bis auf das Sprecher_innenteam und die/der Schatzmeister_in niemand auf einen festen Platz wie Projektkoordination kandidiert. Dabei wurde aber übersehen, dass dann auch das Wahlverfahren geändert werden muss. Es kam dabei also zu einer großen Debatte über absolute Mehrheiten und in welchem Wahlverfahren diese am besten erreicht werden kann. Spannend, zu sehen, dass solche Verfahren nicht im Statut standen – dies macht einmal mehr deutlich, wie professionell die GRÜNE JUGEND arbeitet.
Sonntagmorgen kam es nach einer alkoholreichen Party endlich zu den Anträgen. Angenommen wurde z.B. die Forderung nach einem europaweiten, freien öffentlichen Personennahverkehr, während die Forderungen der GRÜNEN JUGEND, Noten und das Wahlalter abzuschaffen, abgelehnt wurden. Was die GRÜNE JUGEND aber erreicht hat, ist die vegetarische, biologisch-regionale Ernährung bei allen FYEG-Zusammentreffen und einen Beschluss zur Verbesserung von Abtreibungskonditionen.

Über das Wochenende kristallisierte sich heraus, dass FYEG ein bisschen in der Krise steckt: Der Vorstand ist fast komplett neu, Bruno als Secretary General heillos überarbeitet. Kampagnen werden von den Mitgliedsorganisationen kaum wahrgenommen und die Arbeitsgruppen schlafen regelmäßig ein.
In solchen Gesprächen taucht immer wieder die GRÜNE JUGEND als Vorbild auf – etwas, an das man sich als jemand aus Deutschland erst gewöhnen muss. Wir sollen so toll sein? Wir sollen Vorbild sein?
Eines wurde mir dabei bewusst: Bisher haben wir von FYEG stark profitiert, indem FYEG uns spannende Seminare, Trainings und interkulturelle Begegnungen ermöglicht. Aber was geben wir FYEG? Wenn wir als größte Mitgliedsorganisation von FYEG so ein Vorbild sind, dann haben wir auch eine Verantwortung. Es liegt an uns, Erfahrungen zu teilen. Wissen weiterzugeben. Zu motivieren.
Dafür müssen auch wir unsere nationalen Denkschranken überwinden. Auch wir sind nicht perfekt. Und es liegt an uns, unser Ideal einer Welt ohne Grenzen vorzuleben. Hier wäre ein guter Start, der anderen viel nützen würde.

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