Erste Herausforderungen als neue Beisitzerin im Bundesvorstand: Die erste LMV und kurz danach eine Podiumsdiskussion zur Wirtschaftskrise und wie die EU darauf reagieren sollte. Rasanter hätte der Einstieg wohl kaum sein können! Ein erster Bericht.

Montagabend beschlossen, machte ich mich Dienstagnachmittag auf den Weg nach Bremen. Die GJBremen wollte ihr neues Grundsatzprogramm verabschieden und nebenbei ein bisschen den Europawahlkampf planen. Mit 8 Stimmberechtigten und 2 Gästen fühlte ich mich im kleinen Kreis recht wohl. Gut so, denn TOP2 stand unter dem Stern der Grußworte. Noch nie hatte ich ein Grußwort gehalten… Mein Versuch war, Stimmung für den Europawahlkampf zu machen. Der Hauptgrund, warum ich überhaupt gekommen war.
Ob mein Grußwort allein schon motivierend war, weiß ich nicht. Aber spätestens zusammen mit den geplanten Aktionen der GJBremen (einen Markt der Vielfalt zusammen mit den Altgrünen, ein Rockkonzert und andere kleinere Straßenaktionen) und den tollen Europamaterialien kam Begeisterung auf.
Das Grundsatzprogramm wurde leicht diskutiert, war aber vorher schon gemeinsam entworfen worden, sodass nur über alle beim Schreiben strittigen Punkte abgestimmt werden musste. Wer mehr lesen will, kann das sicherlich bald online finden.
Meine große Rolle kam eigentlich aber der Twitterwerbung zu. Ich sollte auf Drängen des LaVos noch einmal die Wichtigkeit des Onlinewahlkampfes herausstreichen. Gesagt getan – und Twitter präsentiert. Ob das der Skepsis letzter Abend war, bezweifle ich, aber ein bisschen deutlich wurde wohl das, was an dem Zwitschern so gut ist.
Nach einem Bier und netten Unterhaltungen fuhr ich zu Alex, wo ich glücklicherweise nächtigen konnte.

Am nächsten Tag sollte es dann nach Hannover gehen. 11. Klassen einer integrierten Gesamtschule wollten wissen, was die EU gegen die Wirtschaftskrise tun könnte. Zweites Thema war der Klimaschutz – hervorragend, dass die grüne Szene da nur ein Konzept hat, statt zwei!
Als einzige Frau unter den 4 Männern von Solid, Jusos, Julis und JU warb ich zum ersten Mal öffentlich für den Green New Deal, sprach gegen Fleischkonsum, gegen Atomkraft und für Erneuerbare Energien.
Es gab eine große Debatte zu Mindestlöhnen als Instrument der sozialen Gerechtigkeit in der EU, die vor allem zwischen dem Juli- und dem Solidvertreter stattfand. Deutlich wurde dabei, dass die Jugendlichen eher nicht der Wirtschaft trauten, sondern der Meinung waren, der Staat solle sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen.
Da Wirtschaft bisher nicht so mein Hauptthema war, war ich ganz schön aufgeregt. 130 Leute, die man nicht kennt und nicht einschätzen kann – das war schon eine Erfahrung. Die Nachfrage, warum Fleischkonsum klimaschädlich sei, konnte ich wohl zufrieden stellend beantworten. Und habe damit vielleicht angeregt, darüber nachzudenken.
Generell glaube ich, dass die zwischendrin sehr intensive Debatte einige zum Nachdenken angeregt hat. Wunderbar, damit hat sich die Reise gelohnt.

Ich gebe zu, dass ich anfangs skeptisch war, wie stressig und nervenaufreibend diese ersten Erfahrungen sein würden. Ich habe sie letztlich gar nicht als stressig empfunden. Im Gegenteil: Sie haben mir viel Spaß gemacht und mich extrem motiviert. Auf dass es so weitergehe…

3 Kommentare zu „Von Twitter zu WUMS“

  • Stephan:

    würde mich freuen, wenn mehr BuVo-Mitglieder ihre Arbeit ind er Form darstellen würden. Finde das ein gutes Beispiel von Transparenz und es wird einem deutlicher, was im BuVo gemacht wird.
    Lg, Stephan (GJ Bayern)

  • Ganz richtig.
    Die Politiker unserer bundesdeutschen Parteien haben ja mittlerweile, angeregt durch den Wahlkampf des neuen amerikanischen Präsidenten, die Blogs und Twitter für sich entdeckt.
    Nur von Transparenz in den politischen Aktivitäten keine Spur.
    Weiter so.

  • … und die anderen kopieren ganz neidisch die lautmalerische kampagne:

    http://www.spreewelle.de/?p=287