Jerusalem, Samstag, 28. März 2009
Geschrieben von (Franza) in Auf Achse, Grüne Wiese, Internationales am 28. März 2009
Haben uns ja ein paar Tage nicht gemeldet…nun ja. War einfach zu viel, was wir gemacht haben. Vielleicht schreiben wir unten noch ein paar kurze Stichpunkte…vielleicht ist es aber auch gleich schon wieder zu hektisch und das muss ausfallen.
Bei uns ist es gerade viertel nach 10 und ausnahmsweise (noch) ziemlich stressfrei. Um 11 fahren wir ans Tote Meer. Bis dahin kann man mal Postkarten schreiben oder weiter schlafen oder so. Wobei das mit den Postkarten so ne Sache ist. Außer Ario ist immer noch niemand im Besitz von Briefmarken. In Israel erhält man die nur bei der Post (oder auf dem Altstadt-Basar für teurer) und die hat so flexible Öffnungszeiten (wir wissen immerhin schon, dass sie nachmittags von 16 bis 18 Uhr offen hat), dass wir nie da waren wenn sie offen hat. Gestern wären wir um 16 Uhr sogar in der Stadt gewesen, aber das ist Shabbat und die Geschäfte machen spätestens um 14 Uhr zu. Also braucht ihr euch nicht weiter wundern, dass die Karten wohl doch immerhin dann zu Ostern vielleicht bei euch sind (oder mit deutschen Briefmarken versehen *g*).
Gestern hatten wir von Uriel eine Stadtführung durch die Alt-Stadt. Das war sehr toll und Uriel ist echt der beste Guide, den wir hätten bekommen können. Sehr anschaulich, sehr spannend. Einfach gut! (Schade nur, dass man so viele Details so schnell wieder vergisst) Wir waren in der Grabeskirche (bei der man sich 1873 dazu entschieden hat, dass nichts mehr daran verändert werden darf, weswegen bis heute eine Leiter an der Mauer gelehnt steht), bei der Klagemauer (die nur einen Teil des Podestes ist, auf dem der Tempel mal stand und im Grunde ist diese Mauer schon doppelt so hoch, wie man heute sieht und der Tempel darauf noch mal mindestens so hoch wie das Podest…schwer vorzustellen. Die Leute sehen so schon sehr klein aus neben dieser Mauer), in einer evangelischen Kirche im Turm (mit super Aussicht auf ganz Jerusalem und weit darüber hinaus), in einer der ersten Holocaust-Gedenkstätten (die sich so ganz von Yad Vashem unterscheidet, viel mehr Schockfotos, viel mehr Religiosität, viel weniger Menschen, viel mehr Ruhe…anders.). War echt gut und es ist nicht aufgefallen, dass wir vier Stunden unterwegs waren. Waren dann noch in Kleingruppen unterwegs. Viele haben sich das Viertel der (ultra-)orthodoxen Juden angeguckt und es ist schon eine andere Welt. Die Straßen eng, irgendwie alt und verwahrlost, relativ viel Müll, viele Kinder, kaum Frauen, stattdessen viele Männer, die sehr eilig und zielstrebig unterwegs sind. Eine sehr andere Atmosphäre. Die Männer haben alle ähnliche Sachen an (schwarze Socken und eine weite Hose oder was rockähnliches, dazu ein weißes Hemd und schwarzen Mantel, dann unterschiedlichste Kopfbedeckungen. Und die Kids ähnlich. Irgendwie wirkt es alt und dreckig, gleichzeitig aber belebt und voll. Schwer vorstellbar, wie sie dort leben, so zwei Straßen neben dem Treiben der Stadt in ihrer ganz eigenen Welt.
Bei uns wurde gestern die Zeit umgestellt. Wir sind jetzt zwei Stunden weiter als ihr. Und das war auch fast kein Problem, morgens waren wir dann jedenfalls fast pünktlich (einige haben halt das Duschen auf abends verlegen müssen). Und abends zu unserem Besuch der Reform-Synagoge waren nur zwei Leute nicht da, die zwar ein Handy gestellt, aber die Zeit nicht angepasst hatten. Wir bekamen in der Synagoge eine kurze Einführung in die jüdischen Gottesdienste und Zelebration. Im Gottesdienst wurde viel gesungen und für uns teilweise auf Englisch übersetzt…. Im Gesamten haben wir aber wohl eher wenig bis gar nichts verstanden. Aber es ging auch mehr um die Atmosphäre. (Und by the way: Die beiden, die die Uhr nicht verstellt hatten, sind brav in die Große Synagoge gegangen.)
Im Anschluss an den Gottesdienst gab es ein Shabbatmahl bei uns im Hostel, was echt sehr gelungen war. Man merkt, dass wir seit einer Woche zusammen unterwegs sind. Die Stimmung war sehr schön.
Eigentlich wollten wir ja nach Tel Aviv fahren abends, um da Party zu machen, aber dazu kams dann doch nicht. Zu müde *g* Haben dann hier Party gemacht, jedeR wonach ihm oder ihr war.











