Newthinking Communications hat die bisher dritte Kurzstudie zu Politik im Web 2.0 vorgelegt. Die komplette Studie kann hier angeschaut werden, wir beschränken uns im Folgenden lediglich auf die Stellen an denen die GJ erwähnt wird.

Die Aktivität der Jugendverbände in den sozialen Netzwerken wurde unter die Lupe genommen. Die Macher der Studie konstatieren, dass die Beteiligung im StudiVz deutlich zurück geht, die der Grünen Jugend hat z.B. nur 206 Mitglieder. Das liegt aber auch daran, dass viele Mitglieder der GJ gegenüber Studivz äußerst skeptisch bis ablehnend sind und sich lieber bei Facebook tummeln oder soziale Netzwerke prinzipiell meiden. Bei Facebook hat unsere Gruppe wenigstens 261 Mitglieder mit steigender Tendenz.

Was ich an der Studie kritisiere ist, dass sie nicht auf die inhaltlichen Aktivitäten innerhalb der Netzwerke eingeht. Ich habe die Aktionen der anderen Parteien und Jugendverbände nicht beobachtet, aber die Grünen und die GJ haben doch einige gute Initiativen vor allem in Facebook gestartet, seien es die Mobilisierungen für die Castor-Demos in Gorleben oder die Möglichkeit bei Facebook die jungen KandidatInnen Skal Keller und Jan Philipp Albrecht zu unterstützen. Auf diese Dynamiken hätte man vielleicht eher eingehen sollen, als auf nackte Zahlen. Eine Gruppe mit 3000 Leuten von der Jungen Union bringt nichts, wenn diese statisch ist und die Mitglieder innerhalb der Portale und Netzwerke nichts machen.

Newthinking geht auf den Personalwechsel der GJ ein, Jan Philipp Albrecht, der als “einer der
aktivsten Nachwuchspolitiker im Web 2.0″ bezeichnet wird, ist seit November nicht mehr Sprecher der Grünen Jugend und wurde von Max Löffler abgelöst.

Erfreulich ist, dass unser Engagement bei twitter gelobt wird, ein Tool was die anderen Jugendverbände wohl noch unzureichend nutzen. Auch die stärkere Nutzung unseres Blogs ist den Machern der Studie aufgefallen, wir versuchen diesem Trend auch weiterhin zu folgen.

Abschließend stellt die Studie fest:

Spannend ist die Frage, wie weit sich ein Wahlkampf jenseits der Parteizentralen
im Internet entwickelt – getragen von Mitgliedern und Sympathisanten und ohne
die Zustimmung der taktierenden Apparate, die jeden Schritt sorgsam abwägen.

Das sehen wir auch so und nächste Woche werden wir auf dem Wahlkampfstabtreffen in Berlin auch unsere Internetstrategie noch versuchen zu verfeinern.

1 Kommentar zu „Parteien im Netz- Kurzstudie Teil 3“

  • Wir haben von Anfang an offen kommuniziert, dass wir quantitative Zahlen ermitteln. Eine qualitative Untersuchung, was die einzelnen Akteure machen, würde uns natürlich reizen. Das ist aber ein erheblicher Mehraufwand, den uns niemand finanziert. Daher konzentrieren wir uns auf Teilbereiche.

    Vielleicht gibt es ja irgendwann Wissenschaftler, die sich mal qualitativ mit den Aktionen in sozialen Medien auseinandersetzen. Würde mich freuen. Erfahrungsgemäss dauert das aber immer sehr lange, bis solche Themen für die Wissenschaft interessant wird und auch was publiziert wird.