Mai
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60 Jahre Israel- 60 Jahre Kontroversen

Geschrieben von (Max Pichl) in Internationales am 15. Mai 2008

Derzeit gibt es heftige Grabenkämpfe in der Linkspartei. Kurz vor dem Parteitag in Cottbus ist ein heftiger Richtungsstreit in Bezug auf die Israel-Frage entbrannt (1, 2). Die Linkspartei ist dabei vor allen Dingen ein Spiegelbild des gesamten Diskurses, der derzeit in der politischen Linken herrscht.

Die Frage um den richtigen Umgang mit Israel hat die Linke in eine tiefe Sinnkrise gebracht. Die neue Bundesvorsitzende der Jusos, Franziska Drohsel, hatte diesen Richtungsstreit zuletzt in der Welt eindrücklich skizziert und vor linkem Antisemitismus gewarnt:

Im Kern geht es um die Frage, wo vermeintlich linke Antworten auf reaktionären, meist antisemitischen Annahmen basieren. Auf Transparenten sowohl linker als auch rechter Demonstrationen ist mittlerweile zu lesen, man sei “gegen das internationale Finanzkapital”. Wo es tatsächlich Ähnlichkeiten in der Argumentationsweise von links und rechts gibt, bewegt sie sich nahe an verschwörungstheoretischen Konstrukten.

Ein Beispiel ist die bereits erwähnte Kritik am internationalen Finanzkapital. In der Wortwahl steckt unausgesprochen die Behauptung, dem negativem internationalen stehe ein positives nationales Kapital gegenüber. Dies negiert zum einen die strukturellen Zwänge ökonomischer Akteure in kapitalistischen Wirtschaftssystemen, ganz gleich, ob sie nun “national” oder “international” agieren. Der dem Konkurrenzsystem Kapitalismus notwendig zugehörige Zwang zur Profitmaximierung wirkt immer, egal auf welcher Ebene sich ein Unternehmen bewegt. (weiterlesen)

Ich stelle mir die Frage: wie sieht es eigentlich bei der Grünen Jugend aus? Gibt es bei uns auch solche starken inhaltlichen Gegensätze zu diesem Thema? Hat sich der Kampf in der politischen Linken auch auf uns übertragen?

Ich würde gerne durch diesen Blogeintrag eine Diskussion zum Thema anstoßen, weil mir diese in der Grünen Jugend fehlt. Außerdem passt eine Diskussion anlässlich des 60. Jahrestags des Staates Israel auch zeitlich ganz gut. Also, sagt eure Meinung!

Kommentare:

[...] Grüne Jugend Blog: “60 Jahre Israel – 60 Jahre Kontroversen” [...]

Sven am Montag, 19. Mai 2008 um 19:25 #

Moin,

hier zur Info die Pressemitteilung der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen zu 60 Jahre Israel und Antisemitismus in Deutschland:

http://www.gj-nds.de/

Rückmeldung war gleich null. Keine Debatte. Sowohl positiv wie auch negativ wenig bis gar kein Feedback.

Viel Spaß beim Lesen

Sven

60 Jahre Israel – Antisemitismus weiter bekämpfen

Zur 60-jährigen Staatsgründung Israels bekräftigt die GRÜNE JUGEND Niedersachsen ihre Solidarität mit dem jüdisch geprägten Staat und warnt vor dem weit verbreiteten Antisemitismus in Deutschland und Niedersachsen.

“Happy Birthday Israel. Wir freuen uns an diesen Tagen zusammen mit den Menschen in Israel, dass der einzige demokratische Staat im Nahen Osten trotz großer vergangener und aktueller Bedrohungen schon seit 60 Jahren existiert.” erklärte Sven-Christian Kindler, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Niedersachsen.

Die jahrhundertelange Verfolgung in Europa und Asien und vor allem der historisch einzigartige Massenmord an 6 Millionen Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus habe die Errichtung eines jüdischen Staates notwendig gemacht. Kindler: “Der jungen Generation in Deutschland, den Enkeln und Urenkeln der Täterinnen und Täter von damals, kommt heute eine besondere Verantwortung zu. Wir sind moralisch verpflichtet, die Erinnerung an Auschwitz zu bewahren, für eine sichere Zukunft Israels und Frieden im Nahen Osten einzutreten.”

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen zeigt sich gleichzeitig besorgt über das weiterhin bestehende antisemitische Gedankengut in der deutschen Gesellschaft. So meint nach einer Emnid-Studie im Februar 2007 jeder dritte Deutsche, was der Staat Israel heute mit den Palästinensern mache, sei im Prinzip nichts anderes als das, was die Nazis im dritten Reich mit den Juden gemacht hätten. “Antisemitismus ist immer noch ein Grundübel dieser Gesellschaft. Die zum Teil berechtigte Kritik an der israelischen Sicherheits- und Besatzungspolitik wird häufig als Anlass genommen, antisemitische Stereotype zu bedienen oder durch NS-Vergleiche die eigene deutsche Verantwortung für Auschwitz zu relativieren.” sagte Kindler.

Die GRÜNE JUGEND Niedersachsen fordert die Landesregierung auf ein Landesprogramm gegen Rechts aufzulegen, dass gezielt Gruppen und Vereine unterstützt, die sich gegen Nazis, Antisemitismus und Rassismus einsetzen. Teil des Programms muss die Wiedereröffnung der Landeszentrale für politische Bildung sein, um die Bildungsarbeit an Schulen und bei Jugendträgern im Kampf gegen Antisemitismus zu stärken.

Max am Mittwoch, 28. Mai 2008 um 18:25 #

Hm, also irgendwie kommt hier keine Debatte zustanden, aber vielleicht wollen wir dass ja dieses Wochenende mal bilateral andiskutieren. lg max

Arndt Leininger am Samstag, 31. Mai 2008 um 4:22 #

Ich moechte mal den Blick auf die andere Seite des Ozeans lenken.
Ich befinde mich schon seit fast einem Jahr in Kanada und hier sieht die Debatte ueber Israel in der Linken ganz anders aus.

Statt ueber das “internationale Finanzkapital” wird diskutiert ob die Besetzung der Palaestinensergebiete als Apartheid bezeichnet werden kann oder nicht.
Solidaritaet mit Palaestina (Demo-Parole: “From Iaq to Palestine. Occupation is a crime.”) scheint hier in der Linken zum guten Ton zu gehoeren wie Antiantisemitismus in der dt. Linken.Meines Erachtens nicht nur in der “extremen” Linkenm sondern auch in der Mitte der Gesellschaft. Es gibt hier auch juedische Gruppen speziell gegen die Besetzung Palaestinas.

Anlaesslich des Jahrestages der Gruendung des Staates Israel wurde hier letztens eine Demo unter dem Motto “Al Nakba” (die Katastrophe), die palaestinensische Bezeichnung fuer die Gruendung Israels bzw. die damit verbundene Vertreibung der PalaestinenserInnen.

Ich moechte mich jetzt keiner der Sichtweisen anschliesen, weder der dt. noch der kanadischen, die “Wahrheit” liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Nehmt es einfach zur Kenntnis, dass anderswo die Meinungen ganz anders sind. Wir haben doch noch mehr GJlerInnen im Ausland. Wie sieht denn die Meinung zum israelisch-palaestinensischen Konflikt in eurem Aufenthaltsland aus.

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