Unter dem Oberthema „Wem gehört die Welt?“ stehen auf unserer Homepage mehrere Artikel über die Privatisierung von Wasser. Hier nun sollen die zentralen Thesen der Artikel und eure Meinung dazu gesammelt werden. Wir freuen uns über eine lebendige Diskussion!
Kriterien einer sozialen und ökologischen Wasserversorgung:
- nachhaltige Wasserentnahme
- keine Verschwendung von Wasser durch undichte Rohre (das Wasser hat einen eigenen Wert)
- Preisstabilität
- Wasserversorgung für jede und jeden
- hohe Qualitätsstandards
Bei einer Liberalisierung des Wassersektors sind die Grundanforderungen, die wir an die Wasserversorgung stellen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu gewährleisten:
Aus Folgenden Gründen:
- Wasser wird bei einer Liberalisierung automatisch zu einem Wirtschaftsfaktor. Das Ziel, möglichst viel Gewinn zu machen, ist nicht vereinbar mit dem Ziel möglichst hohe Qualität für jede und jeden zu liefern. Nur die notwendige Qualität wird versucht zu erreichen.
- ein stattliches Unternehmen steht nicht unter dem Druck des hohen Profiterwirtschaftens, auch wenn es wirtschaftlich arbeiten muss.
- durch diese Profitgier wird bei der Instandsetzung des Leitungssystems gespart. Ziel muss es jedoch sein den Wasserverlust durch leckende Rohre zu minimieren.
- eine Preisstabilität ist damit nicht mehr gewährleistet
- Wasserwerke gehören den BürgerInnen und sind damit unverkäuflich.
Die Artikel findet ihr hier:
http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/show/421085.html
http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/show/420326.html
http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/eigentum/419484.html
Allgemein zu schreiben ist etwas schwierig. Privatisierung der Wasserversorgung in Deutschland ist eine andere Sache als in Wassermangel-Gebieten.
zu “nachhaltige Wasserentnahme”:
Wie siehts denn mit fossilem Grundwasser aus? Also Wasser, welches von der Grundwasserneubildung abgekoppelt ist. Dies ist in geologischen Schichten eingeschlossen, ähnlich wie Erdöl.
Alles was entnommen wird – ist weg, also nicht mehr herausholbar. Sollte dies Wasser genutzt werden? Wie darf es genutzt werden?
Ich habe mir da schon etwas den Kopf zermartert. In Wassermangel-Gebieten ist dies eine interessante (lukrative) Sache um den Mangel entgegen zu wirken. Jedoch ist es nicht nachhaltig, weil die Ursache (Wassermangel) nicht beseitigt wird und es nur eine kurzweilige Lösung ist.
“Nachhaltige Wasserentnahme” ist dabei ein Begriff, der nicht ganz einfach ist.
“Preisstabilität” und “Wasserversorgung für jede und jeden” könnte Konfliktpotential bieten. Was passiert bei zunehmendem Wassermangel? Normalerweise müssten die Preise steigen. Wenn der Preis (auch für die Industrie) stabil gehalten wird, gibt es irgendwann nicht mehr genug. Wasserintensive Industrien sollten auch durch den Preis zur Innovation gezwungen werden weniger zu verbrauchen.
Wasserverschmutzung (ob bei privatisierte Wasserversorgung oder nicht) darf sich nicht lohnen. Nitrat belastet das Wasser, aber auch Pestizide und in zunehmenden Maße Pharmaka.
Vor allem bei Pharmaka sind oftmals schwer anzubauen und belasten das Grundwasser mit schwerwiegenden Folgen. Wasserqualität darf nicht nur bei der Bereitstellung von Wasser eine Rolle spielen, sondern muss auch bei der Einleitung ins Grundwasser immer mitgedacht werden.
Ökologische Landwirtschaft ist Grundwasserschutz!